2022 Korsika

Plage de Palombaggia und weiter gen Norden

Wir konnten es einfach nicht akzeptieren, dass uns Korsika so viele Striche durch die Rechnung macht. Und so haben wir gestern den Wecker für heute 7 Uhr gestellt in der Hoffnung, dass dieser blöde Sturm endlich mal nachlässt. Oft ändert sich der Wind ja bei Sonnenauf- oder -untergang. Um 5 Uhr war ich wach und es hat immer noch gestürmt. Um 7 Uhr war es plötzlich total windstill. Wir konnten es nicht glauben. Also haben wir die Räder raus geholt und sind durch verlassene Straßen nochmal die 4 km nach Bonifacio gefahren. Der Himmel war bedeckt, aber der Wind war immer noch komplett weg, als wir angekommen sind. Wir sind auf den Aussichtspunkt vom ersten Tag gelaufen und 2 Minuten später war die Drohne in der Luft und hat einfach nur geniale Aufnahmen gemacht. Es waren noch keine Touristen unterwegs und die Stadt ist gerade aufgewacht.

Besser geht’s nicht. Um 8.30 Uhr waren wir zurück am Campingplatz und haben unsere Brötchen Bestellung abgeholt. Denn ein gutes Frühstück hatten wir uns jetzt verdient. Dann haben wir gezahlt und haben uns auf den Weg gen Norden gemacht.

Unser erster Halt war am Plage de Palombaggia, einem der tollen Strände hier in der Gegend. Da der Sturm immer noch weg war, sind wir am Strand spazieren gegangen.

Der feine Sandstrand ist ins türkise Meer abgefallen, rote Felsen lagen im Meer und frische grüne Pinien haben das Ufer gesäumt – wie im Paradies! Es war auch echt nicht viel los, aber für Montag vormittag wahrscheinlich doch.

Unser nächstes Ziel hieß Porto Veccio, das sich aber auch wieder in Luft aufgelöst hat. Auf der Insel sind lauter komische aufgemotzte Rallye Autos unterwegs. Und gefühlt jeder größere Parkplatz war belegt mit den Werkstattautos und Hängern, so dass wir wieder mal keinen Parkplatz gefunden haben. Also sind wir eine Runde am Hafen und durch die Stadt gefahren und haben den Ort dann wieder verlassen.

Auf das Chaos und Gedröhne hatten wir keinen Bock. Ein paar Kilometer weiter haben wir unsere Vorräte im Supermarkt aufgestockt und wollten dann eigentlich durch die Berge gen Norden fahren. Die lagen mittlerweile aber in einer so dicken Wolkenschicht, dass wir uns die Fahrt gespart haben. Schöne Aussichten hätten wir wieder nicht gehabt. Also ging es auf der Küstenstraße weiter gen Norden. Da wir von den bisherigen Campingplätzen hier mehr als enttäuscht waren, haben wir uns einen ausgesucht, der nicht nur offizielle Sterne, sondern auch gute Bewertungen hat. Mit den Sternen schmeißen sie hier um sich ohne Ende, aus welchem Jahrhundert diese aber stammen, weiß keiner. Wir sind gespannt und wollen hier noch ein paar Tage bleiben und ausspannen. Wir konnten uns einen freien Platz aussuchen und kaum angekommen, sind wir von Mücken zerfressen worden ohne Ende. Bevor wir das Autan raus geholt haben, waren wir beide schon mehrfach zerstochen… Den Platz selber werden wir morgen erkunden. Jetzt wird der Grill heraus geholt!

2022 Korsika

Die Küste um Bonifacio

Heute früh hat uns mal nicht das Trommeln des Regens geweckt, sondern die Sonne. Wie herrlich! Nach einem gemütlichen Frühstück wollten wir uns heute die Steilküste östlich von Bonifacio anschauen. Normalerweise kann man mit den Ausflugsbooten entlang der Küste fahren und von unten Staunen. Wann das aufgrund des immer noch anhaltenden Sturms wieder möglich sein wird, steht in den Sternen. Also haben wir die Räder geschnappt und sind losgeradelt. Kaum an der Küste angekommen, war der Sturm wieder unbeschreiblich. Er hat hier wirklich Patagonien-Niveau. Man konnte kaum die Kamera halten, geschweige denn sehen, was man da überhaupt filmt, da die Haare wirr durch die Gegend flogen.

Bonifacio lag wieder wunderschön auf dem Felsen, wir sind aber in die andere Richtung gefahren. Unser Ziel war der Leuchtturm, den wir gestern aus der Ferne gesehen haben, denn dort unterhalb sind die Grotten, die sonst mit dem Boot angefahren werden. Tatsächlich haben wir ein einziges Boot auf dem Meer gesehen, wahrscheinlich waren aber alle Passagiere grün im Gesicht, bis sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten.

Am Leuchtturm angekommen, haben wir die Räder festgemacht und es ging zu Fuß weiter bergab ans Meer. Über die Sandsteinfelsen sind wir hinunter geklettert und in einer super schönen Gegend raus gekommen. Man kann über die hellen Sandsteinfelsen überall entlang klettern und bestaunen, welch Kunstwerk Wind und Wetter hier geschaffen haben.

Der Sturm war so heftig, dass wir uns kaum auf den Füßen halten konnten und innerhalb kürzester Zeit gewässert, gesalzen und gesandstrahlt waren. Normalerweise fahren hier die Boote durch eine Öffnung in die Grotte de Saint Antoine.

Heute haben die Wellen die Öffnung in der kompletten Höhe mit Wasser gefüllt. Zwischen zwei Wellen konnte man die Öffnung aber kurz erkennen.

Wir haben zu Fuß alles erkundet und dann auch noch einen Abstecher zum Strand gemacht.

Zurück am Leuchtturm, sind wir noch ein paar Meter an der Küste in die andere Richtung gelaufen. Wir befinden uns hier am südlichsten Ende Korsikas, dem Kap Pertusato.

Dann ging es zurück zum Campingplatz. Der Sturm war so heftig, dass wir uns kaum auf den Rädern halten konnten. Sehr schade war auch, dass wir deshalb die Drohne mal wieder nicht einsetzen konnten.

2022 Korsika

Bonifacio

Der Wetterbericht hat uns die letzten Tage suggeriert, dass ab Samstag, also heute, nur noch die Sonne scheint. Die hat sich auch mal kurz gezeigt, wurde allerdings immer wieder schnell durch fette Regenschauer abgelöst. Gott sei Dank hat Andi darauf bestanden, erst die Räder raus zu holen, wenn nur noch blauer Himmel da ist. Also wurde es später vormittag und schließlich Mittag, bis wir losgezogen sind. Mit den Rädern sind wir ca 5 km in die Stadt gefahren und haben diese dann am Hafen festgemacht.

Normalerweise kann man von hier aus Bootstouren vor die Küste und auf Inseln machen, diese finden aber seit Tagen nicht statt aufgrund des heftigen Windes. Auch heute war es wieder stürmisch, ging aber mittags noch. Und so sind wir zu Fuß hoch auf den Berg und erstmal gegenüber der Stadtinsel zu einem Aussichtspunkt gewandert.

Von hier hatte man traumhafte Blicke auf die steile Küste und auf das naheliegende Sardinien. Dort drüben standen wir vor ein paar Jahren und haben hierher geschaut. Weiter ging es hoch in die Stadt und die war nur fantastisch.

In einem Restaurant haben wir etwas gegessen und sind dann zur Treppe des Königs Aragon gegangen.

187 Stufen, teilweise 40 cm hoch, führen in einem 45 Grad Winkel in Richtung Meer. Der Legende nach wurden sie in einer Nacht von den Truppen Aragons in den Fels gehauen.

Unten angekommen, führt ein in den Fels gehauener Weg entlang der Küste.

Wieder oben angekommen haben wir uns kurz erholt und sind dann auf die Spitze des Felsens gelaufen. Mittlerweile war es total stürmisch geworden und wir hatten Glück, dass wir die Treppe überhaupt hinunter steigen durften. Die letzten Tage war auch sie immer mal wieder gesperrt.

Wir mussten aufpassen, nicht wegzufliegen und erste Gedanken kamen auf, ob unsere Markise wohl noch lebt. Da es morgens so geregnet hat, haben wir sie offen gelassen, aber mit so einem Sturm hatten wir nicht gerechnet. Durch die Stadt sind wir zurück zu unseren Rädern und zum Campingplatz geradelt. Gott sei Dank hatten wir die Markise mit Erdspießen befestigt, ansonsten wäre sie weg gewesen. Wir haben beschlossen, noch einen Tag länger hier zu bleiben in der Hoffnung, dass morgen weniger Sturm ist.

2022 Korsika

Weiter nach Bonifacio

Gestern Abend haben wir den Tag mit unseren Nachbarn Sabine und Jochen sehr nett ausklingen lassen bei dem ein oder anderen französischen Kaltgetränk. Heute Nacht hat es heftigst gewittert und geschüttet. Schlafen ist da schwer gefallen… Da es heute morgen immer noch geregnet hat, haben wir Ajaccio auch direkt wieder verlassen. In der Stadt waren wieder Massen von Kreuzfahrern unterwegs und wir hatten keinen Bock, mit Schirm zwischen den Massen rumzulaufen. Unser nächstes Ziel hieß Bonifacio und tatsächlich hat es unterwegs mal aufgehört zu regnen. Also waren wir ganz mutig und sind zu Fuß in die Stadt Sartene gelaufen, die auf dem Weg lag. Hier waren wir vor den Kreuzfahrern sicher und die Stadt ist sehr cool an den Berg gebaut. Teilweise sind die Häuser 8 Etagen hoch und gleichen den Höhenunterschied aus.

Zwischen den Häusern verlaufen super enge Gassen, allerdings passt in diese auch Regen durch. Und wir waren kaum in der Stadt angekommen, schon hat es wieder angefangen zu regnen. Wir wollten dem Wetter entkommen und etwas essen gehen, allerdings haben die Restaurants gerade geschlossen. Danke auch. Also sind wir zurück zum Womo und weiter ging es. Wir sind wieder an die Küste, mittlerweile ganz im Süden der Insel, gekommen.

Kurz vor Bonifacio lag ein Campingplatz, auf den wir eigentlich wollten, der hatte aber kein Wasser mehr, nur Strom!? Also weiter zum nächsten – geschlossen. Der in der Stadt war vermutlich wieder zu eng, also haben wir noch einen weiter außerhalb gefunden. Die hatten Platz für uns und so haben wir uns hier für 2 Nächte eingebucht.

Gegen Abend haben wir noch eine Runde gegrillt. Ab morgen soll endlich schönes Wetter werden, Daumen drücken!

2022 Korsika

Zurück an die Küste

Heute früh konnte sich das Wetter nicht zwischen Sonne und Regen entscheiden. Wir haben endlich einen Casino Supermarkt gefunden, wo wir auch parken konnten und haben lauter leckere Dinge gekauft, unter anderem auch das leckere Getränk, zu dem uns die Schweizer eingeladen hatten. Wir haben es gleich kühl gestellt und werden wohl heute Abend die erste Flasche köpfen. Kurz hinter Corte hat es wieder angefangen zu schütten. Allerdings ließ es sich hier deutlich besser voran kommen. Die Straßen waren breit und nicht mehr so kurvig. Der Verkehr wurde stärker und wir haben uns der Hauptstadt Ajaccio genährt. Entlang des Hafens ging es einmal quer durch die Stadt. Unser Ziel war der „Tour de la Parata“, der Wehrturm von dem aus man auf die vorgelagerten Inseln schauen konnte.

Wir sind hinter dem Turm auf einen Berg geklettert und haben die Aussicht genossen.  

Anschließend haben wir uns in der Nähe einen Campingplatz gesucht und den Rest des Tages gechillt.