2023 Italien

Barrea und Umgebung

Gestern Abend und heute früh haben wir uns etwas wie daheim gefühlt, zumindest was die Geräusche draußen angeht. Gestern Abend hat eine Nachtigall Vollgas gegeben – kennen wir, die sitzt sonst vor unserem Schlafzimmerfenster und trällert. Na ja und heute morgen war alles an Vögeln wach, die es so gibt, einschließlich eines Kukucks, den wir ja auch daheim haben. Was wir daheim nicht haben, ist ein See in hohe Berge eingebettet. Und so haben wir die Räder rausgeholt und beschlossen, die Gegend etwas zu erkunden. Der Campingplatz hier ist hat ca. 50 Plätze und mit uns waren noch 4 andere Camper da. Herrlich!!! Am Ausgang haben wir den Besitzer getroffen, der ein echtes Urgestein ist und schon so einiges erlebt hat. Und darüber hat er ein Buch geschrieben, was mittlerweile schon in der 3. Auflage ist und das er einem ständig anpreist. Wir sind mit den Rädern Richtung Ort bergab gerollt und der Ort ist total schön.

Und das coolste daran ist, dass hier das echte Leben statt findet und nicht ein Touristenladen neben dem anderen ist. Wir waren hier die einzigen Touris und das war auch gut so. Am einem Aussichtspunkt waren wir richtig geflascht.

Eine tiefe Schlucht zieht sich in die Berge und natürlich hat Andi sofort die Drohne rausgeholt. Von der Schlucht aus hatte man dann auch nochmal einen schönen Blick auf Barrea.

Wir haben noch 2 weitere Aussichtspunkte besucht und sind dann mit den Rädern bergab zum See gerollt. Hier gibt es tatsächlich an der einen Seite des Sees so etwas wie einen Wander-/ Radweg und der hat durch tolle Natur geführt.

Wir hatten ein bisschen Schiss, denn hier stehen überall Schilder, dass es Wölfe gibt und an der Straße, dass man aufpassen soll, mit dem Auto keinen Bären an zu fahren. Na ja, wäre mit dem Fahrrad für den Bären nicht so schmerzhaft… Wir sind an einer Art Strandbad vorbei gekommen, wo aber alles noch im Winterschlaf lag.

Ziemlich am Ende des Sees kamen wir an eine Brücke, die über den See geführt hat und hier sind auch wieder einige wenige Autos gefahren.

Einen kurzen Abstecher haben wir noch nach Villetta Barrea gemacht, wo tatsächlich ganz gemütlich zwei fette Hirsche unter einem Baum Siesta gemacht haben.

Ein Blick in den Himmel hat uns zur Rückkehr geraten und so waren wir über die Straße schnell wieder am Campingplatz. Und kaum waren wir da, hat es angefangen zu regnen. Wir haben die Markise raus gefahren und mit einer Tasse Kaffee einen Teil der ungesunden Einkäufe von gestern vernichtet. Hier scheint es in letzter Zeit echt viel geregnet zu haben. Der See ist ein Stausee und er hat ziemliches Hochwasser. Überall gluckert das Wasser über die Wege, die Bäche führen ordentlich Wasser. Und auf dem Campingplatz sieht man an den Spuren auf der Wiese, dass nicht jeder wieder so einfach vom Platz wie auf den Platz gekommen ist. Abends haben wir dann noch gegrillt und die Aussicht genossen.

2023 Italien

Ab in die Abruzzen

Unser Aufbruch heute früh hat nicht ganz so geklappt wie geplant. Wir haben ein letztes Mal auf unserer Terrasse gefrühstückt, alles zusammen gepackt und Andi war danach schon durch, weil es heute echt warm war.

Wir sind zur Rezeption, haben gezahlt und dann noch Grauwasser abgelassen. Und dann wollten wir das Gelände verlassen. Uns wurde das Tor geöffnet, wir waren halb durch und dann kam eine Frau hinter uns her gelaufen und hat uns informiert, dass die Straße wegen eines Radrennens bis 12 Uhr gesperrt ist. Na danke auch. Es war 10 Uhr und wir wollten eigentlich weiter. Also haben wir überlegt, auf unseren Platz zurück zu fahren, aber in der Sonne zu stehen und alles wieder aufzubauen hat ja auch keinen Sinn gemacht… Also haben wir uns einen schattigen Teil des Parkplatzes gesucht und haben die 2 Stunden gewartet… Dabei habe ich mir unsere Rechnung mal genauer angeschaut. Wir haben jetzt mit allem pro Tag 26 Euro gezahlt, was echt für diesen Traumplatz, auf dem wir waren, nichts ist. Im August kostet der Platz auch für 2 Personen dann eben mal 72 Euro. Vollbelegung auf dem Platz inklusive. Und wahrscheinlich 40 Grad statt angenehme 25 Grad. Das brauchen wir echt nicht… Um 12 Uhr bin ich mal an die Straße gelaufen, die Polizei stand immer noch da und es sind immer noch Radler durch die Gegend gefahren. Um viertel nach 12 kam ein Italiener und hat laut „Aperto, Aporto“ gerufen, hat gesehen, dass ich ihn nicht verstehe und dann „open, open“. Also nichts wie los. Die Strecke hat uns entlang der Küste der Gargano-Halbinsel geführt, wo wir noch nicht waren.

Und so sind wir unzählige Serpentinen über die Landzunge gekurvt. Uns kamen richtig viele Wohnmobile entgegen und wir haben uns gut gefühlt, dem beginnenden Rummel zu entfliehen. Was ein bisschen blöd war, dass wir eigentlich schon wieder Hunger bekommen haben, da das Frühstück ja schon einige Zeit her war. Und so sind wir in den ersten Supermarkt seit langem. Keine gute Idee. Unser Kühlschrank besteht jetzt aus lauter sehr gesunden Tiramisu und ähnlichem… Die Strecke hat uns noch ein paar Kilometer entlang des Meeres geführt, bevor wir uns dann ins Landesinnere verabschiedet haben. Und das war gleich richtig schön. Es wurde hügelig, der Ginster hat schön gelb geblüht und wir haben tolle Ortschaften auf den höher werdenden Bergen bewundern können.

Wir haben uns die ganze Zeit schon gefragt, warum hier die Orte alle auf den Bergen und nicht in den Tälern liegen. Das hängt wohl damit zusammen, dass sie dort oben früher besser zu verteidigen waren, aber die Luft dort oben auch sprichwörtlich besser ist. Im Tal sind sehr oft Schilder, dass man bei Nebel nur 50 kmh fahren darf und dort oben ist einfach viel seltener Nebel. Dadurch wird auch nicht alles so feucht im Winter. Im Sommer hingehen weht dort immer ein Lüftchen und es wird nicht so heiß. Außerdem hat man das fruchtbare Land im Tal für die Landwirtschaft genutzt und war vor Überschwemmungen sicher. Wenn wir uns aber vorstellen, dass man früher schon alles dort hinauf bringen musste. Wahnsinn…

Unser heutiges Ziel, den Ort Barrea im Nationalpark der Abruzzen haben wir am frühen Abend dann auch erreicht und einen tollen Campingplatz mitten im Grünen angesteuert. Ein junges Pärchen hat uns empfangen und die haben bestimmt gedacht, dass wir sie nicht mehr alle haben. Denn es war ganz schön frisch, als wir in unseren kurzen Hosen und Flip Flops aus dem Camper gestiegen sind. Beim Supermarkt waren es noch 28 Grad, hier auf 1100 m noch 19 Grad. Wir haben einen super schönen Platz im Grünen bekommen, die langen Hosen heraus geholt und dann gab es etwas leckeres zu Essen – und zum Nachtisch: Tiramisu!

2023 Italien

Der letzte Tag am Meer

Heute haben wir das Meer hier nochmal richtig genossen und uns auch mal rein getraut. Es ist hier total flach und man muss echt länger laufen, um richtig schwimmen zu können. Am Anfang war es echt frisch, aber man hat sich schnell dran gewöhnt. Andi hat beim schnorcheln natürlich mal wieder Fische entdeckt und ich wollte sie nicht sehen…

Gegen Abend hat tatsächlich nochmal das Trabucco of Moline gegenüber von uns seine Netze ausgeworfen, so dass wir das Schauspiel auch nochmal sehen konnten – und das ganz gemütlich von unserem Platz aus.

Wir haben beschlossen, dass wir jetzt genug gechillt haben und wollen morgen in die Bergwelt der Abruzzen aufbrechen. Dort gibt es bestimmt auch noch einiges zu entdecken und für uns ist es das Gefühl, dass es Zeit wird, weiter zu ziehen… Hier wird es von Tag zu Tag voller und so machen wir unseren traumhaften Platz für jemanden anderen frei.

2023 Italien

Mit dem Rad entlang der Küste

Nachdem wir heute früh unsere Markise ausgefahren und gegen den Wind gesichert haben, mussten wir mal Wäsche waschen. Leider ist die einzig verfügbare Waschmaschine hier im Dauerbetrieb und so habe ich per Hand das Nötigste gewaschen. Der Vorteil war, dass bei dem Wind alles ratz fatz trocken war. Zwischendurch sind wir auf dem Felsvorsprung etwas auf Insektenjagd gegangen, da sie echt schön waren.

Am Nachmittag haben wir die Räder rausgeholt und sind die Küste gen Norden abgeradelt. Und es ist unglaublich, wie es hier aussieht.

Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Campingplätze gesehen. Die komplette Küste ist mit Eingangstoren und dahinter liegenden Plätzen zugepflastert. Und nicht wirklich alle schön, trotzdem sind Camper da. Die stehen teilweise direkt an der Hauptstraße und wieder einmal bemerkt, es ist noch keine Saison. Die Plätze wiederum haben alle direkten Strandzugang, an den man sonst auch echt schwierig kommt.

Aber diese Strände sind alle mit Liegen und Sonnenschirmen zugepflastert. Wir haben uns echt gefeiert, was für einen genialen Platz wir bekommen haben. Auf dem Rückweg haben wir noch etwas eingekauft und da ist uns wieder aufgefallen, dass hier echt alles in deutscher Hand ist. Während an der Westküste fast nur amerikanische und asiatische Touristen unterwegs waren, spricht hier alles Deutsch. Ziemlich krass.

2023 Italien

Chillen

Auf den heutigen Tag haben hier ganz viele Leute gewartet. Der Wind ist wieder da. Vor vielen Campern lagen in den letzten Tagen die Surfbretter in Stellung und ihre Besitzer haben untätig auf den Wind gewartet. Heute früh war das Wasser voller bunter Surfsegel und endlich war die Flaute vorbei. Für uns hieß das, dass wir die Markise lieber drin gelassen haben, denn die wäre uns recht schnell um die Ohren geflogen. Und so haben wir heute den anderen beim Surfen zugeschaut.