2018 Patagonien · Chile

Auf nach Santiago de Chile

Juhuu, wir gehen endlich wieder auf Reise!!! Haben heute morgen ausgeschlafen und sind nachmittags ganz entspannt zum Flughafen aufgebrochen. So viel Gepäck hatten wir noch nie dabei: 2 Koffer mit 23 kg und noch eine zusätzliche Tasche mit Regenklamotten und wasserfesten Stiefeln. Andis Koffer und Rucksack besteht allerdings gefühlt nur aus Technik (Drohne, 2 Kameras, 5 Objektive, Tablet, Laptop, eine riesige Tasche mit Ladekabeln – und wahrscheinlich habe ich noch einiges vergessen…😂). Hoffen wir mal, dass alles in Chile ankommt…

Da Chile nicht direkt angeflogen wird, fliegen wir über Madrid und steigen dort um.

2018 Patagonien · Chile

Santiago de Chile

Warum sollte bei uns ein Urlaub mal alles glatt laufen? Nach einem eigentlich guten Flug sind wir heute morgen in Santiago gelandet, sind eingereist und zum Kofferband gegangen. Mein Koffer und die zusätzliche Tasche kamen auch recht schnell. Auf Andis Koffer warten wir immer noch. Leider ist er nicht mit gekommen und wir sind von a nach b und wieder zurück gelaufen, um erfahren zu können, wo er ist. Schließlich konnten wir nur eine Nachforschung aufgeben und warten… Unser Shuttle zum Hotel war natürlich nicht mehr da, da das ganze fast zwei Stunden gedauert hat. Uns haben so zwei Typen angesprochen und für uns bei der Agentur angerufen. Die haben uns den Auftrag gegeben, ein Taxi ins Hotel zu nehmen, was wir dann auch gemacht haben. Im Hotel haben wir angefangen zu überlegen was in dem Koffer alles drin ist und gedanklich könnten wir gerade wieder heim. Denn wie vorher beschrieben – da sind sämtliche Ladekabel für alles drin. Klamotten kann man notfalls nach kaufen, aber Akkus sind halt schnell leer. Sind gerade sehr gefrustet….

Nachdem wir festgestellt haben, dass es nichts bringt, gefrustet auf dem Bett zu sitzen, sind wir in die Stadt aufgebrochen. Da heute Sonntag ist, sind viele Geschäfte geschlossen, einige hatten aber doch auf. Also haben wir als erstes ein h&m gestürmt und Andi ein paar T-Shirts und Unterhosen gekauft. In einer Drogerie kamen noch diverse Sachen wie Rasierzeug dazu. Irgendwann sind wir am plaza de armas, dem zentralen Platz in der City angekommen.

Hier ist voll Frühling, die Bäume blühen, es sind über 20 Grad, die Leute sitzen draußen und genießen die Sonne. Man kommt sich auch nicht vor wie in Südamerika, die Stadt könnte optisch auch in Europa liegen. Alte schöne Gebäude neben modernen Shopping Centern und sehr breiten Straßen voller Bäume. Wir sind durch die Gassen geschlendert und auf den Cerro Santa Lucia geklettert, von dem aus man eine super Sicht hatte. Der Berg lag in einem total schönen Park, wo man vergessen konnte, dass man mitten in der Stadt ist.

Beim einkaufen gibt es hier sehr lustige Gewohnheiten: man sucht sich aus was man haben möchte, geht dann mit einem Zettel an eine Kasse und dann zurück, um die Ware zu holen. Muss man auch erst mal durchblicken….

Wir sind in alle möglichen Elektro Geschäfte gestürmt, um an Ladekabel zu kommen, bisher ohne Erfolg. Am späten Nachmittag sind wir in unserer schönes Stadthotel zurück um uns etwas auszuruhen und da haben wir eine Mail von der Agentur hier vor Ort bekommen, ob alles okay wäre, da wir nicht am Flughafen waren. Wir haben die Frau zurück gerufen und die war super. Sie hat uns den Tipp gegeben, mit der U-Bahn zu dem grössten Shopping Center zu fahren, das selbst Sonntags bis 22 Uhr auf hat. Wenn wir die Kabel finden, dann da. Sie hat total mit uns gefühlt. Also haben wir uns wieder auf die Socken gemacht und uns mit dem U-Bahnsystem auseinander gesetzt. 7 Stationen weiter waren wir im absoluten Shopping Paradies, dem Costanera Center. So etwas habe ich in Deutschland noch nicht gesehen und selbst die große Mall in King of Prussia kommt da im Vergleich an ihre Grenzen… Leider gab es alles – nur nicht das was wir gesucht haben…. Als Trost sind wir noch in den 61. Stock gefahren und haben den Sonnenuntergang von dort oben geguckt, was echt schön war.

Zurück im Hotel waren wir nur noch platt und sind ins Bett gefallen – in der Hoffnung, dass morgen alles gut wird…

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Weiter nach Puerto Varas

Heute habe ich schon genau drei mal geheult und jeder wird den Kopf schütteln, über was….

Wir waren beide schon um 5 Uhr wach und wollten so gerne etwas tun, um aus der blöden Situation ohne Koffer raus zu kommen, ging um die Zeit aber nicht. Also sind wir um 8 Uhr zum Frühstück gegangen und danach in Richtung U-Bahn aufgebrochen. Die Anfrage nach dem Koffer war immer noch offen und Iberia konnte uns auch keine Auskunft geben. Also musste eine Lösung her.

Man konnte einen krassen Unterschied zwischen Sonntag und Montag merken, denn in die U-Bahn wurde man rein gedrückt und konnte einfach nicht umfallen, da es so eng war. Wir sind so weit gefahren wie gestern, denn neben der Mall ist der einzige DJI- Laden in ganz Chile und wir haben gehofft, dort ein Ladekabel für die Drohne zu kriegen – und wir hatten Glück (was die ersten Tränen der Erleichterung ausgelöst hat).

Mit der U-Bahn ging es zurück in die Stadt. Wir haben von der netten Frau von der Reiseagentur und einem Mitarbeiter in einem Geschäft gestern zwei Adressen bekommen, wo wir für die Kamera ein Aufladegerät bekommen könnten. Die erste Anschrift war leider nichts, die zweite haben wir erst gar nicht gefunden. Im Stadtkern in einem ganz alten Gebäude waren im Keller mehrere kleinere Fotogeschäfte. Bei den ersten beiden hatten wir kein Glück. In einem Laden, wo es von der Decke getropft hat und wo am Schreibtisch Kameras repariert wurden hat der Typ erst mit dem Kopf geschüttelt, dann hat er was in sein Handy getippt, sich seinen Pulli angezogen und ist mit dem Akku weggegangen. Wir standen da und haben nur Bahnhof verstanden. Als er fünf Minuten mit einem Ladegerät zurück kam habe ich das 2. Mal für heute vor Erleichterung geheult. Jeder der Andi kennt weiß, was das für ein Horror Urlaub geworden wäre, wenn er nur hätte gucken und nicht fotografieren können.

Als wir ins Hotel zurück gekommen sind stand schon unser Transport zum Flughafen und hat gewartet. Also haben wir schnell das restliche Gepäck geholt und sind zum Flughafen. Dort haben wir eingecheckt und uns dann auf den Weg gemacht, bei Iberia etwas zu erfahren. Glücklicherweise stand vor den Eingang der Typ, bei dem wir gestern die Suchanzeige gemacht haben und er hat angefangen zu forschen und das Ergebnis war, dass der Koffer eine Nacht in Madrid verbracht hat und direkt nach Puerto Montt durch geleitet wird und hoffentlich vor uns da ist: Sandras Tränen Nr. 3 für heute. Jetzt sitzen wir gerade am Flughafen und hoffen, dass es Abenteuer genug war für den Urlaub. Schneller konnten wir daheim und die Arbeit nicht vergessen….

Wir haben aber in der kurzen Zeit Chile und seine Einwohner schon lieb gewonnen. Jeder hat uns versucht, weiter zu helfen und das in allen möglichen Sprachen. Wir verstehen kaum spanisch, die meisten Chilenen können nur wenig englisch und trotzdem hat es funktioniert.

Der Flug nach Puerto Montt war sehr kurz und wir sind an einem kleinen süßen Flughafen gelandet und dort stand die schönste Überraschung des Tages: Andis Koffer. Er war aufgebrochen, aber da.

In der Ankunftshalle wurden wir schon erwartet von einem deutsch sprechenden Chilenen, der uns unseren nagelneuen Mietwagen übergeben hat. Wir sind noch kurz mit in die Zentrale gefahren, da in den Papieren, die wir für den Grenzübergang nach Argentinien brauchen ein Fehler war. Und dann ging es los: in unseren ersten und hoffentlich auch einzigen Stau auf unserer Tour. Die Gegend hier sieht sehr europäisch aus, nur dass im Hintergrund lauter schneebedekte Vulkane stehen, daher wird sie auch die chilenische Schweiz genannt.

Überall blühen die Butterblumen und der Ginster, denn hier ist gerade Frühling. Das schönste ist, dass abends um 20.30 Uhr erst die Sonne unter geht. Im Hotel angekommen haben wir erstmal Andis geknackten Koffer aufgemacht und er wurde gut durch gewühlt, aber es hat nichts gefehlt. Wir haben unsere Sachen gepackt und sind zu Fuß ein paar Meter zum Lago Llanquihue gelaufen, einem der größten Seen in Südamerika mit traumhaftem Blick auf die hinteren schneebedeckten Vulkane.

Wir haben tolle Aufnahmen gemacht und jetzt kommt erst so richtig das Urlaubsfeeling durch. In einem tollen Restaurant haben wir etwas gegessen und nach 2 Bieren aus der Region sind wir nach dem heftigen Tag heim getorkelt. Werden wir heute gut schlafen!!!

2018 Patagonien · Chile

Rund um den Lago Llanquihue und den Vulkan Osorno

Was wir gestern Abend für ein Glück mit dem Wetter hatten! Nach dem stahlblauen Himmel gestern hat uns heute morgen ein grauer Himmel empfangen. Also haben wir gemütlich gefrühstückt und haben morgens erst mal unsere Einkäufe für die nächsten Tage gemacht. Da wir morgen früh in die Einöde aufbrechen, haben wir hier das beste Angebot zum Lebensmittel, Benzin und Geld auftanken.

Auf dem Plan steht heute die Umrundung des Sees. Wir sind nach Llanquihue gefahren. Der Ort fällt durch hunderte Holzstatuen auf und hier haben wir auch die ersten deutschen Wurzeln gefunden: der Standort der ersten deutschen Feuerwehrkompanie, den deutschen Gymnastikverein und ein paar Kilometer weiter haben wir in Frutillar vor der deutschen Schule die Reste unserer Pizza von gestern gegessen. Neben dem Feuerwehrgebäude stand ein alter roter VW Käfer, total deutsch.

Interessant sind die Friedhöfe hier, denn sie fallen einem ins Auge aufgrund ihrer bunten geschmückten Gräber.

Was etwas befremdlich ist, sind die vielen Hunde, die hier in Massen rum laufen und liegen. Eigentlich sind die meisten friedlich, aber in einem Ort waren wir plötzlich umzingelt von großen schwarzen bellenden Hunden, die mitten auf der Straße das Auto angesprungen haben. Ich hatte voll Panik, dass ich einen verletzte, Andi hat als gerufen: „gib Gas“, was ich dann auch getan habe und was geholfen hat.

Die Gegend hier erinnert echt voll an Deutschland, nur dass teilweise Dschungel ist und Eukalyptusbäume rum stehen und duften. Außerdem riecht es überall nach Ginster. Auf den Weiden stehen unsere gefleckten Kühe rum und wenn die hier nicht glücklich sind kann man es nicht verstehen.

Auf dem Plan stand für heute, zu der Skistation auf dem Vulkan Osorno zu fahren, den wir heute noch gar nicht zu Gesicht bekommen haben. Wir hatten die Hoffnung, durch die Wolken zu fahren und oben in der Sonne raus zu kommen, was aber leider nicht funktioniert hat. An der Station hat es geregnet und so haben wir uns bei einem Kaffee und Kuchen gestärkt statt mit dem Sessellift durch die Wolken zu fahren.

Unsere Fahrt ging weiter zu den Petrohue-Wasserfällen, die echt traumhaft schön und gewaltig sind. Wir hatten Glück, denn die Sonne kam raus und so haben wir die Wassermassen genossen bis der Park geschlossenen hat und sind dann zurück nach Puerto Varas.

Heute haben wir auch das erste mal die Drohne in die Luft geschickt und traumhaft schöne Aufnahmen bekommen.

Morgen früh müssen wir sehr früh aufbrechen, denn wir müssen um 9 Uhr eine Fähre kriegen, vor der wir aber ca 130 km fahren müssen und zwischendurch auch noch 30 Minuten mit einer anderen Fähre übersetzen. Daumen drücken, dass alles klappt✊.