2013 Südamerika · Peru

Von Cuzco nach Aguas Calientes

Um 6 Uhr haben wir heute morgen gefrühstückt, um anschließend mit einem kleinen Bus ca. 30 Minuten zur Bahnstation zu fahren.P1090389_1280 Von dort aus ging es mit einem komfortablen Zug in Richtung Aguas Calientes, das unterhalb von Machu Picchu liegt. Die Zugfahrt hat ca. 3 Stunden gedauert und wir sind durch die Anden gefahren. Am km 104 haben wir angehalten, da dort die Leute ausgestiegen sind die den Inka Trail machen wollten. Die Träger sind mit ihren riesigen Paketen den Berg hochgerannt, die Touristen gemächlich hinterher. Aus unserer Gruppe wollten auch welche den Trail machen, haben sich aber kurzfristig dagegen entschieden, da es leider geregnet hat. Nach ca. 1 Stunde Fahrt hat es aber aufgeklart und so sind wir gegen 11 Uhr angekommen.

P1080510_1280Da der restliche Tag zur freien Verfügung war, haben wir uns der Reisegruppe angeschlossen und sind zu tollen Wasserfällen im Tal unterhalb von Machu Picchu gelaufen. Es wurde immer heller und irgendwann kam sogar die Sonne raus. Der Ort liegt auf ca. 2.400 m und es ist der Hammer, wie anders hier das Klima ist. Man ist mitten im Regenwald, entsprechend ist die Luftfeuchtigkeit und die Vegetation. Wir waren fix und fertig, als wir zurück im Hotel waren, aber eine Dusche hat wahre Wunder bewirkt.

P1080952_1280Nachmittags sind wir noch durch Aguas Calientes gestreift, ein uriges Dorf, das vom Tourismus rund um Machu Picchu lebt. Es ist in den Berg gebaut und überall sind Restaurants und Touristenläden. Mitten durch den Ort fährt die Eisenbahn, Autos gibt es keine. Nur die Busse, die nach Machu Picchu hochfahren. Karol hat uns abends mit in das tolle Restaurant “Indio Feliz” genommen, in das wir abermals so nicht gegangen wären. Wir haben Nudel gegessen. Diese wurden toll drapiert auf einem Teller serviert, zusätzlich kam ein Tablett mit lauter kleinen Schüsseln drauf. Darin war Öl, Pesto, Pilze, Peperoni und Tomatensauce. Es hat super geschmeckt und wir sind wieder super früh und kaputt ins Bett gefallen.

2013 Südamerika · Peru

Machu Picchu

Juhu, heute geht mein Traum in Erfüllung. Bin heute Nacht wach geworden und dachte, dass es regnet, war aber nur der Fluss, an dem wir wohnen. Um 7 Uhr sind wir mit dem Bus nach Machu Picchu hochgefahren. Es liegt einige Meter höher als Aguas Calientes und die Straße geht serpentinenartig den Berg hoch. Morgens war Gott sei Dank noch nicht so viel los. Die meisten Touristen kommen erst gegen 11 Uhr mit dem Zug an, lassen sich den Berg hoch karren, machen ein paar Bilder und fahren am gleichen Tag mit dem Zug wieder zurück. Gott sei Dank haben wir das nicht gemacht, denn so früh morgens war noch nicht so viel los.

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Die Ruinen lagen in mystischen Nebelschwaden und Giancarlo, unser Guide seit Cuzco, hat uns toll und lebendig durch die Stadt geführt. Mit ihm haben die letzten Tage echt Spaß gemacht und wir haben viel gelacht. Nach drei Stunden waren wir mit der Führung fertig, er hat sich verabschiedet und wir hatten Freizeit. Ein Teil der Gruppe ist direkt wieder ins Tal gefahren, wir sind dort geblieben und haben darauf vertraut, dass gegen 12 Uhr die Sonne raus kommt.
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Daher sind wir den schmalen Weg am Abhang entlang zur Inkabrücke gelaufen. Die Brücke war der Fluchtweg zu früheren Zeiten, ist heute aber nur noch für ein Foto gedacht. Als wir dort angekommen sind, wurde es heller und die Sonne ist tatsächlich rausgekommen. Wir sind zurück zu einem tollen Ausguck und haben nochmal Bilder mit Sonne gemacht. Es ist unglaublich, wie klein die Stadt vom Berg aus wirkt und wie groß sie ist, wenn man hindurch läuft. Frank und Andi haben beschlossen, aufgrund des Sonnenscheins noch zum Sonnentor hoch zu laufen. Klü und ich sind nach einigen Metern umgekehrt, da es doch ganz schön anstrengend war. Wir haben uns auf eine Mauer gesetzt und die Aussicht genossen.

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Um halb drei haben wir uns an der Busstation mit den anderen beiden wieder getroffen und mussten uns leider von Machu Picchu verabschieden. Der Name hat in den letzten Tagen aber für vielerlei Phantasien beigetragen – wir waren abends nur noch Machu Platschu und haben Machu Pictures gemacht. Und wenn wir mal aufs Klo müssen, dann gehen wir Pipikacka machen (Titikakasee).

Mit dem Zug ging es schließlich 3 Stunden wieder zurück in Richtung Cuzco, nachdem heute ein absoluter Traum in Erfüllung gegangen ist.

2013 Südamerika · Peru

Von Cuzco nach Puno am Titikakasee

Was ein Abenteuer. Heute sind wir mit einem öffentlichen Bus gefahren. Ein kleiner Bus hat uns heute morgen nach Cuzco zum Busbahnhof gefahren, wo Gewusel ohne Ende war.P1080976_1280 Wir hatten reservierte Plätze und sind in einem echt komfortablen Bus quer durch Peru gefahren. Man hatte richtig Platz. Die Fahrt (7 Stunden) hat 30 Sol gekostet, ca. 8 EUR. Wir haben das erste mal so richtig das Hochland gesehen. Nachdem wir Cuzco verlassen hatten, wurde alles sehr ländlich. Man hat kaum Autos gesehen, die meisten Leute haben sich per Mofa oder Fahrrad oder eben zu Fuß bewegt. Die Peruaner leben hier anscheinend hauptsächlich von der Landwirtschaft. Die Frauen haben die traditionelle Tracht getragen. Die Felder wurden noch per Hand bewirtschaftet. Die Familien hat man auf den Maisfelder gesehen, wie sie Unkraut geharkt haben. Wir sind durch ein paar kleine Ortschaften gekommen, hauptsächlich leben die Leute aber sehr weit verteilt. Direkte Nachbarn haben die wenigsten. Die Landschaft war traumhaft schön. Leider waren die Scheiben vom Bus getönt, so dass wir die Farben nicht richtig sehen konnten.P1090635_1280 Wir sind über einen Pass mit   4.338 m Höhe gefahren, wo die Luft wirklich arg dünn war. Klü musste in der Pause natürlich zu einer Alpakaherde laufen und hätte fast den Bus verpasst. Sie hat auf der Höhe dann noch einen kleinen Dauerlauf hinlegen dürfen.

Gegen halb vier sind wir am Titikakasee (Titi bedeutet Puma und Kaka bedeutet Felsen) in Puno auf 3.825 m Höhe angekommen. Wir wurden gleich auf ein Boot gebracht und zu den berühmten schwimmenden Schilfinseln gefahren. Es ist unglaublich, dass dort wirklich Menschen leben. Pro Insel leben ca. 6 Familien. Uns wurde erklärt, dass die Inseln ca. 2 Meter tief sind und immer wieder erneuert werden müssen, da sie sonst untergehen.P1090155_1280 Die Häuser, Boote, einfach alles besteht aus dem Schilf. Es gibt eine Schule, zu der die Kinder mit einem Boot fahren. Als die Sonne mal hinter einer Wolke verschwunden ist, wurde es auch gleich kalt und wir haben uns gefragt, wie die Uros – so heißen die Einwohner – wohl den Winter dort überstehen. Sie haben kein warmes Wasser, nur Strom, der über Solarzellen erzeugt wird. Ihre Hühner und Meerschweinchen leben mit auf der Insel, ansonsten leben sie vom Fischfang und Tourismus. Die Frauen sitzen den ganzen Tag da und machen Handarbeiten, die sie an die Touristen verkaufen. Durchgefroren sind wir wieder am Festland angekommen und sind ins Hotel gebracht worden.

Gegen 18 Uhr hat uns Karol mal wieder in ein Restaurant entführt, in das wir mal wieder nicht gegangen wären, da wir es nicht gefunden hätten. Wir haben peruanische Gerichte gegessen und sind nach einem kurzen Bummel durch Puno zurück ins Hotel. Morgen können wir ausschlafen, denn es geht erst um 8 Uhr weiter. Wir werden morgen Peru schon verlassen und nach Bolivien einreisen, wo wir aber noch am Titikakasee bleiben werden.

2013 Südamerika · Bolivien · Peru

Von Puno zur Sonneninsel in Bolivien

Juhu, ausgeschlafen!!! Heute sind wir um 8 Uhr mit einem Bus 2,5 Stunden zur bolivianischen Grenze gefahren. Als wir Puno verlassen haben, hat uns Karol noch erklärt, warum ein Großteil der Häuser so unfertig aussieht. Tatsache ist, dass die Steuern für fertige Häuser 4 mal höher sind, als für im Bau befindliche Häuser! Das hat uns doch sehr überrascht!. Unterwegs war alles wieder sehr bäuerlich, die Leute leben sehr einfach.

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Bei der Ausreise aus Peru mussten wir erst unseren weißen Zettel, den wir seit der Einreise in unserem Pass hatten, wieder abgeben. Dann wurde unser Gepäck auf Fahrräder mit einer Ladefläche verladen und wir sind zu Fuß zur bolivianischen Grenze gelaufen. Dort mussten wir neue Zettel mit unseren Daten ausfüllen und haben einen Einreisestempel in unseren Pass bekommen. An der Grenze selber durften keine Bilder gemacht werden, außerdem durften wir uns nicht mit Karol unterhalten, da sie Peruanerin ist. Sie hat uns im Bus vorher erklärt, wie wir uns zu verhalten haben. Während wir die Einreise vorgenommen haben, wurde unser Gepäck auf einem kleinen Bus auf das Dach verladen und mit dem Bus sind wir ins 8 km entfernte Copacabana gefahren. Manch einer wird sich jetzt fragen, wie das geht, denn die Copacabana ist doch in Rio. Stimmt aber nicht, das echte liegt in Bolivien. Bolivien ist gegenüber Peru ein sehr armes Land und das Taiwan von Südamerika. In Bolivien werden Waren kopiert (z.B. ) und nach Peru geschmuggelt (z.B. Benzin) ohne Ende. Hauptstadt der Schmuggler und Korruption ist Juliaca, welches wir auch durchfuhren.

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Im Ort angekommen, wurde unser Gepäck auf ein Boot verladen und wir sind am Strand etwas essen gegangen. Danach sind wir zu der berühmten Kirche gelaufen, wo eine Madonna ist, die von allen angebetet wird. Vor der Kirche hat sich uns ein wahres Schauspiel geboten. Die Leute hier bringen ihre neuen Autos vor die Kirche, schmücken sie mit allerhand bunten Dingen und lassen sie segnen. Dafür kommen sie aus dem ganzen Land angereist. Außerdem gibt es Stände mit allerlei Dingen, die man sich wünschen kann. Der Glaube der Leute sagt, wenn sie an so einem Stand z.B. ein Plastikauto oder -haus kaufen, dann werden sie dies auch irgendwann besitzen. Für uns unglaublich!

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Von der Kirche aus sind wir zu dem Hafen und auf unser Boot gegangen. Damit wurden wir zur ca.1 Stunde entfernten Sonneninsel mitten im See gebracht. Bei herrlichem Wetter hat das echt Spaß gemacht und war voll entspannt. Und dann ging das Abenteuer los. Auf der Insel angekommen, wurde unser Gepäck auf Esel verzurrt und damit zu unserer Unterkunft gebracht worden. Wir sind einen heftig hohen Berg hochgelaufen – von 3.800 m auf knapp unter 4.000 Höhenmetern. Wir haben aufgrund der Höhe und der Anstrengung ganz schön gepumpt, sind aber oben am Gipfel mit unserer Unterkunft und einer grandiosen Aussicht belohnt worden. Auf der Sonnenterrasse haben wir uns mit einer Tasse Kaffee belohnt und auf die Esel gewartet. Zusammen haben wir bei einem Gläschen leckerem Rotwein, den Karol den ganzen Berg hochgeschleppt hat, den Sonnenuntergang genossen.
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Auf der anderen Seite des Berges ist der Mond über einem Bergmassiv mit mehreren 6.000ern und der Mondinsel aufgegangen, was auch ein unglaubliches Bild war. Während des Sonnenuntergangs sind die ganzen Einheimischen mit ihren Schafen und Eseln von ihren Feldern zurück gekehrt. Auf der ganzen Insel gibt es kein Auto, so dass das Leben hier echt beschwerlich und einfach ist – aber irgendwie auch faszinierend.

2013 Südamerika · Bolivien

Von der Sonneninsel nach La Paz

P1090844_1280Nach einer ruhigen Nacht wurde unser Gepäck heute morgen wieder auf den Eseln verladen. Nachdem mein Koffer festgezurrt war, ist der Esel damit erst mal ne Runde Grasen gegangen Smiley. Wir sind mir unserem kleinen bolivianischen Guide Luis (ca. 10 Jahre alt) quer über die Insel zu einem anderen Hafen gelaufen, von wo aus wir mit dem Boot 2,5 Stunden wieder ans Festland übersetzten. Unser Gepäck war schon da. Unten am Wasser angekommen, mussten wir nochmal Pipikaka machen, allerdings war weit und breit kein Klo zu sehen. Klü ist in die Nähe eines Tierstalls und hat sich in die Ecke gesetzt. Ein Bulle und ein paar Schweine haben ihr zugesehen – bis plötzlich die Tür aufging und der Bauer mit einem verwunderten Blick raus kam. Wir haben uns totgelacht!

Nach der Bootsfahrt sind wir im kleinen Santiago de Okola rausgekommen. Am Ufer standen mehrere Leute mit Schubkarren bereit – für unser Gepäck! Während wir in den Ort gelaufen sind, wurden unsere Koffer von älteren Herrschaften neben uns hergeschoben. Ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen dabei!!! P1090874_B_1280Ein Guide hat uns die örtliche Schule gezeigt und wir durften in eine 1. Klasse mit 5 Schülern reinschauen. Die Kinder haben für uns ein Lied geschrien und wir haben im Gegenzug auch so etwas wie ein Lied gesungen Zwinkerndes Smiley. Anschließend ging es in einen anderen Raum, den die Kinder selber in ein Art Museum verwandelt haben. Viventura hilft mit Hilfsprogrammen in dem Ort, indem sie Schulmaterial sponsern und Touristen in den sonst sehr verlassenen Ort bringen. Man kann bei anderen Touren hier auch übernachten. Wir sind quer über ein Felder zu einer alten Frau, die auf der Erde saß und an einem Betttuch gewebt hat. Sie hat uns gezeigt wie das Handwerk geht und wie die traditionellen Leute gekleidet sind – und bevor Andi und ich uns versehen konnten, hatten wir die Kleidung an. Ich hätte mich wegschmeißen können, vor allem war alles viel zu groß. Außer dem Hut, der bei meinem Dickkopf viel zu klein war. Nachdem wir uns wieder zu Europäern zurück verwandelt haben, wurden wir zum Essen eingeladen. Die Dorfleute hatten lauter traditionelle Speisen vorbereitet und es hat vorzüglich geschmeckt. Den heutigen Tag hätten wir auf eigene Faust so nie organisieren können und daher sind wir echt froh, dass wir uns der Tour angeschlossen haben.

Nach dem Essen sind wir von einem eigens für uns angereisten Bus in Richtung La Paz gebracht wurden. Die ersten zwei Stunden haben pure Natur und einfaches Leben dominiert. Wir haben wieder einmal massenhaft Schafe, Rinder und Esel gesehen. Später sind wir in die Nachbarstadt von La Paz, El Alto gekommen. Auf einen Schlag hat das pure Chaos geherrscht. Menschen über Menschen, Busse über Busse. Wir haben uns durch das Gehupe gedrängt und sind irgendwie durchgekommen.P1090389A_1280 Karol meinte irgendwann, wir sollten die Augen schließen und erst wieder öffnen, wenn sie es sagt. Als sie es sagte, sind wir mit einem Wahnsinnsblick über La Paz belohnt worden. Wir haben einen kurzen Fotostopp gemacht, um das Panorama einfangen zu können. Anschließend sind wir durch enge Gassen in unser recht cooles Hotel gefahren, haben noch eine Kleinigkeit gegessen – und ab in die Heia, wir sind Machu Platschu!