2022 Korsika

Korsika 2022

Endlich wieder Urlaub!!! Die letzten Wochen bzw Monate nach unserer Auszeit waren doch sehr kräftezehrend. Der Alltag hat uns mit aller Wucht eingeholt, was aber ja auch zu erwarten war. Umso mehr freuen wir uns auf die beiden vor uns liegenden Wochen auf Korsika. Auf vielfachen Wunsch werde ich auch hier wieder unseren Blog schreiben.

Wir sind bereits gestern Nachmittag gen Süden aufgebrochen. Morgen früh um 8 Uhr geht unsere Fähre von Livorno nach Bastia und wir wollten die über 1100 km bis Livorno nicht in einem Stück fahren. Also sind wir gestern bis kurz vor den Bodensee gefahren und haben in Leutkirch im Allgäu auf einem vollen Stellplatz einfach auf der Wiese geparkt. Heute früh haben wir uns dann in einer Bäckerei mit Proviant eingedeckt und sind weiter gen Süden gefahren. Am Bodensee fährt man ja für wenige Kilometer durch Österreich und Gott sei Dank muss sich der Verkehr nicht mehr durch Bregenz quälen, da die Autobahn für wenige Kilometer mautfrei ist. Wir haben in Österreich einmal voll getankt und sind dann direkt in die Schweiz gefahren.

Die Fahrt hätte nicht schöner sein können. Die Gipfel der Berge waren schon schneebedeckt und wir haben die Ausblicke bei tollem Sonnenschein genossen. Ja, und dann sind wir Ländersammler nochmal kurz einem Schild „FL“ ins Fürstentum Liechtenstein gefolgt, denn da waren wir beide noch nie.

Zurück in der Schweiz ging es weiter gen Süden. Durch den St. Bernardino-Tunnel ging es dann in Richtung Italien. In der Schweiz waren die Straßen herrlich frei,

was sich in Italien deutlich geändert hat. Die Autobahnen waren ordentlich voll und so waren die letzten 400km Kilometer doch ziemlich anstrengend. Allerdings waren die letzten 200 km landschaftlich wunderschön, da es durch tolle Berge und Wälder ging. Trotzdem war die Luft raus. Eigentlich war der Plan, bis nach Pisa zu fahren, dort auf dem Campingplatz einzuchecken und dann den schiefen Turm anzuschauen. Den haben wir aus der Ferne auch gesehen, allerdings war der Campingplatz voll. Da es schon 17 Uhr war, war die Priorität, einen freien Platz zu finden und den haben wir dann in Richtung Livorno am Meer gefunden. Der Vorteil ist, dass es dann morgen früh nicht mehr so weit bis zur Fähre ist. Da müssen wir um 7 Uhr sein und jetzt können wir ein paar Minuten länger schlafen… Und es gibt noch einen großen Vorteil…

2022 Korsika

Überfahrt von Livorno nach Bastia

Als heute früh um 6 Uhr der Wecker geklingelt hat, war ich schon länger wach und bereit zur Abfahrt. Ich habe Andi aufgeweckt und um 6.30 Uhr haben wir den Campingplatz in Richtung Hafen Livorno verlassen. Es war nichts los auf den Straßen und ratz fatz standen wir in der Spur für unsere Fähre. Die kam dann auch irgendwann, musste aber erstmal entladen werden.

Irgendwann ging dann der Ladevorgang los und alle großen Fahrzeuge, die auf die Fähre wollten, mussten drehen und rückwärts auffahren. Nur die Autos durften vorwärts rein fahren. Wir waren ziemlich zum Schluss dran und haben wir um 8.40 Uhr den Hafen verlassen. Bei herrlichem Wetter und ruhiger See ging es raus aufs Meer, wo wir Korsika schon in der Ferne haben liegen sehen. Wir haben es uns auf Deck in der Sonne gemütlich gemacht und Andi hat seine Lektüre rausgeholt.

Und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Die Insel wurde immer größer, man konnte Bastia erkennen, wir sind in den Hafen gefahren, dann ins Wohnmobil und schon waren wir auf der Insel. In Bastia war echt viel Verkehr und man musste höllisch aufpassen, wo man lang fährt, denn viele Tunnel waren nur 2,30 m hoch, was uns zu wenig wäre. Wir hatten auf der Fähre schon das Navi gestartet und so ging es gleich steil die Serpentinen bergauf. Oben auf dem Berg angekommen, haben wir erstmal gehalten und uns dünne Klamotten angezogen.

Hier war es deutlich wärmer als auf der windigen Fähre. Weiter ging es in das hübsche Städtchen Saint Florent, wo wir einen kurzen Stop eingelegt haben. Die Straße hat sich anschließend durch steinige, felsige Gegend gewunden und wir haben mehrfach angehalten.

Es hat nicht lange gedauert und Andi hat die Drohne rausgeholt. Unser heutiges Ziel war der Campingplatz in Ogliastro, den wir dann am frühen Nachmittag erreicht haben. Er war nicht mal halb belegt und so haben wir uns ein schönes Plätzchen gesucht. Zum Sonnenuntergang sind wir an den Strand gelaufen. Ein ganz toller Weg hat entlang von Weiden und über eine kleine Brücke dorthin geführt.

Und dann wurden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang belohnt.

2022 Korsika

Regentag auf Korsika

Für heute war laut Wetterbericht eigentlich den ganzen Tag heftiger Regen vorher gesagt. Also hatten wir gestern schon beschlossen, auf dem Campingplatz hier zwei Nächte zu bleiben und den Regen aus zu sitzen. Nach den letzten anstrengenden Tagen konnte ein Tag Auszeit nicht schaden. Als wir heute früh dann wach geworden sind, haben wir uns gewundert, dass der Regen nicht aufs Dach trommelt. Ein neuer Blick auf den Wetterradar hat gezeigt, dass es erst gegen Mittag regnen soll. Also haben wir gemütlich mit französischem Baguette und Croissants gefrühstückt und sind dann noch ein bisschen hier in der Gegend rum gelaufen.

Unter anderem waren wir nochmal am Strand und haben zwei kleine Höhlen begutachtet, in denen gestern Abend ein nackter Typ mit brennenden Fackeln hantiert hat und anschließend mit denen ins Meer gegangen ist… Die Höhlen waren aber deutlich kleiner als wir dachten. Der Typ schien aber darin zu wohnen, denn es lag eine Matratze und anderes Zeug drin. Der Blick aus der Höhle konnte sich auch durchaus sehen lassen.

Zurück am Wohnmobil hat es angefangen zu regnen und so haben wir die Markise ausgefahren und es uns im Trockenen gemütlich gemacht.

Wir fühlen uns hier etwas wie in Australien, da um uns herum ganz viele Eukalyptusbäume stehen. Aber es sind keine Koalas da…

Morgen soll die Sonne wieder raus kommen und wir werden weiterfahren.

2022 Korsika

Über L’Ile-Rousse nach Calvi

Heute früh hat sich ab und zu die Sonne gezeigt, wir haben draußen gefrühstückt und sind dann aufgebrochen. Unser erstes Ziel haben wir von unserem Strand immer schon in der Ferne liegen sehen: die vorgelagerte Insel von L’Ile-Rousse. Ich hatte auf Google maps gesehen, dass man bis auf die Spitze auf einen Parkplatz fahren kann und wir hatten Glück, denn auch hier war mal wieder eine Schranke mit 2,60 m Höhenbeschränkung, die aber heute geöffnet war.

Und so haben wir dort geparkt und sind am Wehrturm vorbei in Richtung Leuchtturm gelaufen. Leider konnte man nicht bis ganz hoch, da der Weg wegen Bauarbeiten gesperrt war. Trotzdem hatten wir einen tollen Blick von oben.

Dann ging es entlang der Küste bis nach Calvi. Der erste Campingplatz, den wir angefahren sind, war tatsächlich schon geschlossen, der nächste war offen und hatte noch sehr viele Plätze frei. Manchmal ist es echt die Qual der Wahl, wenn alles frei ist, welches Plätzchen man wählt. Irgendwann standen wir und haben es uns gemütlich gemacht. Hier hatte es gerade erst wieder geregnet und so haben wir bis zum Nachmittag gewartet, bevor wir zu Fuß in die Stadt gelaufen sind. Die Sonne kam wieder raus und es war super, dass wir so lange gewartet haben.

Calvi liegt an einem traumhaften Sandstrand, der von Pinien gesäumt ist. Entlang des Strandes sind wir in die Stadt gelaufen, immer mit Blick auf die schöne Zitadelle.

An der Uferpromenade waren lauter tolle Restaurants, oberhalb der Promenade war eine Fußgängerzone mit kleinen Geschäften. Hier war kein China-Mist zu finden, sondern tolle korsische Handwerkskunst.

Wir sind auf die Zitadelle hoch gelaufen und haben von dort die Aussicht und die engen Gassen genossen.

Über den Bergen auf der anderen Seite der Bucht haben sich die Wolken getürmt, einfach nur schön, wenn man sie aus der Sonne bewundert. Auf dem Rückweg haben wir am Strand in einem Restaurant gegessen und den Sonnenuntergang genossen. Was ein schöner Ausklang des Tages!!!

2022 Korsika

Entlang der Westküste bis Porto

Heute morgen war es wieder sehr bewölkt gemeldet und so haben wir etwas länger geschlafen. Heute soll ein Küstenhighlight der Tour kommen und da macht Sonne mehr Spaß als Wolken. Und da es am späten Vormittag richtig schön werden sollte, haben wir das abgewartet. Nach dem Frühstück wollten wir erstmal einen französischen Supermarkt überfallen und Andi hat gelernt, dass „Casino“ nicht immer das meint, was drauf steht. Denn das ist hier eine Supermarktkette. Wir sind die Tage von einem Schweizer Pärchen auf ein sehr leckeres korsisches Getränk eingeladen worden und da wollten wir mal schauen, ob wir das hier finden. Außerdem wollte ich mal gucken, ob wir den berühmten korsischen Käse finden – auch wenn Andi da große Vorbehalte hat, denn bei Asterix ist von dem Gestank des Käses in Kombination mit einem Feuer das Piratenschiff explodiert🤣. Das soll unserem Wohnmobil natürlich nicht passieren! Tatsächlich kam es dann gar nicht zu dem Einkauf, da auf dem Parkplatz kein Platz für uns war…

Also sind wir gen Süden entlang der Küste gestartet. Es gibt eine gut ausgebaute schnelle Tour und eine Panoramastrasse, die wir natürlich genommen haben.

Erster Stop war auf einem Parkplatz, von dem aus man einen tollen Blick auf die vorgelagerte Insel inkl. Leuchtturm hatte. Es war ordentlich windig und wir haben ein paar Bilder gemacht. Dann haben wir einen ersten Eindruck bekommen, warum das Navi für 70 km mehr als 2 Stunden veranschlagt hat. Die Straße wurde eng und der Belag abenteuerlich.

Da hier aber nur noch Turis unterwegs waren, die eh auch langsam fahren, war es kein Thema. Enge Straßen und Ausweichmanöver sind wir schließlich von unserer Balkantour gewohnt. Die Straße ist immer wieder ins Landesinnere abgebogen und irgendwie ist man aber auch immer wieder am Meer gelandet.

Gefühlt waren hier gar keine Einheimischen mehr unterwegs, auch auf der schnelleren Straße, auf die wir wieder abgebogen sind, nicht. Wir haben ständig gehalten, da wir uns nicht satt sehen konnten. An einem Parkplatz mit wunderschönem Panorama haben wir mittag gemacht.

Und dann ging es weiter auf dieser Traumstrasse. Wie viele Kurven wir bis heute Abend gefahren sind, wissen wir nicht, aber sie haben sich absolut gelohnt. Die Straße war richtig in den Fels geschlagen und an manchen Passagen hing dieser richtig über die Straße.

Wir waren froh, dass wir total außerhalb der Saison unterwegs waren, denn ein paar Passagen hätten mit viel Gegenverkehr nicht ganz so viel Spaß gemacht. In Porto angekommen, hatte der angepeilte Campingplatz mal wieder geschlossen und so haben wir einen anderen angesteuert. Der hatte für Womos in unserer Größe gerade mal 2 Plätze und es war schon eng, dort hinein zu kommen. Wir haben trotzdem einen genommen und werden auch irgendwie wieder raus kommen… Eigentlich wollten wir uns jetzt auf die Räder schwingen und noch 15 km in die sogenannte Calanche fahren, aber wir waren beide total platt. Da neben uns ein Supermarkt war, sind wir zu Fuß einkaufen gegangen.

Nach einer kurzen Stärkung sind wir dann doch nochmal mit den Rädern ans Wasser gefahren. Die andere Tour werden wir morgen machen und wahrscheinlich einfach einen Tag länger hier bleiben. Und der Ort Porto hat uns mit seiner Schönheit mal wieder so aus den Socken gehauen.

Rund um eine Bucht sind ganz viele kleine Restaurants, das Meer haut mit seiner Brandung gegen die Mauern, mitten drin ist ein kleiner Hafen

und auf der anderen Seite ein toller Strand, wo die Brandung ebenfalls ordentlich tobt.

Und dann haben wir mal wieder einen genialen Sonnenuntergang erlebt…