2021 Dänemark · 2021 Schweden

Ab nach Schweden

Endlich ist es soweit! Nach gefühlten ewigen Wochen haben wir gestern endlich! unser Wohnmobil bekommen.  Dafür,  dass wir ja gar keins kaufen wollten, bestellte Mobile gerade kaum ausgeliefert werden,  weil irgendwelche Teile fehlen und wir ja auch gar keinen Urlaub hatten,  wo wir es hätten nutzen können… Ja,  echte Luxusprobleme! Bei strömenden Regen haben wir dann gestern die Übergabe gemacht und wir waren beide echt aufgeregt.  Mein Vater hat uns vorher nach Bad Wildungen gefahren,  so dass wir gemeinsam heim fahren konnten.  Ja,  und dann hieß es putzen und die Unmengen an Dingen,  die sich in den letzten Wochen in unserem Keller gesammelt haben,  verstauen. Lustigerweise waren noch einige Schränke leer,  nachdem alles drin war und wir doch erleichtert.

Und dann ging es heute morgen los gen Norden.  Wir nehmen sonst nie in den Ferien Urlaub,  aber da dieses Jahr alles anders ist,  wollten wir zumindest vor dem Hauptreiseverkehr starten,  der garantiert am Samstag bei Ferienbeginn herrscht.  Und wir sind echt gut durch gekommen.  Die dänische Grenze war überhaupt kein Problem,  nicht mal meinen gestern noch schnell gemachten Coronatest wollte jemand sehen.  Unser heutiges Ziel war die Insel Fünen, um die ich vor vielen Jahren mit meinen Eltern gesegelt bin. Unter anderem waren wir damals in Assens und das haben wir auch angesteuert,  da es etwas abseits der Hauptroute über die Insel liegt.  Und wir hatten absolutes Glück,  denn in der Marina waren noch 2 Plätze in erster Reihe frei.

Wir haben an einem Automaten 150 Kronen, ca. 20 Euro gezahlt und waren erstmal total platt.  Aber dann hat doch wieder der Erkundungsdrang gesiegt und wir haben den Hafen und Strand erkundet. 

Am Ende des Tages gab es noch das Beste: ein Stück Käsekuchen von meiner Mutti am Hafen. Endlich Urlaub!!!

Und dann haben wir noch den Sonnenuntergang am Strand genossen – herrlich!

2021 Dänemark · 2021 Schweden

Über 2 Brücken musst du fahren…

Die erste Nacht im Wohnmobil war super.  Wir haben beide tief und fest geschlafen,  waren aber auch gestern einfach nur fertig.  Die Betten sind viel viel besser als in dem Mietfahrzeug letztes Jahr und der Rücken bricht einem nicht nach 2 Stunden durch. Gestern hatten wir echt überlegt, hier zu bleiben, aber wir wollen ja nach Schweden. Daher haben wir mit tollem Blick auf den Hafen gefrühstückt und sind dann aufgebrochen.

Über Landstraßen ging es zurück zur Autobahn und dann auf die imposante 18 km lange Storebeltbrücke, die aber pro Fahrt auch stolze 82 Euro kostet.

Weiter ging es in Richtung Kopenhagen, das wir links liegen gelassen haben, da ja Schweden unser Ziel ist. Über die Öresundbrücke ging es dann auch in Richtung Grenze und tatsächlich hat unsere erfolgte Kennzeichenregistrierung funktioniert und die Ampel an der Mautstation hat auf grün geschaltet, als sie uns gesehen hat. Dann wollte eine Dame an der Grenze noch unsere Ausweise sehen, aber keinerlei Impfnachweise. Und schneller als gedacht waren wir in Schweden. Da wir uns – total entgegen unserer sonstigen Reiseplanungen – bisher so gut wie gar nicht mit der Route auseinander gesetzt haben, waren wir auch plötzlich ziemlich planlos, wohin wir wollen. Also sind wir gen Süden nach Trelleborg abgebogen und an der Südküste entlang nach Osten gefahren.

Ja und da haben wir so das Gegenteil von dem gefunden, was wir gesucht haben. Viele Menschen, die ihren Urlaub am Strand verbringen wollen. Vor Ystad haben wir nachmittags einen Stellplatz gefunden, der nicht besonders toll ist, aber wir hatten keine Lust mehr, weiter zu fahren und wollten einfach mal entspannen. Und kaum hatten wir eingeparkt, kam ein fettes Gewitter und es hat angefangen zu schütten. Und schon war es total egal, wie es draußen aussieht. Andi hat den neuen Fernseher eingerichtet, ich habe Blog geschrieben und wir haben erstmalig unseren Camper richtig genutzt. Und es war total gemütlich. Gegen Abend ist dann auch die Sonne wieder raus gekommen und bleibt hoffentlich auch.

2021 Schweden

Ystad und der Stenshuvud Nationalpark

Nachdem es gestern Abend so geregnet hat, wollten wir über Nacht lieber nicht die Dachluken auflassen und so kam unser Ventilator erstmalig zum Einsatz. Er ist über den Betten angebracht und kann entweder Luft von außen nach innen oder von innen nach außen transportieren und das war echt super. So hat man bei geschlossenen Fenstern nachts nicht das Gefühl, zu ersticken. Nach einem gemütlichen Frühstück ging es mit den Rädern nach Ystad.

Die Stadt ist vielen bekannt von den Wallender Filmen von Henning Mankell und in der Stadt denkt man echt, dass gleich irgendwo ein Film gedreht wird.

Die Häuser sind alle super gepflegt, in den Vorgärten gedeihen die Rosen und lustigerweise findet man richtig viele Fachwerkhäuser.

Total schön und gemütlich. Irgendwann sind wir zurück, haben die Räder verstaut und sind aufgebrochen zum 45 Minuten entfernten Stenshuvud Nationalpark. Wir haben einen schattigen Parkplatz gefunden und haben eine Scheibe Brot gegessen. Dann haben wir die Wanderschuhe angezogen und los ging es durch einen tollen Buchenwald.

Die Bäume hier waren echt alt und wir haben seit gestern überhaupt den ersten Wald erlebt.

Besonders ist er, da er direkt an der Ostsee liegt und es war trotz der hohen Temperaturen toll, hindurch zu laufen.

Von einem Aussichtspunkt hatte man einen tollen Blick über die Küste und als wir an diese gekommen sind, haben wir auch gerafft, dass die meisten Leute nicht zum Wandern kommen, sondern ihren Samstag am Sandstrand verbringen wollen.

Es war die Hölle los und ich habe mich schon etwas geärgert, keine Badesachen dabei zu haben. Zurück am Womo haben wir uns erstmal ausgeruht, da es echt warm war. Nach einem Eis sind wir wieder aufgebrochen, unseren heutigen Stellplatz zu finden. Der 1. war uns zu nah am Startort, der 2. sah bei Google maps schöner aus als in echt und der 3. war voll. Samstag nachmittag auch nicht wirklich ein Wunder. Ein Deutscher hat uns einen Tipp gegeben und so sind wir weiter nach Nogersund gefahren. Andi hat unterwegs angerufen und erfahren, dass noch zwei Plätze frei sind. Als wir hin kamen, wurden wir schon erwartet und haben mitten im Hafen wieder einen tollen Platz gefunden.

Nebenan war ein Restaurant und Andi hat endlich seine Fish and Chips bekommen.

Danach haben wir die Markise ausgefahren und es uns gemütlich gemacht. In Schweden sind echt sehr viele Wohnmobilisten unterwegs, viele sind aber tatsächlich Einheimische, die echt große Wagen fahren. Da gehört unserer echt vergleichsweise zu den Kleinwagen.

2021 Schweden

Weiter nach Karlskrona

Gestern Abend hat plötzlich der Wind extrem zugenommen und wir haben bis auf zwei Dachluken alle Fenster geschlossen. Nachts wurde es noch krasser und wir wurden richtig hin und her geschaukelt. Heute morgen hat uns wieder die Sonne begrüßt, allerdings war es ein paar Grad kühler, was echt angenehm war. Wir haben erstmal Abwasser abgelassen und Frischwasser gepumpt und dann ging es weiter gen Norden. Wir wollten gerne nach Karlskrona, die auf ganz viele Inseln gebaut ist. Die Landschaft hat sich plötzlich verändert. In den letzten Tagen sind wir durch viele Kornfelder gefahren, jetzt sind wir durch mehr Wälder gekommen und immer mehr Seen waren zu sehen. Sonntags scheinen hier auch keine LKWs unterwegs zu sein, allerdings war die Straße voll mit Wohnmobilen und – Wagen. Es ist echt krass, denn gefühlt hat jeder Schwede so ein Teil.

Die Fahrt nach Karlskrona hat echt Lust auf die Stadt gemacht. Eine Insel der Stadt besteht komplett aus einem Campingplatz und den haben wir angesteuert – wie anscheinend viele andere auch. In Städten ist es immer schwierig, einen Platz einfach so zu finden, daher ist ein Campingplatz oft die beste Möglichkeit. Wir haben uns plötzlich in einer riesig langen Schlange mit Wohnwagen und Wohnmobilen befunden, die alle auf den Platz wollten. Sehr krass, so etwas zu sehen und umkehren ging nicht mehr, da die Straße sehr schmal war.

Andi ist zur Anmeldung und ich bin in der Schlange langsam vorwärts gerollt. Keine Ahnung, ob die noch Platz für uns haben…. Je weiter ich zu dem Platz gerollt bin, umso mehr habe ich mich gefragt, ob ich hier überhaupt bleiben will. Ich habe nur noch weiße Dächer und Menschen gesehen, ein Alptraum! Irgendwann war ich in der Schlange ganz vorne und Andi kam mit Unterlagen aus der Anmeldung und hat gestrahlt, er habe einen Platz bekommen. Also habe ich keep smiling gemacht und er hat mich ganz stolz in die letzte Ecke des Platzes gelotst, an allen anderen vorbei direkt ans Wasser. Und da wusste ich, warum er so gestrahlt hat.

Er hat auf einem total vollen Platz den schönsten und ruhigsten gekriegt – und der hat auf uns gewartet. Wieder mal absolutes Glück gehabt.

Wir haben sofort beschlossen, hier 2 Nächte zu bleiben und den Rest des Tages einfach nur noch zu chillen und die Stadt morgen in Ruhe anzuschauen.

Und so haben wir unsere Schwälmer Kartoffelbratwürstchen aus dem Eisfach geholt, den Grill aufgebaut und den restlichen Tag einfach nur noch genossen – herrlich.

Und dann wurden wir noch mit einem tollen Sonnenuntergang direkt vor unserer Tür belohnt.

2021 Schweden

Karlskrona

Gestern Abend sind wir nochmal ne Runde über den Campingplatz gelaufen und waren beide dankbar für das ruhige Plätzchen, das wir haben. Auf dem großen Platz war einer, der einen kleinen Zaun vor seinem Wohnwagen hatte und darin waren 7 kleine bellende Hundewelpen. Daneben war eine dicke Party im Gang und bei uns war einfach nur Ruhe. Gott sei Dank. Dementsprechend wurden wir heute morgen einfach nur durch die zwitschernden Vögel und ein vorbeifahrendes Motorboot geweckt. Wir haben in aller Ruhe gefrühstückt, haben unsere Räder raus geholt und sind auf dem Radweg von unserer Insel entlang des Wassers in die Stadt gefahren.

Dort sind wir kreuz und quer durch die Straßen, bis wir auf dem imposanten Hauptplatz gelandet sind.

Er ist echt riesig und rund herum stehen alte Gebäude, Kirchen und Statuen. Teilweise stehen aber auch Gebäude dazwischen, die sehr an die Bauweise der ehemaligen DDR erinnern.

Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass beim Bau des Platzes irgendwann das Geld ausgegangen ist… würde es erklären… Die Bilder zeigen aber nur die schönen Häuser… Wir sind durch die Fußgängerzone geschlendert, haben Schwedenaufkleber für unsere Räder gefunden und uns dann einige Zeit untergestellt, da es angefangen hat zu regnen.

Die Leute waren aber total relaxt und haben getan, als würde es nicht regnen oder hatten gleich das passende Outfit mit Regenmantel und Gummistiefeln an. Was hier in Schweden echt viel von Leuten genutzt wird, sind die Lastenfahrräder. Man sieht sie häufig durch die Straßen fahren, oft auch mit Elektroantrieb.

Was man auch extrem merkt, ist der Sonderweg, den Schweden in Sachen Corona geht und gegangen ist. Masken trägt hier keiner, Abstand halten tut auch keiner. Da wir aber ja geimpft sind, haben wir uns vorgenommen, weiter vorsichtig zu sein, aber auch nicht zu übertreiben.

In der Fußgängerzone haben wir uns in ein Restaurant gesetzt und etwas zu Mittag gegessen, bevor wir uns vor dem nächsten Regenschauer wieder auf den Rückweg gemacht haben.

An der Anmeldung standen die Leute wieder Schlange, der Platz war heute aber weniger voll als gestern. Kaum hatten wir die Räder verstaut, ging es wieder los mit dem Regen. Genau über uns bilden sich heute ständig Regenwolken, etwas nördlicher ist Dauersonne. Aber man kann halt nicht alles haben und der Regen trägt auch zur Zwangsentschleunigung bei… Gegen Abend kam dann die Sonne zurück und wir haben am Meer ein leckeres Kaltgetränk zu uns genommen.