2019 Nepal

Heimreise

Letzte Nacht hat es ordentlich gewittert. Heute morgen waren alle Straßen total nass und matschig, dafür war die Luft mal wieder zum Durchatmen. Andi und mich hat es mit ner fetten Erklärung erwischt und so haben wir heute morgen etwas länger geschlafen, gemütlich gefrühstückt und Andi hat sich anschließend wieder hingelegt.

Klü und ich sind noch ein bisschen durch die Straßen gezogen und haben unser letztes Geld auf den Kopf gehauen.

Um 12 Uhr mussten wir aus dem Hotel auschecken und um 13 Uhr hat uns Dipendra abgeholt und zum Flughafen gebracht.

Ein letztes Mal ging es durch den chaotischen Verkehr auf den Straßen von Kathmandu.

Am Flughafen haben wir uns verabschiedet und dann ging die Warterei weiter. Unser Flieger hatte eine Stunde Verspätung und so haben wir uns Zeit gelassen. Neben uns wurde ein Billigflug nach Thailand eingecheckt und die Passagiere durften nur 5kg Gepäck aufgeben. Ein paar junge Leute mit dicken Rucksäcken wussten das wohl nicht und waren etwas verzweifelt, da ihr Gepäck deutlich schwerer war. Vor uns ging ein Schauspiel los, wo zum Schluss alle nur noch gelacht haben. Man glaubt gar nicht, wie viele Klamotten übereinander passen, wenn man improvisieren muss. Einer hatte 2 Jeans, eine Jogginghose und diverse kurze Hosen übereinander. Dazu kamen 9 T-Shirts, 2 Pullis und zwei Jacken. Alle Taschen wurden mit Socken und Unterhosen aufgefüllt und sämtliche Shampoos und Duschgels sind im Müll gelandet. Auf 5kg hat es trotzdem keiner geschafft, für das Übergewicht mussten sie dann wohl drauf zahlen.

Wir sind durch den Sicherheitscheck und dann in der wohl vollsten Abflughalle gelandet, die wir alle jemals erlebt haben. Es war einfach nur alles voll und kein Platz mehr. Nachdem dann recht schnell hintereinander drei Flüge geboarded wurden, ging es langsam und wir haben einen Platz gefunden.

Der Flug nach Abu Dhabi ging dann recht schnell und von da aus weiter nach Frankfurt. Als wir aus dem Flughafen getreten sind, haben wir erst mal tief durchgeatmet und die saubere frische deutsche Luft genossen…. Entgegen dem täglichen Berufsverkehr sind wir so schnell wie seit zwei Wochen nicht mehr gen Heimat gefahren…

2019 Nepal

Patan

Nach einer krassen Nacht auf Matratzen auf dem harten Boden in dem historischen Haus haben wir unsere müden Knochen beim Frühstück wieder erweckt. Bhola hat uns um 9.30 Uhr abgeholt und mit uns eine Stadtführung gemacht. Wir dachten, wir hätten gestern schon fast alles gesehen, das war aber ein absoluter Irrtum.

Wir sind durch irgendwelche Gassen gelaufen und standen plötzlich vor Tempeln, die wir hier überhaupt nicht vermutet hätten. Es war wunderschön, den Leuten zuzuschauen, wie sie ihre täglichen Zeremonien abhalten.

In einem Hinterhof standen wir vor dem goldenen Tempel, rings herum waren Gebetsmühlen, die die Leute gedreht haben – absolute Überforderung für die Augen!

Wir konnten uns echt nicht satt sehen. In einem großen Raum haben ein paar ältere Menschen aus Gebetsmantren gelesen, was sich total schön angehört hat.

Am Durbar Square sind wir in Hinterhöfe gegangen, wo einer prunkvoller als der andere war.

Das Land ist so reich an Schnitzereien und Kunst, das ist unglaublich! Vor allem, weil hier so viele Leute so arm sind.

Bhola hat uns auf der Reise sehr viele Informationen zum normalen Alltag gegeben, was echt interessant war, aber auch nachdenklich macht. In Nepal existiert auch das Kastensystem und eigentlich hat man nur eine Chance auf gute Bildung, wenn man aus der obersten Kaste stammt. Das Problem ist nur, dass man hier nichts verdient und alle zusehen, dass sie im Ausland ein besseres Leben führen können. Viele wollen nach Amerika, Australien oder Deutschland. Passenderweise war die Tage in unserer heimischen Zeitung ein Bericht über zwei Nepalesen, die bei einem Arzt bei uns zuhause ein Praktikum gemacht haben…

Bhola gehört der obersten Kaste an, hat aber als Reiseführer ca. 9 Wochen im Jahr Arbeit. In der restlichen Zeit war er schon öfters in Deutschland und Österreich und hat da gearbeitet, um Geld zu verdienen. Er kam vor vielen Jahren als einer von 11 Geschwistern nach Kathmandu und hat mit Nichts angefangen. Anfangs hat er 5 Euro im Monat verdient. Er war 38, als er es sich leisten konnte, zu heiraten und für sich und seine Frau zu sorgen.

Wir haben zusammen zu Mittag gegessen und haben uns dann voneinander verabschiedet. Er übernimmt morgen die nächste Gruppe und Dipendra, unser Fahrer, wird uns zum Flughafen bringen.

Die ersten Nächte hier in Kathmandu haben wir im Teil Thamel gewohnt und dort gab es total viele schöne Geschäfte. Auf der restlichen Reise sind wir diesbezüglich nicht mehr fündig geworden bzw. hatten in Pokhara keine Zeit zum Shoppen. Daher haben wir beschlossen, ein Taxi zu nehmen und nochmal nach Thamel zu fahren. Für 4 Euro wurden wir 30 Minuten durch die Stadt gefahren und haben festgestellt, wie viel sicherer wir uns in unserem Bus und mit Dipendra fühlen. In Thamel angekommen waren wir gleich im Shopping-Wahn. Wir haben in kürzester Zeit viele schöne Kleinigkeiten gekauft und sind zwei Stunden später mit einem netten Taxifahrer und viel Spaß während der Fahrt zurück nach Patan gekehrt. Kaum im Hotel angekommen, kam ein fettes Gewitter und wir haben es uns mal wieder mit Everest gemütlich gemacht. Vorher habe ich mir beim Duschen fast noch einen Splitter in den Finger gerammt, da die Decke so niedrig ist…

2019 Nepal

Rückreise nach Patan

Heute morgen haben wir richtig schön ausgeschlafen und anschließend total gemütlich gefrühstückt. Wir hatten unser Programm für heute abgesagt, da die letzten Tage heftig waren.

Klü und ich sind nach dem Frühstück eine Stunde an den Pool der tollen Anlage hier gegangen und anschließend noch ein bisschen durchs Dorf gelaufen.

Die Leute waren alle total nett und haben schon von weitem „namaste“ gerufen. Mehrere Elefanten standen auf einem weiten Gelände unter großen Bäumen und haben sich von ihren morgendlichen Touristentouren erholt, bevor es nachmittags wieder los ging.

Zwei andere Elefanten standen unter eigens für sie gebauten Dächern und haben mit ihren Führern geruht. Ein Elefant kostet in der Anschaffung wohl 60.000 Euro, die Unterhaltung Unsummen.

Die Frauen haben in der Hitze auf den Feldern gearbeitet und hatten gegen die Sonne Hüte auf. Gegen Mittag haben wir im Hotel ausgecheckt und wurden zum Flughafen gebracht.

Mit dem Auto hätte die Rückfahrt ca. 6 Stunden gedauert, der Flug war mit ca. 20 Minuten deutlich schneller. Wir hätten eigentlich um 14.15 Uhr fliegen sollen, der vorherige Flug hatte aber noch 4 Plätze frei und so waren wir vor unserer Ablugszeit schon in Kathmandu.

Dipendra, unser Fahrer, hat uns am Flughafen abgeholt. Er ist gestern mit dem Bus schon zurück nach Kathmandu gefahren. Hört sich blöd an, aber in unseren Bus einzusteigen war wie nach Hause kommen – alles war sauber und es hat nichts mehr gequietscht wie gestern am Safariauto. Er hat uns in unser letztes Hotel für die nächsten beiden Tage gebracht und das war echt ein Erlebnis.

Es wurde von der UNESCO gesponsert, da aus einem alten Newari-Haus ein Hotel gemacht wurde. Drei Flügel sind um einen zentralen Innenhof gebaut. Die Decken sind so niedrig, dass selbst wir überall die Köpfe einziehen müssen. Die Türen gehen uns ca. bis zur Nase, sitzen und schlafen tut man auf Matratzen auf der Erde und man fühlt sich ein bisschen wie in 1000 und einer Nacht – nur dass man gefühlt auf der Straße liegt vom Lärm. Da wir von den letzten beiden Tagen die totale Ruhe gewöhnt sind, sind wir gespannt.

Wir hatten den Nachmittag zur freien Verfügung und so hat sich Bhola verabschiedet und wir haben uns auf in die Stadt gemacht. Gut, dass wir schon ein bisschen Erfahrung aus Kathmandu und Bhaktapur hatten, was das Chaos und Menschenmassen angeht. Wenn wir hier am ersten Tag angekommen wären, wären wir komplett überfordert gewesen. Wir sind richtig froh, dass wir zwischen den vielen Stadtteilen auch mal Natur hatten und finden die Stadt jetzt wieder richtig spannend…

Wir haben uns durch das Gewimmel treiben lassen und haben irgendwo einen Laden gefunden, wo wir unser allabendliches Everest-Bier kaufen konnten. Heute brauchen wir ein bisschen mehr Keule, um bei dem Krach schlafen zu können…

2019 Nepal

Chitwan Nationalpark

Heute ging es wieder früh los. Wir haben unser Programm hier umgeschmissen und aus einem halben Tag Safari mit vielen anderen Menschen eine ganztägige Safari zu dritt mit einem Ranger gemacht.

Vor dem Massen sind wir so an der Stelle, wo wir gestern den Sonnenuntergang geschaut haben, in ein kleines Holzboot gestiegen und wurden über den Fluss in den Nationalpark gebracht.

Dort standen lauter Jeeps und wir sind auf einen geklettert und los ging es.

Wir haben auf den ersten wenigen Kilometern echt viele Tiere gesehen. Ein Pfau hat vor uns auf der Straße seinen Tanz absolviert.

In einem Baum sind ganz viele Affen herum gesprungen und haben uns eindrucksvoll gezeigt, was sie können. Am liebsten hätte ich einen mit heim genommen…

Wir hätten stundenlang zugucken können. Hier gibt es auch ganz viele Rehe, Hirsche, Wildschweine und über 800 Arten von Vögeln.

Unterwegs auf der Strecke mussten wir immer wieder an Parkstationen unsere Tickets vorzeigen. Die Stationen waren mit Militär besetzt, das auf Fahrrädern und Elefanten auch Patrouille gefahren / geritten ist.

Die Natur ist hier so viel anders als auf der bisherigen Tour. Dichte Wälder wechseln sich ab mit Ebenen mit Elefantengras, man fühlt sich wie im Dschungelbuch..

Überall steigen Rauchsäulen auf, da der Nationalpark gerade kontrolliert abgebrannt wird, damit sich neue Pflanzen bilden können. Komisch, da durch zu fahren.

Wir sind mehrere Stunden gefahren, bevor wir unser Ziel erreicht haben. An einem Fluss hatten wir die Hoffnung, einen der 100 hier lebenden Tiger zu sehen. Wir haben an einer Anhöhe gehalten, dort unsere Lunchpakete gegessen und gehofft, dass wir den Tiger sehen. Aber außer einem Nashorn hat sich nichts gezeigt.

An einem Tümpel unterwegs konnten wir dann aber unseren Augen kaum trauen, hier lagen 8 Nashörner im Wasser und eins stand am Ufer. Ihre Ohren, mit denen sie ständig wedeln, erinnern irgendwie an Shreck…

Irgendwann haben wir aufgegeben und sind zurück gefahren. Wir haben an einer Aufzuchtstation für Krokodile gehalten. Die Eier werden im Park gesammelt und bevor sie gefressen werden, werden sie hierher gebracht. Man konnte alle möglichen Größen sehen, sie lagen aber wie versteinert herum. Das Problem ist wohl nur, dass die hier aufgezogenen Krokodile nach der Auswilderung flussabwärts nach Indien schwimmen und Nepal so davon relativ wenig hat…

Auf dem Rückweg haben wir einen Lippenbären mit zwei Jungen auf dem Rücken im Gebüsch gesehen und kurz danach haben wir den Schrei eines Tigers gehört. Leider hat er sich nicht gezeigt.

Dafür hat sich plötzlich vor uns einer der hier lebenden wilden Elefanten mitten auf der Straße gezeigt und er war riesig!!! Unser Ranger hat die Krise gekriegt, denn den Elefanten kannte er. Er heißt Ronaldo und muss ein sehr gefährlicher Elefant sein. Er hat wohl schon einen Touristen getötet. Wir haben den Rückwärtsgang eingelegt und haben das Weite gesucht. Gott sei Dank hatte er uns noch nicht bemerkt und ist in den Wald abgebogen. Wir haben alle tief durchgeatmet…

Um 18.30 Uhr waren wir fix und fertig wieder im Hotel und hatten uns unser tägliches Everest so was von verdient…

2019 Nepal

Fahrt in den Chitwan Nationalpark

Heute früh haben wir bei strahlendem Sonnenschein und Blick auf die Berge Pokhara verlassen und sind einen Teil der Strecke zurück gefahren.

Nach ca. 90 km sind wir rechts abgebogen in Richtung Chitwan Nationalpark. Die Straße war richtig gut, wurde erst nach dem Erdbeben in 2015 gebaut. Die Leute haben, wie überall bisher direkt an der Straße ihre Häuser inkl. ihrer Tiere.

Die Straße hat sich entlang einer Steilwand in einem sehr engen Tal gewunden, das erst nach und nach etwas offener wurde.

Nach dem Tal sind wir durch erste Wälder gefahren. Das Holz hier wird für die zahlreichen Schnitzereien verwendet, da es sehr hart ist. Hinter den Wäldern hat sich die Landschaft sehr verändert. Wo wir seit unserer Ankunft überall nur Berge und terrassenförmig angelegte Felder gesehen haben, sind wir hier in einer weiten Ebene gelandet. Überall wurde auf den Feldern gearbeitet und die Reissetzlinge eingepflanzt.

Wo wir uns unsere Rücken durch Bürojobs kaputt machen, leiden sie hier durch die ständige Bückerei.

Wir konnten uns nicht wirklich vorstellen, dass wir hier am Rande eines Nationalparks sind, da es so gar nicht danach aussah. Wir sind mittags im Hotel angekommen und das ist absolut das beste bisher. Eine tolle Gartenanlage mit kleinen Bungalows – hier könnte man länger bleiben… Wir haben zu Mittag gegessen und uns etwas ausgeruht. Um 16 Uhr wurden wir abgeholt und zu einem in der Nähe liegenden Einheimischendorf gebracht.

Auf dem Weg dorthin haben wir unsere ersten Elefanten gesehen – und das so viel anders, als es in Südafrika der Fall war. Sie standen angeleint unter großen Dächern und haben Heu gefressen.

Ein Guide hat uns erklärt, wie früher die Häuser gebaut wurden und wir konnten uns einige noch bewohnte Häuser anschauen. Rings herum waren Reisfelder – durch eins ist in der letzten Nacht ein Nashorn durch gelaufen.

Außerdem hat er uns gezeigt, was hier alles angebaut wird…

In der Ferne haben wir plötzlich etwas gesehen, was uns echt erschreckt hat. Zig Elefanten mit Touristen auf ihrem Rücken, die aus dem Wald kamen. Wir hatten uns vor der Reise schon entschieden, keine Safari auf einem Elefanten zu machen, als wir aber jetzt diese Massenabfertigung gesehen haben, ist unsere Entscheidung nur bestätigt worden. Andere Tiere bei der Safari zu sehen kann man total vergessen, wenn massig kreischende Chinesen um einen herum sind…

Wir sind am Fluss entlang weiter gefahren und haben dort die ersten wilden Tiere gesehen – Krokodile und ein Nashorn, das sich gemütlich im Fluss gebadet und dann am Ufer gefressen hat.

Anschließend haben wir am Ufer den Sonnenuntergang geschaut und haben uns dann auf der Rückfahrt noch einen Hut gekauft. Wir haben uns entschieden, für morgen unser Programm zu ändern und haben einen privaten Ranger gebucht, der mit uns den ganzen Tag Safari macht. Wir haben ein bisschen die Hoffnung, einen Tiger zu sehen, was in so großen Gruppen nicht wirklich realistisch ist. Da es hier aber mittlerweile 35 Grad sind, macht ein bisschen Sonnenschutz Sinn…

Im Hotel haben wir unser allabendliches Everest Bier getrunken und sind selig ins Bett gefallen…