2024 Portugal

Am Meer entlang gen Porto

Unser Campingplatz liegt direkt in der Eiinflugschneise des Flughafens,  aber es ist nicht so laut,  wie ich befürchtet hatte.  Wenn man aber drüber nachdenkt,  wie viele neue Pilger in jeder der Maschinen sitzen und nach Santiago laufen wollen,  ist das schon heftig.  Wie viele Leute einfach mit dem Pilgern Geld verdienen,  ist unglaublich.  Von den Fluggesellschaften angefangen über die ganzen Übernachtungen, Gastronomie,  die Fährleute, die einzelne Pilger vor den Brücken über die Flüsse bringen, die Tattoo-Studios, Andenkenläden usw.

Wir haben am späten Vormittag ganz mutig kurze Hosen und T-Shirt angezogen und sind mit den Rädern ans Meer gefahren.  Und je näher wir kamen, umso glücklicher waren wir,  dass wir die Windjacken dabei hatten.  Denn vom Meer her wehte ein ganz schön frisches Lüftchen. 

Hier war es trotzdem traumhaft und wir waren froh,  diesen Teil von Porto auch kennen zu lernen und nicht nur die Stadt.  An dem Holzsteg am Meer haben wir ein Quaken gehört und haben in einem kleinen Wasserlauf unzählige Frösche gefunden. 

Entlang des Meeres gab es einen tollen Radweg und den sind wir bis zur Mündung des Douro geradelt.  Der Fluss fließt durch Porto und wird von den berühmten Brücken überspannt.  Und an der Mündung sind weite Sanddünen, dahinter die Stadt. 

Die Wege entlang des Flusses waren weiter verkehrsberuhigt und so sind wir entlang des Ufers weiter nach Porto geradelt.  Und dann kam die bekannte Brücke Dom Luis I in Sichtweite,  die auf zwei Etagen gebaut ist.  Unten für die Fußgänger und wenige Autos,  die sich eher am Ufer des Flusses befinden und sehr viel höher auf 60 Metern für Fußgänger und die Straßenbahn.  Sie verbindet die Städte Porto und Villa Nova de Gaia miteinander. Von dem Ufer von Gaia hatte man einen tollen Blick auf Porto und wir brauchten wirklich ein bisschen Zeit,  um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.

Porto ist ja auch die Stadt des Portweins, am Ufer haben die Winzer alle ihre Gebäude und Gastwirtschaften. Auf dem Fluss sind die alten Boote gefahren,  mit denen damals die Weinfässer transportiert wurden. Und so lagen am Ufer auch Boote als reine Werbeflächen für die einzelnen Winzereien.

Heute wurden Touristen transportiert und von denen nicht wenige.  Es war schon krass,  wie viel hier los war.  Alleine 6 Flusskreuzfahrtschiffe lagen am Ufer und einige Busse. 

Wir wollten uns heute die Stadt noch gar nicht anschauen,  sondern nur mal mit dem Rad einen Eindruck bekommen und daher sind wir nur kurz über die Brücke gefahren und haben dann den Rückweg wieder angetreten. Am Strand gab es in einem Café noch ein leckeres Eis und wir sind zurück Campingplatz nach einem super tollen Tag. 

Aber: in diesem Urlaub gab es bisher viel zu wenige Sonnenuntergänge und daher sind wir am Abend nochmal die kurze Strecke ans Meer geradelt und ihn genossen…

Durch das viele Salz in der Luft quietschen die Bremsen unserer Räder total.  Anschleichen ist gerade nicht… 

2024 Portugal

Viana do Castelo

Unser nächstes Ziel heißt Porto. Dort wollen wir uns in ein paar Tagen mit Freunden treffen.  Auch dort ist das Angebot mit Campingplätzen wieder eingeschränkt.  Da wir das genaue Datum wussten,  wann wir dort sind,  hatten wir von zuhause aus dort einen Platz reservieren wollen.  Leider waren die Daten schon voll und nichts mehr zu kriegen,  was wir heftig fanden.  Die einzige Alternative bestand aus einem kleinen privaten Platz,  bei dem man aber für 4 Nächte buchen musste.  Also haben wir das getan.  Da wir wissen,  dass wir dort heute bis 19 Uhr einen festen Platz haben,  haben wir uns Zeit gelassen. Und so sind wir der Küste entlang bis nach Viana do Castelo gefahren.  Hier gibt es eine Brücke,  die von Herrn Eifel gebaut wurde und direkt darunter einen großen Parkplatz. 

Diesen haben wir angesteuert und haben die Brücke bewundert, die 2stöckig gebaut ist.  Unten fahren die Züge,  oben die Autos.  Wir sind unter der Brücke durch am Ufer entlang gelaufen, bis wir an einer Statue gelandet sind, von der aus es in die tolle Altstadt ging. 

Wir waren wieder mal positiv überrascht,  wie schön die Ortskerne hier sind,  die meistens verkehrsberuhigt sind. Wenn man mit dem Womo durch die Ortschaften fährt,  wirken sie manchmal schäbig und dann schaut man eine Straße weiter und ist in tollen Ortskernen.

Oben am Berg hat man von allen möglichen Plätzen aus ein paar schöne Gebäude gesehen und wir haben beschlossen,  mit einer Zahnradbahn hoch zu fahren.  Wie es immer so passt, hat diese gerade für eine Stunde Mittagspause geschlossen.

Direkt daneben war ein Sushirestaurant und so haben wir lecker zu Mittag gegessen. Sogar ein Rotkäppchensushi gab es als Erinnerung an die Heimat zum Nachtisch. Eine Stunde später sind wir gut gesättigt wieder zu der Bahn und mit ihr bergauf gefahren. Pro Person zahlt man hin und zurück 3 Euro,  was ich echt fair finde.

Auf dem Monte de Santa Lucia war eine super schöne Kirche und total viele Menschen und wir sind mitten in eine Hochzeit geplatzt. Das Brautpaar kam gerade raus und alle haben gejubelt. Was ein Zufall.  Hätte die Bahn nicht geschlossen gehabt,  wäre uns das hier entgangen.

Wir haben die Aussicht von hier oben genossen und das Brautpaar und die Gäste beobachtet,  was echt entspannt war.

Natürlich haben wir die Kirche auch nochmal von innen angeschaut und waren positiv überrascht.

Mit der Bahn ging es wieder bergab und zurück zum Womo. Eigentlich wollten wir uns noch mehr heute anschauen,  haben aber beide beschlossen,  dass es für heute reicht und sind die letzten 80 km nach Porto zu dem Campingplatz gefahren.  Und standen das erste Mal in diesem Urlaub im Stau.  Hier ist wohl gerade Messe und die Metro hat wohl einige Baustellen,  so dass totales Verkehrschaos an einem Sonntag geherrscht hat.  Und was wohl auch die vollen Campingplätze erklärt. Wir sind gut angekommen und auch hier hing ein Schild,  dass die 11 Plätze ausgebucht sind.  Mit einem Glas Wein wurden wir begrüßt und haben uns direkt wohlgefühlt. 

2024 Portugal

Caminha

Wir sind ja seit gestern in Portugal und befinden uns somit in einer neuen Zeitzone. Und das ist schon krass.  In Spanien, also auf der anderen Seite des Flusses, war der Sonnenuntergang die letzten Tage um kurz vor 22 Uhr,  während er in Skopje, Nordmazedonien aktuell um kurz vor 20 Uhr stattfindet. Und Skopje liegt in der gleichen Zeitzone. Jetzt in Portugal sind wir wieder eine Stunde versetzt und der Sonnenuntergang ist um kurz vor 21 Uhr.  Ist bestimmt spannend bei Verabredungen oder Terminen hier im Grenzgebiet.

Heute früh war schönes Wetter und so haben wir die Räder rausgeholt und sind die kurze Strecke nach Caminha  geradelt. Eigentlich wollten wir nur mal kurz gucken,  aber der Ort war wunderschön. 

Wir sind durch den Ort gebummelt und haben die typisch portugiesischen Fliesenfassaden bewundert.

Jedes Haus hat andere Fliesen und die sind teilweise richtige Kunstwerke.

Und so haben wir mit den Kameras versucht,  die kleinen Kunstwerke einzufangen. 

In der Mitte des Ortes ist ein schöner Platz,  um den Restaurants und Cafés ihre Stühle aufgebaut hatten und die Einheimischen saßen in der Sonne und haben Kaffee getrunken.  Sehr gemütlich. 

Wir haben uns gegen Mittag auch in eins der Restaurants gesetzt und sehr lecker zu Mittag gegessen. 

Am Meer entlang sind wir dann nach Lagarteira geradelt,  denn dort gab es einen Continente Supermarkt.  Andi hat auf Madeira ein Duschgel gekauft,  das er so toll fand und das gibt es nur in der Supermarktkette. Also haben wir unsere Rucksäcke bis oben hin mit Duschgel geladen und hatten auf dem Rückweg Gott sei Dank Rückenwind. Hier war auch ein echt schöner Weg,  auf dem wir mal wieder die Pilger getroffen haben – mal nicht entlang der Hauptstraße. 

2024 Portugal

Portugal,  wir kommen!

Heute hat es uns weiter gezogen und so haben wir diese traumhafte kleine Insel wieder verlassen.  Man kann sich nicht vorstellen,  wie es hier im Sommer ist,  wenn der Massentourismus einfällt.  Auf der anderen Seite kann so ein Campingplatz von 5 Campern pro Nacht auch keine Familie ernähren.  Vor allem nicht,  wenn im Winter zu ist.  Wir haben  auf dem Festland eine Vollbremsung an einer Tankstelle gemacht und für 1,26 Euro voll getankt.  Leider hat nicht so viel in den Tank gepasst…  Aber in Portugal wird es auf jeden Fall teurer sein und vielleicht müssen wir da dann gar nicht tanken. Wir hatten überlegt,  ob wir heute eine Stadt anschauen wollen,  aber der blaue Himmel und die Temperaturen haben uns ans Wasser gezogen.  Und so hieß unser erstes Ziel Baiona, nicht die Stadt selber,  aber die Küste.  Wir sind zu einem Aussichtspunkt gefahren und haben den Blick genossen. 

An der Küste haben wir dann eine Pause zur Stärkung eingelegt und sind dann eine super schöne Straße immer mit Blick aufs Meer gen Süden gefahren.  Auch hier kamen uns wieder sehr viele Pilger entgegen,  die immer entlang der Straße gelaufen sind.  Wir haben dieser Tage erst gelernt,  dass es nicht nur den Jakobsweg in Spanien von Ost nach West gibt,  sondern noch mehr.  Und gefühlt war hier auch noch mehr los als auf dem anderen Weg.  Und wieder haben wir uns gefragt,  warum man an Hauptstraßen mit LKWs entlang läuft und ob es keine Wege fernab der Hauptverkehrsrouten gibt…

Ja  und dann hat sich unsere Spanientour erstmal dem Ende geneigt,  denn der Rio Mino, der Grenzfluß zu Portugal kam in Sicht.  Er ist die natürliche Grenze hier und man kann sie sich nicht schöner vorstellen.  Weiße Sandstrände, dahinter grüne Berge und das Wasser,  einfach toll. 

Über eine Brücke ging es ein paar Kilometer im Landesinneren über den Fluss und wir sind gleich mal auf den Berg zu einem weiteren Aussichtspunkt gefahren,  von dem aus man einen Blick über den Flusslauf hatte. 

Und das coole war,  dass wir von hier aus auch das heutige Tagesziel an der Flussmündung schon sehen konnten.  Und das haben wir dann auch schnell erreicht. Da wir schon wieder Hunger hatten,  sind wir an den Strand gegangen und haben in einer Beach Bar etwas gegessen. 

Und dann musste natürlich noch ein Strandspaziergang sein.  Heute konnten wir endlich mal wieder die kurzen Hosen auspacken.