Wie erwartet hat man heute morgen zuhören können, wie das Haus wieder erwacht. Mal wieder ein Danke an den Erfinder der Ohrenstöpsel. Das Frühstück war wirklich gut und um 10 Uhr hat uns Alvin abgeholt. Und heute haben wir den Ansturm der golden week erlebt. Die Kennzeichen von hier haben vorne ein J und wenn man davon vielleicht 20% auf den Straßen gesehen hat, war das viel. Die Straßen waren voll, an den Tankstellen und E-Säulen standen die Autos Schlange. Die Leute haben am Straßenrand geparkt, um Bilder in den Reisfeldern zu machen. Aber trotzdem ging es hier noch voran und es hat sich nicht komplett gestaut. Unser Ziel hieß Hongcun Village, ein historisches Dorf, in dem viele Szenen für den Film „Tiger & Dragon“ gedreht wurden. Alle wollten über die Brücke laufen, die in dem Film vorkommt.

In dem Dorf leben noch 1000 Leute, man muss wieder Eintritt zahlen und in den Häusern sind im Erdgeschoß Shops, die darauf hoffen, in dieser Woche richtig guten Umsatz zu machen.

An einem kleinen Teich im Dorf haben sich die Leute gestapelt. Es wäre kein Wunder, wenn nochmal jemand reinfällt.

Hier wurde auch wieder der Tofu verkauft, der gefühlt schon total verschimmelt ist und hier als stinkender Tofu als Delikatesse gilt.

In einem weiteren Dorf Nanping war gar nichts los. Wir waren fast die einzigen Besucher.

Wir haben ein paar alte Häuser besucht, die ähnlich unserer Unterkunft offene Dächer haben. Viele Häuser hatten früher auch keine Fenster, damit man nicht einbrechen konnte. Die offenen Dächer haben für Licht gesorgt, allerdings regnet und schneit es auch herein.

In einem Restaurant haben wir etwas gegessen und konnten dort auf das Dach steigen. Man hatte eine tolle Sicht auf das Dorf. Dabei sind am Ende der Dächer immer nochmal Mauern zu sehen, die dafür sorgen sollen, dass bei einem Brand das Feuer nicht aufs nächste Haus überspringen kann.

Andi hat die Chance genutzt und ist nochmal geflogen. Morgen geht es in die letzte Stadt Shanghai, wo er nicht mehr fliegen kann.

Am Nachmittag sind wir zurück in das Dorf, in dem unsere Unterkunft liegt. Und da haben wir richtig erlebt, was die goldene Woche bedeutet. Auf einer schmalen Straße haben sich Massen an Autos aneinander vorbei gequetscht. Die Leute standen in den Reisfeldern und durch den Ort, in dem es nichts gibt, haben sich tausende Menschen geschoben. Wir wollten uns eigentlich noch einen Buchladen anschauen, haben aber umgedreht, da wir die Befürchtung hatten, dass dort alle hin wollen.

Alvin hat nur den Kopf geschüttelt und meinte, dass hier nichts ist… Und so sind wir zurück in die Unterkunft gelaufen, wo wir den Rest des Tages gechillt und endlich den hier entstandenen Film „Tiger & Dragon“ geschaut haben.
