2023 Italien

Zwangspause Tag 2

Heute früh hat Andi an der Rezeption ganz nett gefragt, ob noch ein anderer Platz mit Aussicht verfügbar ist. Unser Platz war direkt neben der Terrasse des Restaurants, was bei dem Regen gestern egal war. Heute morgen saßen dort Leute und haben uns beim Aufstehen zugeschaut. Außerdem ging ein Fußweg direkt am Platz entlang, was auch recht laut war. Wir hatten Glück und durften von der Nummer 1 auf die Nummer 6 umziehen. Nachdem wir das getan hatten, haben wir gefrühstückt. Mir geht es heute etwas besser, die Kopf- und Nackenschmerzen sind weg, Fieber habe ich aber immer noch. Daher lag ich den ganzen Tag in der Ecke rum und Andi hat den Auszeittag auch mal genossen. Ich fürchte nur, dass ich morgen immer noch nicht wieder komplett fit bin… mal schauen. Wir haben jedenfalls schon mal klar gemacht, dass wir hier noch eine Nacht länger bleiben. Denn nur in Sorrent im Bett gelegen haben, ist nicht der Sinn der Sache.

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Sorrent

Heute früh wurden wir mit der Info in den Tag begrüßt, dass der Ätna auf Sizilien ausgebrochen ist. Er hätte schon seit ein paar Tagen Asche gespuckt, aufgrund der dichten Wolken hat man es aber nicht bemerkt. Wir sind ja am Samstag vormittag von dem Platz in Pompeji aufgebrochen und haben uns gewundert, wie dreckig unser Womo über Nacht geworden ist. Ob das Asche war? Oder doch der Smog der Stadt, der sich den Tag vorher aber nicht so bemerkbar gemacht hat!?

Gestern hatten wir von unserem Platz aus noch ein besonderes Spektakel: Neapel ist am 4.5.23 nach 33 Jahren wieder italienischer Fußballmeister geworden. Hier sind alle Straßen geschmückt und gestern abend gab es überall Feuerwerk zu sehen.

Der Witz ist, dass es heute, am Montag mitten am Tag weiter ging mit dem Feuerwerk. Man hat am Tag halt nichts gesehen, aber gehört. Muss man nicht verstehen.

Ich, bzw mein Rücken haben heute beschlossen, dass es reicht mit im Bett liegen und Schwitzen. Und so habe ich mir eine Ibuprofen eingeworfen, Andi hat die Betten abgezogen und wir haben alles mal gewaschen.

Am Nachmittag sind wir dann zu Fuß nach Sorrent gelaufen und haben uns die Stadt angeschaut. Auch hier ist man am Thema Fußball nicht vorbei gekommen. Alle Straßen sind geschmückt ohne Ende.

Die Stadt hat uns richtig gut gefallen. Schöne Einkaufsstraßen, eine tolle Aussicht von der Felswand auf den darunter liegenden Hafen und die künstlich erschaffenen Liegeflächen .

Ich war ziemlich bald platt und so sind wir etwas Essen gegangen. Und dann unsere never ending story: Es hat angefangen zu regnen und zu gewittern. Ein Blick auf das Regenradar hat gezeigt, dass es noch heftiger werden soll. Da jede halbe Stunde ein Shuttle zum Campingplatz fuhr, sind wir zu dem Treffpunkt gelaufen und kurze Zeit später zurück gefahren. Abends haben wir mit unseren Nachbarn noch eine Verkostung unserer Limoncello Einkäufe gemacht. Morgen wollen wir nach Cabri.

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Wenn auf Capri….

Na, wer ist textsicher? Gestern Abend hatten wir für heute noch am Campingplatz eine Tour nach Capri gebucht. Eigentlich hätte ich ins Bett gehört, da ich die Nacht kaum geschlafen habe und eine fette Erkältung habe aber was soll es. Man ist nicht jeden Tag hier. Also wurde die Reiseapotheke etwas erleichtert und mit einem kleinen Bus vom Campingplatz sind wir nach Massa Lubrese an den Hafen gebracht worden und von dort aus ging es auf ein Schiff. Unsere Nachbarn am Campingplatz hatten uns den Tipp gegeben, uns auf die rechte Seite zu setzen, da wir dann mehr sehen. Das haben wir natürlich getan und so haben wir gegen 10.15 Uhr im Hafen abgelegt. Stahlblauer Himmel und kein Wellengang waren die optimalen Begleiter.

Capri ist nicht wirklich weit vom Festland weg und so haben wir direkt mit der Inselumrundung begonnen, was echt toll war. Die Felsen fallen total steil ins Meer und tausende von Vögeln nisten dort. Viele große und kleine Boote haben sich im Wasser getummelt. Wir hatten das Glück, dass wir sogar durch die Faraglioni Felsen durch fahren konnten, was bei der Größe unseres Bootes garantiert nicht immer möglich ist.

Irgendwann kamen wir auf die Höhe der blauen Grotte und da hat man den Massentourismus pur gesehen. Lauter kleine Boote lagen vor der Küste und die Leute darauf haben gewartet, auf noch kleinere Boote umsteigen zu dürfen, um dann mit anderen 1 Minute in die Grotte zu dürfen. Ich hatte im Internet gelesen, dass die Wartezeit für den Umstieg in das kleinere Boot ca 2 Stunden dauert. Da hatten wir echt keinen Bock drauf.

Am Ufer standen außerdem massenhaft Leute, die auf die kleinen Boote gewartet haben. Wahnsinn. Wir sind in den Hafen eingelaufen und wurden von Bord gelassen. Wir hatten bis 17 Uhr Zeit, bis wir an gleicher Stelle wieder eingeladen werden sollten. Hier war die Hölle mit Menschen los. Überall gingen Busse los und Leute standen an. Was uns sofort aufgefallen ist, waren die lustigen Busse und Autos, die hier rum gefahren sind.

Das waren alle Sonderanfertigungen für die Insel. Die Busse kurz und schmal für die engen Kurven, die weißen Taxen alle als Cabrios mit bunten Sitzen und kleine Sonderanfertigungen für Transporte. Wir sind in ein Restaurant, da der Hunger gerufen hat und haben gemütlich etwas gegessen. Anschließend sind wir auf die blöde Idee gekommen, wir könnten zur Talstation des Sessellifts hier laufen, um damit weiter auf den Berg zu fahren. Die Rechnung hatte ich ohne meine Puste gemacht, denn die Talstation lag auch schon am Berg und es führten unzählige Stufen steil bergauf. Leider mussten wir auf der Hälfte des Weges umkehren, da ich überhaupt keine Luft mehr hatte und sich alles nur noch gedreht hat. Schade.

Trotz allem war der Weg bis dahin wunderschön, denn kaum hat man die Touristenpfade verlassen, hat man sich auf einer ruhigen ursprünglichen Insel wieder gefunden. Tolle geschmackvolle Gärten voller Zitrusfrüchte waren hinter hohen Mauern versteckt.

Wir haben beschlossen, nach Capri Stadt zu laufen, welche höher gelegen als der Hafen ist. Da wir die meisten Höhenmeter schon gemeistert hatten, war das nicht mehr ganz so anstrengend. Und kaum dort angekommen, waren wir wieder von Menschen umringt. An einem Stand haben wir uns einen Zitrusfrüchte- Saft geholt, der göttlich geschmeckt hat und sind dann etwas durch die Gassen geschlendert.

Überall standen die Massen für die Busse und die Bahn an, die vom Hafen hier hoch fährt. Wir haben beschlossen, dass wir da keine Lust drauf haben und sind zu Fuß wieder bergab gelaufen. Am Hafen haben wir mit tausenden anderen auf unser Schiff gewartet, das uns zurück auf das Festland gebracht hat. Dort hat der Bus vom Campingplatz schon wieder auf uns gewartet und uns zurück gebracht. Der Ausflug war echt toll, aber wir waren echt platt nach dem Tag.

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Auszeit-Tag

Nach dem anstrengenden Ausflug gestern haben wir bzw ich nochmal einen Ruhetag gebraucht, den ich aber nicht im Bett, sondern in der Liege auf unserer Terrasse verbracht habe.

Wir haben unseren tollen Platz genossen, den Grill mal ausgepackt und auch genutzt und Andi ist total kreativ geworden und hat eins der schönen Gebäude am Hang gegenüber gemalt. Hammer, oder!?

Abends sind wir nochmal über den riesigen Campingplatz gelaufen und haben den Sonnenuntergang geschaut.

Morgen wollen wir an die Amalfiküste. Da uns Busfahren hier zu abenteuerlich ist, wollen wir mit einem Schiff entlang der Küste fahren. Mal schauen, wie das so klappt.

2023 Italien

Amalfiküste

Gestern Abend hatte ich noch Tickets für eine Bootsfahrt von Sorrent nach Amalfi und Positano gebucht. Direkt nach der Buchung kam der Hinweis, man müsse vor der Tour die Tickets am Ticketoffice abholen, was ja eigentlich gar keinen Sinn macht. Um 9.30 Uhr sollte das Schiff fahren und so sind wir um 8.20 Uhr mit dem Shuttle nach Sorent gefahren. Am Hafen haben schon Massen in einer Schlange gewartet. Alle hatten ihr Handy mit der Bestätigung in der Hand. Warum man mit der Buchung nicht gleich die QR Codes mit den Tickets versendet – keine Ahnung. Gott sei Dank ging es recht schnell und so haben wir uns auf den Weg zur Pier gemacht. Das Schiff kam und wir haben oben auf Deck ein Plätzchen bekommen.

Entlang der Küste ging es wieder bei super Bedingungen in Richtung Amalfi. Unterwegs haben wir in Positano Halt gemacht, was gar nicht so einfach war, da der halbe Hafen Baustelle war und nur an einer kleinen Stelle alle Schiffe anlegen konnten. Daher war Warten angesagt, bis wir an der Reihe waren.

Irgendwann haben wir wieder abgelegt und für uns ging es weiter die tolle Küste entlang nach Amalfi.

Dort sind wir ausgestiegen und haben uns den Ort angeschaut. Doch zuerst haben wir uns wieder so einen leckeren Zitronen-/Orangensaft geholt und ihn genüsslich getrunken, während wir die riesige Kathedrale bestaunt haben. Sie passt so rein größetechnisch irgendwie gar nicht in den kleinen Ort.

Eine super enge, auch mal wieder wegen der Meisterschaft geschmückte Straße ging in den Ort. Eigentlich total voll mit Fußgängern, aber hier mussten auch die Autos durch. Chaos ohne Ende…

Wir sind zurück zum Hafen und sind dort noch etwas lang gelaufen und Andi hat von dort noch die Drohne in die Luft geschickt. Dann war die Zeit auch schon wieder vorbei und wir sind mit dem Schiff nach Positano gefahren, wo wir dieses Mal ausgestiegen sind.

Der Ort ist schon anders. Im Hafen, oder dem, was davon übrig ist, fahren keine Autos. Auf die Straße kommt man erst über viele enge steile Gassen mit vielen Treppenstufen und kleinen Geschäften.

Und wenn man mal auf der Straße angekommen ist, weiß man, warum man hier nicht mit dem Auto lang fahren will. Enge Straßen ohne Ende, die Autos haben echt gerade so aneinander vorbei gepasst. Spaß geht anders.

Wir sind in ein Restaurant und haben etwas gegessen und etwas Schatten genossen. Auch heute ist wieder keine Wolke am Himmel und die Sonne sticht. Ich war froh, meinen Regenschirm dabei zu haben, denn der geht auch als Sonnenschutz.

Was uns immer wieder auffällt ist die Tatsache, dass es hier echt auch schöne Geschäfte gibt, nicht nur den typischen China-Mist. Gegen 17.50 Uhr sollte unser Schiff wieder fahren. Wir haben es auch im Hafen liegen sehen und haben uns beeilt. Es hat aber nur Leute raus und nicht rein gelassen und ist wieder gefahren. Und dann haben wir mit über einer Stunde Verspätung Positano wieder verlassen und waren uns einig, dass es das letzte Mal in diesem Urlaub war, dass wir uns in diesen Wahnsinn begeben haben. Es scheint viele Menschen zu geben, für die das die Art von Urlaub ist, die ihnen gefällt. Uns definitiv nicht. Wir waren schon an vielen Stellen auf der Welt unterwegs, aber was wir hier in Italien erleben, grenzt an Wahnsinn. Zugegeben, die Gegenden und Orte sind wunderschön. Aber was die Touristen mit ihnen machen, hat nichts mit schön zu tun. Wir haken es jedenfalls ab unter: haben wir mal gesehen, brauchen wir nie wieder!!! Und wir konnten uns glücklich schätzen, dass wir die Tage auf dem toll gelegenen Campingplatz verbringen durften, wo wir aus dem Rummel komplett raus waren. Wenn man dann noch in den Orten übernachtet und sein Gepäck mit durch die Gegend schleift – nein danke!