2017 USA Ostküste

Zurück nach Newark

Heute morgen haben wir versucht, das Chaos unserer Rückbank im Auto irgendwie wieder in unsere Koffer zu verstauen – inkl. der Dinge, die wir hier geshoppt haben. Wir waren froh, dass wir noch eine separate Tasche dabei hatten, die wir mit aufgeben konnten.  Andi hat in der Arbeitswoche von seinem Chef einen tollen großen Rucksack geschenkt bekommen und ich nehme davon auch noch einen mit für seinen Kollegen in Deutschland. Die nehmen echt Platz weg. Aber dank der Business Economy, in der wir auch wieder zurück fliegen, könnten wir pro Nase sogar zwei Gepäckstücke aufgeben, also alles gut. 

Wir haben seit Ankunft immer bewundert, dass wirklich jeder Rasen perfekt gemäht ist.  In den drei Wochen haben wir auch gemerkt, womit das zusammen hängt. Hier läuft keiner hinter dem Mäher her, sondern jeder hat einen Aufsitzmäher, der an ein Kart erinnert und mit denen die Herren über ihre riesigen Grundstücke heizen. Vor allem enge Kurven fahren scheint viel Spaß zu machen😀.


Wir sind  gemütlich gen Süden gefahren und haben irgendwann einen Schrecken bekommen, als wir auf die Uhr geschaut haben.  Mit Blick auf das Navi haben wir ein bisschen Gas gegeben. Man hat deutlich gemerkt, dass wir wieder in den Grossraum New York kamen, denn der Verkehr hat deutlich zugenommen. Trotzdem sind wir pünktlich bei der Autorückgabe angekommen.  Wir sind mit der Bahn zum Terminal und ab ging es nach Hause. 

Fazit:

– der Indian Summer ist der Hammer. Farbe, wo man hin schaut. Uns hat er in den White Mountains aber noch besser gefallen als im Acadia Nationalpark. Die Jahreszeit ist auch schön wegen der vielen Kürbisse, die überall herum liegen und liebevoll zum Schmücken verwendet werden. Außerdem haben wir sehr cool geschmückte Häuser wegen dem bevorstehenden Halloween gesehen. Die Covered Bridges machen die Gegend außerdem zu etwas besonderem. 

 – die Ostküste ist definitiv voller mit Menschen als der Westen der USA. Es ist schwierig, hier die Weiten der Natur zu finden und nicht ständig anderen Leuten über den Weg zu laufen. Trotzdem findet man auch hier stille Ecken wenn man die großen Straßen verlässt. 

– nachdem wir in Myanmar im Januar erstmalig dazu übergegangen sind, mehr Menschen als Landschaft zu fotografieren, hat sich das hier wieder geändert. Wahrscheinlich reizen Menschen, die anders aussehen als wir mehr als Fotomotiv.

2017 USA Ostküste

Green Mountains 

Nach einer ätzenden Nacht, in der ein Bus die ganze Nacht unter unserem Fenster lief, haben wir heute morgen schnell Rutland verlassen.  Wir sind gen Süden nach Manchester gefahren. Der Ort wurde in 2014 quasi neu aufgebaut als eine Art Outlet – aber total schön. 

In kleinen Häusern befinden sich Shops der verschiedensten Hersteller, in anderen werden aber z. B. auch Sachen aus Vermont von Bauern verkauft. Hier haben wir endlich den Ahornsirup gefunden, den wir schon die ganze Zeit gesucht haben. Er ist als bester Sirup prämiert und wenn, dann wollten wir auch richtigen mitbringen.  

Weiter ging’s auf kleinen Nebenstrassen in die Berge. Bei herrlichem Wetter haben wir immer mal wieder gehalten und kleinere Spaziergänge unternommen. Total schön. 

Von einem Aussichtspunkt hatte man angeblich eine 100 Meilen weite Aussicht.  

In Bennington haben wir drei überdachte Brücken hintereinander gefunden und unsere Kameras nochmal glühen lassen. 

Außerdem haben wir hier noch den örtlichen Obelisken besucht. Er ist  gemäß dem netten Herrn im Fahrstuhl wohl das höchste Gebäude von Vermont und angeblich das 6. höchste der USA. Allerdings kam mir unsere Wohnung in Jersey City schon höher vor… War trotzdem schön dort oben. 

Unser heutiges Ziel hieß Pittsfield und Andi hat im Navi die kürzeste Strecke bestellt, was sehr lustig war. Wir sind Straßen gefahren, die wären wir sonst nie gefahren und wir haben uns irgendwann gefragt, ob hier wirklich noch ein Motel kommt. 

Wir haben heute übrigens eine Weltreise unternommen. Wir waren in Manchester,  Jamaica,  Peru, Berlin, Dover und Marlboro😂.

Eben haben wir leider schon wieder unsere Flüge einchecken müssen, denn morgen geht’s noch rund 300 km zum Flughafen und dann ab nach Hause. 

2017 USA Ostküste

Durch die White Mountains nach Vermont

Heute früh ist es uns schwer gefallen, uns von dem tollen Hotel zu verabschieden.  Aber: wir mussten weiter. 

Wir sind erst parallel zur Autobahn wieder ein Stück nach  Norden gefahren. Auf der Straße war kaum was los und es war total entspannt.  Wir haben wieder eine überdachte Brücke gefunden und haben sie fotografiert.  

Irgendwann sind wir in den westlichen Teil der White Mountains abgebogen. Wir haben sofort gemerkt, dass die Bäume hier schon viel mehr Laub verloren haben und die Farben nicht mehr so strahlen wie die letzten Tage. Unser heutiges Ziel heißt Rutland und liegt in den Green Mountains.  So langsam geht unsere Reise zu Ende und wir müssen wieder gen Süden nach New York kommen. Irgendwie hatten wir uns so auf viele unterschiedliche Highlights konzentriert, dass wir nicht wirklich einen Plan für die letzten zwei Tage hatten. Also haben wir beschlossen, im Navi Autobahnen auszuschließen für die Route und uns abseits aller großen Routen leiten zu lassen und wir haben das Amerika gefunden, das wir teilweise vom Westen kennen. Wir sind Meilen über Meilen durchs Nichts gefahren – wobei das Nichts aus Wäldern, Flüssen und Seen bestand und wir uns zeitweise gefragt haben, ob es hier auch Menschen gibt.  

Vermont hat es sich wohl auf die Fahne geschrieben, viel Landwirtschaft zu betreiben und wir haben tatsächlich auf 60 Meilen nur Farmshops bzw kleine General Stores – quasi Tante Emma Läden – gefunden. Teilweise standen verfallene Häuser am Straßenrand, es wurde aber auch durchaus neu gebaut.  

Irgendwann sind wir in die nördlichen Ausläufer der Green Mountains gekommen und durch das dortige Skigebiet haben wir auch wieder zurück in die Zivilisation gefunden. Rutland selber ist eine Stadt, wo man wieder alles findet was man nicht sucht. Da sich das Wetter eingetrübt hat, sind wir noch ein bisschen shoppen gegangen. 

2017 USA Ostküste

Mount Washington 

Letzte Nacht habe ich geträumt, der Regen hat die komplette rote und gelbe Farbe von den Bäumen gewaschen und es ist nichts mehr da. Umso erleichterter war ich, dass heute morgen zusätzlich zu den bunten Farben auch noch der blaue Himmel und die Sonne zurück gekehrt sind. 

Nachdem wir uns ja gestern richtig schön ausgeruht haben, wollte ich gerne auf dem See eine Kajaktour machen, Andi lieber auf den Mt Washington. Natürlich hat er mal wieder gewonnen, was sich aber auch echt gelohnt hat. Wir sind wieder gen Norden gefahren und heute war weit weniger los als am Sonntag.  Durch den Regen war die Luft total klar und alles hat geleuchtet. Aber die Bäume haben schon auch deutlich mehr Laub verloren. Nächste Woche dürfte der Indian Summer hier ziemlich durch sein. In Conway haben wir eine weitere überdachte Brücke gefunden und Andi hat seine Drohne steigen lassen. 

Weiter ging’s an die Talstation vom Mt Washington, wo wir vorgestern aufgrund des Sturms umkehren mussten. Heute durften aufgrund des Windes keine Motorräder hoch, Autos schon.  

Der Preis mit 38 $ für Auto mit zwei Personen war schon echt happig. Wir haben eine große papierhafte Einweisung erhalten mit dem Hinweis, wir mögen bitte erstmal rechts parken und sie lesen.  Wir haben echt gedacht: typisch USA. Man kann es treiben und übertreiben.  Wir haben kurz gehalten, einen Blick drauf geworfen und los gings. Die ersten Meter war es eine Art Waldweg und wir dachten, was ein Schwachsinn mit den ganzen Bestimmungen. Irgendwann kamen wir an die Baumgrenze und der Teer hat sich in eine Gravel Road geändert. Die Straße wurde schmaler und wir haben angefangen zu merken, wie hoch wir eigentlich schon sind. Es war wieder stürmisch und die Wolken peitschten über die Berghänge. Irgendwann sind wir am Gipfel angekommen und haben einen Kälteschock bekommen. Während im Tal T- Shirt Wetter war, war es hier oben eisig.  Einen Pulli und eine Jacke später sind wir ausgestiegen und haben angefangen, die wahnsinnige Aussicht zu genießen.  

Die Bahn, die von einem anderen Ort aus hoch fährt war gerade da und wir konnten sehen, wie sie den Abhang wieder runter geschlichen ist.  Der Mt Washington ist mit 1917 m die höchste Erhebung im Nordosten der USA und die jemals gemessene höchste Windgeschwindigkeit außerhalb von Tornados stammt von hier oben.  Sie wurde 1934 mit 372 kmh gemessen.  An über 100 Tagen im Jahr werden hier Geschwindigkeiten von über 120 kmh gemessen und das merkt man bei jedem Schritt, den man macht. Man hatte ständig das Gefühl weg zu fliegen und langsam konnten wir auch verstehen, warum vorgestern hier geschlossen war.  

Wir mussten immer mal wieder in die Station gehen, um uns aufzuwärmen. Oft werden hier im Herbst schon Temperaturen von -40 Grad gemessen.  Aufgrund der klaren Sicht konnten wir von hier oben sogar den 60 Meilen entfernten Atlantik sehen. Wir haben die restlichen Berge um uns um 1400 m überragt. Ich hätte nicht gedacht, dass uns ein Berg so beeindrucken kann und mittlerweile kamen uns die 38 $ als gut angelegt vor.  

Wir sind den Berg langsam wieder runter gefahren und haben noch ein paar Bilder gemacht, die nicht nachbearbeitet sind!!! Kitsch pur😂. Vor dem Baum fand am Sonntag das Bollywood-Selfie-Festival statt😁.

Anschließend sind wir wieder in Richtung Center Harbor gefahren. Da heute nicht so viel los war, haben wir an verschiedenen Lookouts gehalten und noch kleinere Wanderungen zu Wasserfällen unternommen.  

Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir wieder im Hotel.  Und dort sind wir erstmal in den riesigen warmen und blubbernden Hot Tub gegangen und haben unsere müden Knochen wieder entspannt. 

Morgen müssen wir hier leider auschecken….

2017 USA Ostküste

Center Harbor

Heute hat es wie vorher gesagt den ganzen Tag geregnet und wir haben einen total Faulen gemacht. Das Frühstück im Hotel war super gut und gemütlich (obwohl es weder Waffeln noch Pancakes gab). Wir haben nicht auf die Uhr geschaut, sondern gemütlich mit Blick auf den Lake Winnipesaukee unseren Kaffee geschlürft. Obwohl es geregnet hat, konnten wir trocken auf dem Balkon sitzen und lesen und auf den See schauen. 

Nachmittags sind wir mal nach Meredith gefahren, dem Nachbarort und sind dort gemütlich durch einen Supermarkt geschlendert, haben was gegessen und es uns anschließend wieder mit nem Buch gemütlich gemacht – herrlich! So ein Tag Auszeit tut doch mal ganz gut nach den vielen Eindrücken und dem Programm. 

Die Auswahl eines Bildes fällt heute dabei besonders schwer – es ist das einzige, das Andi heute gemacht hat, also quasi „the picture of the day“🤣.