Um halb neun heute früh wurden unsere Koffer auf dem Wagen durch die engen Gassen der Medina zurück zur Straße gebracht. Um die Zeit waren die Geschäfte noch alle geschlossen.

Da bis 13 Uhr der große Platz von Autos befahren werden darf, mussten wir nicht ganz so weit laufen. Wir haben unseren fahrbaren Untersatz für die nächste Woche erhalten und unser Fahrer hat uns zur Stadt hinaus aufs Land gebracht. Samstag früh war noch nicht allzu viel Verkehr und so haben wir Marrakesch hinter uns gelassen. Recht schnell sind wir auf einer top ausgebauten Autobahn gelandet und mit 120 km/h gen Küste gefahren. Die Autobahnen kosten hier Maut. Die Landschaft war zuerst noch etwas hügelig, wurde bald aber nur noch flach und karg.

Marokko ist größer als Deutschland, hat dabei aber nur ca 33 Mio Einwohner. Diese wohnen hauptsächlich in der Stadt. Dabei ist die Kriminalitätsrate deutlich geringer als bei uns, was wahrscheinlich für die meisten überraschend ist.
Die Landschaft wurde nach einem kurzen Stop an einer super modernen Raststätte wieder grüner. Die entlang der Straße liegenden Felder wurden gerade für die Aussaat von Weizen vorbereitet. Hier regnet es im Winter wohl ab und zu, was dafür ausreichend ist.
Unser erstes Ziel Casablanca liegt ca. 2,5 Stunden entfernt und lohnt wohl nicht wirklich zu besuchen. Die 4 Mio. Einwohner-Stadt soll sehr industriell sein und nichts Schönes haben. Aber hier steht nach Mekka und Medina die 3. größte Moschee der Welt, die Moschee Hassan II. Sie wurde 1993 eröffnet und ist das Wahrzeichen der Stadt.

100.000 Menschen können hier beten, was man sich kaum vorstellen kann. Und das muss man natürlich anschauen, wenn man hier ist. Bereits einige Kilometer vor der Stadt hat uns der in der Luft hängende Smog begrüßt. Der Verkehr war heute am Samstag wohl weniger heftig als sonst. Um kurz vor 12 Uhr waren wir an der Moschee und haben uns einer Führung angeschlossen, ohne die man nicht in das Innere der Moschee kommt.

Ein riesiger Platz, ähnlich dem Petersplatz, liegt vor der Moschee. In die Moschee passen 24.000 Menschen. Die anderen finden draußen ihren Platz zum Gebet. In der unteren Etage der Moschee sind die riesigen Waschhallen, in denen sich vor dem Gebet die Hände, das Gesicht und die Füße gewaschen werden.

Im Erdgeschoß der Moschee findet sich der riesige Raum, in dem die Männer beten. Auf einer extra Etage, die in 5 m Höhe über dem Boden eingebaut ist, finden dann die Frauen ihren Platz zum Gebet.

Die Decke besteht aus riesigen Holzschnitzereien. Der obere Teil der Decke wurde von Siemens gebaut und lässt sich innerhalb weniger Minuten öffnen, so dass der Blick zum Himmel frei wird.

Ansonsten waren am Bau der Moschee ca 10.000 Handwerker und Künstler aus ganz Marokko beteiligt. Die Tore bestehen aus Titan, so dass ihnen das Meerwasser nichts anhaben kann.

Da die Moschee teilweise ins Meer gebaut wurde, hatte man von der Promenade aus einen tollen Blick inklusive Brandung.

Zurück an unserem Buschen ging es durch den Stadtverkehr auf die Autobahn und weiter nach Rabat. Rabat hat 2 Mio. Einwohner. Entlang des Meeres ging es auf der breiten Atlantik-Uferstraße zu unserem nächsten Guide. Er hat uns am Hassan-Turm in Empfang genommen und uns auf das Gelände geführt. Der Turm wurde nie fertig gebaut, da der König während der Bauzeit verstorben ist.

Gegenüber stand das Hassan-Mausoleum, in dem der damals verstorbene König und sein Sohn begraben sind.

Anschließend ging es in das Regierungsgebiet. Hier sind bestimmte Regierungsbereiche untergebracht. Man fährt durch ein bewachtes Tor und ist wie in einer anderen Welt.

Eine breite, leere Straße führt durch eine Gegend, die von Wohnhäusern und sehr akkurat geschnittenen Bäumen gesäumt wird. Die Angestellten wohnen hier kostenlos, so lange sie bei der Regierung angestellt sind. Es ist wie eine Stadt in der Stadt mit Supermarkt, Apotheke, Arzt, Schule usw. Der König Hassan VI. ist seit 25 Jahren im Amt und lebt hier in seinem Palast, der ebenfalls streng bewacht war.

Zurück am Bus ging es zum wohl bekanntesten Tor in Rabat, das der Eingang zu einer Medina ist.

Hier sieht es komplett anders aus als in Marrakesch. Weiße Häuser mit teilweise blauen Türen, man fühlt sich fast wie in Griechenland.

Von einem Aussichtspunkt hatte man einen grandiosen Blick auf das Meer und den in das Meer mündenden Fluss.

Wir haben hier die Vor- und Nachteile eines Stadtführers erlebt. Wären wir allein gewesen, wären wir hier noch viel länger geblieben.

Der Stadtführer hat uns aber weiter getrieben, um sein Programm durch zu ziehen. Dafür mussten wir uns nicht drum kümmern, wie wir von A nach B gekommen sind und wir haben viele interessante Dinge erfahren. Unser Bus hat uns weiter zur großen Stadtmauer gebracht. Zu Fuß ging es dann zu unserem Riad, in dem wir heute übernachten. Es war mittlerweile 19 Uhr und wir haben zuletzt gefrühstückt. Und so haben wir nur kurz die Sachen in die coolen Zimmer gebracht und sind etwas Essen gegangen. Ein kurzes Stück entlang der Stadtmauer war ein coole marokkanisches Restaurant, das uns unser Reiseleiter empfohlen hat.
Auf dem Heimweg haben wir einen Samstag Abend in der Hauptstadt erlebt. Einkaufsstraßen, in denen Massen von Menschen unterwegs waren. Allerdings haben uns die Geschäfte und das Ambiente lange nicht so angesprochen wie gestern in Marrakesch.
