2022 Balkan

Balkan 2022

Unglaublich – es ist soweit! Wir haben eine gefühlte Ewigkeit drauf hin gearbeitet und plötzlich ist unser letzter Arbeitstag vorbei und wir haben 9!!! Wochen Urlaub vor uns. Denn im Mai und Juni werden wir dieses Jahr nicht arbeiten, sondern eine Auszeit nehmen. Nachdem wir letztes Jahr unser Wohnmobil gekauft haben, ist diese Idee entstanden und wir sind unseren Arbeitgebern total dankbar, dass wir beide ohne Probleme unser Vorhaben genehmigt bekommen haben und unseren Kollegen, dass sie uns vertreten. Ich glaube, ich hatte letztes mal so lange am Stück frei, bevor ich in den Kindergarten gekommen bin – ist also noch nicht sooo lange her🙃🤣. Unser Plan ist es, in Richtung Balkan gen Süden aufzubrechen und uns 8 Wochen treiben zu lassen. Die letzte Woche wollen wir dann daheim wieder ankommen. Ich habe in den letzten Wochen einige Reiseführer gelesen und bei Google maps ein paar Markierungen gesetzt mit interessanten Orten.

Okay, ich gebe zu, dass es vielleicht ein paar viele Markierungen sind. Aber wir wollen einfach schauen, wie weit wir gemütlich kommen. Und wir haben auch einfach gar kein Gefühl, wie lang 8 Wochen Freiheit sind.

Gestern war Andi nochmal in Bad Wildungen bei unserem Wohnmobilhändler und hat noch einen Safe einbauen lassen. Man schleppt doch schon einiges an Werten mit sich mit in Form von Kameras & Co. und irgendwie fühlt man sich dann doch ein bisschen sicherer. Nachdem wir alles eingeladen haben, ging es dann heute früh los gen Süden.

Die erste Nacht verbringen wir in Übersee, in der Nähe vom Chiemsee. Fanden wir als Namen für den ersten Stop irgendwie lustig. Leider ist unser Wunsch, bei tollem Sonnenschein durch die schöne Landschaft mit Rapsfeldern gen Süden zu fahren, nicht ganz aufgegangen, denn es hat geregnet. Dafür sind wir super gut durchgekommen, da wir außerhalb der Ferien- und Skizeit fahren. In Übersee angekommen, hat es ohne Ende geregnet und wir konnten die Berge nur erahnen. Morgen soll es durch Österreich nach Slowenien gehen, durch das wir eh eigentlich gemütlich reisen wollen. Allerdings ist der Wetterbericht für die nächsten Tage dort nicht gerade pralle…

2022 Balkan · Kroatien

Durch Österreich und Slowenien nach Kroatien

Heute früh hat der Regen immer noch leicht aufs Dach geprasselt, wenn auch nicht mehr ganz so schlimm. Durch das gleichmäßige Geräusch haben wir aber beide tief und fest geschlafen. Nach dem Frühstück sind wir aufgebrochen und haben an der nächsten Raststätte noch unsere Vignette für Österreich geholt.

Die Strecke durch die Berge war leider auch sehr verregnet und die Berge voller Wolken, so dass wir außer einem kurzen Tankstop direkt durch gefahren sind. Bei uns kostet 1l Diesel aktuell über 2 Euro, hier haben wir für 1,80 Euro getankt. Da es in Slowenien aber noch günstiger sein soll, haben wir auch nicht voll getankt. Eigentlich wollten wir unsere Tour so richtig in Slowenien beginnen. Slowenien ist ein wunderschönes Land, durch das die meisten einfach nach Kroatien durch rauschen. Wir wollten gemütlich durch den Triglav Nationalpark über die Passstraße fahren. Allerdings kam kurz nach dem Karavankentunnel ein dermaßen heftiges Unwetter runter, dass wir unsere Pläne geändert haben. Es hat geschüttet, geblitzt und gedonnert und der Himmel war tiefschwarz. Leider ist auch genau das der Wetterbericht für die nächsten Tage. Da es an der Küste deutlich besser sein soll, haben wir unsere Pläne geändert und haben Slowenien links liegen lassen. Schließlich kommen wir am Rückweg auch wieder hier durch. Und so sind wir heute nachmittag viel früher als gedacht schon in Kroatien angekommen. Unser erstes Ziel ist der Leuchtturm am westlichsten Zipfel des Landes.

Auf der Gegenspur war richtig viel Verkehr, in unsere Richtung kaum etwas los. Und so standen wir plötzlich vor der kroatischen Grenze und mussten nur kurz unsere Ausweise vorzeigen. Einige Kilometer weiter haben wir direkt am Leuchtturm einen tollen Platz gefunden und es kam erstmalig so etwas wie Urlaubsfeeling auf.

Durch den vielen Regen die letzten beiden Tage ist die Freude etwas reduziert gewesen. Und da es hier nicht geregnet hat, sind wir gleich losgezogen und haben ein tolles Restaurant direkt am Meer gefunden und haben auf der Terrasse Cevapcici gegessen. Was man in Kroatien halt als erstes isst🤭.

Und dazu gab es zwei leckere Bier und anschließend waren wir echt knülle! Auf dem Rückweg haben wir noch die wenigen hängenden Boote bestaunt, für die der Ort bekannt ist.

Da das Ufer hier so flach ist, werden die Boote in die Luft gezogen, was ein tolles Fotomotiv ist. Leider hingen nicht wirklich viele Boote rum, aber was solls.

Wir wissen noch nicht so genau, ob wir hier nur eine Nacht bleiben, oder etwas länger, um mal etwas runter zu kommen. Werden wir wohl morgen früh entscheiden. Und dann wurden wir heute noch mit einem grandiosen Sonnenuntergang belohnt, mit dem wir gar nicht mehr gerechnet hätten!!!

2022 Balkan · Kroatien

Radtour nach Umag

Man glaubt es kaum, aber wir wurden heute von strahlend blauem Himmel begrüßt- und von Vogelzwitschern. Ob uns unsere vielen Vögel von daheim wohl hierher gefolgt sind!?😉

Nach einer Dusche und einem Frühstück draußen! sind wir mit dem Rad in Richtung Süden nach Umag gefahren. Ich brauchte dringend eine Zahnbürste, die ich leider vergessen habe und ich habe es erst Samstag Abend gemerkt. Und da gestern alle Geschäfte zu hatten… Hier ist es richtig herrlich frühsommerlich. Es ist warm, alles blüht und schreit nach Sonne und Urlaub😀.

Wir sind, so gut es ging, am Meer entlang geradelt und es war richtig toll. Man kann sich ungefähr vorstellen, was hier im Sommer los ist. Heute war alles leer, es sind bisher kaum Touristen da. Die ganzen Promenaden entlang des Meeres wirken alle total neu und gepflegt, als wäre alles erst in den letzten beiden Jahren entstanden.

Aber auch die Altstadt von Umag hatte ein paar nette alte Seitengassen.

Im DM habe ich endlich meine Zahnbürste bekommen und wir sind zurück geradelt. Die Räder haben sich jetzt schon wieder gelohnt! Nach einer Stärkung hat Andi endlich mal unser neues Seitenteil von der Markise anbringen können. Es lag seit dem Winter im Keller und wir hatten noch keine Möglichkeit, es zu probieren. Hat super gepasst. Den restlichen Tag haben wir die ersten Fotos sortiert und die Tour für morgen festgelegt. Und zum Schluss gab es wieder einen tollen Sonnenuntergang.

2022 Balkan · Kroatien

Über Porec nach Rovinj

Heute früh haben wir schweren Herzens zusammen gepackt. Andi hätte hier wahrscheinlich die kompletten 8 Wochen bleiben können, aber „wir“ wollen weiter🙃. Unser nächstes Ziel heißt Porec, wohin wir ca. 40 Minuten unterwegs waren. Wir hatten von einem großen Parkplatz mitten in der Stadt gelesen. Als wir dorthin wollten, standen wir vor einem Schild, dass die Durchfahrt für Womos gesperrt ist. Den Parkplatz gibt es nicht mehr, er ist total zugewuchert. Gegenüber des Kreisels haben wir große freie Flächen vor einer Halle entdeckt und uns dort einfach hingestellt. Einen Parkautomaten haben wir nirgends entdeckt, umso besser. Zu Fuß ging es die paar Minuten in das kleine hübsche Städtchen.

Man sieht die alten Stadtmauern und mitten durch geht eine schöne alte Gasse mit vielen Geschäften.

Die Region ist bekannt für sein gutes Olivenöl und für Trüffel. Die Produkte gab es dann auch überall zu kaufen. Wir haben uns in einer Bäckerei das nächste typische Gericht geholt, nämlich Börek gefüllt mit Spinat und Schafskäse – sehr lecker! Zurück am Parkplatz haben wir beschlossen, unseren Plan für heute schon zu ändern. Eigentlich wollten wir nach Rovinj fahren, es anschauen und abends weiter nach Pula, um dort zu übernachten. Tatsächlich fanden wir Porec bei 25 Grad schon anstrengend und so sind wir in Rovinj auf einen Campingplatz und haben erstmal eine kleine Siesta gemacht. Der Platz hier liegt fußläufig zur Stadt, aber auch direkt an einer Straße, daher werden wir wohl eine Nacht und nicht länger bleiben. Dies ist der 2. Platz, den wir in Kroatien aufsuchen und es ist überall noch recht viel Platz frei. Am späten Nachmittag sind wir dann zu Fuß in die Stadt aufgebrochen.

Sie wurde uns vorher wärmstens empfohlen und wir waren echt begeistert! Von weitem sieht man schon den Hügel, auf dessen Spitze der Kirchturm hervor sticht. Im Hafen waren bei den sommerlichen Temperaturen die Restaurants gut besucht.

Wir sind zuerst durch die engen gepflasterten Gassen auf den Berg zu der Kirche gelaufen und unsere Kameras sind heiß gelaufen.

Kleine Kunstgeschäfte säumen den Weg und es war schön zu sehen, dass es keine Billigware aus China war, sondern wirklich von den Künstlern vor Ort. Außerdem war es echt angenehm, dass hier noch keine Saison ist und kaum Touristen unterwegs sind. In den Sommermonaten ist hier bestimmt eine Menge mehr los.

Wir sind gemütlich durch die Gassen geschlendert und haben anschließend etwas gegessen.

Am Hafen hatten wir zuvor beobachtet, wie von einem Boot riesige Thunfische mit einem Kran in einen Kühl-LKW gehoben wurden und da wusste Andi schon, was er will. Ich habe den Trüffel aus der Region probiert.

Nach dem Essen sind wir bei Sonnenuntergang gemütlich am Ufer zurück zum Campingplatz gelaufen und haben den Abend ausklingen lassen.

Es war die richtige Entscheidung, nicht noch weiter zu fahren. Schließlich wollen wir ja langsam reisen und da sind 2 Städte an einem Tag mehr als genug…

2022 Balkan · Kroatien

Über Pula auf die Insel Cres

Nach einer doch recht lauten Nacht stand heute morgen fest, dass wir weiter ziehen. Nächstes Ziel hieß Pula, ca. 35 Minuten entfernt. Wir haben in der Nähe des Kolosseums geparkt und eine Runde mit dem Parkautomaten gekämpft. Kleingeld hatten wir nicht und die verschiedenen angebotene Apps gingen mehr schlecht als recht.

Nachdem wir irgendwie bezahlt hatten, sind wir um das imposante Kolosseum einmal drum herum gelaufen.

Dann sind wir durch die Fußgängerzone durch die Altstadt gelaufen.

Insgesamt fanden wir Pula aber nicht so toll wie Rovinj gestern, da dort ein ganz anderes Flair war. Daher haben wir beschlossen, weiter zu fahren.

Unser nächstes Ziel ist die Insel Cres, auf die wir mit der Fähre übersetzen müssen. Die nächste Fähre ging gemäß Fahrplan um 15.45 Uhr und so sind wir aufgebrochen. Unterwegs haben wir im Lidl noch ein paar Vorräte aufgestockt und 20 Minuten vor Abfahrt waren wir am Fährterminal. Das Ticket hatte ich über die App schon online gekauft und so konnten wir kurz nach Ankunft direkt auf die Fähre fahren. Auch hier war wieder nichts los, die Fähre nicht mal zur Hälfte voll. Als wir die Fähre verlassen haben, bin ich an die Seite gefahren und habe alle anderen erstmal vorbei gelassen und darüber war ich hinterher richtig froh. Bis zu dem Campingplatz, den wir uns ausgeguckt hatten, waren es noch ca. 60 km und die ersten 20 davon waren echt abenteuerlich. Eine schmale Straße, auf der Gegenverkehr nicht wirklich lustig war, führte bergauf und ich war echt froh, der letzte Wagen in der Karavane zu sein. So war der Gegenverkehr schon vorgewarnt und ich nicht der erste Wagen. Mit herrlichen Aussichten ging es über die sehr wenig bevölkerte Insel und ich habe mich irgendwann gefragt, ob da noch irgendwo etwas kommt. Ein Wagen vor uns ist dann zum selben Campingplatz abgebogen und wir haben echt das Paradies gefunden. Hier ist nichts los und außer dem Meer, das etwas plätschert, ist es total still. Wir haben vor, 4 Nächte zu bleiben, was für mich echt wegen dem vermutlich wenigen Programm eine Herausforderung sein wird. 😉

Aber wir wollen ja entspannen und da ist es ganz gut, wenn man nicht so viel machen kann. Ich bin gespannt! Wir haben jedenfalls den Grill raus geholt und mit Blick aufs Meer und die Insel Losinj gegrillt und entspannt den Sonnenuntergang geschaut.