2024 Marokko

Fes

Heute früh wurden wir von unserem neuen Stadtführer abgeholt und wir sind zusammen zu unserem Bus gelaufen. Dabei haben wir gestern gelernt,  was es heißt, marrokkanisch die Straße zu überqueren: Augen zu und los laufen.  Dann sieht man nicht,  dass man gleich überfahren wird. 

Was in den unterschiedlichen Städten gleich auffällt ist,  dass die Taxen immer unterschiedliche Farben haben.  In Meknes waren sie hellblau, in Marrakesch gelb, in Rabat knallblau und hier in Fes knallrot.

Unser Fahrer hat uns zum Königspalast gebracht,  den wir aber mal wieder nur von außen anschauen konnten.  Wenn der König in Fes ist,  lebt er hier. 

Weiter ging es zu einem Aussichtspunkt,  von dem aus man einen tollen Blick die verschiedenen Stadtteile hatte. 

Anschließend wurden wir zu einem Handwerksbetrieb gefahren,  in dem die ganzen Mosaike und Töpferwaren noch per Hand hergestellt werden. Jede einzelne Fliese wird mit einem Meißel in Form gebracht.  Selbst hergestellte Töpferware wurde von Hand bemalt und anschließend gebrannt.  Natürlich mussten wir in dem riesigen Verkaufsraum dann auch etwas mitnehmen.  Es waren aber wirklich schöne Stücke und wenn noch so traditionelles Handwerk Familien ernährt,  kann man das auch unterstützen..

Unser Fahrer hat uns anschließend zum Blauen Tor gebracht,  durch das wir in die  verwinkelten Gassen der Souks eingetaucht sind. 

Mitten in den Souks lag versteckt wieder eine Moschee, die wir besuchen durften, da gerade keine Gebetszeit war.  Auch hier konnten wir wieder die unheimliche Handwerkskunst bestaunen. 

Als nächstes Handwerk durften wir lernen, wie Messing bearbeitet wurde und uns wurde erklärt,  wie man die Qualität von Billigware unterscheidet.  Im nächsten Laden haben wir wieder zugeschlagen und uns Schals für unseren Besuch in der Wüste gekauft,  der ja in den nächsten Tagen ansteht.  An Andi wurde uns demonstriert,  wie man die Tücher binden muss. 

Die Gassen wurden immer enger und keiner von uns hätte ohne Hilfe mehr aus diesem Gewirr heraus gefunden.  In einer super engen Gasse wurden wir dann in ein enges Treppenhaus geführt und haben uns plötzlich auf einer Terrasse wieder gefunden,  von der man den Blick hatte,  weshalb man nach Fes kommt: auf das Gerberviertel.

Wir haben vorher einen Stengel Minze gegen den Gestank bekommen,  aber so schlimm fanden wir es gar nicht.  Unzählige Becken in den unterschiedlichsten Farbtönen haben sich vor uns aufgetan und wir konnten den Gerbern bei ihrer schweren körperlichen Arbeit zuschauen.  Das Leder wird hier in unterschiedlichen Schritten bearbeitet.  Im ersten Schritt werden mit Kalk die Haare entfernt. 

Dann kommt Taubenmist zum Einsatz,  um das Leder geschmeidiger zu machen,  bevor es dann für mehrere Tage in die Farbbecken kommt. Dort muss es regelmäßig gewendet werden. Die Besonderheit hier ist,  dass das Leder komplett durchgefärbt wird und nicht nur die obere Schicht eingefärbt wird.  Entgegen unserer Meinung wurde uns erklärt,  dass hier keine Chemie zum Einsatz kommt,  sondern nur natürliche Farben.  Die Arbeit wird wohl auch gut entlohnt,  da sie sonst niemand machen will.  In den Verkaufsräumen wurde uns dann natürlich noch  das komplette Angebot an Lederwaren vorgestellt.  Wir sind jedoch nicht fündig geworden.  Ein paar schmale Gassen weiter haben uns die Souks plötzlich wieder ausgespuckt und unser Fahrer hat uns erwartet. 

Es war 15.30 Uhr,  das Frühstück wieder lange her und so haben wir uns an der Ecke unseres Riads 2 Pizzen geteilt und eine kleine Siesta eingelegt.  Wir können nicht glauben,  dass wir erst seit vier Tagen in Marokko sind,  da wir schon so viel gesehen und erlebt haben. 

Gegen Abend sind wir dann nochmal die Gassen um unser Riad abgelaufen,  sind fast auf einen selbst ernannten Guide reingefallen,  der uns unbedingt noch in das älteste Gerberviertel bringen wollte und sich nur schwer hat abwimmeln lassen, um dann auf der Dachterrasse eines Hotels hier um die Ecke ein echtes Bier zu trinken.  Und hier haben wir dann auch den Sonnenuntergang angeschaut.

Die vier Königsstädte haben wir tatsächlich in vier Tagen besucht.  Ab morgen geht es mehr in die Natur und wir sind sehr gespannt,  was Marokko da so zu bieten hat.