2025 Osteuropa · Österreich

Osteuropa-Tour 2025

Vor uns liegen 4 Wochen Urlaub,  was sich wieder mal ganz unreal anfühlt.  Als wir in den letzten Wochen unser diesjähriges Reiseziel genannt haben,  haben wir so viele komische Reaktionen erhalten wie selten zuvor.  Von: „Was wollt ihr denn da?“ bis zu einem vorsichtigen „Aha…“ , das alles gesagt hat,  war alles dabei.  Selbst Albanien hat damals nicht so komische Reaktionen hervor gerufen.  Aber irgendwie lassen uns diese Reaktionen auch hoffen,  ein ursprüngliches und nicht vom Tourismus überlaufenes Land zu finden.  Denn was wir bisher beim Reisen in mittlerweile 50 Länder gelernt haben ist,  dass nichts so schlimm ist wie die Vorurteile,  die man leider immer im Gepäck hat.  Und so sind wir heute morgen auf die erste Etappe  zu unserem diesjährigen Land der Wahl gestartet und sind in Richtung Rumänien aufgebrochen. Bei Nürnberg ist neben uns ein Auto ganz langsam geworden,  hat die Scheibe runter gemacht und uns ein Zeichen gegeben,  dass wir das auch machen sollen. Im Ausland wären alle Alarmglocken los gegangen.  Ein junger Mann wollte wissen,  ob wir schon in all den Ländern waren,  die wir auf der Rückseite unseres Womos aufgeklebt haben und als wir ja gerufen haben,  hat er „wow“ gesagt und sie sind weiter gefahren. So weit zum Thema Vorurteile.

Regensburg hat seinem Namen alle Ehre gemacht und das Wetter hat sich von seiner regnerischen Seite gezeigt.  Unterwegs sind wir dann über die Donau gefahren,  an der wir heute Abend einige viele Kilometer weiter kurz vor der Grenze nach Ungarn und der Slowakei auch übernachten wollen. Es ist immer wieder Wahnsinn,  wie viele LKWs sich über die deutschen Autobahnen quälen.  Da wir sonst oft am Wochenende fahren,  war das mal wieder ein Erlebnis.  In Österreich haben wir dann für 1,43 Euro getankt weiter ging es.

Gegen 19 Uhr sind wir dann an unserem heutigen Ziel in Hainburg an der Donau angekommen,  haben noch ein leckeres Wiener Schnitzel genossen und sind dann nur noch ins Bett gefallen. 

Morgen wollen wir von hier aus mit dem Bus nach Bratislava fahren.  Eine Alternative wäre,  direkt in Bratislava auf einen Campingplatz zu gehen.  Da der aber zwischen Autobahn und Flughafen liegt,  sind wir hier wahrscheinlich besser und ruhiger aufgehoben. 

2025 Osteuropa · Slowakei

Bratislava

Ganz so leise wie erhofft war unsere Nacht dann leider doch nicht.  Ab und zu hat man einen Zug gehört und auf der Donau haben sich die ganze Nacht die Schiffe die Strömung hinauf gekämpft.  Um 6.45 Uhr kam dann die Müllabfuhr und hat hinter uns die Tonnen geleert und um 7 Uhr eine Kehrmaschine, die über eine Stunde den Platz gesäubert hat.  Gut,  dass wir gestern Abend so platt waren und früh im Bett lagen. Einen Wecker braucht man hier auf keinen Fall…

Nach dem Frühstück stand dann auch nicht die Fahrt in die Stadt auf dem Plan,  sondern ein Anruf in der Werkstatt.  Denn seit unserer Abfahrt gehen einige elektronische Dinge an Bord nicht.  Lichter flackern,  die Steckdosen kriegen nur ab und zu Strom und die Klospülung geht gar nicht.  In der Werkstatt haben wir die Auskunft bekommen,  dass wahrscheinlich mit der Masse etwas nicht stimmt und wir in den Verteilerdosen die Kontakte von bestimmten Kabeln prüfen sollen.  Da die natürlich alle schön in und unter Schränken versteckt sind,  hieß es,  alles ausräumen und schauen. 

Andi hat draußen am Hauptverteiler angefangen, nichts gefunden und die Laune hat sich nicht gebessert.  Ich habe innen den Küchenschrank leer geräumt und tatsächlich war dort ein Kabel lose.

Da wir unser Glück nicht glauben konnten,  haben wir die Elektrik probiert und es ging wieder alles.  Gott sei Dank. 

Um 10.49 Uhr ging der Bus nach Bratislava.  Für 2,50 Euro pro Nase wurden wir zügig über die Grenze in die Slowakei gebracht und kurz vor der Donaubrücke, die in die Stadt führt,  sind wir aus dem Bus gesprungen.  Unterhalb der Straße führte eine Fußgängerbrücke, von der aus man einen ersten Blick auf die Stadt werfen konnte.  Auf der Brücke kam uns dann eine Gruppe Schüler mit einem Plakat in der Hand entgegen,  die gesungen und gefeiert haben.  Davon haben wir in der Stadt dann noch einige andere gesehen.  Sie haben sie ihr Abi gerade frisch in der Tasche und feiern in der ganzen Stadt.  Nebenbei haben sie Geld für ihre Feier gesammelt und irgendwie gute Laune gemacht.  Außerdem haben wir am Ufer der Donau dann auch die ganzen Flusskreuzfahrtschiffe gesehen,  die an unserem Stellplatz vorbei gefahren sind. 

Unzählige Reiseführer haben ihre Gruppen durch die Stadt geführt,  in die wir dann auch eingetaucht sind.  Die historische Altstadt von Bratislava ist echt sehenswert.  Nicht riesig,  gut zu Fuß zu erkunden und wirkt fast wie ein Museum,  da man gefühlt nur Touristen sieht.  Da es aber hier auch kaum Geschäfte gibt,  ist es nicht verwunderlich,  dass die Einheimischen hier nicht unterwegs sind. 

Wir haben uns durch die Straßen treiben lassen ohne ein bestimmtes Ziel,  denn so entdeckt man meistens die interessantesten Dinge. 

Immer wieder sind uns die Schulklassen begegnet.

Wie so üblich,  hat sich irgendwann der Hunger gemeldet und wir sind in einem richtig hippen Laden namens „Brixton house“ gelandet,  in dem man aus dem Staunen nicht mehr raus kam. 

Es war so cool eingerichtet,  dass es einfach gute Laune gemacht hat.

Nach der Pause ging es bergauf auf das Schloss,  von wo aus man einen tollen Blick auf die Stadt hatte. 

Der sehr gepflegte Garten, der unter anderem mit Buchsbaumhecken angepflanzt war,  wurde von jedem deutschen Besucher mit den Worten „Oh,  hier war der Zünsler noch nicht“ kommentiert.

Gegen Nachmittag sind wir mit dem Bus dann wieder zurück zum Camper.  Unser Fazit: Bratislava ist eine süße kleine Hauptstadt,  deren Besuch lohnt.

Zurück am Womo haben wir überlegt,  wie unsere Tour weiter gehen soll.  Der Wetterbericht für Rumänien zeigt fast für das ganze Land in den nächsten 4-5 Tagen Dauerregen an,  worauf wir nicht wirklich Lust haben.  Sollen wir statt dessen in die Slowakei oder Budapest in Ungarn dran hängen? Der Plattensee wäre auch eine Option.  Und so haben wir die Wetterberichte, verschiedene Campingplätze und Routenoptionen überlegt. Man kann gespannt sein,  wohin es uns zieht…

Zum Abend kam die Sonne nochmal richtig schön raus,  was Andi animiert hat,  die Drohne raus zu holen.  Und es hat sich gelohnt!

2025 Osteuropa · Ungarn

Plattensee

Die Wettervorhersage für Rumänien hat sich über Nacht nicht wirklich gebessert und so ging es heute früh für uns östlich vom Neusiedler See über schöne Landstraßen zur ungarischen Grenze.  Direkt hinter der Grenze wurden die Federn unseres Womos ganz schön gefordert,  denn die Straßen wurden anfangs abenteuerlich.  Die Landschaft hat uns mit lila Mohnfeldern begrüßt,  so weit das Auge reicht.  Diese Farben haben wir bei Mohn noch nie gesehen.

Wir hatten Glück und konnten an der Straße halten und so sind wir in ein Feld gestürzt und haben die Pracht genossen. 

Einige Kilometer, nicht mehr weit vom Plattensee entfernt, ist in Sümeg eine tolle Burg aufgetaucht.  Ich habe nur noch den Befehl bekommen,  zu halten und schon hatte Andi die Drohne in der Hand.  Hier war richtig viel los,  denn es waren Ritterspiele. 

Gestern hatten wir geschaut,  wo wir die nächsten Tage bleiben wollen und hatten uns einen Campingplatz ausgesucht,  der einen tollen Blick auf den Plattensee haben sollte.  Als wir dorthin kamen,  haben wir zwar den Platz gefunden,  die Bilder vom Panoramablick haben hier allerdings nicht hin gepasst.  Der Betreiber vom Platz hat uns dann aufgeklärt,  dass er Google maps bereits aufgefordert habe,  das Bild zu löschen.  Wir hatten beschlossen,  weiter zu fahren,  allerdings war dieser Mann so nett,  dass wir fast geblieben wären. Er hat uns ganz viele Tipps zu Ungarn und der Umgebung gegeben.  Wir wollten aber an den See und so haben wir uns weiter gemacht.  Der nächste Platz,  den wir uns ausgesucht hatten,  hatte tolle Stellplätze direkt am Wasser.  Allerdings haben an den belegten einige Angeltrupps ihre Lager aufgebaut und es fanden ein paar Familienfeiern statt.  Der nächste Platz hatte nur einen Steg ans Wasser,  ansonsten hat man nicht erahnt,  dass man am See ist.  Außerdem war bei beiden Plätzen die Uferstraße total laut.  Wir hatten beide keinen Bock mehr und haben uns vorgenommen,  dass es der nächste Platz wird.  Und so war es.   Direkt am See, die Straße weiter weg,  haben wir ein schönes Plätzchen gefunden.  Hier wollen wir 3 Nächte bleiben,  um ein bisschen runter zu kommen und das Regengebiet in Rumänien gen Osten wegziehen zu lassen. 

Für Andi ist Ungarn etwas Besonderes,  denn jetzt haben wir beide 51 Länder bereis  und Rumänien wird das 52.

2025 Osteuropa · Ungarn

Ein Tag am Plattensee

Schnuckelige 26 Grad im Womo haben uns heute früh geweckt.  Wir hatten über Nacht bei 6 Grad Außentemperatur die Heizung an, die Fenster zu und heute morgen hat die Sonne ab 5 Uhr Heizung gespielt. Sauna pur…

Die erste Tasse Kaffee des Tages gab es dann auf einer Schaukel am Seeufer.

Gegen Nachmittag hatten die Räder ihren ersten Einsatz und wir wollten in den Ort radeln,  um nach einem Stück Kuchen zu schauen.  Leider hatte alles zu.  Also sind wir dem Radweg in den nächsten Ort Badacsony  gefolgt.  Wir sind total fasziniert von den vielen Radwegen hier.  Neben jeder Straße führen gut ausgebaute Radwege entlang,  die auch gut genutzt werden – auch außerhalb der Urlaubsregion. In den Ortschaften hier sind viele Neubauten, alles ist super gepflegt.  In Badacsony sind wir von einem großen gastronomischen Angebot überrascht worden.  Von hier aus fahren einige Fähren und es gibt ein Strandbad. Dementsprechend viel ist hier los. 

Ich musste aufs Klo und hatte gleich das Problem  des fehlenden ungarischen Bargelds. Also haben wir am Automaten etwas abgehoben,  ich hatte dann 4 5000er Scheine in der Hand und brauchte fürs Klo 2x200er Münzen.  Ich habe in einem Laden gefragt,  ob sie wechseln können und bin auf deutsch zu einer Münzwechselstube gebracht worden,  die den ganzen Tag nur Kleingeld fürs Klo gewechselt haben… Das restliche Geld musste dann natürlich auch umgesetzt werden und da die  letzten Tage ein paar Kindheitserinnerungen an Urlaub am Plattensee hoch gekommen sind,  haben wir ein paar Palatschinken bestellt.  Und sie haben genauso süß und lecker geschmeckt wie früher.

Entlang der vielen Gastronomie sind wir nach der Stärkung zum Wasser geschlendert. Eine toll angelegte Parkanlage hat bis zum Fährterminal geführt. 

Von hier aus fahren Schiffe ans Südufer des Sees und gefühlt wurden sie heute,  an einem Sonntag,  von den Einheimischen auch gut genutzt. 

Nebenan lagen in einem Yachthafen tolle Segelboote. 

Der Plattensee ist der größte Binnensee Mitteleuropas und hat eine Länge von 79 km – also ein tolles Segelrevier.

Über den Radweg,  der oberhalb des Sees geführt hat,  sind wir gemütlich zurück geradelt und haben den restlichen Tag gechillt.

2025 Osteuropa · Ungarn

Burg Szigliget

Und wieder sind heute unsere Räder zum Einsatz gekommen.  Heute wollten wir zur Burg Szigliget, an der wir vorgestern vorbei gekommen sind.  Kaum sind wir losgefahren,  konnten wir uns schon an einer Bushaltestelle unterstellen,  da sich eine dicke Wolke abgeregnet hat.  Gott sei Dank war das Spektakel nach 10 Minuten vorbei und weiter ging es.  Durch die Weinberge ging es vorbei an kleinen Häusern und durch kleine Orte. 

Die Landschaft ist hier total grün und überall sind so kleine Berge,  die vulkanischen Ursprungs sind.  Wir haben auf wieder traumhaften Radwegen zwei solcher Berge umrundet und konnten dann aus der Ferne die Burg erkennen.  Mit den Rädern sind wir nicht bis oben gekommen und so haben wir die bei einem Restaurant zurück gelassen,  in dem wir uns vor dem Aufstieg noch ein Stück Kuchen gegönnt haben.

Dann ging es bergauf und wir konnten schon etwas von der tollen Aussicht auf die Umgebung erahnen.

Die Burg wird auch für Theaterstücke genutzt und in den Hang sind Tribünen eingebaut.  Die ältesten Teile der Burg stammen aus dem Jahr 1260.

Von oben hatte man einen herrlichen Blick auf die Umgebung und da die Sonne mittlerweile wieder da war,  war es herrlich. 

Der Plattensee hat richtig schön geleuchtet, man konnte in der Ferne einige Segler sehen und es war einfach nur schön. 

So sehr der Plattensee am Anfang eine Art Notlösung wegen des schlechten Wetters  in Rumänien war,  umso besser gefällt es uns hier. 

Auf dem Rückweg sind wir eine andere Strecke gefahren,  die durch gemütliche Wohnsiedlungen und unzählige Weinberge geführt hat.  Und dann sind wir an der Stelle raus gekommen,  wo wir gestern waren und ich konnte nicht so schnell gucken,  wie Andi in die Fressgasse abgebogen ist. 

Hier hatten heute,  am Montag, nur 3 Läden auf. Der Rest hatte zu.  Also haben wir einen der Läden angesteuert,  denn was muss man natürlich auch gegessen haben,  wenn man in Ungarn war: Kesselgulasch. 

Zurück auf dem Campingplatz stand für uns fest,  dass es morgen weiter geht.  Der Platz hat sich in den letzten Tagen gefüllt,  aber auch nur in unserem Bereich.  Das heißt,  dass von 200 Plätzen ca 12 Stück belegt sind…