Heute früh ging es mir deutlich besser, dafür war Andi angeschlagen. Wäre ja auch ein Wunder gewesen, wenn ich ihn auf dem engen Raum nicht angesteckt hätte… Wir haben trotzdem beschlossen, weiter zu fahren und es einfach ruhig angehen zu lassen. Unser erstes richtiges Ziel war das Kloster Montserrat, westlich von Barcelona. Wir haben uns entschlossen, die Route durch die Berge zu nehmen, was sich echt gelohnt hat. Und so ging es durch Olot, vorbei an Vic nach Montserrat. Von weitem konnte man schon das Bergmassiv erkennen, an das das Kloster gebaut wurde.

Ehrlicherweise interessiert uns die Landschaft auch mehr, als das Kloster selber zu besichtigen. Die Lage und der Ausblick haben mich auf den Bildern fasziniert. Wir sind noch ca 40 Minuten immer näher an das Massiv gefahren, bevor wir 2km vor dem Ziel im Stau standen. Alle haben auf einen Parkplatz gewartet. Eigentlich klar: Sonntag, schönes Wetter… Da kommen nicht nur die Touristen her. Wir hatten die Straße weiter unten ein paar leere Parkbuchten gesehen und so haben wir gedreht und uns erstmal in so eine Bucht gestellt. Auf Schlange stehen und dann mit dem Womo doch keinen Platz finden, hatten wir keinen Bock. Wir haben uns gemütlich etwas zu Essen gemacht und die unglaubliche Aussicht genossen. Da wir hier über Nacht bleiben wollen, war es uns egal, wo wir die Pause machen.

Am späten Nachmittag haben wir noch einen Anlauf genommen. Und es war gut, dass wir so lange gewartet haben, denn vorher hätten wir hier nichts für unsere Größe gefunden. Die Parkplätze sind bis auf ein paar wenige Ausnahmen recht schräg. Allerdings darf man sich als Womo nachts wohl auf den Busparkplatz stellen, der sehr gerade ist. Dafür muss man morgens um 8 Uhr aber wieder weg sein, wenn die ersten Busse kommen. Die meisten Leute kamen uns entgegen und wir hatten Glück, dass der Massentourismus des Tages durch war.

Und so konnten wir recht entspannt durch die Anlage laufen. Fieserweise hat es uns beide unabhängig voneinander an Disneyworld erinnert. Überall Freßbuden, Souvenierläden, in denen man halt nichts von Mickey Mouse, sondern Heiligenfiguren kaufen konnte und Fahrgeschäfte in Form von Gondeln und Zügen. Hier leben ca. 80 Mönche und Montserrat ist in der katholischen Kirche von hoher symbolischer Bedeutung.

Wir sind in den beeindruckenden Innenhof gegangen und in dem Moment gingen die Glocken los, was echt groß geklungen hat. Als wir in die La Morenata, die riesige Klosterkirche gegangen sind, war es schon ein Gänsehautmoment, denn die Orgel und der Knabenchor haben sich echt toll angehört.

Normalerweise muss man Tickets kaufen, um den Chor zu hören und wir haben es zufällig im Gottesdienst miterleben dürfen. Echt ein Erlebnis. Neben der Kirche konnte man Kerzen anzünden und es war einfach keine einzige Stelle mehr frei, wo man noch eine hätte hinstellen können. Die Kerzen haben je nach Größe 2,50 Euro bzw 3,50 Euro gekostet und in einem Gestell hat sich somit ein Wert von 600 Euro wieder gefunden. 15 bis 20 von den Gestellen waren voll.

Wir sind zurück zum Womo und haben auf den Busparkplatz umgeparkt, wo wir mit toller Aussicht gerade stehen. Hier oben war jetzt totale Stille und wir haben es wieder mal genossen, wenn alle anderen Touris weg sind. Abends haben wir uns nochmal die Anlage im Dunklen anschauen wollen und da war außer uns keiner mehr da…

