2024 Nordspanien

Auf nach Nordspanien 2024

Es ist der 1. Mai und für uns heißt es endlich wieder auf Reisen mit unserem Womo zu gehen.  Ende Februar waren wir Blogfrei auf der sehr sehr schönen Insel Madeira und im Nachhinein habe ich mich geärgert,  keinen Blog geschrieben zu haben.  Aber: wir haben einfach Urlaub gemacht und der Blog fordert halt schon immer eine gewisse Zeit vom Tag.  Jetzt liegen fast 5 Wochen Urlaub vor uns,  die ich mal wieder krank starte. Wir sind gefühlt noch nie so planlos losgefahren wie dieses Mal.  Aber immerhin wissen wir,  dass wir nach Nordspanien wollen und so sind wir heute früh einfach gen Süden gestartet.  Irgendwo wird es uns schon hinführen…. Die Fahrt war aufgrund des Feiertags super entspannt und so waren wir ratz fatz in Frankreich. 

Tatsächlich war ich bis auf einmal in Paris und Straßburg noch nie hier. Und Korsika 2022 zählen wir hier mal nicht mit 😉 … Lustigerweise ist unser Womo die Strecke auf dem Rücken eines LKWs schon mal ohne uns gefahren,  denn südlich von Lyon wurde es gebaut.  In Frankreich war auf den Straßen genau so wenig los wie in Deutschland und Google hat uns aufgeklärt, dass es den Tag der Arbeit hier auch gibt.  Und so standen die LKWs hier genau so auf den Parkplätzen rum wie bei uns.  Wir haben uns wieder über die Errungenschaft des letzten Jahres gefreut: unsere Bip&Go Maut Box.  Wieder mussten wir hier nicht immer das Portemonnaie zücken und an den Automaten zahlen,  sondern wir konnten wie die LKWs direkt durch fahren und es hat nur kurz gepiept. Sehr entspannt! Unterwegs kamen Hinweisschilder für die Stadt Grenoble und in meinen letzten Hirnwindungen kam doch noch ein nicht so toller Schüleraustausch in Frankreich vor über 30 Jahren als Aufenthalt hier hinzu.  Trotz dass wir super freie Bahn hatten,  musste Andi heute die meiste Zeit fahren,  da ich echt platt war und so haben wir uns gegen 18 Uhr nördlich von Lyon einen Campingplatz etwas abseits der Autobahn gesucht. 

Auch hier war nichts los,  was wir toll fanden.  Allerdings hatten die Restaurants wegen des Feiertags auch geschlossen. 

Wir sind noch ein paar Schritte am Fluss Saone entlang gelaufen und haben in der Ferne schon die Gewitter gehört. 

In Südfrankreich sind seit Tagen ziemliche Regenfälle und durch dieses Gebiet müssen wir morgen auch einmal durchtauchen. Umso besser,  dass wir jetzt noch ein paar Kilometer nördlich stehen,  aber wir werden auch etwas abbekommen heute Nacht.

2024 Nordspanien

Durch Frankreich nach Spanien

Letzte Nacht konnte Andi froh sein,  dass es geregnet hat.  Das gleichmäßige Trommeln des Regens hat meine Hustenattacken überdröhnt. Heute morgen waren wir über den Regen nicht mehr froh,  denn wir kamen mal wieder nicht von der nassen Wiese runter.  Die Reifen haben durch gedreht und wir mussten Hilfe holen.  Daher hatte der Typ gestern beim Einchecken gesagt,  wir sollten mit der Schnauze zum Weg parken… Da an  der Rezeption so viel los war,  meinte der Typ,  es könne noch eine halbe Stunde dauern,  bis er kommt.  Also hatten wir noch eine halbe Stunde,  um es selber zu probieren.  Mein Vater hatte letztes Jahr Gummifußmatten angeschafft und die haben wir vor die Reifen gelegt,  was aber nicht gereicht hat.  Also sind wir Stöckchen sammeln gegangen und haben damit noch aufgefüllt und nach einigen Versuchen standen wir wieder auf festem Untergrund.  Hier hatte es wohl echt schon einige Tage durch geregnet,  so dass alles aufgeweicht war und da hat man keine Chance.  Direkt als wir fertig waren kam der Typ und wollte helfen – zu spät 😉 … Weiter gen Süden haben wir dann auch überschwemmte Felder und sehr volle Flüsse gesehen,  was uns ein bisschen beruhigt hat.  Denn jetzt vor jeder Wiese Angst zu haben ist ja auch nicht die Lösung… Durch Lyon ging es entlang der Rhone zu einem besonderen Ort, der in Tournon-sur-Rhone liegt.  Das Örtchen selber war echt schön,  ringsherum alles voll mit Weinbergen. Aber wegen denen waren wir nicht hier,  sondern wegen der Produktionsstätte der Firma Trigano. Trigano ist der Hersteller,  unter dem einige Wohnmobilmarken laufen,  unter anderem unser Challenger 337 GA.  Und genau hier wurde unser Womo gebaut.  Man kann vom Werkseingang nicht viel erkennen,  außer riesige Hallen und Zelte. Dahinter allerdings ist ein sehr großer Parkplatz,  auf dem Massen von Wohnmobilen aller möglichen Marken stehen. Und hier stand unseres auch mal, bevor es zu uns kam…

Nach einem kurzen Tankstop ging es immer weiter Richtung Süden.  Es hat in einer Tour geregnet,  bis plötzlich der Himmel heller wurde und uns Hoffnung gemacht hat. Kurz hinter Montpellier konnte man von einem Parkplatz in der Ferne das Meer sehen und die Landschaft wurde echt toll.  Und dann kamen die Schilder,  wie weit es noch bis Spanien ist. 

Und nachdem es einen ordentlichen Berg hoch ging,  war oben drauf die Grenze und bergab ging es nach Spanien.

Unser erster Stop ist der Campingplatz Laguna in Empuriabrava. Hier haben wir gestern 3 Nächte in erster Reihe am Meer gebucht.  Ab morgen soll das Wetter toll werden und ich brauche dringend Ruhe,  um wieder fit zu werden.  Vorher haben wir noch einen Supermarkt überfallen und eingekauft, so dass wir jetzt 2 Tage erstmal ausspannen und gesund werden.  Der Platz scheint fest in deutscher Hand zu sein.  Wir wurden sofort begrüßt und gefragt,  wo wir her kommen.  Viele Wohnwagen stehen hier anscheinend schon länger und die Leute verbringen hier den Winter/ Frühling.  Gibt schlechtere Orte dafür…

2024 Nordspanien

Ein Tag am Strand

Ausschlafen und Ausruhen hieß heute die Devise. Das war auch dringend nötig,  denn ich war die halbe Nacht wach und habe vor mich hingehustet. Ein Wunder, dass Andi nicht schreiend weggelaufen ist.  Heute früh wurden wir von herrlichem Sonnenschein geweckt. Wir haben mit Blick aufs Meer gefrühstückt und ich habe vor mich hingedöst.

Mein einziges Tagesziel hieß,  ein schönes Eis zu Essen und da musste ich Andi nicht groß von überzeugen. 

Am Strand entlang ist man direkt im Ort und wir haben eine Eisdiele mit sehr leckerem Eis gefunden.  Der Ort hier ist gerade auf dem Weg vom Winterschlaf zur Hochsaison. Teilweise sind die Restaurants noch geschlossen,  andere haben schon geöffnet und bewirten momentan hauptsächlich noch die Einheimischen. Im Sommer ist hier bestimmt die Hölle los. 

Hier ist auch ein kleiner Flughafen und wenn man sich den Ort mal auf Google maps anschaut,  erinnert er fast an Florida.  Lauter kleine Wasserkanäle, umbaut von Häusern.  Hier haben bestimmt einige Reiche ihre Sommerhäuser und kommen her geflogen.  Leider darf man hier keine Drohne in die Luft schicken.  Wäre bestimmt interessant.

Auf dem Rückweg haben wir fasziniert die Kyte- Surfer beobachtet, die hier ihre Flugshow abgezogen haben.  Muss das Spaß machen!!!

Der Tag Ruhe heute hat gut getan…

2024 Nordspanien

Ciao Mittelmeer

Auch heute war nochmal Ausruhen und Gesund werden angesagt. Vormittags war es bewölkt, gegen Mittag kam mit dem auffrischenden Wind die Sonne durch.  Sofort haben die Kytesurfer wieder ihr Material aufgebaut und wir hatten wieder etwas zu beobachten.  Einige Kilometer hinter unserem Platz ist ein Bergmassiv, das heute richtig schneebedeckt ist.  Gestern sind uns die weißen Spitzen gar nicht so aufgefallen. 

Der Campingplatz ist ca zu 1/3 gefüllt und was hier wieder auffällt ist,  dass die Leute hier nicht wie wir nur ein paar wenige Tage bleiben.  Die meisten kommen mit Wohnwagen und bauen ihre kompletten Trutzburgen hier auf.  Unser Nachbar hat sogar einen Fahnenmast aufgebaut,  um eine Flagge seines Fußballvereins zu hissen.  Und andere kaufen in der Gärtnerei sogar noch Blumen, um ihre Parzelle zu schmücken…

Die Frauen stricken zusammen,  die Herren spielen Boule. Schon eine andere Welt. Für uns startet morgen die Nordspanien Tour so richtig und wir verlassen das Mittelmeer ins Landesinnere.

2024 Nordspanien

Montserrat

Heute früh ging es mir deutlich besser,  dafür war Andi angeschlagen.  Wäre ja auch ein Wunder gewesen,  wenn ich ihn auf dem engen Raum nicht angesteckt hätte… Wir haben trotzdem beschlossen,  weiter zu fahren und es einfach ruhig angehen zu lassen.  Unser erstes richtiges Ziel war das Kloster Montserrat,  westlich von Barcelona.  Wir haben uns entschlossen,  die Route durch die Berge zu nehmen,  was sich echt gelohnt hat. Und so ging es durch Olot, vorbei an Vic nach Montserrat.  Von weitem konnte man schon das Bergmassiv erkennen,  an das das Kloster gebaut wurde. 

Ehrlicherweise interessiert uns die Landschaft auch mehr,  als das Kloster selber zu besichtigen.  Die Lage und der Ausblick haben mich auf den Bildern fasziniert.  Wir sind noch ca 40 Minuten immer näher an das Massiv  gefahren,  bevor wir 2km vor dem Ziel im Stau standen. Alle haben auf einen Parkplatz gewartet.  Eigentlich klar: Sonntag,  schönes Wetter… Da kommen nicht nur die Touristen her.  Wir hatten die Straße weiter unten ein paar leere Parkbuchten gesehen und so haben wir gedreht und uns erstmal in so eine Bucht gestellt.  Auf Schlange stehen und dann mit dem Womo doch keinen Platz finden, hatten wir keinen Bock.  Wir haben uns gemütlich etwas zu Essen gemacht und die unglaubliche Aussicht genossen.  Da wir hier über Nacht bleiben wollen,  war es uns egal,  wo wir die Pause machen.

Am späten Nachmittag haben wir noch einen Anlauf genommen. Und es war gut,  dass wir so lange gewartet haben,  denn vorher hätten wir hier nichts für unsere Größe gefunden.  Die Parkplätze sind bis auf ein paar wenige Ausnahmen recht schräg.  Allerdings darf man sich als Womo nachts wohl auf den Busparkplatz stellen,  der sehr gerade ist.  Dafür muss man morgens um 8 Uhr aber wieder weg sein,  wenn die ersten Busse kommen.  Die meisten Leute kamen uns entgegen und wir hatten Glück,  dass der Massentourismus des Tages durch war. 

Und so konnten wir recht entspannt durch die Anlage laufen.  Fieserweise hat es uns beide unabhängig voneinander an Disneyworld erinnert.  Überall Freßbuden, Souvenierläden, in denen man halt nichts von Mickey Mouse, sondern Heiligenfiguren kaufen konnte und Fahrgeschäfte in Form von Gondeln und Zügen. Hier leben ca.  80 Mönche und Montserrat ist in der katholischen Kirche von hoher symbolischer Bedeutung. 

Wir sind in den beeindruckenden Innenhof gegangen und in dem Moment gingen die Glocken los,  was echt groß geklungen hat.  Als wir in die La Morenata, die riesige Klosterkirche gegangen sind,  war es schon  ein Gänsehautmoment, denn die Orgel und der Knabenchor haben sich echt toll angehört. 

Normalerweise muss man Tickets kaufen,  um den Chor zu hören und wir haben es zufällig im Gottesdienst miterleben dürfen.  Echt ein Erlebnis.  Neben der Kirche konnte man Kerzen anzünden und es war einfach keine einzige Stelle mehr frei,  wo man noch eine hätte hinstellen können. Die Kerzen haben je nach Größe 2,50 Euro bzw 3,50 Euro gekostet und in einem Gestell hat sich somit ein Wert von 600 Euro wieder gefunden. 15 bis 20 von den Gestellen waren voll. 

Wir sind zurück zum Womo und haben auf den Busparkplatz umgeparkt, wo wir mit toller Aussicht gerade stehen.  Hier oben war jetzt totale Stille und wir haben es wieder mal genossen,  wenn alle anderen Touris weg sind. Abends haben wir uns nochmal die Anlage im Dunklen anschauen wollen und da war außer uns keiner mehr da…