2023 Florida

Zurück nach Orlando

Heute früh hieß es Koffer flugzeugtauglich packen. Die Luftfeuchtigkeit und Wärme draußen waren so heftig, dass alle Scheiben beschlagen waren. Wir konnten unsere warmen Deutschlandklamotten noch nicht anziehen. Der Flug sollte abends um 19.50 Uhr gehen und so haben wir uns auf die 5 Stunden Fahrt gen Orlando begeben. Zur Auswahl stand eine kürzere Fahrt an Miami vorbei über die 7spurige Interstate oder eine etwas längere Route durchs Landesinnere über Highways. Wir haben uns für das Landesinnere entschieden, da wir dort noch nie waren und dort auch deutlich weniger Verkehr vermutet haben. Die Interstate war neulich schon anstrengend. Und so war es auch. Leere Straßen haben strack gen Norden geführt. Dabei sind wir erst durch Gebiete gekommen, wo Getreide, Obst und Gemüse angebaut wurde. Später sind wir durch die Ausläufer der Everglades durch kilometerweites geflutetes Grasland gefahren.

An einem Parkplatz standen ganz viele Autos mit leeren Anhängern. Von hier sind Speedboottouren gestartet, die man von Fort Lauderdale aus buchen konnte. So eine Tour haben wir schon mal gemacht und die Erinnerungen kamen wieder.

Dann sind wir in einen Bereich gekommen, wo Zuckerrohr angebaut wurde. Kilometerweit haben die Felder die Straße gesäumt. Hier war gerade Erntezeit und große LKWs beladen mit Zuckerrohr kamen uns entgegen. Auf unzähligen Meilen kam keine einzige Ortschaft und wir waren zeitweise alleine auf der Straße.

Was ein Unterschied zu den bevölkerten Küstengebieten. Dann sind wir an den riesigen Lake Okechobee gekommen. Er war so riesig, dass man das andere Ufer gar nicht sehen konnte. Ein Campingplatz lag direkt am See, allerdings war auch hier nicht viel los.

Weiter ging es alleine durch Floridas Mitte, bis wir irgendwann in den Einzugsbereich von Orlando gekommen sind und der Verkehr wieder zugenommen hat. Und hatte inzwischen eine Mail von Discover Airlines erreicht, dass der Flieger Verspätung hat und statt um 19.50 Uhr erst um 21.30 Uhr startet. Da wir unseren Mustang aber bis 17 Uhr zurück geben mussten, mussten wir trotzdem schon früher am Flughafen sein.

Ein letzter Blick auf das coole Auto und dann ging es zum Check Inn, um zurück ins kalte Deutschland zu fliegen.

2023 Florida

Key West

Über den Overseas Highway fahren wir heute in unserem roten Flitzer die knapp 100 Meilen bis nach Key West. In Key West waren wir bereits in 2005 und vieles auf der Route war damals durch die Hurricanes Kathrina und Rita zerstört. Unterwegs waren viele kleine State Parks nicht zugänglich, da die Stege hindurch komplett kaputt waren. In Key West selber lagen in den ganzen Pools der Hotels noch der angespülte Unrat und es waren Moskitos unterwegs ohne Ende. Ich war damals am ganzen Körper zerstochen und habe ein Bild, wo auf meinem Rücken über 20 Stiche zu sehen sind. In Key West steht ein Marker, der den südlichsten Punkt der USA kennzeichnet. Der hatte damals keine Farbe mehr und der Beton hatte auch ordentlich Federn gelassen. Unser erster Stop war am Straßenrand bei einem riesigen Hummer, der an einem coolen Souvenirladen stand.

Weiter gen Süden haben wir gleich mal die Drohne steigen lassen, denn von oben nimmt man die schmalen Inseln mit der Straße noch viel besser wahr. Unterwegs haben wir ständig gehalten, da es einfach so viel zu sehen gab. Auch Dinge, die sich auf den ersten Blick nicht immer zeigen.

Wir haben einen der State Parks besucht, wo die Einheimischen ihr Wochenende verbracht haben. Sie hatten ihre Kajaks dabei, haben geschnorchelt, gegrillt oder einfach in der Sonne gesessen.

Die Parks kosten wieder alle Eintritt, je nach dem, wie groß das Angebot ist, zwischen 6 und 16 Dollar. In einem coolen Restaurant am Hafen haben wir zu Mittag gegessen. Die Einheimischen kamen mit ihren Booten, haben direkt an der Terrasse angelegt und sich einen Tisch gesucht. Im Becken lagen allerdings auch 3 versunkene Boote, die bestimmt dem letzten Hurricane zum Opfer gefallen sind.

Kurz danach sind wir an die 7 Mile Bridge gekommen. Parallel läuft die alte Brücke, die teilweise zum Radweg ausgebaut ist, aber nicht bis auf die andere Seite führt.

Am Nachmittag sind wir in Key West angekommen und als erstes zum südlichsten Punkt der USA gefahren. Hier war eine lange Schlange von Menschen, die darauf gewartet hat, ein Selfie zu machen. Da es über 30 Grad waren, hatten wir keine Lust, uns anzustellen und so gab es nur so ein Bild.

Wir sind stattdessen die 88 Stufen auf den Leuchtturm von Key West geklettert und haben den Blick von oben genossen.

Das einzige Kreuzfahrtschiff im Hafen hat gerade abgelegt.

Uns war so warm, dass wir dringend einen Mikchshake brauchten und mit der Stärkung ging es entlang der Duvalstreet in Richtung Sunsetpoint. Die Duvalstreet ist die Partystraße von Key West und eine Bar liegt neben der anderen. Überall war live Musik, echt cool.

Am Mallory Square angekommen, waren total viele Menschen versammelt, um den Sonnenuntergang zu sehen. Auf dem Meer sind die Boote mit Touristen an Bord gekreuzt und wir haben alle den perfekten Sonnenuntergang erlebt.

Anschließend sind wir entlang der Promenade durch coole Weihnachtsbeleuchtung zurück in Richtung Auto gelaufen.

Dabei sind wir noch am Milemarker 0 des Highway Nr 1 vorbei gekommen.

Wir müssen jetzt noch 2 Stunden zurück nach Key Largo fahren, da morgen Abend unser Flieger ab Orlando zurück geht. Die Fahrt genießen wir im offenen Cabrio im Dunkeln bei immer noch warmen Temperaturen unter dem Sternenhimmel.

2023 Florida

John Pennecamp Coral Reef State Park

Gestern Abend haben wir uns im Supermarkt noch ein Weißbrot fürs Frühstück heute geholt. Es hat fast 5 Dollar gekostet und ist die typische weiße Pappe, also nichts besonderes. Im letzten Jahr sind in Deutschland die Lebensmittelpreise ja gefühlt explodiert. Es ist aber immer mal wieder heilsam zu sehen, wie günstig sie in Deutschland noch immer sind. Die billigste Zahnpasta kostet hier über 8 Dollar – ohne Steuer. Alle Preise werden hier immer ohne Steuer angezeigt, die kommt an der Kasse noch dazu. Sei es bei einer Hotelbuchung, bei Lebensmitteln, bei Tickets – bei allem… Außer Benzin ist hier alles deutlich teurer als bei uns. Und dass die normalen Leute hier so viel mehr verdienen, glaube ich nicht. In Florida sind sehr viele Menschen im Service beschäftigt. Sei es die vielen Angestellten in den Freizeitparks, in Restaurants, in den Hotels, die Einpacker im Supermarkt usw. Die fetten Villen, die wir gestern gesehen haben, sind nicht durch diese Jobs bezahlt worden. Und da tun diese Preise schon weh. In den Restaurants haben wir früher immer 10 % Trinkgeld gegeben. Mittlerweile sind bei der Zahlung mt Kreditkarte Felder hinterlegt mit 18 %, 20 %, 23 % und 25 %, was wir echt heftig finden. Aber die Leute brauchen Kohle und versuchen es so. Auf der anderen Seite sind die Preise an der Tankstelle für uns ein Witz und ähnlich wird es mit Strom sein, bei den vielen Klimaanlagen hier. Wahrscheinlich gleicht es sich dann doch wieder irgendwo aus…

Ich habe gestern Abend mal wieder eine Bootstour für heute um 12.15 Uhr gebucht. Etwas nördlich von unserer Unterkunft liegt der John Pennecamp Coral Reef State Park. Hier kann man die unterschiedlichsten Aktivitäten machen und wir haben uns für eine Tour mit einem Glasbodenboot entschieden. Wir sind schon früher in den Park, denn hier gibt es auch tolle Strände, Mangroven und einiges mehr zu entdecken. Wir haben das Auto abgestellt und sind das erste Mal in diesem Urlaub ins Schwitzen gekommen. 28 Grad und eine gewisse Luftfeuchtigkeit waren schon heftig. Zu Fuß sind wir zum Strand gelaufen und haben einen kleinen Boardwalk in den Mangroven gemacht.

Dann sind wir auf das Glasbodenboot und sind durch die Mangroven in Richtung Meer gefahren.

Das Wasser war ruhig, was sich dann geändert hat, als wir im offenen Meer angekommen sind. Der Wellengang war wahrscheinlich harmlos, aber es hat schon ordentlich geschwankt. Ziel war der Leuchtturm Molasses Reaf.

Dort haben wir dann angehalten und gleich lauter Schildkröten im Wasser schwimmen sehen. Total süß.

Durch die Fenster nach unten konnte man viele Quallen und kleinere Fische sehen. Außerdem sind wir über mehrere Korallenriffe gefahren. Leider hat der Seegang und der Blick nach unten meinen Magen nicht wirklich gut getan. Und so habe ich gehofft, dass wir uns bald wieder auf den Rückweg machen.

Zurück im Hafen, haben wir uns erstmal wieder an den festen Boden gewöhnt und uns gemütlich an einen Tisch gesetzt und gewartet, dass es meinem Magen wieder besser geht. Wir haben noch etwas eingekauft und es uns dann an unserem Strand am Hotel gemütlich gemacht.

2023 Florida

Über Ford Lauderdale nach Key Largo

Heute morgen ist die Sonne direkt vor unserem Balkon aufgegangen. In dem The Pointe Hotel könnte man es durchaus auch sehr gut länger aushalten.

Nachdem wir auf dem Balkon gefrühstückt haben, ging es weiter gen Süden nach Ford Lauderdale. Wir hatten gestern Abend noch eine Bootstour gebucht, denn die Stadt gilt als das Venedig Floridas. Und so haben wir direkt die Ablegestelle der Jungle Queen angesteuert. Heute haben wir die schnellere Interstate 95 genommen und nicht die gemütliche Küstenstraße. Die Interstate geht teilweise 7spurig in eine Richtung. Dimensionen, die in Deutschland echt selten sind. Teilweise sind die beiden linken Spuren als Fastlane gekennzeichnet. Teilweise darf man dort fahren, wenn man mit mindestens 2 Personen im Auto sitzt und auf anderen Abschnitten, wenn man bereit ist, Maut zu zahlen. Die wird vorher immer für den nächsten Abschnitt angezeigt und beträgt zwischen 0,50 Cent und 1 Dollar. Und wenn man dann bei dem Gewirr noch die richtige Spur findet, ist alles gut.

Durch das Zentrum von Ford Lauderdale sind wir in Richtung Strand gefahren und haben an der Anlegestelle vom Schiff geparkt. Tatsächlich wären wir hier auch nie durch Zufall vorbei gekommen. Wir waren etwas früh und wollten nochmal am Strand auf der anderen Seite der Straße schauen. Das war naiv gedacht, denn dort war alles abgesperrt und irgendein Event wurde für das Wochenende aufgebaut. Also haben wir uns ein bisschen am Hafen rumgedrückt und beobachtet, wie ein Angestellter der riesigen Yachten, die hier liegen, Fische ausgenommen hat. Die Reste hat er ins Wasser geworfen und riesige Fische haben sie gefressen. Ein paar Meter weiter habe ich gelernt, dass in Palmen nicht nur Kokosnüsse hängen, sondern auch Leguane abhängen.

Inzwischen war es schön warm, wir haben die kurzen Hosen rausgeholt und sind zum Schiff gegangen.

Und die Tour war echt super. Vom Wasser aus konnte man den Reichtum pur sehen. Eine Villa größer als die andere, überall waren Angestellte dabei, die Grundstücke und Häuser in Ordnung zu halten.

Direkt vor den Grundstücken lagen die fetten Yachten, auf denen die Angestellten geputzt und gewienert haben. Teilweise brauchten sie Beiboote, um überhaupt an die Bordwand zu kommen.

Wir sind in Richtung Downtown gefahren. Die Hochhäuser hier sind alle in den letzten 15 Jahren entstanden. Der Kanal wird enger und wir sind bis zum ältesten Haus, dem Stranahan House gefahren. Es wurde in 1901 erbaut.

Anschließend sind wir in den Außenhafen gefahren, wo die ganzen Kreuzfahrtschiffe und die 127 Meter lange Yacht von dem Amazon Gründer Jeff Bezos liegt. Sie hat schlappe 500 Millionen Euro gekostet. Interessanterweise stand dazu heute bei ntv ein Artikel, wie schwer sie aufgrund ihrer Größe in Häfen kommt, vor den ganzen Kreuzfahrtriesen aber gar nicht richtig wirkt.

Dann ging es unter der Brücke zurück zu unserem Liegeplatz. Die Tour war echt super. Total informativ und kurzweilig und hat einem eine Perspektive geboten, die wir von der Straße aus nie bekommen hätten. Über die vollen Straßen von Ford Lauderdale ging es zurück auf die Interstate gen Süden. Vorbei an Miami und über Homestead auf die Straße, die auf die Keys führt. Und es ist schon ein komisches Gefühl, dass dies die einzige Straße ist, die zurück auf das Festland führt. Wenn hier mal ein Hurricane durchzieht, ist wegen Überfüllung geschlossen. Der Verkehr jetzt ist schon heftig. Auf Key Largo haben wir für die nächsten drei Nächte eine Unterkunft gebucht. Die Unterkunft hat einen kleinen Strand und Steg dabei und so haben wir gemütlich den Sonnenuntergang geschaut.

2023 Florida

Gen Süden bis Jupiter

Nach 6 Nächten haben wir heute früh im Hotel ausgecheckt und Andis neuen Koffer nicht mehr in den Kofferraum bekommen, da er nicht mehr leer war. Jetzt war er 1cm dicker und nichts ging mehr. Also Cabriodach auf, Koffer auf die Rückbank und los ging es. Gut, dass ich nur meinen Handgepäckkoffer dabei habe… Erst sind wir wieder an die Ostküste gefahren, wo wir vor 3 Tagen gewesen sind. Die erste Pause haben wir am Sebastian Inlet State Park gemacht.

8 Dollar kostet der Eintritt und man findet eine lange Pier, die ins Meer führt. Hier waren so viele Angler und Pelikane, wie ich sie noch nie gesehen habe.

Schilder weisen auf Schildkröten und Delphine hin, leider haben wir beide nicht gesehen. Dafür hat Andi die erste Schlange gesichtet und mir gezeigt. Und das sind die Tiere, die ich überhaupt nicht brauche. Anschließend haben meine Blicke nur noch ängstlich das Gebüsch abgesucht. Aber Gott sei Dank habe ich keine mehr gesehen. Dafür umso mehr Vögel.

Und der Strand hier ist einfach nur wieder traumhaft.

Weiter ging es immer die A1A gen Süden. In Deutschland verbinden wir Florida leider oft mit dem Thema Hurricanes, ich kann aber gut verstehen, dass man hier leben will. Den Strand direkt vor der Tür, durch die vielen verschiedenen vorgelagerten Inseln hat man so viele Wasserwege, tolle Grundstücke mit langen Stegen vor der Tür – das lässt einen das Thema sicher leicht vergessen… Und zwischen den vielen privaten Grundstücken gibt es immer wieder saubere und gepflegte State Parks oder einfach nur Parkplätze mit Strandzugang. Immer mit einem sauberen Toilettenhäuschen dabei. Allgemein ist nichts herunter gekommen, sondern alles in super Zustand.

In einem der Parks hat Andi das erste Mal die Drohne in die Luft geschickt und ist den menschenleeren Strand entlang geflogen.

Wir hatten gestern noch ein Hotel in dem Ort Jupiter gebucht und dort sind wir zum Sonnenuntergang angekommen. Das Hotel war nicht voll und so haben wir ein kostenloses Upgrade bekommen und unser Zimmer mit Blick aufs Meer bezogen.

Vom Balkon aus haben wir Musik gehört und sind ein paar Meter weiter in ein Restaurant direkt am Meer und haben den Tag ausklingen lassen.

Vom Balkon hatten wir dann eine geniale Aussicht. Und da soll morgen früh auch direkt die Sonne aufgehen. Ich glaube, morgen stehen wir etwas früher auf…