2024 Marokko

Marrakesch

Das Frühstück im Riad heute früh war richtig lecker. Es gab viele landestypische Leckereien und auch viel Deftiges. Um 9 Uhr wurden wir von unserem gebuchten deutschsprachigen Stadtführer abgeholt.  Wir hatten vor der Reise überlegt,  inwiefern wir Guides mit buchen wollen.  Es hätte auch die Option gegeben,  die komplette Tour 24 Stunden jemanden dabei zu haben,  der uns etwas erzählt.  Allerdings wäre uns das zu viel gewesen.  Da wir ja eine Tour durch die Königsstädte machen,  erwartet uns jetzt in jeder Stadt ein Stadtführer für wenige Stunden und wir denken,  dass das die für uns richtige Dosis an Infos ist. Wir wurden von Raschid in Empfang genommen und er war super. Hat längere Zeit in Deutschland gelebt und auf die Frage,  warum er zurück nach Marokko ist,  kam nur: „Ihr in Deutschland habt die Uhren,  wir hier die Zeit“.

Er hat uns anfangs zur Koutoubia Moschee geführt,  die wir nur von außen besichtigen können. 

Der Baumeister der Moschee hat diese leider nicht richtig bemessen,  so dass die Ausrichtung 3m an Mekka vorbei ging.  Nach Fertigstellung wurde sie daher wieder abgerissen und der Baumeister musste sie nochmal richtig bauen.  Als er fertig war,  wurde er wegen seines teuren Fehlers hingerichtet.  Weiter ging es zum Stadtpark. Der Park ist bewässert und den Einheimischen ist es im heißen Sommer erlaubt,  dort zu übernachten. Sie entkommen so ihren heißen Wohnungen. 

Die Tour führte vorbei am Palacio Glaoui. Dieser war stark bewacht und man durfte ihn nicht fotografieren.  Einige Wachen in verschiedenen Uniformen standen draußen und haben einem vorbei fahrenden Wagen salutiert. Wer darin saß,  wissen wir leider nicht.  Unser nächstes Ziel war das Berberviertel, das wir durch ein großes Tor betreten haben. 

Auch hier liegt eine große Moschee,  die nach dem starken Erdbeben in 2023 von außen gestützt wurde.  Hier konnte man auch erstmalig die Schäden vom Erdbeben sehen.  Raschid meinte,  das Beben habe nur 10 Sekunden gedauert und hat trotzdem solche Schäden angerichtet. 

Ein paar Gassen weiter standen wir vor dem Königspalast.  Hier können aktuell nur ca 20 % besichtigt werden,  da das Erdbeben hier größere Schäden angerichtet hat. 

Und so haben wir uns die Räumlichkeiten angeschaut,  in denen die vier Ehefrauen gelebt haben. Tolle Fliesen und reich verzierte Decken haben die Räume geschmückt. 

Dann hat uns Raschid zu einem gelernten Heilpraktiker gebracht,  der uns die Welt der Gewürze und Heilmittel näher gebracht hat.  Beladen mit einer speziellen Teemischung, die einem beim Schlafen helfen soll und Schwarzkümmel, der gegen alles mögliche hilft,  ging es in Richtung der Souks.

Einen kleinen Teil haben wir ja gestern schon gesehen. Raschid hat uns aber noch in die speziellen Gassen gebracht,  in denen die unterschiedlichen Handwerke noch betrieben werden. 

Um kurz nach 13 Uhr haben die Händler angefangen,  ihre Geschäfte notdürftig zu verschließen und kurz danach hat der Muezzin zum Freitagsgebet gerufen.  Scharen von Männern sind zur Moschee am großen Platz gelaufen und haben sich hingekniet und gebetet. 

Wir sind nach den vielen Eindrücken und Kilometern erstmal zurück ins Riad und haben ein paar Minuten die Füße hochgelegt. Aber natürlich haben wir es dort nicht lange ausgehalten.  Da wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen haben,  sind wir auf eine der Dachterrassen und haben fürstlich gespeist.  Bisher ist die marokkanische Küche wirklich sehr lecker. 

Weiter ging es durch die Souks zu einer Koranschule. Auch hier hat uns wieder die orientalische Handwerkskunst begeistert.

Viele Zimmer der Schule sind um einen Innenhof gebaut, in dem ein kleines Wasserbecken für Abkühlung sorgt. 

Da es kurz vor 18 Uhr war,  sind wir durch die Souks zurück zum großen Platz und haben uns auf einer der Dachterrassen einen Platz für den Sonnenuntergang gesucht. 

Der Platz ist wie ein Wimmelbild. Man entdeckt ständig neue Kuriositäten und kann nicht aufhören zu schauen. 

Völlig platt sind wir zurück ins Riad und haben uns vor der morgigen Weiterfahrt noch etwas ausgeruht. Die kurze Zeit,  die wir bisher in Marrakesch verbracht haben,  hat uns schon völlig begeistert und uns neugierig auf das restliche Land gemacht.