2026 Norwegen

Von Lillehammer nach Andalsnes

Der Tag hat heute mit Hausputz gestartet.  Bei einem Womo stehen immer mal andere Arbeiten an,  als seinen Koffer zu packen.  Grauwasser ablassen, Toiletten leeren und frisches Wasser tanken.  Runderneuert ging es dann zu den Olympiastätten von 1994. Man kann die Athleten schon verstehen,  dass sie bei einigen letzten Olympiaden nicht begeistert waren,  dass alles so weit auseinander liegt. Hier ist das Gegenteil der Fall. Unterhalb der Sprungschanzen ist die Eissporthalle, die Biathlon- und Langlaufstrecken sind auch direkt dabei. 

An den Schanzen hat Andi mit KI die olympische Flamme wieder zum Brennen gebracht.

Eine Tafel hat die Hochzeit des Deutschen Skisprungs gefeiert.  Das Einzelspringen hat damals Jens Weissflog gewonnen,  das Mannschaftsspringen die Deutsche Mannschaft. 

Das heutige Springen habe ich gewonnen…

Für uns ging es weiter auf der E6. In Ringebu sind wir abgebogen, da dort eine typisch norwegische Stabkirche steht. Leider war sie geschlossen,  so dass wir sie nur von außen betrachten konnten.


Auch auf der heutigen Strecke gab es wieder einige Mautabschnitte. In Norwegen ist die Maut in der Regel nicht dauerhaft. Strecken, Brücken oder Tunnel sind meist nur für 10 bis 15 Jahre mautpflichtig. Sobald die Baukosten abbezahlt sind, wird die Mautstation abgebaut und der Abschnitt ist kostenfrei. Wir sind wieder durch unzählige Tunnel gefahren,  die meisten mehrere Kilometer lang. Je weiter wir gekommen sind,  umso öfter waren die Berge noch schneebedeckt und die Bäume noch in sehr zartem Grün. 

In Dombas, das auf 643 m liegt,  haben wir inmitten schneebedeckter Berge getankt und eine Pause gemacht.  Wir haben seit Tagen das erste Mal die E6 verlassen und sind in Richtung Küste abgebogen.  Die folgende Strecke kam uns irgendwie bekannt vor und wir sind sie tatsächlich in 2020 schon mal gefahren.  Damals war das hier die nördlichste Ecke,  bevor wir über die Trollstigen gen Süden abgebogen sind.  Daher werden wir jetzt einen Gang zurück schalten und halten,  wo es uns gefällt.  Der erste Stopp ließ auch nicht lange auf sich warten.  Kurz hinter einer Baustelle haben wir eine tolle Eisenbahnbrücke und einen Wasserfall entdeckt.  Andi ist das erste Mal Drohne geflogen und ich bin einem steilen Weg bergab zu einem Fotopunkt gefolgt.  Der hat sich echt mal gelohnt. 

Die Kylling Bridge besteht aus Granit und wurde von 1913 bis 1923 gebaut. Sie hat eine Länge von 76 Metern, der Bogen ist 42 Meter breit.  Durch die Brücke erfolgte der Anschluss des Eisenbahnnetzes von Dombas nach Andalsnes. Das Wetter hat sich immer mehr aufgeklart, es waren wenig Menschen unterwegs und wir haben spontan entschieden,  nochmal die Trollstigen hoch und wieder runter zu fahren.  Als wir letztes mal hier waren,  war alles wolkenverhangen. Um 18 Uhr sollte nicht mehr viel los sein und tatsächlich sind uns nur 2 andere Fahrzeuge entgegen gekommen.  Andi hat uns die gesamte Auffahrt mit der Drohne verfolgt. 

Oben angekommen,  sind wir zu den Aussichtspunkten,  von wo aus man die tolle Straßenführung sehen konnte. 

Der höchste Punkt der Straße liegt auf 852 m und 11 Haarnadelkurven winden sich den Berg hinauf.  Im Winter ist die Straße gesperrt und oben lag auch noch ordentlich Schnee. 

Nach einiger Zeit haben wir uns wieder getrennt und sind die Strecke wieder zurück gefahren.

Wir sind nach Andalsnes, wo wir uns auf einen Stellplatz direkt am Fjord gestellt haben.  Es war mittlerweile 20 Uhr,  die Sonne hat geschienen und wir haben eine Dose Ravioli verdrückt.

Übrigens haben wir heute von der Öresundbrücke auch eine Mail bekommen,  dass sie uns die doppelten Kosten für die Brückenüberquerung erstatten.  Danke schön!

2026 Norwegen

Von Adalsnes über die Atlantikstraße bis nach Kristiansund

In Andalsnes gibt es eine Gondel,  mit der man auf einen Berg namens Eggen fahren kann.  Von dort soll man ein unglaubliches Panorama haben.  Montags, also gestern,  hat die Gondel Ruhetag. Dienstag soll sie dann um 9.30 Uhr wieder starten.  Außer heute.  Schilder haben auf einen Start um 11 Uhr hingewiesen,  was unseren Zeitplan etwas durcheinander gebracht hat. 

Denn eigentlich wollen wir bei dem herrlichen Wetter heute die Atlantikstraße fahren. 

Wir sind etwas am Ufer entlang gelaufen und dann an der Gondel vorbei zurück.  Ein Mitarbeiter hat das Schild mit der ersten Abfahrt von 11 Uhr auf 10 Uhr geändert und wir haben sofort Tickets geholt und sind eingestiegen. Und wir sind sowas von froh,  das gemacht zu haben.  Die Gondel ist echt nicht billig,  pro Person werden ca.  60 Euro hin und zurück aufgerufen.  Aber unserer Meinung ist sie es wert.  Man kommt auf    708 m aus der Gondel und hat bei der Auffahrt schon ein traumhaftes Panorama. 

Von oben kann man in alle Richtungen schauen. Sowohl in das Tal der Trollstigen, 

als auch in die Richtung,  in die wir heute weiter fahren werden. 

Aber auch,  wo wir gestern hergekommen sind,  erscheint plötzlich ganz klein von hier oben. 

Gut befestigte Wanderwege führen auf dem Berg herum und auch die muss man ja bei dem Ticketpreis berücksichtigen. 

Wir waren total begeistert und sind froh,  die Fahrt gemacht zu haben. 

Um 11.30 Uhr ging es mit der Gondel wieder bergab.  Eine Schulklasse ist als Sportunterricht den Berg heute morgen hoch und eben wieder runter gelaufen.  Und das in einem Tempo,  das einen neidisch macht.  Die sind hier echt fit…

Wir haben unsere Sachen gepackt und sind um den Fjord herum gefahren.  Unser Ziel ist die Atlantikstraße.  Dafür sind wir zuerst durch tolle Landschaften und dann mal wieder Fähre gefahren. 

Diese hat gerade angelegt und wir konnten direkt mit fahren.  Sie war nicht mal zur Hälfte gefüllt.

Weiter ging es,  immer an den Fjorden entlang,  die auch mal per Brücke überquert wurden bzw. mit steilen Tunneln unterfahren wurden.  Wahnsinn,  was hier vom Straßenbau gefordert wird. 

Unser Ziel hieß Bud, denn dort startet die berühmte Atlantikstraße. Der erste Teil der Straße war nicht wirklich besonders.  Aber: der Bereich der hohen Berge und Fjorde lag hinter uns und der Antlantik vor uns.  Ein ganz anderes Landschaftsbild.

Andi hat die Drohne in die Luft geschickt und uns über die berühmten Abschnitte verfolgt. 

Einige Brücken verbinden kleine Inseln miteinander,  wobei die Storseisundbrücke die größte und die bekannteste ist. 

Sie ist 260 m lang und dabei 23 m hoch. 

Wir haben sie mehrfach überquert,  um das perfekte Bild zu bekommen.  Von einem Parkplatz aus ging ein Steg zu einer Stelle,  von wo aus man gut Fotos machen konnte. 

Wir hatten heute absolutes Glück mit dem Wetter.  Besser hätte es nicht sein können. 

Nachdem wir uns irgendwann von dem Streckenabschnitt getrennt haben,  sind wir noch ca 40 Minuten nach Kristiansund weiter gefahren.  Dort sind wir auf den Stellplatz direkt am Wasser und zu Fuß in den Hafen gelaufen. Dabei hat der Weg durch eine Werft geführt,  wo ganz alte Holzboote restauriert wurden.

Ein Restaurant hatte die Außenterasse offen und wir haben in der Sonne zu Abend gegessen. 

2026 Norwegen

Weiter gen Norden

Strahlender Sonnenschein hat uns heute begrüßt.  Wenn wir nicht alle Rollos nachts schließen,  würde uns die Helligkeit auch schon morgens um 4 Uhr wecken. Gestern ist um 22.41 Uhr die Sonne super langsam untergegangen.  Um 23 Uhr war es immer noch so hell,  dass ich ohne anderes Licht lesen konnte. 

Wir haben heute beschlossen,  der Hauptverbindung gen Norden zu folgen.  Die Nebenstraßen sind zwar viel verlockender, aber dann kommen wir nie auf den Lofoten an.  Daher werden wir auch Trondheim heute auslassen und ggf. am Rückweg anschauen.  Wenn wir durch Norwegen wieder gen Süden reisen,  kommen wir dort auf jeden Fall wieder vorbei.  Kurz nachdem wir Kristiansund verlassen haben,  haben wir auch schon wieder gehalten.  Die Gjemnessundbrücke lag vor uns. 

Sie ist 1.257 m lang und echt beeindruckend. Sie war bis vor einiger Zeit die längste Hängebrücke Norwegens, wurde dann aber von der Hardangerbrücke abgelöst. Und schon kam die Drohne wieder zum Einsatz.

Ein paar Kilometer weiter stand wieder eine Fährfahrt an. Wir hatten Glück,  das Schiff lag im Hafen und wir konnten wieder direkt auffahren.  Die vielen Wartespuren an Land zeigen aber,  dass hier auch immer mal mehr los ist. 

Hier scheinen aktuell drei Schiffe im Einsatz zu sein,  die den Verkehr ans andere Ufer bringen. 

Drüben angekommen, haben wir alle an uns vorbei gelassen und sind gemütlich weiter gefahren. 

Bis zum nächsten Schiff ist hier erstmal wieder nichts auf den Straßen los.  Die Straße ist über viele Kilometer in das Kjolengebirge angestiegen,  einem langen Gebirgszug, der die natürliche Grenze zu Schweden ist.  Im Winter wird es als Skigebiet genutzt,  worauf auch viele leere Parkplätze hin gedeutet haben. 

Bei Trondheim haben wir eine kurze Pause eingelegt,  bevor es weiter ging. Hinter Trondheim wird die E6 weiter ausgebaut und es ging ein paar Kilometer durch Baustellen,  bevor man wieder mit 80 kmh auf der Hauptverbindung gen Norden cruist. Der Tag hat sich heute ein bisschen angefühlt,  als würde man in einem Kinosessel durch einen Film fahren.  Ob die Norweger wissen, in was für einem tollen Land sie wohnen? Unsere heutige Nacht verbringen wir an einem Campingplatz an einem See. 

Da es heute die Temperaturen zugelassen haben,  wurden das erste Mal die Campingmöbel raus geholt und wir haben gegrillt.

2026 Norwegen

Kystriksveien Küstenstraße

Heute haben wir mit Blick auf den Wetterbericht überlegt,  ob wir knapp 8 Stunden bis zur Fähre auf die Lofoten fahren und die letzte heute Abend nehmen,  um morgen früh evtl. noch 1-2 Stunden Sonne         zu sehen.  Danach soll es mehrere Tage regnen.  Wir haben uns entschlossen,  den heutigen sonnigen Tag lieber zu nutzen und das Wetter hier zu genießen. 

Nach dem Frühstück bei blauem Himmel haben wir die E6 wieder verlassen und sind  über Nebenstraßen gefahren.  Dabei haben wir in Namsos den gleichnamigen Fluss überquert.  Er ist wohl der Lachsreichste Fluss Norwegens. Teilweise werden 20 kg schwere Exemplare raus gefischt. 

Weiter ging es gen Norden,  die Gegend wurde immer mehr von Wasser und einzelnen Inseln durchzogen. An einer Tankstelle war der Diesel sehr günstig. Nur Tanken war leider nicht möglich,  da das Zahlungssystem in der ganzen Gegend ausgefallen ist.  Wir sind in die  äußersten Regionen an der Küste gekommen, herrlich. 

Andi hat wieder die Drohne gestartet und uns verfolgt. 

Wir sind zur ersten Fähre des Tages gekommen und konnten als letztes Fahrzeug mitfahren. Hinter uns mussten alle eine Stunde auf die nächste Fähre warten.  Dinge,  die wir daheim nicht kennen. 

Auf der anderen Seite in Hofles angekommen,  haben wir eine Pause gemacht. 

Wir haben dort erst gemerkt,  dass wir unterwegs mal falsch abgebogen sind und viel näher entlang der Küste fahren als gedacht.  Unbewusst sind wir dadurch auf einer weiteren Panoramastraße namens Kystriksveien gelandet.  Sie gilt als eine der schönsten Panoramastraßen der Welt und erstreckt sich über 650 km entlang der Küste. 

Und da der Weg das Ziel ist,  gibt es Schlimmeres. Wir haben beschlossen,  die Straße weiter zu fahren und so stand in Holm eine weitere Fährfahrt an. 

Auf der anderen Seite des Fjords haben uns die gelben Blumenwiesen wieder begleitet, im Hintergrund die schneebedeckten Berge. 

Man müsste diese ganzen Eindrücke für immer in seinem Kopf speichern können… Unsere heutige Nacht verbringen wir mit einem Wahnsinnspanorama auf einem Campingplatz. 

Der Eigentümer war früher in der IT Branche,  hat während Corona seine Firma verkauft und betreibt jetzt hier den Campingplatz…

2026 Norwegen

Über den Arktischen Kreis auf die Lofoten

Gestern war es den ganzen Tag total windstill. Um 23 Uhr war es, als hätte jemand einen Knopf gedrückt. Richtig heftiger Sturm hat uns durchgeschaukelt. Wir haben auf der Fahrt die Region mit Patagonien verglichen und der plötzliche Sturm hat echt dazu gepasst. Andi ist nochmal raus,  da der Himmel total cool aussah.

Dabei ist er ans Wasser gelaufen und hat die typisch norwegischen Stockfische gefunden,  die stinkend vor sich hin getrocknet sind.

Eine Stunde später war der Spuk vorbei,  wieder totale Windstille und plötzlich alles voller Wolken.  Da es hier nie ganz dunkel wird,  kann man das mitten in der Nacht sehen.  Wir haben gestern beschlossen,  heute nach Bodø zur Fähre zur fahren. Die nächsten Tage soll das Wetter bescheiden werden,  vor allem soll es aber stürmisch werden.  Und da wir keinen Bock haben,  seekrank zu werden,  wollen wir die Ruhe vor dem Sturm wenn möglich nutzen. Die Fähren um 12 und um 16 Uhr sind zwar online ausgebucht,  dort werden aber immer nur 50 % der Tickets zur Verfügung gestellt.  Wir wollen versuchen,  die 16 Uhr Fähre zu bekommen,  die in knapp 3,5 Stunden nach Meskenes auf den Lofoten übersetzt.  Dafür liegt aber noch einiges an Strecke vor uns. Wir sind um 8 Uhr gestartet und durchs teilweise winterliche Norwegen gefahren.  Manche Seen sind gerade dabei,  langsam aufzutauen.

Nach einigen vielen kurvigen Kilometern sind wir wieder auf die E6 gestoßen,  der wir weiter gen Norden gefolgt sind. Auf knapp 692 m Höhe  haben wir dann den arktischen Kreis erreicht. 

Schneebedeckte Berge um uns wurden von der Sonne angeleuchtet, herrlich. 

Andi hat sofort die Drohne gestartet und hat uns von oben verfolgt und dabei gefilmt.

Eine ganze Zeit sind wir wie auf einer Hochebene gefahren. 

Die Schneeschmelze hat die Flüsse ordentlich ansteigen lassen. 

Dann ging es wieder bergab und die Bäume wurden wieder grün.  Wir haben eine kurze Tankpause gemacht und sind gegen 15 Uhr in Bodø angekommen.  Man musste sich einreihen in „reserviert“ und „ohne Reservierung“. Also sind wir in die 2. Reihe ohne Reservierung und haben gehofft,  mitzukommen. Wir waren mal wieder auf der Webcam zu sehen. 

Ich hatte bei Google maps gesehen,  dass direkt am Terminal ein Thai Imbiss ist.  Dort habe ich uns etwas zu Essen geholt, während Andi im Womo gewartet hat.  Als ich mit Essen zurück kam,  wurde die Fähre bereits beladen. 

Und wir sind tatsächlich mitgekommen.  Unser Essen haben wir dann auf der Fähre gegessen. 

Bei Sonnenschein haben wir pünktlich um 16 Uhr Bodø verlassen. Die See war wie gehofft sehr ruhig. Von unterwegs haben wir direkt in Moskenes einen Campingplatz gebucht,  sodass wir von der Fähre nur die Straße überqueren müssen und da sind. Und das war dann auch eine gute Entscheidung.  Wir sind ganz am Anfang von der Fähre gefahren und in der langen Schlange auf den Lofoten dann einen Platz zu finden,  wäre blöd gewesen.  Zumal es pünktlich zu unserer Ankunft angefangen hat zu regnen. 

So soll das Wetter die nächsten Tage auch erstmal bleiben. Zeit für uns,  auch mal einen Gang runter zu schalten und etwas zu Chillen nach den vielen Eindrücken. Wir haben unser Ziel erreicht und freuen uns in den nächsten Tagen dann trotzdem über etwas Sonne.