In dicken Pullis sind wir heute morgen bei 6 Grad und Regen in unseren diesjährigen Sommerurlaub gestartet. Unser Weg hat uns am Bäcker vorbei gen Norden geführt, wo wir nachmittags um 15.45 Uhr die Fähre von Puttgarden nach Rodby gebucht haben. Um 11:37 Uhr haben wir an dem neuen hausgemachten Wahnsinn an Deutschlands Tankstellen teilgenommen und für 1,87 Euro getankt. Um 12 Uhr ist der Preis dann wieder gestiegen. Über die Brücke hat uns der Weg bei steifer Brise nach Fehmarn geführt.
Trotz voller Autobahnen und einigen Staus haben wir ziemlich pünktlich unser Ziel erreicht. Unterwegs hat sich Gott sei Dank ab und zu die Sonne gezeigt und das Thermometer ist immerhin auf 14 Grad geklettert. Am Check In für die Fähre hätten wir noch 45 Minuten Zeit gehabt. Wir wurden in Spur 6 gelotst und standen dort plötzlich ganz vorne. Auf den anderen Spuren standen viele Fahrzeuge, bei uns gar keins. Ein Einweiser hat uns gewunken und wir konnten als letztes Fahrzeug auf die Fähre fahren, zwei vor unserer gebuchten. Die Überfahrt war trotz des Windes recht ruhig. Und kurze Zeit später waren wir schon in Dänemark.
Wir hatten mit der Fährfahrt schon einen Campingplatz 20 km weiter in Maribo auf der Insel Lolland gebucht und sind den direkt angefahren. Die lange Fahrt hat doch geschlaucht und wir mussten uns bewegen. Der Campingplatz liegt wunderschön an einem See.
Der kleine Ort dahinter ist so richtig typisch dänisch mit kleinen bunten Häusern.
Wir sind durch die Gassen geschlendert, haben noch etwas eingekauft und es uns am Ufer gemütlich gemacht.
Nach einer sehr ruhigen Nacht ging es nach dem Frühstück weiter. Es ist echt cool, wie schnell man immer wieder die Abläufe im Womo drauf hat. Außerdem ist das Weiterreisen echt streßfreier als mit dem Koffer. Hier muss einfach nur alles verstaut werden, aber nicht immer wieder so in Position gebracht werden, dass der Koffer auch zu geht und man nichts vergessen hat.
Über eine recht leere Autobahn ging es in Richtung Kopenhagen und der Öresundbrücke. Dort hoffen wir, dass wir am Ende der Brücke unser BIZZ abholen können. Dieses ist eine Mautbox für die nordischen Länder, die vom Betreiber der Brücke herausgegeben wird. Wir hatten es vor knapp 3 Wochen bestellt, vor Abreise aber nicht mehr erhalten. Daher hat Andi gestern mit einer Dame im Servicecenter verabredet, dass wir bei einem Kollegen von ihr das Teil an einer der Mautstationen abholen können. Mal schauen, ob das klappt. Grundsätzlich braucht man hier auch gar keine Mautbox. Allerdings kann man ein paar Rabatte bei Fährfahrten erhalten, wenn man sie denn hat. Und da wir da bestimmt einige vor uns haben, wollen wir das natürlich gerne nutzen. Vor Kopenhagen wurde der Verkehr dichter und Malmö in Schweden war auf den Schildern gekennzeichnet. Um auf die Öresundbrücke zu kommen, fährt man erstmal 4 Kilometer durch einen langen Tunnel, der unter der Ostsee durch führt. Dann kommt man auf einer Insel raus und vor einem liegt die 8 km lange Schrägseilbrücke und dahinter dann direkt Malmö. Die Tour sind wir in 2021 schon mal gefahren und war die erste Fahrt mit unserem Womo.
Wir sind wie gestern besprochen am Ende der Brücke in den gelb blauen Schrankenbereich gefahren, um unser BIZZ zu holen, aber das Häuschen war nicht besetzt. Also sind wir auf den Parkplatz und Andi ist in das Büro, das doch besetzt war und kam mit dem Gerät zurück.
Eigentlich war ja mal der Plan, zügig gen Norden zu fahren. Da dort das Wetter aber gerade ätzend ist, lassen wir uns hier im Süden im Sonnenschein etwas mehr Zeit und wollen daher heute Malmö mal einen Besuch abstatten. Da Campingplätze in Städten gerne mal voll sind, haben wir gestern schon gebucht. Um 12.25 Uhr waren wir dort, hätten aber noch etwas zahlen müssen, um vor 13 Uhr auf den Platz zu kommen. Also haben wir uns auf den Parkplatz daneben gestellt, die Kaffeemaschine rausgeholt und unseren Erdbeerkuchen gegessen, den wir noch von gestern hatten. Um 13 Uhr sind wir dann auf den Platz gefahren, haben die Räder rausgeholt und sind in Richtung Stadt geradelt. Dabei sind wir immer entlang des Ufers und hatten gleich mal einen tollen Blick auf die Öresundbrücke.
Riesige gepflegte Parkanlagen mit Fuß- und Radwegen haben am Wasser entlang geführt. Und dann kamen tolle Häfen, in denen unzählige Segelboote lagen.
Auf Trockendocks wurden die Boote für ihren nächsten Einsatz bearbeitet. Zwischendurch waren immer wieder kleine Eisbuden und Restaurants, richtig schön.
In der Ferne konnten wir den Turning Torso sehen. Der in 2005 erbaute Turm ist mit seinen 190 m der höchste Skandinaviens.
Entlang des Ufers sind wir immer weiter geradelt. Dabei waren wir total fasziniert vom Freizeitwert dieser Stadt. Einerseits die Strände, dann aber auch Beachvolleyballfelder, Reitplätze und Wiesen für Fußball & Co.
Der Hunger hat uns dann in die Innenstadt getrieben. Diese ist von lauter Wasserkanälen durchzogen, was es echt gemütlich macht. Dabei ist Malmö die drittgrößte Stadt Schwedens.
Während wir den Wind ganz schön kalt empfunden haben, sind die Schweden auf Sommer eingestellt. In Trägershirts, Sandalen und kurzen Hosen haben sie einen auf Hochsommer gemacht. Ein Gebäude hat uns von außen total angesprochen und wir dachten, dass es sich um ein Restaurant handelt. Tatsächlich war es eine Art Markthalle, in der verschiedene Stände ihr Essen angeboten haben. Wir haben uns an verschiedenen Ständen etwas geholt und uns in die Sonne gesetzt.
Dann ging es in die Fußgängerzone. Da heute Feiertag ist, waren die Geschäfte alle geschlossen. Die Restaurants hatten aber auf und es waren so viele Menschen unterwegs, wie es bei uns sonst zu Weihnachten der Fall ist.
Quer durch die Stadt ging es gegen Abend wieder zurück. Die Vegetation ist hier um einiges der unseren zurück und so konnten wir uns nochmal an der Blütenpracht des Frühlings erfreuen.
Kurz vorm Campingplatz haben wir dann noch einen ganz besonderen Automaten gesehen. Was es nicht alles gibt…
Heute früh sind wir mit einer doofen Überraschung wach geworden. Wir hatten ja das Ticket für die Öresundbrücke mit der Fährfahrt gebucht. Da wir aber durch die gelb/blaue Spur gefahren sind, um das BIZZ abzuholen, wurden uns die 125 Euro für die Brückenüberquerung noch einmal abgebucht. Sie hatten durch das BIZZ die Kreditkartendaten von Andi und wir aufgrund der besonderen Mautstation keine Chance, unsere Ticketnummer am Automaten einzugeben. Also hat der Tag mit einer Email an die Betreiber der Brücke gestartet. Mal schauen, was dabei raus kommt.
Uns hat wieder strahlend blauer Himmel begrüßt. Unser heutiges Ziel ist etwas ungewöhnlich. Ich habe neulich einen Bericht über den größten Supermarkt der Welt gesehen und der steht nicht in China, sondern in einem kleinen Kaff namens Ullared in Schweden. Und zufällig nicht weit von unserer Strecke gen Norden entfernt. Also werden wir ihn mal ansteuern und schauen, wie groß so etwas wirklich ist. Von der Autobahn aus fährt man noch ca 25 km durch absolut idyllische Landschaft und landet dann in dem 800 Seelen-Dorf.
Unterwegs kommen einem unzählige Wohnmobile entgegen und dann steht man vor riesigen Parkhäusern und Blechlawinen.
Da hier echt viele Wohnmobile sind, haben wir erstmal auf dem Tagesparkplatz geparkt und von dort aus einen der Stellplätze für heute Nacht hier online gebucht. Sicher ist sicher. Nicht, dass heute abend alles voll ist und wir noch ewig weiter müssen. Da es schon 14 Uhr war, hatten wir auch keine Lust mehr, noch spät aufzubrechen. Und dann haben wir durch die immer mehr werdenden Menschen den Eingang gesucht. Uns kamen Massen an gepackten Einkaufswagen entgegen.
Und dann ging der Wahnsinn los. Wer schon mal in einem Ikea bei uns dachte, dass es voll ist, der hat das hier noch nicht erlebt. Man kann diese Menschenmassen mit Einkaufswagen gar nicht beschreiben. Und diese Massen an Waren erst recht nicht. Riesige Käfige mit allem was man sich vorstellen kann, haben uns empfangen.
Und das aus allen Kategorien. Alleine Lego hatte eine Fläche von einem Supermarkt bei uns. Alle möglichen Sportarten wurden bedient, von Haushaltswaren und Elektronik mal abgesehen. Auf einer Fläche von ca. 6 Fußballfeldern kaufen täglich bis zu 30.000 Menschen ein. 9.000 Einkaufswagen und 10.000 Körbchen warten morgens auf die Besucher. Am Ausgang stehen 82 Kassen zur Verfügung.
Im Markt gibt es einige Restaurants. Damit die Leute nicht mit ihren Wagen dort hinein fahren, gibt es davor Parkplätze, wo man seine Einkaufswagen inkl. Einkäufe parken kann.
Wir waren von dem Sortiment völlig überfordert. Um den Markt herum sind weitere Infrastrukturen entstanden. Mehrere Campingplätze und Hotels bieten Übernachtungen mitten im Nichts an. Die Wohnmobile sind fast nur Schweden selber, die ihre Garagen komplett mit ihren Einkäufen voll laden und dann auf dem Campingplatz ihre dicken Gasgrills raus holen.
Als wir heute früh die Rollos geöffnet haben, haben um uns herum gefühlt alle Familien mit kleinen Kindern die gestern geshoppten Outdoorspielzeuge getestet und eingesetzt. Die durch die Gegend rollenden Bälle haben wir gestern immer mal wieder in den Körben liegen sehen. Auf dem Weg zurück zur Autobahn kamen uns Blechlawinen ohne Ende entgegen, alle mit einem Ziel: dem Gekas Ullared. Und jeden Tag ist hier das gleiche Bild, unglaublich.
Wir müssen heute durch ein Regengebiet durch und direkt nach unserer Abfahrt hat es angefangen zu schütten. Auf der Autobahn ging es weiter gen Norden, vorbei an Göteborg. Nördlich von Göteborg haben wir die Autobahn verlassen und sind an die Küste gefahren. Unser Ziel war der Hafenort Marstrand. Wir haben erstmal ewig einen Parkplatz gesucht, denn der einzig ausgezeichnete für Womos war über die App nur für 24 Stunden zu buchen. Ich habe irgendwann einfach am Automaten ein Parkticket für ein Auto für 3 Stunden gezogen und wir sind in den Ort gelaufen. In einer Bäckerei haben wir die ersten Zimtschnecken geholt. In den eigentlichen Ort Marstrand muss man mit einer kleinen Fähre übersetzen. Eine Brücke bauen wäre wahrscheinlich unmöglich, da die ganzen Segelboote mit ihren Masten durch passen müssten und dafür ist die Entfernung zu gering. Nach Ankunft auf der Insel hat es aufgehört zu regnen und wir sind am Ufer der süßen Insel entlang geschlendert.
Die typischen Felsen haben überall ins Wasser geragt.
Auf der Insel steht die riesige Carlsten Festung. Wir haben sie einmal umrundet und je höher wir gekommen sind, umso toller wurde die Aussicht.
Wir haben die Festung nicht besucht, trotzdem war sie auch von außen schon sehr imposant.
Durch den süßen kleinen Ort, der autofrei ist, sind wir zurück ans Wasser.
Dabei kamen uns einige Herren in Bademänteln entgegen, bei 8 Grad doch ein merkwürdiges Bild.
Zurück im Womo ging es wieder auf die Autobahn und weiter gen Norden. Die Straße wurde immer leerer, bis wir dann über die norwegische Grenze gefahren sind. Unser viertes Land in den vier Tagen, die wir unterwegs sind. Wir haben das Örtchen Halden und dort den am Festungsberg gelegenen Campingplatz angesteuert. Dieser gehört einem Norweger, der ihn mit seiner deutschen Frau betreibt. Da es leider immer noch geregnet hat, haben wir die Festung nicht mehr besucht. Aber morgen ist auch noch ein Tag – in Norwegen übrigens Nationalfeiertag. Wir haben etwas zu Essen gemacht und konnten unseren Augen nicht trauen, als jemand mit seinem Wildschwein an uns vorbei Gassi gegangen ist.
Letzte Nacht hat der Regen immer mal wieder auf unser Dach getrommelt. Am Vormittag hat er dann Gott sei Dank aufgehört, so dass wir zu Fuß zur nahe gelegenen Festung gelaufen sind.
Sie diente früher der Grenzverteidigung, denn Schweden ist nur wenige Kilometer entfernt. Sie ist echt groß, gut erhalten und man kann überall herum klettern.
Um 10.30 Uhr wurde eine Kanone abgefeuert und der Knall war gleichzeitig der Startschuss für den Festumzug unten in der Stadt. Heute ist in Norwegen Nationalfeiertag, denn am 17.5.1814 wurde die Verfassung Norwegens unterzeichnet. Er ist der wichtigste Feiertag im Land. Von der Festung aus konnte man hören und beobachten, wie in der Stadt unten der Umzug los ging und die Blaskapellen alles gegeben haben.
Gegen 12 Uhr sind wir dann gen Norden weiter gefahren. Wir haben uns entschieden, Oslo nicht zu besuchen. Erstens ist das Wetter nicht so toll und zweitens ist da heute aufgrund des Feiertags und der Umzüge in der Hauptstadt die Hölle los.
Der einzige offene Campingplatz hat außerdem nur schräge Wiesen zum Stehen und es hat jetzt tagelang geregnet. Wir haben keine Lust, auf der Wiese fest zu stecken… Vor Oslo haben wir Hunger bekommen und haben einen Burger King überfallen. 2 Menues für umgerechnet 35 Euro – herzlich Willkommen in Norwegen. Als wir in 2020 hier waren, haben wir die Erfahrung gar nicht gemacht, da wir wegen Corona nie essen waren. Wir hatten damals alle Lebensmittel dabei und waren nur einmal in einem Supermarkt. Nach der Pause haben wir Oslo links liegen lassen und sind der gut ausgebauten E6 weiter gen Norden gefolgt.
Hier sind zum ersten Mal Mautstrecken aufgetaucht. Wir waren mal wieder froh, unter 3,5 Tonnen zu wiegen, denn die Preise über 3,5 t waren teilweise doppelt so teuer wie die für Autos, zu denen wir noch zählen. Meistens wurden für Autos 22 NOK angezeigt, was ca. 2 Euro entspricht. Über 3,5 t waren es dann 47 NOK. Unser heutiges Ziel heißt Lillehammer, ein Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1994. Einige Kilometer vor Lillehammer hat sich die nur noch wenig befahrene Autobahn in eine Landstraße verwandelt und es ging mit 80 kmh gemütlich weiter. Hier fährt man echt entschläunigt. Seit Dänemark konnte man auf allen Straßen maximal 110 kmh fahren. Im Wohnmobil kommt einem das fast entgegen, auch wenn man manchmal noch etwas mehr Gas geben will.
Außerdem seit Dänemark sind fast alle neuen Autos nur noch E-Autos. Ein komplett anderes Bild als in Deutschland, das sich aber durch alle drei nordischen Länder einheitlich durchzieht. Anscheinend hängen nicht alle so an ihren alten Verbrennern wie die Deutschen. Oder die Regierungen schaffen auch mehr Anreize, endlich auf Strom umzusteigen. Auffällig ist, dass von den vielen E-Autos Tesla die Hitlisten deutlich anführt. Vor ein paar Jahren haben wir schon viele gesehen, aber das Modell 3 ist das meist gefahrene Auto auf den Straßen. Kein Wunder, es ist in Norwegen für knapp 28.000 Euro erhältlich.
Wir sind entlang des Flusses Mjosa nach Lillehammer gekommen. Im Hintergrund sind die Skisprungschanzen aufgetaucht und auf einem Berg lag sogar noch etwas Schnee.
Direkt am Ufer ist ein Campingplatz, den wir angesteuert haben. An einem Automaten konnten wir uns einen Platz aussuchen und haben einen direkt am Wasser bekommen.
Leider hat es kurz nach Ankunft wieder angefangen zu regnen, so dass wir es uns im Camper gemütlich gemacht haben. Gegen 18 Uhr kam die Sonne wieder raus und da diese hier ja erst um 22 Uhr unter geht, sind wir ins Zentrum von Lillehammer gelaufen. Und wir waren total begeistert von dem knapp 30.000 Einwohner-Städtchen.
Die Fußgängerzone war mit norwegischen Flaggen geschmückt und wir völlig underdressed. Alle Männer außer Andi hatten Anzüge an. Alle Frauen außer mir die norwegische Tracht.
Auch alle außer uns hatten einen ordentlichen Alkoholpegel. Auf den Terassen der Restaurants wurde bei lauter Musik gefeiert, echt schön.
Mal wieder eine norwegische Stadt, die uns sehr gut gefällt. Vor allem, weil hier das echte Leben ist und nicht die ganzen Kreuzfahrttouristen die Stadt fluten.
Am Himmel kamen wieder dunkle Wolken und daher sind wir zurück zum Campingplatz.