2024 Marokko

Ab in die Berge

„Heute werden wir Marokko verlassen“. Mit diesem Satz hat uns heute früh unser Fahrer empfangen.  Heute werden wir nämlich in die marokkanische Schweiz fahren und wir sind sehr gespannt darauf.  Vor uns sind nach kurzer Fahrt die Silhouetten der Berge aufgetaucht. Und dann ging es bergauf,  bis wir in einem Wald gelandet sind und uns wirklich wie in einer anderen Welt gefühlt haben.  Unser erster Halt war dann an einem kleinen See.  Klare saubere Luft hat uns beim Aussteigen empfangen und wir haben die Sonne genossen. 

Was hier in den Orten gleich auffällt,  sind die anderen Dächer der Gebäude.  Bisher haben wir ausschließlich Flachdächer gesehen.  Da wir hier aber schon über 1000 m Höhe sind,  sind die Dächer spitz,  damit der Schnee im Winter abrutschen kann. In Ifrane haben wir einen Stop am einer Löwenskulptur gemacht. Früher gab es hier wohl welche und dem Letzten wurde hier ein Denkmal gewidmet. 

Bei der ältesten Zeder, die über 900 Jahre alt, aber leider auch tot ist,  haben wir das erste Mal Berberaffen gesehen.

Erschreckend zu sehen war,  wie viel Müll in dem eigentlich tollen Wald herum lag und wie die Affen damit gespielt, ihn teilweise aber auch gefressen haben. 

Die Affen haben herum getollt und sich nicht wirklich für uns interessiert.  Sie waren aber auch nicht aufdringlich,  obwohl sie auf die Autos gesprungen sind. 

Wir sind bis auf über 2000m Höhe geklettert und auf einer großen  Hochebene heraus gekommen.  Nomaden wohnen hier im Sommer in ihren Zelten und hüten ihre Schafherden. An einem See haben wir für einen Fotostop gehalten. 

Und dann wurde meine These mit den Straßenkontrollen widerlegt,  denn wir wurden heraus gezogen.  Unser Fahrer musste die Papiere heraus holen und musste den Polizisten folgen. Tatsächlich musste er dann 30 Euro Strafe zahlen,  weil er im Überholverbot einen 10 km/h kriechenden LKW überholt hat.  Irgendwo hinter einem Baum muss ein Polizist gestanden haben,  der es fotografiert hat und wir haben die Vermutung,  dass der LKW dort auch von der Polizei platziert wurde, um abzukassieren. Wir haben den mittleren Atlas verlassen und sind über eine Ebene gefahren,  hinter der der große Atlas aufgetaucht ist. 

Die Berge dort sind über 4000 m hoch und waren schneebedeckt. Die Apfelstadt Midelt hat uns  mit einem Apfelsymbol begrüßt und unser Fahrer hat uns auf einen Berg gebracht,  von dem aus man einen schönen Blick auf die Apfelplantagen hatte.  An einem komischen Verschlag hat er plötzlich etwas gekauft und kam mit einer Tüte zurück.  Wir hatten keine Ahnung,  was er gekauft hat, die Auflösung haben wir aber wenige Meter weiter bekommen.  Wir haben in einem Berberdorf gehalten und ein paar Kinder kamen sofort neugierig angelaufen.  Simou hat Inge die Tüte in die Hand gesteckt und ihr die Aufgabe gegeben,  den Inhalt zu verteilen. 

Er hatte Kekse gekauft und die Kids waren völlig begeistert.  Wir sind durch die Dorfstraße gelaufen und haben Einblicke bekommen,  die wir sonst nie gekriegt hätten. 

Die Lehmhäuser standen eng gedrängt und durch enge Türen konnte man hinein schauen.  Die Kinder haben uns mit Fragen bombardiert,  aber wir konnten uns nur mit wenig französisch verständigen.  Als sie dann ihre Kekse bekommen haben,  waren sie total aus dem Häuschen und haben sich bedankt und uns umarmt. Was ein schönes Erlebnis und was eine tolle Idee von Simou. Einer der Jungs hat dann noch ein Bild von uns allen gemacht  und ich glaube,  unser Besuch war auch das Highlight des Tages für die Kids. 

Durch das Tal sind wir einen Feldweg entlang zurück zur Straße gelaufen,  wo Simou wieder auf uns gewartet und uns zu unserer Unterkunft gebracht hat. Abends haben wir ihn zum Essen eingeladen und er hat in einem Hotel vor den Toren der Stadt einen Tisch reserviert.  Und als wir dorthin kamen,  sind wir in einen riesigen Saal mit hunderten Sitzplätzen geführt worden und wir waren zu fünft ganz alleine dort.  Da es echt kalt war,  hat jemand im Kamin ein Feuer angemacht und wir haben lecker zu Abend gegessen.  In dem ganzen riesigen Hotel war niemand außer uns und irgendwie war es leicht spooky…