2012 Südafrika

Der letzte Tag

Ja, was soll ich sagen? Wir sitzen am Flughafen, es ist Freitag Abend und der Rückflug steht bevor. Wie üblich am letzten Tag hatte ich den ganzen Tag Pipi in den Augen. Aber Kapstadt hat mit uns geweint. Heute hat es den ganzen Tag geregnet – da haben wir die letzten Tage alles richtig gemacht. Da wir dem Regen entfliehen wollten, aber auch nicht den ganzen Tag am Flughafen rumhängen wollten, sind wir ins Canal Walk Shopping Center gefahren – einer Monstermall mit über 400 Geschäften, Restaurants, Kinos usw. Wir haben uns treiben lassen, Andi war nochmal beim Friseur und hat sich stylen lassen. Da uns aber immer noch unsere Mitbringsel gefehlt haben und hier überhaupt keine richtigen Touri-Läden waren, sind wir doch nochmal an die Waterfront gefahren und haben noch eine Giraffe und einen Elefanten aus Holz erstanden.

Danach haben wir uns durch den Stau zum Flughafen gequält. Dank dem Regen ist dem Typen von Hertz nicht aufgefallen, dass unsere Windschutzscheibe noch mehr Steinschläge hatte Smiley. Am Flughaben stand uns – und steht eigentlich immer noch – eine Aufgabe bevor. Wir haben hier nämlich am 1. Tag eine super elektrische Kühltasche gekauft, um die es schade wäre, sie zu entsorgen. Wir wollen probieren, sie mit in den Flieger zu nehmen. Jeder sagt uns etwas anderes, ob es geht oder nicht. Wir nehmen sie einfach so lange mit, bis wir nicht weiter kommen. Durch die Sicherheitsprüfungen sind wir durch, also sieht es eigentlich ganz gut aus –aber wir müssen in London nochmal umsteigen. Drückt die Daumen. Morgen Abend um die Zeit sind wir hoffentlich wieder daheim auf unserer Couch.

Noch ein paar Tipps für Afrika-Interessierte. Es ist echt interessant, dass uns mittlerweile auch Leute folgen, die nicht unsere Blog-Adresse hatten.

1. Frauen – lasst Euren Fön daheim – stylen bringt hier gar nichts. Die nächste Windböe macht alles kaputt und notfalls kann man unter der Klimaanlage die Haare trocknen – oder halt einfach rausgehen in den Wind.

2. Nicht nur die Garden Route machen, denn dann habt Ihr Afrika nicht gesehen. Im Inland sieht man das eigentliche Leben der Afrikaner, an der Küste das der Weißen.

3. Es lohnt sich absolut auf das Abenteuer Afrika einzulassen und all die Eindrücke aufzusaugen. Danach versteht die Afrikaner ein bisschen besser.

Wir sehen uns in Deutschland. Für alle Blogfolger – bis zum nächsten Mal!

2012 Südafrika

Victoria & Alfred Waterfront in Kapstadt

P1010905Heute haben wir den kompletten Tag an der Waterfront in Kapstadt verbracht. Man kommt sich dort vor wie in einem riesigen Vergnügungspark. Massenhaft Touris, Restaurants, Geschäfte, Ausflugsboote, ganz normaler Werftbetrieb, Hotels usw. Es ist unglaublich, wie viele Leute hier den ganzen Tag unterwegs sind. An jeder Ecke spielen Bands oder es tanzen Leute. Da haben die Afrikaner aus ihrem Hafen wirklich ein imposantes Viertel gemacht. Wir haben uns erst treiben lassen, dann sind wir eine Runde shoppen gegangen, konnten uns aber nicht entscheiden, was wir kaufen sollen und was leicht genug ist, um mitgenommen zu werden. Also haben wir gar nichts gekauft. Haben dafür lecker gespeist und wieder ganz viele Bilder gemacht.

P1010928Nachmittags sind wir mit dem Auto nochmal ins Bo-Kaap-Viertel gefahren. Das Viertel ist berühmt geworden durch seine bunten Häuser. Hier haben früher Sklaven gewohnt, die alle Einheitskleidung tragen mussten. Um ein bisschen Farbe in ihr Leben zu bringen haben sie alle ihre Häuser in Knallfarben gestrichen. Sieht total klasse aus.

Anschließend sind wir nochmal auf den Signal Hill gefahren, von wo aus man nochmal einen tollen Blick auf die Stadt hat. Wir kennen uns hier mittlerweile ganz gut aus, so richtig riesig ist Kapstadt eigentlich nicht wirklich und dank des Meeres und des Tafelbergs kann man sich immer gut orientieren.

Jetzt sind wir am aussortieren und zusammen packen. Gleich können wir die Flüge für morgen Abend schon online einchecken. Morgen wollen wir nochmal in ein riesiges Shopping-Center hier um die Ecke. Über 400 Geschäfte – da sind wir wahrscheinlich wieder völlig überfordert und kaufen wieder nichts Smiley.

2012 Südafrika

Ans Kapp der guten Hoffnung

Oh jeh, oh jeh, das Erste für – was haben wir heute wieder alles erlebt und das Zweite für – übermorgen geht es wieder heim und der Alltag hat uns wieder.

Aber lieber zu dem heute Erlebten. Andi hatte sich für 6 Uhr heute morgen den Wecker gestellt, da er Bilder vom Tafelberg zum Sonnenaufgang haben wollte. Ich habe bis halb acht weitergepennt. Wir hatten gestern echt Glück, denn heute war der Tafelberg den ganzen Tag wieder verhüllt.

Wir haben beschlossen, unser Ticket für den 2. Tag Bustour verfallen zu lassen und das gute Wetter zu nutzen, um ans Kap der guten Hoffnung zu fahren. Also sind wir wieder durch den Kapstadter Morgenverkehr in Richtung Camps Bay gefahren und auf den Chapmans Peak Drive, eine in den Steilhang geschlagene Straße. Leider haben wir uns kurz verfahren und sind in einem Township gelandet, wo wir schnell gedreht haben und wieder abgehauen sind. Die richtige Straße war traumhaft schön und hat tolle Blicke auf Hout Bay ermöglicht. Irgendwann sind wir im Nationalpark angekommen und mit einer Reihe von vielen Autos in Richtung Leuchtturm gefahren. Und hier sind wir Zeugen eines echten Raubüberfalls geworden! Eine gebückte Gestalt erschien an der Bahnstation und ist blitzschnell in den Food Shop gehuscht. Kurz danach kam die Gestalt mit einem Dutzend Chips-Tüten aus dem Laden gestürmt, wobei die Hälfte verloren ging. Das ganze ging so schnell, dass keiner richtig reagieren konnte. Bei dem Dieb handelte es sich um einen rotzfrechen Pavian! Wir haben ihn uns später vorgestellt, wie er im Gebüsch die Chips-Tüten aufreißt und genüsslich verspeist.

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Nachdem wir den Leuchtturm gesehen hatten, sind wir zu unserem eigentlichen Ziel – dem Kapp der guten Hoffnung. Man mag sich Wunder was vorstellen, aber es ist halt ein Felsen auf den man klettern kann und am Meer steht ein Schild. Hier haben wir einen Rotel-Bus getroffen – meine Eltern werden wissen, was das ist
Smiley
.

Anschließend sind wir nach Simons Town weitergefahren, wo für mich zumindest das Highlight des Tages gewartet hat. Hier lebt am Strand eine Kolonie von Pinguinen und wir hätten uns vor Lachen wegschmeißen können.

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Die kleinen putzigen Tierchen sind einfach nur einerseits total tollpatschig und auf der anderen Seite total flink. Es hat super viel Spaß gemacht, zuzuschauen. Da wir für den Tag schon wieder eine Menge erlebt haben, haben wir auf dem Rückweg in Camps Bay in der Inn-Kneipe, dem Café Caprice, einen Milchshake und einen Eiskaffee geschlürft. Hier gehen wohl die Promis ein und aus – wir kennen nur keine Südafrikanischen Promis
Trauriges Smiley
. Dann haben wir uns durch den Feierabendverkehr wieder heimgestaut und den traumhaften Sonnenuntergang von unserer Monster-Terrasse genossen.

2012 Südafrika

Kapstadt

Was ein schöner Tag. Nachdem wir heute morgen von dem Monsterbalkon unserer Präsidentensuite (hört sich richtig cool an, oder? – Ist es auch!) den Tafelberg ohne Tischdecke (Wolkenüberzug) gesehen haben, war schnell der Entschluss gefasst, dass wir dies nutzen müssen. Wir sind frühstücken gegangen und anschließend zur Victoria & Alfred (V&A) Waterfront gefahren, wo die Hop on & Hop Off Busse starten. Wir haben uns zu so einer Tour entschlossen, da der Fahrer beim Auto nicht wirklich etwas von einer eigenen Stadtrundfahrt hat und man von so einem knallroten Doppelstöckerbus nochmal eine bessere Sicht hat. Ein Bus hat auch direkt auf uns gewartet und wir sind gleich darauf losgefahren. Erst ging es entlang der Waterfront, zum Kongresszentrum und kreuz und quer durch die Innenstadt. Im berühmten District 6 waren wir, wo vor vielen Jahren ein Schmelztiegel der Kulturen war und wo die Regierung die Häuser gewaltsam abgerissen hat, um das Zusammenleben verschiedener Rassen zu unterbinden. Nur die Kirchen wurden verschont und so ist heute mitten in der Stadt ganz viel ungepflegte Grünfläche. Über eine neue Bebauung kann man sich nicht einigen und so passiert halt gar nichts.

P1010769Anschließend sind wir zur Cabel Car Station gefahren, wo schon Menschenmassen darauf gewartet haben, auf den Tafelberg transportiert zu werden. Wir haben überlegt hochzuwandern, haben uns aber dagegen entschieden. Nach ca. 45 Minuten Wartezeit sind wir in die Kabine eingestiegen. Lustig ist, dass die Außenhaut der Kabine fest ist und das Innere sich während der Fahrt um 360 Grad dreht. Festhalten ist also nicht. So kann aber jeder mal in jede Richtung gucken. Oben angekommen war es kurz nach 12 Uhr und so haben wir bei herrlichem Panorama auf der Dachterrasse des Restaurants Mittag gegessen. War auch die richtige Entscheidung, denn später war dort die Hölle los. Anschließend sind wir ca. 90 Minuten über den platten Tafelberg gewandert und haben die Aussicht genossen. Es ist echt ein atemberaubendes Panorama und wir hatten wettertechnisch echt super Glück. Da oben war es zwar durch den Wind ziemlich kühl, aber trotzdem sonnig. Gestern ging hier bestimmt gar nichts. Die Abfahrt ging recht schnell und wir sind in unseren nächsten Bus eingestiegen, der auf uns gewartet hat. Anschließend sind wir an den Nobelvororten Camps Bay und Clifton vorbei wieder zurück zur Waterfront gefahren.

P1010799Da Andi gestern ja nicht die Bilder von den Strandhäuschen in Muizenberg machen konnte, sind wir direkt nochmal dorthin gefahren. Vom Parkplatz aus haben wir meinen Papa angerufen, der nämlich heute Geburtstag hat und gestern aus dem Krankenhaus gekommen ist – alles Liebe nochmal von hier aus. Ich glaube, er hat nicht wirklich gerafft, dass wir das am anderen Ende der Leitung sind. 

Ja und nach den Aufnahmen hieß es schnell zurück ins Hotel, denn auf uns hat noch ein fester Termin gewartet – 30 Minuten Rückenmassage. Das war ein Traum! Die Wirbel sitzen wieder da wo sie sitzen sollten und nach mittlerweile über 5000 km im Auto haben wir uns das verdient (und jemand, der in der Präsidentensuite wohnt, sowieso Smiley)

2012 Südafrika

Über Franschhoek und Stellenbosch nach Kapstadt

Heute Nacht haben wir den Regen aufs Dach trommeln hören. Entsprechend hatten wir heute morgen nicht so wirklich Elan aufzubrechen. Da es ja erst wieder um 8.45 Uhr Frühstück gab, sind wir entsprechend spät los gekommen. Wir sind die sogenannte “Vier-Pässe-Tour” durch das Weinland gefahren und hatten vor jedem Pass die Hoffnung, dass dahinter die Sonne scheint. Bei den ersten beiden ist es leider schief gegangen, was schade war, denn wir sind durch ganz viele Apfelplantagen gefahren und die Bäume haben gerade geblüht. P1040821Als wir über den Pass bei Franschhoek kamen, lag unten der Ort inmitten vieler Weinberge in der Sonne und unsere Laune stieg total. Der Ort wurde vor vielen Jahren von Franzosen gegründet und ist total liebevoll inmitten der Berge und Weinberge angelegt. Traumhaft schön. Nach dem nächsten Pass waren wir in Stellenbosch, dem 3. ältesten Ort hier in der Gegend. Auch er ist sehr schön angelegt. Wir sind ein bisschen durch die Straßen geschlendert und haben einen Cappuccino getrunken. Nach der Mittagspause wollten wir nach Muizenberg, wo ganz lustig bunte Strandhäuschen standen. Allerdings war mittlerweile so starker Sturm, dass es kaum möglich war, Aufnahmen zu machen, ohne die Kamera sandzustrahlen. Überall flog Sand rum, die halbe Straße war zugeweht und es war kaum jemand auf der Straße unterwegs.

Also haben wir beschlossen, in unser Hotel zu fahren und zu schauen, was wir den restlichen Nachmittag machen. Wir haben ein Hotel in Milnerton direkt am Meer, laut Internet soll man von den Zimmern aufs Meer und den Tafelberg schauen können. Auf der Fahrt dorthin war links von uns eine Monsterwolke und wir haben schon als vermutet, dass darin/darunter der Tafelberg steckt, was auch der Fall war. An der Rezeption meinte Andi, ob man von unserem Zimmer auch den Tafelberg sehen könne und der Typ hat gegrinst und meinte, wir hätten eins der besten Zimmer und der Blick sei super. Andi meinte auf dem Weg zum Zimmer, dass er das bestimmt zu jedem sagt. Sagt er aber nicht, denn – bitte festhalten – wir haben die Präsidentensuite!!! Wir haben ein Schlafzimmer, zwei Bäder (eins für die Angestellten Smiley), ein Ankleideraum, eine Küche, eine Barnische, ein Wohn- und Esszimmer. P1010653Unser Balkon ist so groß wie unter uns der von drei Zimmern und der Blick ist der Hammer. Andi kam aus dem Lachkrampf nicht mehr raus – ich soll ihn jetzt Robert (Geissen) nennen Cooles Smiley. Das merkwürdigste ist, dass hier als Personal reinstiefelt und fragt, ob sie noch was bringen können. Aber wir wären ja nicht wir, wenn wir eben nicht in der Präsidentensuite Asia Nudel Snacks für 50 Cents gegessen hätten Smiley. Die denken auch, wir haben sie nicht alle. Ja, hier hausen wir jetzt für 4 Nächte – man gönnt sich ja sonst nichts. Hoffentlich wirft der Tafelberg sein Tischtuch noch mal ab in den Tagen, dass wir noch mal hoch können. Die Präsidenten sagen gute Nacht…