2023 Italien

Heimreise

Italien hat uns die Heimreise heute recht einfach gemacht, denn heute früh hat es geregnet und es waren 17 Grad. Nach den 30 Grad gestern ein ziemlicher Unterschied. Der Platz war zum Übernachten echt super und heute morgen standen noch ein paar andere Womos neben uns. Und es war echt gut, dass wir gestern nicht weiter gefahren sind, denn der Verkehr wurde gestern immer krasser und heute morgen waren die ganzen LKWs weg und die Straßen frei. Und so ging es vorbei an Mailand, dem Comer und Luganer See in Richtung San Bernardino.

In der Schweiz wurde es richtig entspannt von der Fahrerei. Denn Italien ist schon eine Besonderheit. Wir haben noch nie so viele Schilder gesehen, an die sich kein Mensch hält. In Baustellen wird das Tempo oft auf 30 kmh herunter gedrosselt – in der Theorie. In der Realität wird mit 110 kmh hindurch gerauscht. Und wenn die Stelle einspurig ist und man nicht schnell genug fährt, kriegt man ein richtig tolles Hupkonzert von hinten. Auf der anderen Seite gibt es Ortschaften, die alle 200 m Blitzer aufgestellt haben. Total unlogisch, aber wahrscheinlich die beste Einnahmequelle. Auf dem San Bernardino ging es dann aber auch irgendwann nur noch zäh voran, da zwei Fahrzeuge liegen geblieben sind, die von allen überholt werden mussten. Und das hat bei dem Gegenverkehr halt gedauert.

Nachdem wir wieder auf der Autobahn waren, war kaum noch Verkehr und irgendwann ist die Entscheidung gereift, bis nach Hause durch zu fahren. Und das haben wir dann auch gemacht und waren einen Tag früher daheim als geplant. Unterwegs haben wir tatsächlich noch die 30.000 km bei unserem Womo voll gemacht – und das in nicht mal 2 Jahren. Der Kauf war vor 2 Jahren echt der größte Glücksfall!!!

Fazit Italien:

Uns hat der Urlaub super gut gefallen, wobei die 2. Hälfte deutlich entspannter war. Im ersten Teil die Cinque Terre und Amalfiküste werden wir nie wieder machen. Dieser Massentourismus ist nichts für uns. Trotz allem cool, mal gesehen zu haben. Vor allem Pompeji wird in Erinnerung bleiben. Der zweite Teil war deutlich entspannter, einfach weil diese Menschenmassen kein Thema mehr waren. Ein absolutes Highlight war dabei Matera, aber auch die Einsamkeit und Schönheit der Abruzzen. Und auch die Tage am Strand waren zum Ausruhen zwischendurch super.

Jetzt heißt es, neue Pläne zu schmieden. Denn nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub!

2023 Italien

San Marino

Wir waren heute beide früh auf und so haben wir uns auf den Weg gemacht, eine weitere Landesflagge auf unserem Camper zu sammeln. Denn unsere Route gen Norden führt uns an dem Zwergstaat San Marino vorbei. San Marino ist einer der ältesten Staaten der Welt und liegt mitten in Italien. Und wenn man da vorbei kommt, kann man sich das ja auch mal anschauen. Von weitem hat man schon den imposanten Monte Titano mit den drei Wehrtürmen gesehen, auf dem die Stadt erbaut wurde. Und so sind wir in Rimini abgebogen und die wenigen Kilometer über unzählige Kurven bergauf auf einen Wohnmobilparkplatz gefahren. Gegenüber war ein Parkhaus, mit dessen Fahrstuhl es 9 Etagen bergauf ging. Dann ging es über unzählige Treppen weiter. Wer hier wohnt, ist definitiv fit. Und egal wo man war, man hatte einen unglaublichen Blick auf die Umgebung.

Auf der einen Seite hügeliges Bergland, auf der anderen Seite konnte man Rimini und dahinter das Meer sehen.

Wir sind durch die Altstadt geschlendert und zum ersten der drei Türme.

Ein Weg hat zu den zwei anderen Türmen geführt und es war echt toll.

Auf dem Rückweg haben wir ein Restaurant direkt an der Klippe gefunden und etwas gegessen.

Es war früher Nachmittag und eigentlich wollten wir auf dem Parkplatz übernachten. Aber irgendwie hatten wir hier schon so ziemlich alles abgegrast und so haben wir beschlossen, noch ein bisschen gen Norden zu fahren. Es lagen knapp 1200 km vor uns und je weniger wir am Stück fahren, umso entspannter wird die Heimreise.

Und so gab es noch ein leckeres Eis und wir sind zurück zum Parkplatz gelaufen. Und dann ging es noch knapp 300 km weiter. Bei Bologna war auf allen Spuren um uns herum totales Chaos, nur in unsere Richtung sind wir glücklicherweise gut durch gekommen. Vor Mailand haben wir beschlossen, dass es für heute reicht und so haben wir einen kostenlosen Stellplatz in Soragna, 6km von der Autobahn entfernt, angesteuert und es für heute gut sein lassen.

2023 Italien

Castelveccio

Heute haben wir die Räder mal wieder rausgeholt. Alleine um den Campingplatz zu verlassen sind wir über 1 km bergab geradelt. Das ist echt alles wahnsinnig groß und schön hier. Wir sind in ein paar Dörfer hier in der Nähe geradelt. Von weitem sehen sie toll aus. Wenn man näher kommt, sieht man, dass sie bei dem Erdbeben im August 2016 ganz schön heftig zerstört wurden und teilweise ziemlich verlassen sind. In Preci z. B. sind viele Häuser von außen gestützt, um nicht weiter zusammen zu fallen. Bei einigen gehen jetzt anscheinend erste Reparaturarbeiten los. Schon ziemlich beängstigend.

Dann haben wir noch richtig coole Mohnblumenfelder gefunden, die wir auch schon vom Campingplatz aus gesehen hatten.

Die haben wir nach der Enttäuschung gestern natürlich ausgiebig fotografiert.

Nachmittags sind wir zurück auf den Platz und haben einfach die wunderschöne Aussicht genossen.

Was uns die letzten Tage schon immer wieder zum Lachen gebracht hat ist, dass es doch den Spruch gibt: „alle Wege führen nach Rom“ und wir wissen jetzt auch, wo der her kommt. Egal, wo wir die letzten Tage unterwegs waren, im letzten Kaff war ein Wegweiser nach Rom.

2023 Italien

Nationalpark Monti Sibillini

Um 5.15 Uhr ging heute morgen der Wecker, denn wenn man schon auf 2100 m steht, muss man natürlich den Sonnenaufgang anschauen und das ist im Sommer naturgemäß recht früh. Aber es hat sich sowas von gelohnt. Es war total windstill, die Vögel haben gezwitschert und ansonsten Stille pur. Und dann kam die Sonne hinter dem Berg hervor und hat das Tal in rosa Licht gehüllt. Total schön!!!

Wir sind auf der Anhöhe herum gelaufen und haben die tollen Ausblicke richtig in uns eingesaugt. Ich habe mich anschließend wieder hingelegt, Andi war aber total wach. Also haben wir gefrühstückt und sind dann aufgebrochen.

Die Kilometer bergab waren nicht weniger schön als die gestern bergauf.

Wir haben uns von der Drohne verfolgen lassen und sind nur langsam voran gekommen. Das Navi wollte uns zu unserem nächsten Ziel wieder auf die Autobahn lotsen. Nach unseren positiven Erfahrungen gestern mit den Straßen, war aber klar, dass wir Landstraße fahren. Und das war die absolut richtige Entscheidung. In anderen Ländern wären diese Straßen als Panoramastrasse gekennzeichnet. Hier sind es gut ausgebaute Nebenstrecken, auf denen nichts los ist und man überall halten und schauen kann. Nach einigen Kilometern sind wir unterhalb einer Staumauer entlang gefahren und haben den Lago di Compotosto über eine Brücke überquert.

Der See liegt gefühlt auf den Bergen und wird durch zwei Staumauern gestaut. Haben wir so auch noch nie gesehen. Nach dem See sind wir durch Orte gekommen, die in 2016 durch ein Erdbeben zerstört wurde. Hier waren sowohl die Gebäude als auch die Straßen immer noch im Aufbau. Weiter ging es zum Highlight des heutigen Tages, einer Hochebene in der Nähe von Castellucio. Die Gegend erinnert total an die Mongolei und im Frühling sollen Millionen von Mohnblumen das ganze Tal rot erstrahlen lassen. Dementsprechend hoch war unsere Erwartung, als wir über die Kuppe ins Tal gefahren sind. Und diese wurde sehr enttäuscht. Vor uns hat sich zwar eine traumhaft schöne Ebene geöffnet, aber in saftigem grün und nicht in rot.

Wir waren total geschockt und enttäuscht. Anscheinend waren wir eine Woche zu spät. Obwohl überall sonst die Mohnblumen aktuell blühen. Wir haben es nicht verstanden. Mitten im Tal soll es einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz geben. Den haben wir auch gefunden, was nicht schwer war. Da er aber noch ziemlich überflutet war, war er gesperrt und so waren wir das zweite mal enttäuscht. Was schon meckern auf hohem Niveau war, denn das Tal hat dafür komplett gelb durch die Butterblumen geleuchtet. Aber die haben wir die Tage halt schon überall gesehen.

Wir haben gehalten, etwas gegessen und beschlossen, dass wir uns statt dessen einen Campingplatz in der Nähe suchen. Aber so wenig hier los ist, so wenig Campingplätze gibt es hier. Wir haben einen 38 km entfernt gen Norden gefunden und den haben wir angesteuert – bis es 700 m davor nicht weiter ging, da die Straße gesperrt war. Sie wurde neu geteert. Super. Wir waren echt gefrustet.

Glücklicherweise hat uns jemand aus dem Dorf gesehen und den Besitzer vom Campingplatz angerufen und der hat uns dann 5 Minuten später abgeholt und durch diverse Hintergassen um die Baustelle herum geführt. Und dann sind wir unbewusst mal wieder im Paradies gelandet.

Der Campingplatz ist der Hammer mit einem Infinity Pool, nagelneuen sanitären Anlagen und einfach nur traumhaft in einen Hang gebaut. Wir waren so glücklich, hier gelandet zu sein. Natürlich haben wir uns sofort umgezogen und sind nach dem anstrengenden Tag in den Pool gesprungen.

Anschließend haben wir die Aussicht von unserem Platz aus genossen und uns einen leckeren Aperol gegönnt.

Und zur Feier dieses tollen Tages sind wir noch lecker Essen gegangen. Auch wenn wir langsam in Richtung Norden aufbrechen müssten überlegen wir, hier noch einen Tag länger zu bleiben…

2023 Italien

Durch die Nationalparks bis zum Campo Imperatore

Das Motto des heutigen Tages könnte mal wieder lauten: Wie schön ist doch unsere Welt!!!

Beim Bezahlen am Campingplatz hat uns der Sohn von dem Besitzer heute noch coole Routentipps gegeben. Es gibt sehr viele Straßen zu unserem heutigen Ziel und wir waren uns nicht so sicher, wie gut die meisten Straßen zu befahren sind und daher hatten wir uns für die größeren Straßen entschieden, außer der Autobahn. Er hat dann unseren Plan komplett über den Haufen geworfen und so ging es entlang des Lago di Barrea da lang, wo wir gestern geradelt sind. Hinter dem See ging es rechts ab in die Berge und wir haben uns unzählige Serpentinen hinauf geschraubt. Von oben hatten wir nochmal einen tollen Blick auf den See.

Dann ging es wieder hinab und das Tal wurde immer schmaler, bis tatsächlich irgendwann nur noch die Straße hindurch gepasst hat. Es standen überall wieder die Hinweisschilder, dass man keinen Bären anfahren soll und ja, wenn der in der Schlucht landet, kann er auch nur die Straße nehmen… Mitten in der Schlucht war ein Staudamm und es sah so schön aus, dass Andi die Drohne herausgeholt hat.

Er hat traumhafte Aufnahmen gemacht, der eine Ausschnitt war aber noch nicht perfekt genug und plötzlich gab es ein komisches Geräusch, die Drohne ist in einen Busch geflogen und dann abgestürzt!!!

Gott sei Dank hatte er noch ein Bild auf dem Bildschirm, so dass sie anscheinend nicht im Wasser gelandet war. Er ist den Abhang hinunter und hat sie auch gleich gefunden – mehr Glück als Verstand!!! Die Stimmung war mit einem Schlag leicht gekippt, die Drohne hat aber außer ein paar Kunststoffmacken nichts abbekommen. Gott sei Dank!!! Wir hatten den Tipp bekommen, nach dem Tal in Richtung Sulmona zu fahren und so sind wir in einem Ort gelandet, wo es für uns nicht weiter ging. Die Häuser standen so dicht, dass wir leider nicht durch gepasst haben. Also Rückwärtsgang eingelegt und durch das Dorf bis zum nächsten Wendepunkt. Irgendwie war die Stimmung danach noch quercher und da hier direkt eine Autobahnauffahrt war, sind wir da drauf, einfach um wieder auf breiten Straßen unterwegs zu sein.

Nach 2 km kam ein Parkplatz und da haben wir gehalten, mit unseren ungesunden Einkäufen unseren Kreislauf wieder stabilisiert und festgestellt, dass wir ja eigentlich gar keine Autobahn fahren wollen. Also Karten auf den Tisch und so ging es die nächste Abfahrt in Celano wieder ab und zurück in die Berge. Und uns hat wieder eine tolle Strecke durch den Parco Naturale Sirente Velino geführt. Hier war wieder nichts los und wir sind durch verwaiste Skiorte gefahren.

Auf den Pisten blühten gelbe Blümchen und es war einfach nur schön. Und dann hatte man ein traumhaftes Panorama auf das Tal, in dem L’Aquila liegt.

Wir haben kurz getankt und dann ging es auf die ca 40 km lange Strecke zu unserem heutigen Ziel: dem Campo Imperatore. Dort kann man entweder mit einer Seilbahn hoch fahren, oder eben die Strecke mit dem Camper. Und das hat sich echt mal gelohnt. Auf der gesamten Strecke sind uns vielleicht 3 andere Autos entgegen gekommen und die Aussichten waren einfach traumhaft.

Das hätte die Fahrt mit der Seilbahn nie zeigen können. Wir haben ständig angehalten und fotografiert.

Und dann sind wir auf 2100 m angekommen. Hier gab es früher ein Hotel, welches geschlossen ist und verfällt, die Seilbahnstation und ein Observatorium – und den angeblich höchsten Stellplatz Italiens. Was aber nicht stimmen kann, denn der Platz auf den 3 Zinnen liegt höher. Trotzdem cool hier und deutlich weniger los.

Außer uns standen noch 2 andere Wohnmobile hier und so haben wir uns auch ein möglichst windschnittiges Plätzchen gesucht. Draußen waren es noch 9 Grad und so sind wir nur kurz draußen rum gelaufen.

Denn dann kamen fette Wolken und wir haben nix mehr gesehen. Um uns liegen die höchsten Berge südlich der Alpen, vorne weg der Corno Grande mit 2912 m. Den haben wir bisher aber noch nicht zu Gesicht bekommen. Und dann, eine Stunde später ist die Wolkendecke auf gebrochen und es hat sich sowas von gelohnt, hier zu bleiben.

Plötzlich waren um uns alle Berge und das komplette Tal zu sehen. Und da kommen wir wieder zum Anfang: Wie schön bitte ist unsere Welt!?