2023 Italien

Durch die Nationalparks bis zum Campo Imperatore

Das Motto des heutigen Tages könnte mal wieder lauten: Wie schön ist doch unsere Welt!!!

Beim Bezahlen am Campingplatz hat uns der Sohn von dem Besitzer heute noch coole Routentipps gegeben. Es gibt sehr viele Straßen zu unserem heutigen Ziel und wir waren uns nicht so sicher, wie gut die meisten Straßen zu befahren sind und daher hatten wir uns für die größeren Straßen entschieden, außer der Autobahn. Er hat dann unseren Plan komplett über den Haufen geworfen und so ging es entlang des Lago di Barrea da lang, wo wir gestern geradelt sind. Hinter dem See ging es rechts ab in die Berge und wir haben uns unzählige Serpentinen hinauf geschraubt. Von oben hatten wir nochmal einen tollen Blick auf den See.

Dann ging es wieder hinab und das Tal wurde immer schmaler, bis tatsächlich irgendwann nur noch die Straße hindurch gepasst hat. Es standen überall wieder die Hinweisschilder, dass man keinen Bären anfahren soll und ja, wenn der in der Schlucht landet, kann er auch nur die Straße nehmen… Mitten in der Schlucht war ein Staudamm und es sah so schön aus, dass Andi die Drohne herausgeholt hat.

Er hat traumhafte Aufnahmen gemacht, der eine Ausschnitt war aber noch nicht perfekt genug und plötzlich gab es ein komisches Geräusch, die Drohne ist in einen Busch geflogen und dann abgestürzt!!!

Gott sei Dank hatte er noch ein Bild auf dem Bildschirm, so dass sie anscheinend nicht im Wasser gelandet war. Er ist den Abhang hinunter und hat sie auch gleich gefunden – mehr Glück als Verstand!!! Die Stimmung war mit einem Schlag leicht gekippt, die Drohne hat aber außer ein paar Kunststoffmacken nichts abbekommen. Gott sei Dank!!! Wir hatten den Tipp bekommen, nach dem Tal in Richtung Sulmona zu fahren und so sind wir in einem Ort gelandet, wo es für uns nicht weiter ging. Die Häuser standen so dicht, dass wir leider nicht durch gepasst haben. Also Rückwärtsgang eingelegt und durch das Dorf bis zum nächsten Wendepunkt. Irgendwie war die Stimmung danach noch quercher und da hier direkt eine Autobahnauffahrt war, sind wir da drauf, einfach um wieder auf breiten Straßen unterwegs zu sein.

Nach 2 km kam ein Parkplatz und da haben wir gehalten, mit unseren ungesunden Einkäufen unseren Kreislauf wieder stabilisiert und festgestellt, dass wir ja eigentlich gar keine Autobahn fahren wollen. Also Karten auf den Tisch und so ging es die nächste Abfahrt in Celano wieder ab und zurück in die Berge. Und uns hat wieder eine tolle Strecke durch den Parco Naturale Sirente Velino geführt. Hier war wieder nichts los und wir sind durch verwaiste Skiorte gefahren.

Auf den Pisten blühten gelbe Blümchen und es war einfach nur schön. Und dann hatte man ein traumhaftes Panorama auf das Tal, in dem L’Aquila liegt.

Wir haben kurz getankt und dann ging es auf die ca 40 km lange Strecke zu unserem heutigen Ziel: dem Campo Imperatore. Dort kann man entweder mit einer Seilbahn hoch fahren, oder eben die Strecke mit dem Camper. Und das hat sich echt mal gelohnt. Auf der gesamten Strecke sind uns vielleicht 3 andere Autos entgegen gekommen und die Aussichten waren einfach traumhaft.

Das hätte die Fahrt mit der Seilbahn nie zeigen können. Wir haben ständig angehalten und fotografiert.

Und dann sind wir auf 2100 m angekommen. Hier gab es früher ein Hotel, welches geschlossen ist und verfällt, die Seilbahnstation und ein Observatorium – und den angeblich höchsten Stellplatz Italiens. Was aber nicht stimmen kann, denn der Platz auf den 3 Zinnen liegt höher. Trotzdem cool hier und deutlich weniger los.

Außer uns standen noch 2 andere Wohnmobile hier und so haben wir uns auch ein möglichst windschnittiges Plätzchen gesucht. Draußen waren es noch 9 Grad und so sind wir nur kurz draußen rum gelaufen.

Denn dann kamen fette Wolken und wir haben nix mehr gesehen. Um uns liegen die höchsten Berge südlich der Alpen, vorne weg der Corno Grande mit 2912 m. Den haben wir bisher aber noch nicht zu Gesicht bekommen. Und dann, eine Stunde später ist die Wolkendecke auf gebrochen und es hat sich sowas von gelohnt, hier zu bleiben.

Plötzlich waren um uns alle Berge und das komplette Tal zu sehen. Und da kommen wir wieder zum Anfang: Wie schön bitte ist unsere Welt!?