Gestern Abend haben wir Fährtickets für heute auf die Nachbarinsel La Digue gebucht. Um 9 Uhr mit der ersten Fähre geht es hin und um 17 Uhr mit der letzten Fähre wieder zurück. Das erste Mal im Urlaub haben wir daher heute morgen einen Wecker gestellt und sind in Richtung Hafen gefahren, wo wir unser Auto abgestellt haben. Hier kann man kostenlos parken und der Platz war auch schon gut gefüllt. La Digue soll noch entspannter sein als Praslin, was sich schon dadurch zeigt, dass man mit Fahrrädern auf der Insel herum fährt. Auf die Idee würde ich auf Praslin nicht kommen. Am Hafen angekommen, mussten wir unsere Onlinetickets gegen handgeschriebene Tickets tauschen, ist also doch nicht so fortschrittlich wie gedacht hier.

Mit der Fähre ging es kurze 15 Minuten auf die Nachbarinsel. Dort wurden wir von einigen Herren empfangen, die uns geschäftstüchtig, aber nicht aufdringlich Fahrräder vermieten wollten. Wir hatten aber schon einen speziellen Verleih ausgeguckt mit guten Bewertungen. Dort sind wir hin gelaufen und innerhalb von wenigen Minuten hatten wir ein paar Räder.

Los ging es in Richtung Süden zur L’Union Estate. Dort zahlt man 150 SCR Eintritt und radelt über ein Gelände, an dessen Ende der berühmte Anse Source d’Argent liegt, einer der meist fotografierten Strände der Welt. Vorher kommt man aber an einem riesigen Felsen vorbei, um den herum ein Gehege für die Riesenschildkröten gebaut ist.

Diese faszinierenden Tiere können bis zu 250 Kilo schwer und unglaubliche 200 Jahre alt werden. Sie haben also schon sehr viel gesehen. In dem Gehege haben sie eifrig an ihren Blättern gekaut und den Schatten gesucht, was wir durchaus verstehen können.

Andi hatte am Eingang gefragt, ob er hier Drohne fliegen darf und die Antwort war, auf keinem Fall über dem Grundstück, aber vom Strand aus könne er starten.

Das hat er sich natürlich nicht 2x sagen lassen und so ging die Drohne das erste Mal im Urlaub in die Luft und er hat traumhafte Aufnahmen gemacht.

An dem Strand waren wir fast ganz alleine, besser ging es nicht.

Und es war einfach nur wunderschön.

Entlang einer Vanilleplantage ging es zu einem großen Fahrradparkplatz, wo auch wir unsere Räder zurück gelassen haben. Um ein paar Kurven herum kamen die berühmten Postkartenfelsen von La Digue zum Vorschein.

Da gerade Ebbe war, konnte man vom Wasser aus die Felsen bestaunen. Wir waren schon ordentlich durchgesuppt, allerdings sah das Meer durch die Ebbe gerade nicht so einladend aus.

Also haben wir an einer Strandbar einen frischen Saft getrunken und sind zurück zu den Rädern. Ich hatte gelesen, dass es hier einen super guten Kokos Käsekuchen geben soll und so sind wir einen steilen Berg hinauf und wieder hinab geradelt, bis wir vor dem geschlossenen Café standen. Ach Manno. Also haben wir uns an einem Supermarkt ein Eis geholt und sind in den Norden der Insel geradelt. Am Anse Severe soll man gut schnorcheln können, allerdings war die Ebbe so stark, dass man gar nicht ins Wasser konnte.

Dafür lag an der Seite eine Riesenschildkröte herum, die nicht in einem Gehege gehalten wurde. Leider sah sie ziemlich mitgenommen aus. Teilweise war ihr Panzer kaputt, an einigen Stellen war sie auch voller Farbe… Um die Nordspitze herum hat uns türkisblaues Meer begrüßt, allerdings auch ein paar Regenspritzer.

Also sind wir einfach ins Wasser gehüpft und haben uns etwas abgekühlt. Die Brandung war hier aber so heftig, dass an Schwimmen oder Schnorcheln nicht zu denken war. Man musste aufpassen, dass man nicht mit gerissen wurde. So geschwitzt wie wir waren, wissen wir jetzt auch, wie das Salz ins Meer kommt…

Nach einiger Zeit waren wir etwas abgekühlt und es ging uns besser. Da wir den ganzen Tag noch nichts gegessen hatten, sind wir zurück in das Örtchen La Passe und wollten uns bei einer Bäckerei etwas holen. Die war aber fast schon komplett ausverkauft, so dass wir die letzten Teilchen erwischt haben. An der Seite lag noch eine Schildkröte, die deutlich gesünder aussah.

Es war 15.40 Uhr und irgendwie hat uns die Sonne gereicht. Wir haben die Räder zurück gebracht und sind mit der 16 Uhr Fähre zurück nach Praslin gefahren. In einem Restaurant haben wir etwas gegessen und dann am Strand direkt am Ufer tatsächlich noch 4 Rochen gesehen. Ich weiß noch nicht, ob ich hier noch so viel schwimmen möchte…

