2024 Südfrankreich

Südfrankreich 2024

Nachdem wir gestern den kompletten Tag durch strömenden Regen die Schweiz und den Norden von Frankreich befahren haben,  war unsere Laune am ziemlichen Tiefpunkt. In Genf hat unser Navi uns eine „tolle“ Routenverbesserung vorgeschlagen,  die uns ca 1 Stunde Stau im Feierabendverkehr rund um den Flughafen beschert hat.  Als ich dann an einer riesigen Mautstation in Frankreich noch die falsche Fahrbahn ausgesucht habe und kurz vor der 2m Höhenbegrenzung ne Vollbremsung gemacht und gerafft habe,  dass wir mit 2,90 m dort nicht durch passen,  war der Puls noch höher.  Und als ich dann durch die andere Mautfahrbahn auch nicht durchgekommen bin und beim Rückwärtsfahren die Stoßstange touchiert  habe,  waren meine Nerven am Ende.  Wir haben beschlossen,  in der Nähe einen Campingplatz zu suchen,  da es schon nach 18 Uhr war – aber der hatte die Saison schon beendet und hatte zu.  In der Nähe gab es keinen anderen Campingplatz und daher haben wir die Suche auf einen Stellplatz ausgeweitet und schließlich einen gefunden,  der direkt an der Hauptstraße neben Müllcontainern lag.  Dafür war er gratis und wir einfach nur froh,  nicht noch weiter fahren zu müssen.  Und so lagen wir sehr früh gestern im Bett und haben heute auf besseres Wetter gehofft. 

Heute früh hat es dann noch leicht geregnet und wir konnten durch die Wolken kurze Einblicke kriegen,  in was für einer tollen Bergwelt wir hier nördlich von Grenoble gelandet sind.  Uns hat es aufgrund des Wetterberichts aber weiter gen Süden gezogen und so sind wir erstmalig der Route Napoleon gefolgt,  die bis nach Cannes führt.  Da uns die Straße zu stark befahren war,  sind wir auf Nebenstraßen abgebogen,  die uns entlang türkis blauer Seen durch die Berge geführt haben. 

Teilweise war ich echt froh,  dass hier so wenig Verkehr war,  denn die Straßen waren echt eng.  Unser Ziel war der Lac de Monteynard-Avignonet. Auch dieser See hat unglaublich schöne Farben und über ihn führen an einigen Stellen tolle Hängebrücken, die von Wanderern benutzt werden. 

Nachdem wir zuerst glatt daran vorbei gefahren sind,  haben wir umgedreht und das hat sich echt gelohnt.  Wir sind ca 1,5 km zur Hängebrücke gelaufen und als wir angekommen sind, kam die Sonne raus.  Und sofort war das Urlaubsfeeling da.  Neue Dinge sehen,  sich draußen bewegen und das bei schönem Wetter und diesen Farben – herrlich. 

Wir haben die Brücke einmal überquert und sind dann zurück gelaufen.  Andi hat zum 3. Mal heute die Drohne raus geholt und wir konnten uns an der Gegend nicht satt sehen. 

Irgendwie hatten wir keinen Bock,  weiter zu fahren und 3 km weiter gab es am Ende der Sackgasse einen wunderschönen Campingplatz.  Wir haben uns hier einen Platz am See gebucht und es uns einfach in der Ruhe gut gehen lassen.  Hier ist nichts los,  einfach ein Traum. 

Morgen soll das Wetter hier nicht so toll werden,  daher werden wir wohl weiter fahren – auch wenn wir hier durchaus länger bleiben könnten…

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Entlang der Route de Napoleon bis nach Sisteron

So ruhig haben wir ewig nicht geschlafen.  Keine Autos,  kein Regen,  keine anderen Menschen oder Hunde,  die Krach gemacht haben.  Wer die Ruhe und Einsamkeit sucht,  ist hier genau richtig.  Aufgrund der gemeldeten Höchsttemperaturen von gerade mal 10 Grad für heute,  haben wir das Paradies trotzdem wieder verlassen und sind weiter gen Süden gefahren.  Dabei sind wir heute der Route de Napoleon gefolgt. 

Vorbei an türkisfarbenen Seen ging es durch traumhafte Berglandschaft. In Gap haben wir überlegt,  etwas zu Essen. Die Parkplatzsuche hat sich aber etwas schwierig gestaltet und so haben wir einen Ort weiter in Tallard gehalten. 

Tallard hat eine tolle alte Burg,  die an einen steilen Fels gebaut wurde.  Teilweise ist sie restauriert und teilweise noch verfallen. 

Wir haben am Ufer eines Baches etwas zu Mittag gegessen.

Der ganze Ort schien unterwegs zu sein,  denn es war ein Laufevent. Die Teilnehmer konnten zwischen einer 5 und einer 10 km langen Strecke wählen und die Strecken waren mit rosa Luftballons gekennzeichnet.  Was echt lustig war,  denn so war der ganze alte Ort rosa geschmückt.

Wir sind zur Burg gelaufen, haben die alten Gemäuer besichtigt und die Aussicht auf den Ort und die Bergwelt genossen. 

Anschließend ging es bis zum heutigen Ziel: Sisteron.  Wir haben dort einen ersten kurzen Blick auf die Burg und den gegenüberliegenden Felsen erhascht, sind aber zum Campingplatz,  um etwas Siesta zu machen.  Der Platz hier hat übermorgen Saisonende und so waren wir froh,  noch einen Platz bekommen zu haben.  Der Preis war unglaublich.  Wir zahlen für eine Nacht 16,81 Euro. Zwar ohne Strom,  aber den brauchen wir auch nicht.  Die Parzellen hier sind riesig und so mancher enger Stellplatz teurer…

Lange hat es uns nicht am Platz gehalten.  Wir haben die Räder rausgeholt und sind die kurze Strecke in die Stadt gefahren.  Durch enge Gassen ging es hoch zur Festung und wir waren von dem Städtchen auf Anhieb begeistert.  Wir konnten trotz der schon recht späten Stunde die Festung noch besuchen und das hat sich sowas von gelohnt. 

Über einen Rundweg kann man das riesige Bauwerk erkunden und von allen Seiten hatte man traumhafte Blicke auf die Berge. 

Das besondere an der Stadt ist die Lage.  Durch zwei enge Felswände quetscht sich der Fluss Durance und die eine Felswand sieht fast aus wie ein kleiner Vulkan. 

Unten drunter sind noch ein paar Häuser gequetscht,  was einen eigenen Charme hat. 

Um 19 Uhr schließt die Festung und wir wurden von einer energischen französischen Stimme aufgefordert,  das Gelände zu verlassen.  Nicht,  dass wir den Text verstanden hätten,  die Stimmlage hat gereicht!!! Davon abgesehen sind wir sehr positiv überrascht von den Franzosen.  Wir hatten immer das Vorurteil,  dass sie nur französisch sprechen und sonst gar nichts.  Wir machen gerade eine komplett andere Erfahrung.  Alle sprechen englisch und sind eher erfreut,  wenn man selber ein paar französische Vokabeln raus quetscht. Außerdem fällt uns total positiv auf,  dass Leute viel öfter grüßen als daheim.  Sind Eindrücke der ersten 2 Tage,  aber uns ist es extrem aufgefallen. 

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Die Verdunschlucht

Ja,  es ist Herbst.  Mal abgesehen von der beginnenden Laubfärbung waren es heute Nacht gerade mal 3 Grad und wir waren über unsere Heizung froh. Uns hat die Sonne wieder begrüßt und wir konnten Sisteron nicht verlassen,  ohne die Drohne nochmal in die Luft zu schicken. 

Allerdings war das gar nicht so einfach,  denn durch die 2 Felsen quetscht sich der Fluss,  an beiden Ufern eine Straße und dann noch die Autobahn.  Die geht aber ein kurzes Stück durch einen Tunnel und so konnte Andi fliegen,  ohne eine Straße zu überqueren. 

Eigentlich hatten wir uns ja vorgenommen,  so schnell wie möglich gen Süden zu fahren und dort ein paar Tage auszuspannen. Auf dem Weg in Richtung Süden liegt aber noch die Verdunschlucht,  der Grand Canyon Europas und für heute war stahlblauer Himmel gemeldet.  Und so haben wir unsere Pläne mal wieder vergessen und sind ca 80 km gen Süden gefahren. Unterwegs haben wir die typischen Lavendelfelder gesehen,  für die die Provence berühmt ist.  Allerdings waren für die lila Farbenpracht in der Jahreszeit zu spät.

Unser erstes Ziel war der Eingang zur Verdunschlucht.  Das Bild sieht man immer,  wenn man Infos dazu sucht.  Und so haben wir am Lac de Sainte-Croix direkt an der Brücke einen Parkplatz gefunden. 

Wir haben ein paar Bilder gemacht und spontan beschlossen,  ein Tretboot zu mieten.  1 Stunde hat 25 Euro gekostet und die waren super angelegt. 

Mit vielen Menschen sind wir in die Schlucht hinein getreten und die Blicke von hier unten waren unbeschreiblich. 

Ja,  es ist Massentourismus,  aber dadurch,  dass nur Tret- und Paddelboote unterwegs waren,  war eine total coole Stimmung.  Keine lauten Motorboote haben Wellen verursacht und es hat super viel Spaß gemacht.  Wir haben in der Stunde versucht,  möglichst weit zu kommen, wobei die Strömung und der Gegenwind schon heftig waren. 

Der Rückweg war deutlich einfacher und auch schneller.  Wir haben das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen und waren uns einig,  dass der Tag schon mehr als gelungen war und alles,  was noch kommt,  nur Zugabe ist.  Gut, dass wir nicht wussten,  was wir noch alles erleben.  Wir sind einen Teil der Strecke zurück gefahren und dann auf die D952 abgebogen.  Die Straße führt anfangs oberhalb der Schlucht entlang und wir haben die Aussicht auf die bunten Boote und den See von oben genossen. 

Nach einigen Kilometern sind wir auf die Route des Cretes abgebogen.  Die Straße ist eine ca 15 km lange Panoramastrasse oberhalb der Verdunschlucht und absolut sehenswert.

Viele viele Aussichtspunkte laden einen dazu ein,  die grandiose Canyonlandschaft zu genießen.  Dabei kann man die Größe eigentlich gar nicht richtig erfassen. 

Wir waren begeistert,  da wir so eine Größe bisher hauptsächlich in den USA erlebt haben. 

Gegen 17 Uhr haben wir das Ende der Straße erreicht und beschlossen,  den genialen Tag an einem Campingplatz in der Nähe zu beenden.  Jetzt noch 2 weitere Stunden bis ans Meer zu fahren hätte keinen Spaß mehr gemacht. Nachdem wir den gestrigen Campingplatz ja schon günstig fanden,  ging es jetzt noch günstiger: 13,50 Euro ohne Strom…

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Auf dem Weg ans Meer

Was waren wir heute früh happy,  gestern bei dem Traumwetter die Verdunschlucht angeschaut zu haben.  Heute war es wolkig und es hat immer mal wieder genieselt. Wir haben zusammen gepackt und sind die ersten Kilometer über leere Straßen weiter gen Süden gefahren.  Ziel war die Küste westlich von Saint Tropez. Je näher wir gekommen sind,  umso mehr hat der Verkehr zugenommen.  In einem Supermarkt haben wir eingekauft und unser Navi hat uns anschließend aufgrund eines Staus an der Küstenstraße eine andere Route zu unserem Ziel vorgeschlagen.  Wir haben lange nach einem Campingplatz geschaut und es gibt recht viele an der Küste.  Allerdings hatten wir keinen Bock,  an genau der Küstenstraße Urlaub zu machen,  wo gerade die Staumeldungen gekommen sind.  Wir haben uns daher für einen Platz 2 km vom Meer entfernt entschieden,  der aber weit ab von den großen Straßen mitten in Weinbergen liegt. 

Online konnten wir nichts buchen und da die letzten Tage die Plätze recht leer waren,  haben wir hier auch nicht mit Überfüllung gerechnet.  Falsch gedacht.  Der Platz hat 400 Plätze und war ausgebucht und wir konnten noch zwischen 2 Parzellen wählen.  Eine davon lag ganz oben in letzter Reihe am Berg und es war schnell entschieden,  dass wir hier die nächsten 5 Nächte bleiben werden. 

Den restlichen Tag haben wir am Platz verbracht und uns nur ein bisschen umgeschaut.  Morgen wird die Gegend außerhalb des Platzes erkundet. 

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Ein Tag an der Cote d’Azur

Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir heute die Räder rausgeholt und sind die kurze Strecke zum Strand gefahren.  Dort haben wir die Räder angekettet und sind den tollen Strand Pampellone entlang gelaufen. 

Wir hatten die Picknickdecke dabei und haben vom Strand aus die unzähligen Segelyachten bei ihren Starts für diverse Regatten beobachtet. 

Ich glaube,  ich habe noch nie so viele Segelboote auf einmal gesehen.  Von der Hightechyacht bis zum 4-Master war alles dabei. Dabei hatten alle eine andere Strecke zu meistern und so hatten wir den ganzen Tag etwas zu beobachten.  Bei blauem Himmel und 25 Grad gibt es auch durchaus schlimmeres…

Gegen Mittag sind wir in ein Restaurant am Strand und haben sehr lecker gegessen. 

Es ist zwar schon krass,  dass eine Pizza nicht viel weniger kostet als unser Campingplatz für 1 Nacht,  aber sie war auch sehr sehr lecker.  Das Restaurant war sehr cool im Piratenlook eingerichtet und gut gefüllt.  Am Strand hatten wir vorher beobachtet,  wie einige Yachten aus Richtung Saint Tropez gekommen sind und an Bojen festgemacht haben.  Mit einem zum Restaurant gehörigen Beiboot wurden die Passagiere dann an Land ins Restaurant gebracht.  Kein Wunder,  dass da die Preise anders als bei uns sind.  Am Ende des Strandes ist ein weit abgesperrtes Anwesen,  wo der eigene Hubschrauber im Garten parkt…

Nach dem Essen sind wir zum Leuchtturm geradelt.

Leider war dieser wegen Bauarbeiten geschlossen, aber von unterhalb hatte man auch tolle Blicke auf die Küste und die vielen Boote. 

Auf dem Rückweg haben wir noch ein paar Kleinigkeiten im Sparmarkt beim Campingplatz geholt.  Wir haben selten einen so gut sortierten Markt irgendwo  gesehen.  Die Grilltheke stellt alles bei uns zuhause bisher gesehene in den Schatten… Die Preise sind zwar auch teurer,  aber das ist halt so.  Nachdem wir den Berg zu unserem Platz wieder erklommen haben, habe ich mir die Badesachen angezogen und bin eine Runde schwimmen gegangen.   Das ist hier ein richtiges Poolparadies. Für Kinder lauter flache Becken mit allerlei Spielsachen, ein Becken mit Wasserrutschen, ein normales Becken zum Schwimmen und dann noch eine Stromanlage, wo man sich auf verschiedenen Wegen durch das Wasser strömen lassen kann.  Das Wasser war mittlerweile wärmer als die Luft und es war nur herrlich.  Nach einer warmen Dusche haben wir den Tag gemütlich ausklingen lassen.  Ja,  hier kann man es aushalten!