Nachdem wir gestern den kompletten Tag durch strömenden Regen die Schweiz und den Norden von Frankreich befahren haben, war unsere Laune am ziemlichen Tiefpunkt. In Genf hat unser Navi uns eine „tolle“ Routenverbesserung vorgeschlagen, die uns ca 1 Stunde Stau im Feierabendverkehr rund um den Flughafen beschert hat. Als ich dann an einer riesigen Mautstation in Frankreich noch die falsche Fahrbahn ausgesucht habe und kurz vor der 2m Höhenbegrenzung ne Vollbremsung gemacht und gerafft habe, dass wir mit 2,90 m dort nicht durch passen, war der Puls noch höher. Und als ich dann durch die andere Mautfahrbahn auch nicht durchgekommen bin und beim Rückwärtsfahren die Stoßstange touchiert habe, waren meine Nerven am Ende. Wir haben beschlossen, in der Nähe einen Campingplatz zu suchen, da es schon nach 18 Uhr war – aber der hatte die Saison schon beendet und hatte zu. In der Nähe gab es keinen anderen Campingplatz und daher haben wir die Suche auf einen Stellplatz ausgeweitet und schließlich einen gefunden, der direkt an der Hauptstraße neben Müllcontainern lag. Dafür war er gratis und wir einfach nur froh, nicht noch weiter fahren zu müssen. Und so lagen wir sehr früh gestern im Bett und haben heute auf besseres Wetter gehofft.
Heute früh hat es dann noch leicht geregnet und wir konnten durch die Wolken kurze Einblicke kriegen, in was für einer tollen Bergwelt wir hier nördlich von Grenoble gelandet sind. Uns hat es aufgrund des Wetterberichts aber weiter gen Süden gezogen und so sind wir erstmalig der Route Napoleon gefolgt, die bis nach Cannes führt. Da uns die Straße zu stark befahren war, sind wir auf Nebenstraßen abgebogen, die uns entlang türkis blauer Seen durch die Berge geführt haben.

Teilweise war ich echt froh, dass hier so wenig Verkehr war, denn die Straßen waren echt eng. Unser Ziel war der Lac de Monteynard-Avignonet. Auch dieser See hat unglaublich schöne Farben und über ihn führen an einigen Stellen tolle Hängebrücken, die von Wanderern benutzt werden.

Nachdem wir zuerst glatt daran vorbei gefahren sind, haben wir umgedreht und das hat sich echt gelohnt. Wir sind ca 1,5 km zur Hängebrücke gelaufen und als wir angekommen sind, kam die Sonne raus. Und sofort war das Urlaubsfeeling da. Neue Dinge sehen, sich draußen bewegen und das bei schönem Wetter und diesen Farben – herrlich.

Wir haben die Brücke einmal überquert und sind dann zurück gelaufen. Andi hat zum 3. Mal heute die Drohne raus geholt und wir konnten uns an der Gegend nicht satt sehen.

Irgendwie hatten wir keinen Bock, weiter zu fahren und 3 km weiter gab es am Ende der Sackgasse einen wunderschönen Campingplatz. Wir haben uns hier einen Platz am See gebucht und es uns einfach in der Ruhe gut gehen lassen. Hier ist nichts los, einfach ein Traum.

Morgen soll das Wetter hier nicht so toll werden, daher werden wir wohl weiter fahren – auch wenn wir hier durchaus länger bleiben könnten…































