2026 China

Wangxiang Valley

Um 5:30 Uhr ging es heute morgen zügig zum Flughafen von Peking.  Er ist relativ alt und bis wir am Gate waren,  wurde Andis Gepäck 2x auf links gedreht.  Erst musste er seinen Koffer öffnen und sie haben eine nicht existierende Powerbank gesucht und nicht gefunden.  Dann wurde sein Rucksack auseinander genommen und jede einzelne Tasche geöffnet,  bis sie einen kleinen Imbusschlüssel gefunden und ihm abgenommen haben. Was Mann halt so bei sich trägt.  Er durfte alles wieder einräumen und wir haben uns erstmal nach der Aufregung einen Kaffee geholt.  Es hätte massenhaft Nerven gekostet,  wenn da noch ein Drohnenakku drin gewesen wäre. Der Flieger hat uns nach Shangrao in Richtung Süden gebracht. Dieses Mal haben wir die Alpen überflogen, haben aber auch nichts davon gesehen. Eine Bahnstrecke scheint es hier noch nicht zu geben. 

Im Flugzeug wurden auf Monitoren lauter Benimm-Filme gezeigt und wie es ausgeht,  wenn man auf der Toilette raucht, sich mit nem Economy-Ticket in die Business-Class setzt oder die Stewardess anbaggert. In allen Fällen haben nach der Landung nette Herren der Polizei auf einen gewartet.  Es wurden aber auch Filme von der unglaublichen Landschaft gezeigt,  die man hier in diesem riesigen Land bestaunen kann. 

Am Flughafen hat uns unser neuer Guide Alvin abgeholt und Andi zum Strahlen gebracht,  denn er hatte seine Drohne im Gepäck.  Andi dachte eigentlich,  dass er sie morgen erst bekommt und war schon traurig,  da er heute eigentlich gerne fliegen wollte. Alvin ist aber tatsächlich von unserem morgigen Ziel Huangshan mit dem Zug hierher gekommen und hat die Drohne mitgebracht.

Er wird uns die nächsten Tage in den Yellow Mountains ebenfalls begleiten.  Für uns ging es ca.  1 Stunde in einen Ort,  den wir auch auf Instagram gesehen haben.  Das Lustige ist,  dass ich dort das 2.000 Jahre alte Dorf Furong am Wasserfall entdeckt hatte, wo wir letzte Woche waren. Andi hingegen hat unser heutiges Ziel Wangxiang entdeckt. Der Unterschied ist, dass Furong wirklich alt ist, Wangxiang ist ein neugebautes Touristendorf. Vor ein paar Jahren hat sich die Regierung die Frage gestellt, wie sie die Gegend beleben können. Daraus entstanden ist die Idee, in die Felsmauern Häuser zu bauen und damit Touristen zu locken. Und das hat funktioniert. Unser Guide hat erzählt, dass man ab 1. Oktober ungefähr vier Stunden braucht, um zum Eingang zu kommen. Wir sind an riesengroßen leeren Parkflächen vorbeigekommen, auf denen ab übermorgen kein Platz mehr sein wird.

Das ganze Dorf ist ein großes Resort, in dem wir unser Zimmer bezogen haben. Da es 35 Grad warm war, waren wir froh, dass wir auf unser Zimmer konnten und die langen Hosen gegen kurze Hosen tauschen konnten. Nach einer kleinen Pause haben wir mit Alvin den Ort angeschaut. Und der war der Hammer…

Das Wangxian-Tal ist ein Landschaftsschutzgebiet in der chinesischen Provinz Jiangxi, das am Fuße des Lingshan-Gebirges liegt. Die bekannteste Attraktion sind die traditionellen Holzhäuser im Gan-Stil, die in einer Höhe von rund 100 Metern direkt an senkrechten Klippen erbaut wurden.

Durch diese Kulisse erinnert das Tal an eine Kulisse aus alten chinesischen Märchen oder Animationsfilmen. Dabei ist das ganze erst in 2020 gebaut worden,  sieht aber richtig alt aus. 



Über hängende Holzstege und Brücken können Besucher direkt an den Felswänden entlanggehen, an denen die Häuser mit ihren Lehmwänden und dunklen Ziegeln befestigt sind.

Andi hat 2x die Drohne in die Luft geschickt.  Das Tal hier ist deutlich enger als neulich in Furong,  was das Fliegen und Filmen schwieriger macht.

Wo wir nachmittags noch alleine waren,  hat es sich am Abenf deutlich mit Menschen gefüllt.  Wahrscheinlich ähnlich wie neulich in Furong.  Über die Stege entlang des Wassers kamen immer mehr Leute und haben die Gassen gefüllt.  Wir haben das ganze vom Berg aus beobachtet. 

Nach dem Einbruch der Dunkelheit wird das gesamte Tal aufwendig beleuchtet, was den Gebäuden und Brücken eine mystische Atmosphäre verleiht.

Wir haben außerdem auf etwas kühlere Temperaturen gehofft,  denn bei über 30 Grad und heftiger Luftfeuchtigkeit waren wir patschnass geschwitzt und echt fertig. 

Die Schlucht bietet Wasserfälle, die abends spektakulärer werden als tagsüber, da an aufgestauten Wasserläufen die Schleusen geöffnet werden. Nachdem alle Lichter an waren, sind wir in Richtung Wasser gelaufen,  um uns an den unzähligen Freßbuden etwas zu Essen zu holen.  Da, wo wir nachmittags alleine waren,  waren tausende Menschen.  Unglaublich,  wie sich ein Ort innerhalb weniger Stunden so verändern kann.  So richtig entscheiden konnten wir uns erst nicht,  haben dann aber ein paar leckere Sachen gefunden. 

Es gibt ein paar echt schöne Geschäfte,  in denen lokales Kunsthandwerk angeboten wird und man zusehen kann,  wie es entsteht. Irgendwann hat es aber gereicht und wir sind zurück ins Hotel.