2025 Osteuropa · Rumänien · Ungarn

Durch Ungarn nach Rumänien

Die Uferstraße hat uns heute früh endlose Kilometer entlang des Plattensees bis ans Ostufer gebracht.  Dann ging es auf Landstraßen nach Südosten in Richtung Rumänien.  Die Autobahn wäre zeitlich zwar schneller gewesen,  aber auch 70 km weiter und wir hätten eine Vignette für die eine Strecke gebraucht.  Außerdem fanden wir es mal interessant,  durch das Land und die Ortschaften zu fahren. 

Und nicht nur in der Urlaubsregion Plattensee hat das Land einen total gepflegten Eindruck gemacht. Neubauten hat man hier keine mehr gesehen,  aber auch keine direkte Armut. Dafür wieder überall Radwege,  die auch gut genutzt wurden.

Riesige Felder haben unseren Weg durch das flache Land gesäumt. In den Ortschaften saßen oft Störche auf den Straßenlampen und haben den Verkehr um sich herum beobachtet. 

Wohnmobile haben wir nach dem Plattensee keine mehr gesehen.  Die Straßen haben sich zwischen nagelneu und Hubbelpiste abgewechselt. Eine Strecke war so heftig,  dass unsere Polster von den Sitzen geflogen sind.

Irgendwann sind wir an die Grenze gekommen,  haben unsere Ausweise und die Versicherungskarte für das Womo bereit gelegt und kein Mensch wollte es sehen.  Die Grenzstationen waren da und wir sind durch gefahren.  Menschen haben wir keine gesehen.  Ganz schön unspektakulär und in den Reiseführern anders beschrieben. 

Direkt hinter der Grenze sind wir in Richtung Autobahn abgebogen,  denn für Rumänien haben wir eine 30 Tages Vignette für 5,30 Euro gekauft und nach den vielen Stunden auf der Straße wollten wir nur noch ankommen.  Allerdings haben wir uns erstmal wie an der Nordsee gefühlt,  denn flaches Grasland mit Kühen,  Schafen und Wasserläufen hat uns empfangen. 

Die Autobahn war dann nagelneu und total leer und wir sind bis nach Arag gefahren.  Dort haben wir für umgerechnet 1,40 Euro getankt und Bargeld am Automaten geholt.  Ca 15 km hinter der Stadt haben wir dann den ersten Campingplatz nach der Grenze angesteuert und sind an einem kleinen Baggersee gelandet. 

Der Rumäne hat uns mit einem Schnaps begrüßt,  wir haben natürlich gleich ne Flasche gekauft und haben den Rest des Abends am See gechillt.  Mir dem Grenzübertritt haben wir auch eine Zeitumstellung und es ist schon eine Stunde später,  dafür auch wieder länger heller.  Auf dem Platz ist noch ein anderes deutsches Womo und 3 deutsche Motorradfahrer.

2025 Osteuropa · Rumänien

Timisoara

Nachdem wir gestern Abend vom nahegelegenen Strandbad noch rumänische Disco erleben durften,  haben die Frösche neben unserem Womo die ganze Nacht noch gesungen. 

Für uns geht es heute in die ca 1 Stunde entfernt liegende Stadt Timisoara oder auf deutsch Temeswar, der 3. größten Stadt des Landes.  Bis in die 30er Jahre waren Deutsche die bevölkerungsstärksten Einwohner. Heute leben ca 10.000 Deutschstämmige in der Umgebung. Die Stadt ist echt groß und wir sind fast 8 km nur durch Gewerbegebiete ins Zentrum gefahren.  Dort war dann die größte Schwierigkeit, einen Parkplatz zu finden. Alles,  was im Reiseführer genannt war,  war schon voll und so sind wir nach einigem Rumgekurve bei einem Supermarkt gelandet.  2 Stunden durfte man kostenlos stehen,  danach kostet es 7 Leu, ca 1,40 Euro pro Stunde.  In die Altstadt war es nicht weit und wir wurden sehr positiv überrascht. 

Prachtvolle Bauten, eine gemütliche Fußgängerzone mit vielen kleinen Restaurants und immer wieder schönen Seitengassen hat uns empfangen.

Am Ende der Altstadt konnte man von weitem schon die große Kathedrale sehen. 

Von innen war diese sehr düster,  Bänke standen keine drin für Gottesdienste.  Viele Leute kamen trotzdem zum Beten her. 

Vorbei am Rathaus kamen wir an einem anderen riesigen Platz raus,  der von tollen Bauten umgeben war.

In einem Gebäude war eine Schule und die Kids haben in der Pause in der Mitte des Platzes gespielt.  Total entspannt alles.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz haben wir dann noch gelernt,  dass am 12.11.1884 hier die erste Straße Europas elektrisch beleuchtet wurde.  Bei einem Quiz wäre bei der Frage bestimmt niemand auf eine rumänische Stadt gekommen… Als wir am Parkplatz zahlen wollten,  hat der Automat unser Kennzeichen nicht gefunden.  Wir haben dann einfach probiert, durch die Schranke zu fahren und tatsächlich ging sie einfach auf.  Wahrscheinlich konnte das System unser deutsches Kennzeichen nicht verarbeiten.  Gen Osten haben wir die Stadt verlassen und das Wetter wurde etwas bewölkter. In der Ferne sind die ersten Berge aufgetaucht,  was nach den vielen Kilometern durch flaches Land total schön war.  Nach ca 40 Kilometern auf der Autobahn sind wir abgebogen und die nächsten Kilometer kurvenreich bis zu einem kleinen Stausee Lacul Sudurc gefahren.  Hier haben wir bei Google maps einen Campingplatz direkt am See entdeckt.  Als wir  ankamen,  waren wir allerdings nicht sicher,  ob wir richtig sind,  denn weit und breit war kein anderer Camper zu sehen. 

Die Besitzerin hat uns erklärt,  dass hier um die Jahreszeit normalerweise die Hölle los ist und wir uns hinstellen sollen wo wir wollen,  da wir die einzigen Gäste sind.  Sie hat uns Bilder vom letzten Sommer gezeigt,  wo hier bei schönem Wetter alles rappelvoll war.  Wir kamen uns ein bisschen wie am Edersee vor und haben für umgerechnet 18 Euro einen Platz ausgesucht. 

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Eisenmarkt

Nach einer unglaublich ruhigen Nacht auf unserem privaten Campingplatz haben wir heute ausgeschlafen und sind am späten Vormittag in Richtung Eisenmarkt aufgebrochen.  Unterwegs war die Autobahn auf einigen Kilometern gesperrt,  die parallele Straße einspurig, da auch hier die Fahrbahn neu gemacht wurde und eine Ampel die Verkehrsmassen gelenkt hat.  Wir standen ca. 20 Minuten im Stau, auf der Gegenspur hat sich der Verkehr auf mehrere Kilometer gestaunt.  Wir haben die Vermutung, dass die Unwetter Anfang Mai beide Straßen, die parallel laufen,  beschädigt haben und daher die Autobahn dicht und alles durch das Nadelöhr geführt werden muss. 10 Kilometer weiter ging es wieder auf die Autobahn und der Verkehr war wieder entspannt.

Aus der Ferne haben wir die Burg Deva gesehen, auf die man mit einer Zahnradbahn fahren kann. 

Als wir hin kamen,  hingen aber lauter Absperrbänder und ein Mann hat uns „Maschine kaputt“ gesagt. Da das Wetter auch nicht so toll war,  haben wir uns den Aufstieg zu Fuß gespart und sind weiter gefahren.

Nach Eisenmarkt fahren wir wegen einer ganz tollen Burg,  die wir aufgrund des Wetters aber erst morgen besuchen wollen. Wir sind auf einen großen Parkplatz unterhalb der Burg gefahren,  auf dem man übernachten kann und der Ver- und Entsorgung dabei hat und sind in die Stadt gelaufen.

Was uns hier überall extrem auffällt,  sind die großen Schilder,  die auf EU-Gelder bei Sanierungen von Objekten oder Straßenprojekten hinweisen. 

Mit dem Blick hätten wir nicht verstanden,  wenn sich Rumänien bei der Wahl letzte Woche von Europa abgewendet hätte. Hier wird echt viel investiert,  was der hiesigen Infrastruktur sehr gut tut.  Man sieht,  dass vorher lange nichts gemacht wurde.  

In der Fußgängerzone hatten wir mal wieder mit dem Thema Vorurteile zu kämpfen.  Wir haben die ersten Zigeuner gesehen und ganz ehrlich: sie fallen hier genauso auf wie bei uns zuhause.  Die normalen Leute laufen hier schick gekleidet oder halt wie bei uns rum.  Die Kleidung der Zigeuner sticht auch hier heraus und wir haben noch keinen Laden gesehen,  wo man so etwas kaufen kann.

Wir sind eine Runde durch die Fußgängerzone gelaufen und uns ist wieder aufgefallen,  wie anders die hier sind.  Wohnhäuser säumen die Fußgängerzone und unten in den Häusern sind die Apotheke,  der Bäcker,  der Metzger oder der Blumenladen. Die Leute wohnen hier total ruhig und treffen sich auf der Bank vor der Haustür auf ein Schwätzchen.

Am Parkplatz vorbei sind wir dann doch schon mal zum Schloss gelaufen,  das wir erst morgen bei schönerem Wetter besuchen wollen.  Leider ist es in großen Teilen von einem Gerüst eingefasst.  Trotzdem kann man das Märchenschloss erkennen,  das nach französischem Vorbild gebaut wurde. 

Und abends war es dann noch richtig schön angeleuchtet.

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Schloss Corvin

Die Nacht haben wir dieses mal nicht an einem See,  sondern auf dem Parkplatz neben den alten Ruinen der ehemaligen Eisenindustrie verbracht.  Hier war früher die 2. größte Eisenhütte Rumäniens. Aufgrund der gestiegenen Energiepreise wird hier seit 2019 nichts mehr produziert,  die Hochöfen wurden gesprengt.  Die alten Gebäude stehen teilweise noch.  In einem ist jetzt ein stylisches Restaurant, in dem wir gestern gegessen haben. 

Leider war es heute immer noch wolkig und so sind wir trotzdem zum Schloss gelaufen. 

Hier sind uns wieder zahlreiche Schulklassen begegnet,  wie auch die letzten Tage schon an allen Plätzen,  wo wir waren.  Wir haben überlegt,  ob es hier vielleicht daran liegt,  dass die Sommerferien bald los gehen.  Die beginnen aber erst Ende Juni und dauern bis in den September. 

Das Schloss war wirklich sehenswert.  Steile Wendeltreppen haben in die verschiedenen Etagen geführt. 

Man konnte einen Eindruck des früheren Lebens hier bekommen.  Nervig waren allerdings die vielen Schüler, die einem ständig in den engen Treppenhäusern entgegen kamen. 

Zurück am Parkplatz waren wir komplett von Bussen eingeparkt.  Wir haben die Entsorgungsstation genutzt und sind weiter gefahren.  Zurück auf der Autobahn hat man deutlich gesehen,  wie heftig es die letzten Wochen hier geregnet hat.  Die Felder und Flüsse waren voll mit Wasser. Auf der Autobahn,  die bis ans Schwarze Meer führt, gibt es eine Hochwasserwarnung. Die Landschaft wurde bergiger. Hier in der Nähe führen auch die berühmten Pässe Transalpina und Transfagarasan entlang,  die leider aktuell immer noch gesperrt sind,  da es dort die letzten Tage noch geschneit hat.  Wir hoffen so,  zumindest eine der Straßen fahren zu können. 

Wir sind kurz vor Sibiu oder Hermannstadt, wie es auf deutsch heißt,  von der Autobahn abgebogen und über die Landstraße weiter gefahren.  Denn wir wollten den Ort Grossau noch besuchen.  Hier ist die größte Storchenkolonie Rumäniens zuhause. Über 80 Pärchen leben hier und fast auf jedem Strommast ist ein Nest. 

Außerdem gibt es hier eine der für Rumänien bekannten Kirchenburgen.

Bei der Weiterfahrt haben wir die unzähligen Storchennester in den Straßen bewundert.  Schnell weg,  bevor sie auf unserem Dach ein Nest bauen…

Unser heutiges Ziel ist ein neu eröffneter Campingplatz in Sibiu. Er liegt direkt am Beginn des Rollfeldes des internationalen Flughafens.  Wir sind gespannt,  wie viele Flugzeuge hier starten und landen.  Tatsächlich habe ich eine Maschine von Vieren am Tag mit der Kamera erwischt.  Allerdings war sie so schnell vorbei,  dass man sie gar nicht wirklich gehört hat.

Den Besuch der Stadt heben wir uns für morgen auf.  Heute hat die Gegend hier den ersten regenfreien Tag seit Wochen erlebt.  Wir hoffen,  dass der Wetterbericht richtig liegt und morgen die Sonne scheint…

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Sibiu bzw. Hermannstadt

Heute früh haben wir uns nach dem Frühstück ein Bolt gerufen. Der Fahrer hat uns am Campingplatz abgeholt und für ca.  2,50 Euro in die Stadt gefahren.  Er hat perfekt englisch gesprochen und so war die Fahrt sehr unterhaltsam.  Am Rande der Altstadt hat er uns raus gelassen und zu Fuß ging es in die Fußgängerzone. 

Die Stadt ist echt toll.  Alte Gebäude mit kleinen Geschäften säumen die Straßen.  Kleine Geschäfte und Boutiquen,  die noch nicht von den restlichen europäischen Marken überlaufen sind,  bieten ihre Ware an. 

Der große Platz ist gesäumt von tollen Häusern,  Restaurants und der katholischen Stadtkirche.

Wir sind kreuz und quer durch die Gassen gelaufen und an der Lügenbrücke heraus gekommen. 

Hier war ein Kommen und Gehen von Brautpaaren, die alle sicher erleichtert waren,  dass der Regen abgezogen ist.  Bei der evangelischen Kirche konnte man 200 Stufen den Turm erklimmen und hatte von oben eine tolle Aussicht. 

Selbst die schneebedeckten Berge konnte man von hier sehen.

An der Kasse haben sie uns vorgewarnt,  dass die Glocken gleich läuten und der ganze Turm dann wackelt.  Aber irgendwie haben sie nicht geläutet und so sind wir wieder abgestiegen. Was hier überall extrem auffällt,  sind die deutschen Einflüsse.  Selbst am Parkautomat steht genau der deutsche Begriff.  Im DM stehen alle unseren deutschen Produkte im Regal – ohne Übersetzung.  D.h. die Leute hier kaufen die vegane Streichwurst oder Ohrenstöpsel. Auch eine Art, deutsch zu lernen…

Der kleine Hunger hat sich gemeldet und nach einer kleinen Pause sind wir zu einem Einkaufszentrum gelaufen.  Und hier wurden wir eines besseren belehrt,  was die großen Modemarken angeht.  Hier hätte man auch überall sonst in Europa in einem Shoppingcenter sein können.  Alle bekannten Marken waren vertreten. 

Zurück in der Altstadt sind wir mit einem dicken Eis in der Hand noch etwas herum geschlendert,  bevor wir wieder ein Bolt zurück genommen haben.