Heute früh hat uns wieder die Sonne begrüßt. Leider wird das in den nächsten Tagen nicht mehr so der Fall sein. Unser Plan ist ja, den grünen Norden von Spanien zu erkunden und der ist nicht ohne Grund grün. Hier regnet es halt auch immer mal. Das war uns von Anfang an klar. Allerdings haben wir gestern mit Blick auf das Wetter der nächsten Tage schon gegrübelt, ob wir an dem Plan festhalten… Unser nächstes Ziel heißt Bilbao und wir haben beschlossen, dass sich schlechteres Wetter in der Stadt besser aushalten lässt als irgendwo am Meer. Und so sind wir in das Schlechtwettergebiet gefahren. Bis zu einem Berg schien die Sonne und dahinter war es schlagartig dunkel. Ca. 50 km vor Bilbao hat leichter Nieselregen eingesetzt. In Bilbao hält sich das Angebot an Stellplätzen in Grenzen. Es gibt einen hoch oben auf einem Berg, der eine tolle Aussicht über die Stadt hat, aber wohl auch immer schnell ausgebucht ist. Ansonsten ist es mau mit Angeboten. Wir haben den Stellplatz angesteuert und hatten Glück.

Wir haben uns für 2 Nächte eingebucht und uns erstmal ein Tässchen Kaffee und ein Stück Kuchen gegönnt.
Dann haben wir beschlossen, in die Stadt zu laufen. Das Wetter war besser als gedacht und so ging es viele Stufen bergab. Wir sind am Stadion vorbei gekommen und schließlich am Ufer des Flusses Nervion entlang in Richtung Guggenheim Museum gelaufen. Die Stadt steht echt komplett unter dem Einfluß der Kunst. Überall am Ufer waren Kunstgebilde, ob schön oder nicht ist ja immer Geschmackssache.

Auf jeden Fall war es kurzweilig, hier entlang zu laufen.

Und dann sind wir am berühmten Guggenheim Museum gelandet, welches mittlerweile das Wahrzeichen von Bilbao geworden ist und das zu Recht.

Das Gebäude ist wirklich gelungen und es sieht aus jeder Perspektive anders aus.

Wir hatten beschlossen, es auch von innen zu besuchen, allerdings hat sich der Hunger gemeldet. Und so haben wir etwas gegessen und uns ein Bierchen für das bessere Kunstverständnis gegönnt. Aber: es hat nicht geholfen. Leider sind wir beide zu realistische Menschen, um gewisse Dinge als Kunst zu bezeichnen.

Ich habe mich ständig gefragt, was manche Dinge darstellen sollen bzw was daran Kunst ist. Aber: meine Kunstlehrerin hat früher immer gesagt „Kunst ist, wenn man drüber spricht“. Andi meinte dann, das wichtige sei, die Kunst muss atmen können… Bei ihm scheint also ein gewisses Grundverständnis da zu sein.

Generell muss man sagen, dass wir das Gebäude von außen interessanter fanden als die Ausstellungen innen. Aber in einer Installation haben wir uns doch verstanden gefühlt.

Da es uns zu anstrengend war, den ganzen Berg wieder hoch zu laufen, haben wir den Bus genommen. Leider fährt er nur alle 30 Minuten und wir hatten ihn um 3 Minuten verpasst… Den Abend haben wir mit Blick auf die Stadt verbracht.
