Ja, es ist Herbst. Mal abgesehen von der beginnenden Laubfärbung waren es heute Nacht gerade mal 3 Grad und wir waren über unsere Heizung froh. Uns hat die Sonne wieder begrüßt und wir konnten Sisteron nicht verlassen, ohne die Drohne nochmal in die Luft zu schicken.

Allerdings war das gar nicht so einfach, denn durch die 2 Felsen quetscht sich der Fluss, an beiden Ufern eine Straße und dann noch die Autobahn. Die geht aber ein kurzes Stück durch einen Tunnel und so konnte Andi fliegen, ohne eine Straße zu überqueren.

Eigentlich hatten wir uns ja vorgenommen, so schnell wie möglich gen Süden zu fahren und dort ein paar Tage auszuspannen. Auf dem Weg in Richtung Süden liegt aber noch die Verdunschlucht, der Grand Canyon Europas und für heute war stahlblauer Himmel gemeldet. Und so haben wir unsere Pläne mal wieder vergessen und sind ca 80 km gen Süden gefahren. Unterwegs haben wir die typischen Lavendelfelder gesehen, für die die Provence berühmt ist. Allerdings waren für die lila Farbenpracht in der Jahreszeit zu spät.

Unser erstes Ziel war der Eingang zur Verdunschlucht. Das Bild sieht man immer, wenn man Infos dazu sucht. Und so haben wir am Lac de Sainte-Croix direkt an der Brücke einen Parkplatz gefunden.

Wir haben ein paar Bilder gemacht und spontan beschlossen, ein Tretboot zu mieten. 1 Stunde hat 25 Euro gekostet und die waren super angelegt.

Mit vielen Menschen sind wir in die Schlucht hinein getreten und die Blicke von hier unten waren unbeschreiblich.

Ja, es ist Massentourismus, aber dadurch, dass nur Tret- und Paddelboote unterwegs waren, war eine total coole Stimmung. Keine lauten Motorboote haben Wellen verursacht und es hat super viel Spaß gemacht. Wir haben in der Stunde versucht, möglichst weit zu kommen, wobei die Strömung und der Gegenwind schon heftig waren.

Der Rückweg war deutlich einfacher und auch schneller. Wir haben das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen und waren uns einig, dass der Tag schon mehr als gelungen war und alles, was noch kommt, nur Zugabe ist. Gut, dass wir nicht wussten, was wir noch alles erleben. Wir sind einen Teil der Strecke zurück gefahren und dann auf die D952 abgebogen. Die Straße führt anfangs oberhalb der Schlucht entlang und wir haben die Aussicht auf die bunten Boote und den See von oben genossen.

Nach einigen Kilometern sind wir auf die Route des Cretes abgebogen. Die Straße ist eine ca 15 km lange Panoramastrasse oberhalb der Verdunschlucht und absolut sehenswert.

Viele viele Aussichtspunkte laden einen dazu ein, die grandiose Canyonlandschaft zu genießen. Dabei kann man die Größe eigentlich gar nicht richtig erfassen.

Wir waren begeistert, da wir so eine Größe bisher hauptsächlich in den USA erlebt haben.

Gegen 17 Uhr haben wir das Ende der Straße erreicht und beschlossen, den genialen Tag an einem Campingplatz in der Nähe zu beenden. Jetzt noch 2 weitere Stunden bis ans Meer zu fahren hätte keinen Spaß mehr gemacht. Nachdem wir den gestrigen Campingplatz ja schon günstig fanden, ging es jetzt noch günstiger: 13,50 Euro ohne Strom…
