2024 Marokko

Ab in die Schlucht

Unsere Nacht im Luxus-Wüstencamp in Marokko hatten sich alle etwas wärmer vorgestellt.  Es war schweinekalt (5 Grad), den Heizkörper im Zelt hätten sie auch weglassen können, da er nur lauwarm war und um 22 Uhr ganz ausgegangen ist.  Aber dafür war der Sternenhimmel der Hammer,  weil es so gut wie keine Lichtverschmutzung gab. Andi hat trotzdem bis nach 0 Uhr draußen ausgeharrt, um Zeitrafferaufnahmen des Sternenhimmels zu machen. 

Heute früh sind wir dann eine Düne hoch geklettert,  um den Sonnenaufgang zu schauen.

Und nebenbei ist uns dabei auch wieder warm geworden. 

Nach dem Frühstück sind wir mit einem Toyota Hilux durch die Dünen zurück gebrettert und das hat mal richtig Spaß gemacht. 

Simou hat uns auf der festen Straße wieder in Empfang genommen.

In Rissani sind wir über den Markt geschlendert, der in den frühen Morgenstunden gerade aufgebaut hat.  Touristen spielen hier so gar keine Rolle und es war total interessant zu sehen,  wie die Einheimischen ihre Wege erledigen.

Durch das große Tor haben wir die Stadt hinter uns gelassen.

Der nächste Stop hat uns in einen Betrieb geführt,  der große Felsen bearbeitet und Fossilien freigelegt hat.  Vor Millionen vor Jahren war hier in der Region noch Meer und von Tintenfischen über Quallen bis zu Schnecken waren die Skelette zu sehen. 

Skulpturen, Tischplatten und allerlei andere Dinge wurden hier hergestellt. 

Einige Kilometer weiter waren am Straßenrand lauter Erdhügel zu sehen,  die wir uns nicht erklären konnten. 

Die Erklärung haben wir kurz danach bekommen,  denn wir haben uns an einem Wassersystem befunden.  Unterirdisch waren riesige Tunnel,  in denen bei Regen Wasser gesammelt und in die verschiedenen Oasen geleitet wird. Durch Löcher in den Hügeln wird das Wasser gesammelt,  aber natürlich auch nach oben geholt,  was ich an einer Stelle testen durfte. 

Über eine lange Treppe ging es in den Untergrund und da es trocken war,  konnten wir das Tunnelsystem betreten.  

Die Straße hat uns weiter zum Anti-Atlas geführt,  der vulkanischen Ursprungs ist und in dem Silber und Kobalt abgebaut werden.

In einem kleinen Ort konnten wir uns dann eine typische Ksar anschauen. Durch eine Art riesige Stadtmauer führt ein Tor in das innere der Ksar. Lange überdachte Gänge führen zwischen einzelnen Häusern durch,  in denen ganze Familienclans wohnen. 

Unser Fahrer hat 13 Geschwister und ist in so einem Haus aufgewachsen.  Mit seinen Onkels,  Tanten und deren Familien haben sie mit 60 Menschen in so einem Haus gewohnt.  In einem der Häuser war ein kleines Museum eingerichtet und so konnten wir auch mal so ein Haus von innen sehen.  Über drei Etagen wurden wir geführt und waren über die Größe wirklich erstaunt. 

Vor allem waren wir erstaunt,  wie kühl es hier drin war.  Während es draußen im der Sonne recht warm war,  war es hier deutlich kälter,  was vor allem im heißen Sommer sehr wichtig ist.

Auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel sind unsere Kameras nochmal voll auf ihre Kosten gekommen,  denn wir sind an einigen Berberdörfern vorbei gekommen, die vor den Bergen des Atlas Gebirges lagen. 

Irgendwann hat Simou dann mal ein bisschen aufs Tempo gedrückt,  um unser Tagesziel noch beim Hellen zu sehen… Dabei hat er erzählt,  dass er Brad Pitt auch schon hier entlang gefahren hat – aber leider in einem anderen Wagen. Die Straße ging einige Kilometer bergauf und die Felswände um uns wurden immer enger.  Die berühmte Todra-Schlucht lag vor uns.

Wir sind zu Fuß durch die Schlucht gelaufen, in der es wieder ordentlich kühl war.  Die Sonne hat nur noch die Spitze der Berge beschienen und wir wussten,  warum er so aufs Gas gedrückt hat. 

Als wir in unserem heutigen Riad angekommen sind,  haben wir einfach nur wieder über die tolle Bauweise gestaunt. Und der Blick von der Dachterrasse hat den Tag so toll enden lassen,  wie er angefangen hat.