2022 Balkan · Kroatien

Radtour auf die Insel Losinj

Haben wir in dieser absoluten Stille gut geschlafen! Da es die nächsten Tage vom Wetter nicht so pralle werden soll, haben wir heute nach dem Frühstück die Räder raus geholt. Leider ist es heute nicht so sonnig, sondern eher bedeckt. Direkt am Campingplatz führt ein kleiner Weg in den Ort Osor, vorbei an einer Kirchenruine.

Der Ort selber ist echt schnuckelig. Früher sollen hier mal 15.000 Menschen gelebt haben, heute sind es noch knapp 100. Wir sind hier direkt am Übergang zur Insel Losinj, auf die eine kleine Drehbrücke führt. Leider war direkt hinter der Brücke eine fette Baustelle, durch die wir mit den Rädern nicht fahren wollten. Es geht über eine Schotterpiste und die LKWs rauschen an einem vorbei.

Also sind wir direkt nach der Brücke einen kleinen Weg den Berg hinauf gefahren, ohne zu wissen, wo dieser hin führt. Nach einigen Kilometern bergauf sind wir bei einer mini kleinen Berghütte raus gekommen, von der aus man ein tolles Panorama hatte.

Die Hütte wurde tatsächlich von einem alten Mann bewirtschaftet, wo wir hier überhaupt nicht mit gerechnet hätten.

Und so haben wir die tolle Aussicht genossen und uns mit einem kroatischen Pärchen unterhalten. Da das Meer heute total ruhig war, konnte man in der Ferne Delphine sehen. Nachdem wir wieder zurück waren, haben wir den restlichen Tag gechillt.

Wir haben heute zum 3. Mal auf der Tour eine Gruppe älterer deutscher Radfahrer gesehen, die mit ca. 50 Leuten in einer langen Schlange durch die Gegend geradelt sind. Heute morgen ist am Campingplatz ein größeres Schiff vorbei gefahren und hat im Ort angelegt und plötzlich war die Radtruppe wieder da und ist auf das Schiff gegangen. Mittlerweile scheint es echt auch „Boat & Bike Touren“ zu geben. Während sich die Radler für das Mittagessen am Bord frisch gemacht haben, wurden ihre Räder verstaut und als wir wieder kamen, war das Schiff wieder gefahren. Im nächsten Hafen werden sie wieder raus gelassen und radeln ein bisschen.

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Chillen am Camping Bijar

Heute Nacht hat es geregnet und heute früh sah es ziemlich bedeckt aus. Gut, dass wir gestern die Radtour gemacht haben. Um uns herum war Aufbruchstimmung, wir haben beschlossen, noch zu bleiben und das schlechte Wetter hier auszusitzen. Bei schönem Wetter ist es viel schöner, durch die Gegend zu fahren und wir wollten hier ja auch ein paar Tage bleiben. Wäre bei schönem Wetter natürlich viel besser. Aber wir haben auch nicht die Erwartung, dass wir bei unserer Reise 8 Wochen Sonnenschein haben. Kroatien hat sich bisher total grün gezeigt und das kommt nicht ohne Regen. Also haben wir ausgiebig gefrühstückt und Andi hat den Tag genutzt, um sich mit seiner neuen Kamera auseinander zu setzen. Ich bin in den Regenpausen ein bisschen durch die Gegend gelaufen. Direkt vom Campingplatz geht ein Weg direkt am Ufer entlang.

Außerdem bin ich nochmal in den Ort gelaufen, der echt sehr verlassen, dadurch aber auch gemütlich ist mit engen Gassen.

Wir haben beschlossen, morgen durch die Baustelle auf die Insel Losinj nach Mali Losinj zu fahren und dort auf einen anderen Campingplatz umzuziehen. Dort sollen sich immer mal Delphine zeigen und vielleicht zeigt sich dann auch die Sonne wieder. Wenn der Wetterbericht stimmt, kommt ab übermorgen der Sommer…

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Mali Losinj

Heute früh hat der Wald, in dem wir die letzten Tage standen, richtig nach dem Regen geduftet. Die Stille und Ruhe hier sind echt der Hammer.

Wir sind trotzdem aufgebrochen und weiter auf die Insel Losinj gefahren. Ca. 25 km weiter liegt der Campingplatz Cikat, der deutlich größer ist als der die letzten Tage. Wir wurden von einem Angestellten mit einem Golfwagen über den Platz gefahren, damit wir uns einen Stellplatz aussuchen können. Die erste Reihe haben wir bewusst gemieden, da dort schon einige Camper standen. Und so haben wir uns etwas weiter am Berg einen Platz ausgesucht. Direkt am Wasser gibt es ein gemütliches Restaurant und so haben wir etwas gegessen und es genossen, nach dem Regentag wieder draußen sitzen zu können.

Der Platz hier ist echt riesig und es ist nichts los. Ich will hier nicht im Sommer sein, wenn alles voller Menschen ist. Trotzdem sind hier aber alle Plätze recht großzügig bemessen, so dass man nicht zu eng aufeinander hängt. Auffällig ist auch, dass überall das Thema „Glamping“ Einzug hält. Richtige Luxuszelte und noch schönere Mobile Homes in toller Lage, für die die Leute richtig Geld bezahlen. Auf allen Plätzen wurden bisher Bereiche entsprechend umgestaltet. Ich bin auf unseren bisherigen Reisen nie auf die Idee gekommen, auf einem Campingplatz eine Unterkunft zu suchen. Eigentlich blöd. Und dann war es so weit: um 17 Uhr hat sich die Sonne wieder gezeigt – endlich!

Wir haben die Räder ausgepackt und sind direkt am Meer einen Pfad entlang gefahren, bis wir irgendwann im Städtchen Mali Losinj gelandet sind.

Eine schöne Uferpromenade mit vielen Eisdielen und Restaurants hatten ihre Stühle draußen stehen und haben auf Gäste gewartet.

Wir haben ein paar Kleinigkeiten gekauft und sind entlang des Meeres zurück auf den Campingplatz, wo gefühlt jeder gegrillt hat. Wir haben ein Stück Kuchen genossen.

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Rund um Mali Losinj

Juhuu, heute konnten wir wieder draußen frühstücken, da die Sonne wieder da war. Das Meer unterhalb von uns hat richtig schön türkis geleuchtet – herrlich! Wir haben zwischen den ganzen alten schattenspendenden Bäumen ein Plätzchen ergattert, das die Sonne auch durch lässt, was bei den Temperaturen echt noch richtig schön ist. Im Sommer bei weit über 30 Grad sucht hier bestimmt jeder die schattigen Plätze.

Nach dem Frühstück haben wir etwas gemacht, was wir auf den letzten Plätzen schon immer mal probieren wollten und zwar zum Thema Toilettenentleerung. Ich weiß, „spannendes“ Thema für alle Nichtwohnmobilisten… Es lässt sich nicht vermeiden, aber irgendwann blinkt das Lämpchen des stillen Örtchens und man muss tätig werden. Hier gibt es einen Automaten, in den man seine komplette Toilettenkassette einfach rein schiebt, eine Klappe geht zu und der Automat entleert den Inhalt, spült den Tank und füllt ihn mit etwas Wasser und der nötigen Chemie wieder auf. Dann geht die Klappe wieder auf und das Örtchen glänzt wie neu. Wir waren begeistert und haben das Teil bestimmt nicht zum letzten Mal genutzt.

Nach diesem Erlebnis haben wir die Räder raus geholt und sind entlang des Meeres geradelt.

Als der Weg zu Ende war, sind wir einer Straße gefolgt, die durch Industriegebiet stetig bergauf ging und uns auf eine Höhe von 242 m geführt hat. Von hier oben hatte man eine grandiose Aussicht auf den Ort Veli Losinj.

Die Straße ging bis zum Ende der Insel, wo ein kleiner Parkplatz und ein Taxiboothafen waren. Von hier aus kann man mit dem Taxiboot die anderen Inseln erreichen. Unglaublich, wie abgeschieden manche Menschen wohnen.

Wir sind den Weg wieder zurück nach Mali Losinj und haben uns an der Hafenpromenade einen dicken Eisbecher gegönnt.

Zurück am Campingplatz sind wir diesen nochmal mit den Rädern abgefahren und er ist wirklich riesig. Ein bisschen schade ist, dass das Schwimmbad noch geschlossen hat, denn heute wäre perfektes Wetter für ein paar Bahnen im kühlen Nass gewesen. Aber die Gelegenheit kommt bestimmt nochmal. Nachdem wir gegrillt haben, haben wir unsere Muttis angerufen, denn heute ist Muttertag. Und dann wurden wir wieder mit einem super kitschigen Sonnenuntergang belohnt…

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Über Krk zurück aufs Festland

Heute wollten wir weiterziehen und hatten uns für die Fähre um 13 Uhr auf die Insel Krk entschieden. Irgendwie waren wir aber beide früher wach und so haben wir zusammen geräumt und sind losgezogen, um die 11.30 Uhr Fähre zu erwischen. Wir haben noch Grauwasser abgelassen, bezahlt und sind losgefahren. Eigentlich mit richtig viel Zeitpuffer… Die Baustellen hatten heute keinen Ampelbetrieb und so haben sich beide Richtungen versucht, durch zu quetschen. Hat so semi gut funktioniert. Unterwegs kamen uns noch weitere Mobile Homes für unseren Campingplatz entgegen.

Ja, und dann war der wohl langsamste Audi Fahrer vor uns, den es in Kroatien gibt und wir haben auf dem Navi die Ankunftszeit sich hoch rechnen sehen. Als wir an der Fähre angekommen sind, hat sie genau in dem Moment abgelegt.

Das war wie kurz vorm Klo in die Hose machen… Na ja, was solls, wir haben ja Urlaub und haben die Zeit ganz pragmatisch zum Putzen genutzt. Bad sauber gemacht, Handtücher getauscht, durchgesaugt und noch etwas gegessen – und schon war die Fähre wieder da. Um Punkt 13 Uhr haben wir abgelegt und haben vom Schiff aus zugesehen, wie der nächste eine Minute zu spät den Berg herunter gerast kam.

Ca 30 Minuten später sind wir auf Krk angekommen und haben erstmal alle an uns vorbei gelassen, da wir ja nicht rasen wollen. Grundsätzlich war hier aber relativ viel Verkehr, so dass wir kurz danach doch wieder andere Fahrzeuge hinter uns hatten. Auf Krk haben wir uns nicht aufgehalten, da wir vor ein paar Jahren hier in der Nähe im Urlaub waren und die Insel damals schon erkundet hatten. Und so sind wir über die große Brücke zurück auf das Festland und gen Süden abgebogen. Anfangs war auf der Uferstraße noch viel Verkehr, aber hinter Zengg war überhaupt nichts mehr los. Wir haben in Zengg einmal an der tollen Burg gehalten und getankt.

Tanken ist in Kroatien auch ein interessantes Thema. Seit wir hier sind kostet der Liter Diesel am jeder Tankstelle 13,28 Kuna. Nirgends mehr oder weniger. Ist echt entspannter als bei uns mit den vielen Preisen je nach Tageszeit und Tankstelle… Die Uferstraße war auf den folgenden Kilometern traumhaft schön. Mal führte sie direkt am Wasser entlang, mal wurde man in die Berge geführt, wo man sich schon fast wie in den Winnetou Filmen gefühlt hat. Parallel im Meer lag die Insel Pag, die auf der sichtbaren Seite sehr karg war.

Vor uns wurde es kurz vor unserem Ziel richtig schwarz am Himmel und ein Unwetter kam auf uns zu. Dicke Tropfen, Blitz und Donner gingen los. Die Temperatur ging von 27 Grad auf 19 Grad zurück. Gott sei Dank lag unser angepeilter Campingplatz und Tagesziel direkt am Rand von dem Gebiet. Wir haben einen tollen Platz am Wasser bekommen und sind erstmal ins Restaurant, um etwas zu essen. Wir waren heute definitiv zu lang unterwegs. Bei dem Tempo sind wir in 2 Wochen in China… Unser Campingplatz liegt direkt vor den Toren des Nationalparks Paklenica, in dem viele Szenen der Winnetou Filme gedreht wurden. Morgen wollen wir in den Park und sind total gespannt. Aber erstmal haben wir mal wieder den tollen Sonnenuntergang genossen…