Da sich unsere Haut wegen der vielen Sonne gestern etwas beschwert hat, ist heute die Entscheidung leicht gefallen, in den Wald zu gehen. Unser Ziel ist der Nationalpark und UNESCO Weltkulturerbe Vallee de Mai.

Dieser wurde so genannt, da das Grundstück von dem Gründer des Parks im Mai in den 1930er Jahren erworben wurde. 1966 übernahm die Regierung das Grundstück, seit 1979 ist der Wald Nationalpark. Drei Wanderwege führen durch das Gebiet, über die man die einzigartige Palme Coco de Mer bestaunen kann.

Diese Palmenart gibt es nur hier und auf der Nachbarinsel. Einige unreife Nüsse wurden früher an den Stränden von Indien und Indonesien angeschwemmt und da noch nie jemand so etwas gesehen hatte, wurden sie teuer gehandelt.

Man dachte erst, dass sie im Meer in der Nähe der Malediven wachsen, daher der Name Coco de Mer. Die Seychellen waren zu dem Zeitpunkt noch gar nicht entdeckt. Am Eingang des Parks liegen schon ein paar Exemplare, viel imposanter sind aber die riesigen Nüsse, die überall über einem in den Bäumen hängen.

Dabei ist jede Nuss einzigartig. Man hat schon Respekt, durch den Wald und unter diesen riesigen Wurfgeschossen herzulaufen. Die Palmen entwickeln frühestens nach 15 Jahren einen Stamm. Erst nach der ersten Blüte ist erkennbar, ob es sich um eine männliche oder weibliche Pflanze handelt. Meistens werden sie nach 20-30 Jahren erwachsen. Die männlichen Bäume bilden sehr viele Pollen, die eine wichtige Nahrungsquelle für andere Waldbewohner ist. Die Bäume werden bis zu 25 m hoch, die Nüsse benötigen 6-7 Jahre, bis sie voll ausgebildet sind und können bis zu 45 Kilo schwer werden. Die Bäume können 300 Jahre alt werden.

Die jungen Pflanzen haben Stacheln, um sich vor den Riesenschildkröten zu schützen. Wenn sie groß und stark genug sind, verlieren sie die Stacheln.

Wir sind zuerst den nördlichen Weg durch den Park gelaufen und haben das riesige Blätterdach über uns bewundert.

Aber auch die kleinen Lebewesen waren wieder einmal faszinierend, wobei die hier gar nicht so klein waren. Wir haben große Schnecken und riesige Spinnen gesehen.

Gott sei Dank hat sich keine der Schlangen gezeigt, die auf den Bäumen leben. Aber wahrscheinlich war alles um uns herum voll damit. Mitten im Wald standen auch riesige Jackfruchtbäume mit ihren großen Früchten.

Tatsächlich war irgendwann Andis Akku von der Kamera leer und wir sind gemütlich zum Ausgang gelaufen.

Wir waren trotz des Waldes komplett durchgeschwitzt und hatten Hunger. An einem Take away haben wir uns etwas zu Essen geholt und sind zurück zur Unterkunft gefahren.
Dabei war unser Mietwagen mal wieder bergauf so langsam, dass uns sogar ein Bus überholt hat. Das Teil hat echt kaum PS und fragt sich bestimmt jeden Tag, warum es auf so eine bergige Insel verkauft wurde. Mietwagen sind hier wohl allgemein ein Thema. Es war schon nicht so leicht, einen aus Deutschland zu mieten und eine Bedienung meinte, sie hätten viel zu wenige auf der Insel. Auf der einen Seite blöd, auf der anderen Seite ist die Insel aber auch klein, die Straßen sind sehr eng und kurvig und wirklich viele Parkplätze gibt es auch nicht. Ob da mehr Fahrzeuge hilfreich wären… Die Einheimischen fahren sehr viel mit dem Bus und die heizen wie die Wilden. Nicht selten kommt es daher auch zu Unfällen.

