Gestern war es den ganzen Tag total windstill. Um 23 Uhr war es, als hätte jemand einen Knopf gedrückt. Richtig heftiger Sturm hat uns durchgeschaukelt. Wir haben auf der Fahrt die Region mit Patagonien verglichen und der plötzliche Sturm hat echt dazu gepasst. Andi ist nochmal raus, da der Himmel total cool aussah.

Dabei ist er ans Wasser gelaufen und hat die typisch norwegischen Stockfische gefunden, die stinkend vor sich hin getrocknet sind.

Eine Stunde später war der Spuk vorbei, wieder totale Windstille und plötzlich alles voller Wolken. Da es hier nie ganz dunkel wird, kann man das mitten in der Nacht sehen. Wir haben gestern beschlossen, heute nach Bodø zur Fähre zur fahren. Die nächsten Tage soll das Wetter bescheiden werden, vor allem soll es aber stürmisch werden. Und da wir keinen Bock haben, seekrank zu werden, wollen wir die Ruhe vor dem Sturm wenn möglich nutzen. Die Fähren um 12 und um 16 Uhr sind zwar online ausgebucht, dort werden aber immer nur 50 % der Tickets zur Verfügung gestellt. Wir wollen versuchen, die 16 Uhr Fähre zu bekommen, die in knapp 3,5 Stunden nach Meskenes auf den Lofoten übersetzt. Dafür liegt aber noch einiges an Strecke vor uns. Wir sind um 8 Uhr gestartet und durchs teilweise winterliche Norwegen gefahren. Manche Seen sind gerade dabei, langsam aufzutauen.

Nach einigen vielen kurvigen Kilometern sind wir wieder auf die E6 gestoßen, der wir weiter gen Norden gefolgt sind. Auf knapp 692 m Höhe haben wir dann den arktischen Kreis erreicht.

Schneebedeckte Berge um uns wurden von der Sonne angeleuchtet, herrlich.

Andi hat sofort die Drohne gestartet und hat uns von oben verfolgt und dabei gefilmt.

Eine ganze Zeit sind wir wie auf einer Hochebene gefahren.

Die Schneeschmelze hat die Flüsse ordentlich ansteigen lassen.

Dann ging es wieder bergab und die Bäume wurden wieder grün. Wir haben eine kurze Tankpause gemacht und sind gegen 15 Uhr in Bodø angekommen. Man musste sich einreihen in „reserviert“ und „ohne Reservierung“. Also sind wir in die 2. Reihe ohne Reservierung und haben gehofft, mitzukommen. Wir waren mal wieder auf der Webcam zu sehen.

Ich hatte bei Google maps gesehen, dass direkt am Terminal ein Thai Imbiss ist. Dort habe ich uns etwas zu Essen geholt, während Andi im Womo gewartet hat. Als ich mit Essen zurück kam, wurde die Fähre bereits beladen.

Und wir sind tatsächlich mitgekommen. Unser Essen haben wir dann auf der Fähre gegessen.

Bei Sonnenschein haben wir pünktlich um 16 Uhr Bodø verlassen. Die See war wie gehofft sehr ruhig. Von unterwegs haben wir direkt in Moskenes einen Campingplatz gebucht, sodass wir von der Fähre nur die Straße überqueren müssen und da sind. Und das war dann auch eine gute Entscheidung. Wir sind ganz am Anfang von der Fähre gefahren und in der langen Schlange auf den Lofoten dann einen Platz zu finden, wäre blöd gewesen. Zumal es pünktlich zu unserer Ankunft angefangen hat zu regnen.

So soll das Wetter die nächsten Tage auch erstmal bleiben. Zeit für uns, auch mal einen Gang runter zu schalten und etwas zu Chillen nach den vielen Eindrücken. Wir haben unser Ziel erreicht und freuen uns in den nächsten Tagen dann trotzdem über etwas Sonne.

