Die Nacht auf dem kostenlosen Platz war recht ruhig, bis heute morgen um 8 Uhr irgendwelche Müllautos Container rangiert haben. Aber wir wollten ja auch nicht ausschlafen, sondern mussten weiter. Gott sei Dank war das Wetter noch so herrlich wie gestern und so haben wir erstmal geschaut, wo wir gestern Abend eigentlich gelandet sind. Unser Weg hat uns an die Tankstelle geführt und dann weiter an die Schweizer Grenze. Kurz vorher mussten wir aber schon den ersten Fotostop einlegen, da wir diesen tollen Wasserfall namens Acquafraggia nicht ignorieren konnten.
Kurz danach ging es dann wirklich über die Grenze und gleich danach ordentlich bergauf zu unserem eigentlichen Ziel, dem Maloja Pass.
Andi hatte Drohnenaufnahmen im Herbst von der Straße gesehen und musste da unbedingt hin. Oben angekommen, wurde natürlich auch die Drohne sofort in die Luft geschickt und hat tolle Aufnahmen gemacht.
Vom Boden aus konnte man die Straße leider nicht so gut aufs Bild bekommen. Dafür war die ganze Gegend einfach nur schön – eine eigene Urlaubsregion für sich halt. Wir konnten mit unserer Durchreise nur kleine Eindrücke sammeln und sind daher kurz vor St. Moritz links auf den Julierpass abgebogen, der auch traumhaft zu fahren war.
Mit Blick auf die Uhr und der Tatsache, dass wir heute noch daheim ankommen wollen haben wir uns gezwungen, weiter zu fahren. Und die Strecke war heute so viel besser zu fahren als gestern das Verkehrschaos in Italien. Kurz vor Liechtenstein hat der Himmel nochmal für 150 km richtig seine Pforten geöffnet und es hat richtig geschüttet, aber dann ging es nur noch durch sonnige bunte Herbstlandschaft, mit kleinem Wellnessprogramm.
Im Dunkeln sind wir dann gut daheim angekommen. Ein toller Urlaub geht zu Ende….
Als heute morgen um 6 Uhr das Tor vom Campingplatz geöffnet hat, sind mit uns eine ganze Reihe anderer Wohnmobile in Richtung Bastia gefahren. Am Hafen haben wir eingecheckt und durften dann noch über eine Stunde warten, bis wir auf die Fähre fahren durften.
Immerhin ging es dieses Mal vorwärts in den Verladeraum. Das Wetter war super und pünktlich gibt es hinaus in Richtung Meer.
Nach ca einer Stunde Fahrt habe ich eine SMS bekommen, dass mein Datenvolumen für das Ausland für den Rest des Monats gesperrt ist, da ich eine Grenze von 59.50 Euro erreicht habe. Auf der Hinfahrt konnte ich ganz normal meinen Tarif nutzen, auf der Rückfahrt auf dem anderen Schiff hat sich mein Handy in ein Bordnetz eingeloggt, das abartige Preise abkassiert hat. Ich war echt stinkig, da wir schließlich innerhalb der EU sind und mein Vertrag auf der Hinreise ja auch gegriffen hat. Echt Abzocke von Korsika Ferrys!!! Wir hatten ein bisschen Schiss, was mit dem Router im Womo ist, aber wir kamen leider nicht in den Verladeraum. Die Überraschung wird also noch kommen… Gott sei Dank war im Laderaum anscheinend kein Empfang, daher scheinen wir Glück gehabt zu haben.
Gegen 12 Uhr haben wir in Livorno angelegt und mussten mit dem Entladen aber noch warten, da sich auf einem anderen Deck ein Auto festgefahren hatte. Daher ging eine Rampe nicht runter, über die wir hätten fahren müssen. Nach ca 30 Minuten war das Auto frei und wir konnten an Land. Wir wollten uns gerne noch in der Schweiz den Maloja Pass anschauen und auch fahren und so sind wir nicht gen Mailand, sondern in Richtung Brescia gefahren. Ja, und dann hat unser Navi mal wieder ne Meisterleistung gebracht. Es hat uns von der Autobahn in eine Mautstation gelotst, in der ein Unfall passiert war und dann auf die Gegenspur zurück in einen Stau. Der Umweg hat uns 8 Kilometer, eine Stunde und 0,70 Euro Maut gekostet…. Als wir es gerafft haben, war es zu spät. Gegen 20 Uhr hatten wir es entlang des Comer Sees bis nach Chiavenna geschafft, wo wir heute Nacht auf einem kostenlosen Stellplatz übernachten werden. Der Tag war echt heftig. Früh aufgestanden, die Fährfahrt und dann der viele Verkehr auf den Straßen. Wir sind nur noch ins Bett gefallen…
Heute vormittag haben wir bei herrlichstem Wetter unseren Campingplatz verlassen und haben nochmal Corte im Landesinneren angesteuert. Das erste Mal, seit wir auf Korsika sind, lagen die Berge komplett frei und waren nicht von einer Wolkendecke verhangen. Außerdem war kein Sturm, sondern es war nur windig. Wir haben uns für eine der größeren Straßen entschieden, da wir in den nächsten Tagen wieder genug fahren und es nicht mit Kurven heute übertreiben wollten. Erst ging es noch ein paar Kilometer an der Küste entlang, bevor wir ins Landesinnere abgebogen sind. Durch tolle Landschaft ging es durch ein Tal, in dem wir zwei schöne Brücken entdeckt haben.
Andi hat sofort die Drohne raus geholt und super Aufnahmen gemacht.
In Corte angekommen, haben wir noch ein bisschen eingekauft und wollten dann eigentlich auf der guten breiten Straße nach Bastia. Irgendwie hat uns die Straße aber zu schnell aus den Bergen heraus geführt und so kam unser Reiseführer nochmal zum Einsatz.
Er hat uns eine andere Strecke vorgeschlagen und so sind wir rechts abgebogen in die Berge. Die Straße wurde sofort extrem schmaler und unsere Vorsätze vom Vormittag über den Haufen geworfen.
Eng, kurvig und mit phantastischen Aussichten haben wir uns von der Zivilisation immer mehr entfernt und sind in die Berge in verlassene Dörfer gekommen.
Außer ein paar Bauern, die ihre Schweine gefüttert haben, war hier keiner mehr. So schnell uns der Weg vorher noch nach Bastia vorkam, so mühsam wurde das Vorwärtskommen. Mit 15-20 kmh ging es immer weiter. Wir sind durch Bergdörfer gekommen, wo kaum noch jemand wohnt. Aber jedes Dorf hat noch seine Bar, wo die Betreiber auf Gäste warten. Auf der Straße lagen Kühe und Schweine, Ziegen, Schafe und Hunde liefen herum. Die wenigen Menschen, die wir gesehen haben, haben Kastanien gesammelt, denn hier standen massig Bäume herum.
Irgendwann hat uns das Navi angezeigt, dass wir steil bergab in eine Linkskurve abbiegen sollen. Da wären wir nie rum gekommen und so sind wir einfach gerade aus gefahren. Einige Kilometer weiter hat uns das Navi eine ähnliche Strecke gezeigt und die mussten wir nehmen. Eine einspurige geteerte Straße hat uns 25 km durch den Wald geführt. Genau das war so eine Strecke, die wir morgens nie ausgesucht hätten. Typisch, dass wir dann doch hier gelandet sind. Gott sei Dank ist uns auf der kompletten Strecke kein anderes Auto geschweige denn ein LKW entgegen gekommen. Die französischen Namen der Orte waren wieder dezent entfernt worden, immerhin dieses Mal nicht durch Schüsse…
Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir wieder auf der Hauptstraße an der Küste gelandet, wo uns der heftige Verkehr fast erschlagen hat. Wir haben nochmal für 1,67 Euro voll getankt und dann auf einen Campingplatz 11 km vor Bastia unser Lager für die Nacht aufgeschlagen. Tatsächlich ist das der erste Platz, der direkt am Strand liegt und man nicht ins Hinterland verbannt ist. Daher sind wir kurz vor Sonnenuntergang auch nochmal an den Strand gegangen und haben eine traumhafte Abendstimmmung erlebt.
Wir haben noch etwas gegessen, geduscht und sind dann ins Bett gefallen, da wir morgen ja sehr früh aufstehen müssen. Korsika – die Schöne – wie sie genannt wird, hat sich heute nochmal von ihrer besten Seite gezeigt. Uns hat die Insel auch super gut gefallen. Gefühlt ist hier alles eine einzige Panoramastrasse. Leider hat in der ersten Woche das Wetter nicht so mitgespielt, so dass wir nicht alles erleben durften, was wir wollten. Aber man sagt ja immer „man sieht sich zweimal im Leben“…
Gestern Abend haben wir von unser Fährgesellschaft die Information erhalten, dass sich unsere Rückfahrt aus organisatorischen Gründen um einen halben Tag nach vorne verschiebt. Wir fahren jetzt nicht mehr am Freitag um 13.45 Uhr, sondern bereits morgens um 7.45 Uhr, um 6.45 Uhr schließt der Check In. Danke auch.
Eigentlich hatten wir aber schon vorher entschieden, nicht bis Donnerstag hier zu bleiben, sondern nochmal einen Tag in die Berge zu fahren. Die haben sich bisher fast nur im Regen präsentiert, was wir echt schade finden. Also haben wir heute nochmal einen ruhigen Tag gemacht und werden morgen weiter fahren. Wir werden uns dann einen Platz kurz vor Bastia suchen, um morgens einen kurzen Weg zur Fähre zu haben.
Ich wollte heute noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Der Supermarkt hier auf dem Platz hat aber nur noch leere Regale. Also bin ich mit dem Rad los zu einem Sparmarkt einen Kilometer weiter. Der hatte komplett geschlossen für die Saison. Also bin ich nach Ghisonaccia geradelt, dem nächsten Ort hier. Dort habe ich alles bekommen und als ich zurück war, habe ich mich auf den Massagepool gefreut, den wir nochmal ausgiebig genutzt haben.
Heute haben wir einen Wellness Tag eingelegt. Schön ausgeschlafen, mit Baguette und Croissants gefrühstückt, gemütlich gelesen und dann den Massagepool hier auf dem Gelände genossen. Eine ganze Poollandschaft ist im Wasser mit allen möglichen Düsen ausgestattet und der Zutritt ist erst ab 18. Was ganz lustig war, war die Tatsache, dass wir die einzigen Besucher waren. Und es war nur herrlich, die verspannten Muskeln mal richtig durchkneten zu lassen.
Anschließend gab es Kaffee und Kuchen mit leckeren Törtchen, die wir gestern gekauft haben.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es an den Strand und wir haben die ganzen kleinen privaten Strandhäuser bewundert, die hier stehen. Alle schön in Schuss und geschmackvoll. Der Strand ist hier ewig lang und das Meer schön sauber.
Wir sind zum Campingplatz zurück und haben den Tag ausklingen lassen. Nochmal ein paar Worte zu den Campingplätzen hier auf Korsika. Wir sind hier wirklich auf dem besten Platz gelandet, den wir bisher hatten und selbst der hat, was die sanitären Anlagen angeht, noch deutlich Luft nach oben. Gefühlt sind die Plätze hier auf Urlauber mit Auto und Zelt oder auf die fest installierten Mobile Homes ausgelegt. Da es Wohnmobile nicht erst seit gestern gibt und hier auch zahlreich herum fahren, wundert es schon, warum die Plätze nicht darauf eingestellt sind. Wenn Plätze eng sind, weil von der Lage nicht genug Platz ist – alles gut. Aber wir haben einige Plätze erlebt, wo einfach mal wieder die Bäume geschnitten werden müssten. Da hängen Äste so weit in Wege rein, dass man sich sein Wohnmobil zerstört, wenn man da lang fährt. Auf einigen Plätzen hängen knallbunte große „reserviert“ Schilder an Bäumen mit Namen und Daten aus dem Juli und August – wir haben Oktober. Und was eine einzige Katastrophe ist, sind die sanitären Anlagen. Wir haben hier erst den 2. Platz, wo es Klopapier gibt, kein Scherz! Auf den meisten Plätzen kann man mit seiner eigenen Rolle zur Toilette gehen. Klobrillen gibt es hier ebenfalls nirgends und die meisten Duschen sind eine Zumutung. Auf unserer gesamten 8wöchigen Balkantour haben wir keine so schlechten Campingplätze gesehen wie hier. Selbst in Albanien oder Bosnien-Herzegowina waren einfache Plätze, aber die Leute haben sich mit ihren wenigen Mitteln total Mühe gegeben, alles sauber und ordentlich zu halten. Außerdem waren wir vom Balkan auch tolle Plätze mit Meerblick gewohnt. Wir hatten in den beiden Wochen hier nicht einen Platz mit Meerblick. Die Plätze sind hier oft außerhalb, ohne Rad oder Roller ist man aufgeschmissen. Wir waren jedenfalls schon öfter froh hier, dass wir alles dabei haben und wirklich nur ein Plätzchen zum Stehen benötigen. Das macht vieles einfacher.