So ruhig haben wir ewig nicht geschlafen. Keine Autos, kein Regen, keine anderen Menschen oder Hunde, die Krach gemacht haben. Wer die Ruhe und Einsamkeit sucht, ist hier genau richtig. Aufgrund der gemeldeten Höchsttemperaturen von gerade mal 10 Grad für heute, haben wir das Paradies trotzdem wieder verlassen und sind weiter gen Süden gefahren. Dabei sind wir heute der Route de Napoleon gefolgt.

Vorbei an türkisfarbenen Seen ging es durch traumhafte Berglandschaft. In Gap haben wir überlegt, etwas zu Essen. Die Parkplatzsuche hat sich aber etwas schwierig gestaltet und so haben wir einen Ort weiter in Tallard gehalten.

Tallard hat eine tolle alte Burg, die an einen steilen Fels gebaut wurde. Teilweise ist sie restauriert und teilweise noch verfallen.

Wir haben am Ufer eines Baches etwas zu Mittag gegessen.

Der ganze Ort schien unterwegs zu sein, denn es war ein Laufevent. Die Teilnehmer konnten zwischen einer 5 und einer 10 km langen Strecke wählen und die Strecken waren mit rosa Luftballons gekennzeichnet. Was echt lustig war, denn so war der ganze alte Ort rosa geschmückt.

Wir sind zur Burg gelaufen, haben die alten Gemäuer besichtigt und die Aussicht auf den Ort und die Bergwelt genossen.

Anschließend ging es bis zum heutigen Ziel: Sisteron. Wir haben dort einen ersten kurzen Blick auf die Burg und den gegenüberliegenden Felsen erhascht, sind aber zum Campingplatz, um etwas Siesta zu machen. Der Platz hier hat übermorgen Saisonende und so waren wir froh, noch einen Platz bekommen zu haben. Der Preis war unglaublich. Wir zahlen für eine Nacht 16,81 Euro. Zwar ohne Strom, aber den brauchen wir auch nicht. Die Parzellen hier sind riesig und so mancher enger Stellplatz teurer…
Lange hat es uns nicht am Platz gehalten. Wir haben die Räder rausgeholt und sind die kurze Strecke in die Stadt gefahren. Durch enge Gassen ging es hoch zur Festung und wir waren von dem Städtchen auf Anhieb begeistert. Wir konnten trotz der schon recht späten Stunde die Festung noch besuchen und das hat sich sowas von gelohnt.

Über einen Rundweg kann man das riesige Bauwerk erkunden und von allen Seiten hatte man traumhafte Blicke auf die Berge.

Das besondere an der Stadt ist die Lage. Durch zwei enge Felswände quetscht sich der Fluss Durance und die eine Felswand sieht fast aus wie ein kleiner Vulkan.

Unten drunter sind noch ein paar Häuser gequetscht, was einen eigenen Charme hat.

Um 19 Uhr schließt die Festung und wir wurden von einer energischen französischen Stimme aufgefordert, das Gelände zu verlassen. Nicht, dass wir den Text verstanden hätten, die Stimmlage hat gereicht!!! Davon abgesehen sind wir sehr positiv überrascht von den Franzosen. Wir hatten immer das Vorurteil, dass sie nur französisch sprechen und sonst gar nichts. Wir machen gerade eine komplett andere Erfahrung. Alle sprechen englisch und sind eher erfreut, wenn man selber ein paar französische Vokabeln raus quetscht. Außerdem fällt uns total positiv auf, dass Leute viel öfter grüßen als daheim. Sind Eindrücke der ersten 2 Tage, aber uns ist es extrem aufgefallen.

