Unser Campingplatz liegt direkt in der Eiinflugschneise des Flughafens, aber es ist nicht so laut, wie ich befürchtet hatte. Wenn man aber drüber nachdenkt, wie viele neue Pilger in jeder der Maschinen sitzen und nach Santiago laufen wollen, ist das schon heftig. Wie viele Leute einfach mit dem Pilgern Geld verdienen, ist unglaublich. Von den Fluggesellschaften angefangen über die ganzen Übernachtungen, Gastronomie, die Fährleute, die einzelne Pilger vor den Brücken über die Flüsse bringen, die Tattoo-Studios, Andenkenläden usw.
Wir haben am späten Vormittag ganz mutig kurze Hosen und T-Shirt angezogen und sind mit den Rädern ans Meer gefahren. Und je näher wir kamen, umso glücklicher waren wir, dass wir die Windjacken dabei hatten. Denn vom Meer her wehte ein ganz schön frisches Lüftchen.

Hier war es trotzdem traumhaft und wir waren froh, diesen Teil von Porto auch kennen zu lernen und nicht nur die Stadt. An dem Holzsteg am Meer haben wir ein Quaken gehört und haben in einem kleinen Wasserlauf unzählige Frösche gefunden.

Entlang des Meeres gab es einen tollen Radweg und den sind wir bis zur Mündung des Douro geradelt. Der Fluss fließt durch Porto und wird von den berühmten Brücken überspannt. Und an der Mündung sind weite Sanddünen, dahinter die Stadt.

Die Wege entlang des Flusses waren weiter verkehrsberuhigt und so sind wir entlang des Ufers weiter nach Porto geradelt. Und dann kam die bekannte Brücke Dom Luis I in Sichtweite, die auf zwei Etagen gebaut ist. Unten für die Fußgänger und wenige Autos, die sich eher am Ufer des Flusses befinden und sehr viel höher auf 60 Metern für Fußgänger und die Straßenbahn. Sie verbindet die Städte Porto und Villa Nova de Gaia miteinander. Von dem Ufer von Gaia hatte man einen tollen Blick auf Porto und wir brauchten wirklich ein bisschen Zeit, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.

Porto ist ja auch die Stadt des Portweins, am Ufer haben die Winzer alle ihre Gebäude und Gastwirtschaften. Auf dem Fluss sind die alten Boote gefahren, mit denen damals die Weinfässer transportiert wurden. Und so lagen am Ufer auch Boote als reine Werbeflächen für die einzelnen Winzereien.

Heute wurden Touristen transportiert und von denen nicht wenige. Es war schon krass, wie viel hier los war. Alleine 6 Flusskreuzfahrtschiffe lagen am Ufer und einige Busse.

Wir wollten uns heute die Stadt noch gar nicht anschauen, sondern nur mal mit dem Rad einen Eindruck bekommen und daher sind wir nur kurz über die Brücke gefahren und haben dann den Rückweg wieder angetreten. Am Strand gab es in einem Café noch ein leckeres Eis und wir sind zurück Campingplatz nach einem super tollen Tag.

Aber: in diesem Urlaub gab es bisher viel zu wenige Sonnenuntergänge und daher sind wir am Abend nochmal die kurze Strecke ans Meer geradelt und ihn genossen…

Durch das viele Salz in der Luft quietschen die Bremsen unserer Räder total. Anschleichen ist gerade nicht…
