Unser Aufbruch heute früh hat nicht ganz so geklappt wie geplant. Wir haben ein letztes Mal auf unserer Terrasse gefrühstückt, alles zusammen gepackt und Andi war danach schon durch, weil es heute echt warm war.

Wir sind zur Rezeption, haben gezahlt und dann noch Grauwasser abgelassen. Und dann wollten wir das Gelände verlassen. Uns wurde das Tor geöffnet, wir waren halb durch und dann kam eine Frau hinter uns her gelaufen und hat uns informiert, dass die Straße wegen eines Radrennens bis 12 Uhr gesperrt ist. Na danke auch. Es war 10 Uhr und wir wollten eigentlich weiter. Also haben wir überlegt, auf unseren Platz zurück zu fahren, aber in der Sonne zu stehen und alles wieder aufzubauen hat ja auch keinen Sinn gemacht… Also haben wir uns einen schattigen Teil des Parkplatzes gesucht und haben die 2 Stunden gewartet… Dabei habe ich mir unsere Rechnung mal genauer angeschaut. Wir haben jetzt mit allem pro Tag 26 Euro gezahlt, was echt für diesen Traumplatz, auf dem wir waren, nichts ist. Im August kostet der Platz auch für 2 Personen dann eben mal 72 Euro. Vollbelegung auf dem Platz inklusive. Und wahrscheinlich 40 Grad statt angenehme 25 Grad. Das brauchen wir echt nicht… Um 12 Uhr bin ich mal an die Straße gelaufen, die Polizei stand immer noch da und es sind immer noch Radler durch die Gegend gefahren. Um viertel nach 12 kam ein Italiener und hat laut „Aperto, Aporto“ gerufen, hat gesehen, dass ich ihn nicht verstehe und dann „open, open“. Also nichts wie los. Die Strecke hat uns entlang der Küste der Gargano-Halbinsel geführt, wo wir noch nicht waren.

Und so sind wir unzählige Serpentinen über die Landzunge gekurvt. Uns kamen richtig viele Wohnmobile entgegen und wir haben uns gut gefühlt, dem beginnenden Rummel zu entfliehen. Was ein bisschen blöd war, dass wir eigentlich schon wieder Hunger bekommen haben, da das Frühstück ja schon einige Zeit her war. Und so sind wir in den ersten Supermarkt seit langem. Keine gute Idee. Unser Kühlschrank besteht jetzt aus lauter sehr gesunden Tiramisu und ähnlichem… Die Strecke hat uns noch ein paar Kilometer entlang des Meeres geführt, bevor wir uns dann ins Landesinnere verabschiedet haben. Und das war gleich richtig schön. Es wurde hügelig, der Ginster hat schön gelb geblüht und wir haben tolle Ortschaften auf den höher werdenden Bergen bewundern können.

Wir haben uns die ganze Zeit schon gefragt, warum hier die Orte alle auf den Bergen und nicht in den Tälern liegen. Das hängt wohl damit zusammen, dass sie dort oben früher besser zu verteidigen waren, aber die Luft dort oben auch sprichwörtlich besser ist. Im Tal sind sehr oft Schilder, dass man bei Nebel nur 50 kmh fahren darf und dort oben ist einfach viel seltener Nebel. Dadurch wird auch nicht alles so feucht im Winter. Im Sommer hingehen weht dort immer ein Lüftchen und es wird nicht so heiß. Außerdem hat man das fruchtbare Land im Tal für die Landwirtschaft genutzt und war vor Überschwemmungen sicher. Wenn wir uns aber vorstellen, dass man früher schon alles dort hinauf bringen musste. Wahnsinn…

Unser heutiges Ziel, den Ort Barrea im Nationalpark der Abruzzen haben wir am frühen Abend dann auch erreicht und einen tollen Campingplatz mitten im Grünen angesteuert. Ein junges Pärchen hat uns empfangen und die haben bestimmt gedacht, dass wir sie nicht mehr alle haben. Denn es war ganz schön frisch, als wir in unseren kurzen Hosen und Flip Flops aus dem Camper gestiegen sind. Beim Supermarkt waren es noch 28 Grad, hier auf 1100 m noch 19 Grad. Wir haben einen super schönen Platz im Grünen bekommen, die langen Hosen heraus geholt und dann gab es etwas leckeres zu Essen – und zum Nachtisch: Tiramisu!

