2026 China

Mit dem Zug nach Shanghai

Heute früh nach dem Frühstück ist Andi vor unserer Unterkunft nochmal geflogen.  Die Reisfelder und eine Pagode sahen zu schön aus. 

Um 10.45 Uhr ging es für uns zum Bahnhof von Huangshan,  von wo aus wir mit dem Zug die letzte Station unserer Reise angesteuert haben. 

Wie schon vorher erwähnt,  können wir es nur empfehlen,  das riesige Land mit dem Zug zu bereisen.  Sie sind pünktlich und man gleitet ruhig mit meistens 300-350 kmh durchs Land.  Dadurch erhält man nochmal einen ganz anderen Eindruck,  als wenn man immer nur mit dem Flugzeug in den Großstädte landen würde.  Es ist unglaublich grün und jedes Fleckchen Erde wird für den Anbau von Obst, Gemüse und vor allem Reis genutzt. 

Bevor wir eingestiegen sind,  haben wir uns noch von Alvin verabschiedet,  der die letzten Tage auch ein toller Guide war. In der Region hier haben wir außer einer Gruppe Polen niemanden aus Europa gesehen.  Die anderen waren schlauer und sind nicht in der Golden Week unterwegs… Der Zug war anfangs relativ leer und wir haben die Fahrt wieder genutzt,  unser Video- und Fotomaterial zu verarbeiten.  Auch das geht im Zug echt immer gut. Bis Shanghai hatte sich der Zug komplett gefüllt und wir sind tatsächlich 2 Minuten zu spät angekommen.  Der Bahnhof hatte mehrere Ausgänge und wir wussten nicht,  welchen wir nehmen sollen. Wir haben uns für den nördlichen entschieden,  da hat aber niemand auf uns gewartet. Plötzlich hat ein älterer Mann einen selbstgebastelten Zettel mit Andis Namen hoch gehalten.  Wir hatten einen Michael erwartet,  vor uns stand aber ein 68jähriger chinesischer Wolfgang.  Er ist mit uns durch das Gewirr des Bahnhofs gelaufen und unterwegs hat uns unser Fahrer aufgegabelt und unsere Koffer übernommen.  Eine kurze informative Fahrt später durch den Regen von Shanghai waren wir schon am Hotel.  Dieses war so groß,  dass wir erst an der 3. Rezeption richtig waren.  Das Hotel ist total cool im Look der 30er Jahre,  aber komplett modern. 

Alle Anzeigen sehen total alt aus, dahinter verbirgt sich modernste Technik.  Echt klasse. 

Uns hat der Hunger in ein Einkaufszentrum getrieben.  Dabei sind wir durch einen tollen Park gelaufen,  der hier im französischen Viertel liegt.  Richtig alte Plantanenbäume stehen hier und durch den Regen waren wir fast alleine. 

Der Hunger hat uns weiter getrieben und von weitem hat uns das Zeichen von Pizza Hut angelacht. Wir haben eine leckere Pizza bestellt und verwundert wahrgenommen,  dass wir seit 3 Wochen das erste Mal wieder Menschen mit Besteck essen sehen,  nicht mit Stäbchen.

Nach dem Essen sind wir in die Mall und haben uns wieder wie in einer anderen Welt gefühlt.  Sie war rappelvoll und die Art der Geschäfte echt lustig.  Nippesläden ohne Ende.  Auch wir sind dem Kaufrausch verfallen und haben ein paar lustige Stehrumsel erstanden. 

Als wir wieder raus sind, war es dunkel und die Stadt hat ihren Wolkenkratzer-Charme gezeigt.  Moderne Hochhäuser mit toller Beleuchtung.  Wir freuen uns auf die nächsten Tage.  Morgen soll es leider wieder regnen,  aber dann wird es hoffentlich besser. 

2026 China

Hongcun und Nanping Village

Wie erwartet hat man heute morgen zuhören können,  wie das Haus wieder erwacht.  Mal wieder ein Danke an den Erfinder der Ohrenstöpsel.  Das Frühstück war wirklich gut und um 10 Uhr hat uns Alvin abgeholt.  Und heute haben wir den Ansturm der golden week erlebt.  Die Kennzeichen von hier haben vorne ein J und wenn man davon vielleicht 20% auf den Straßen gesehen hat,  war das viel.  Die Straßen waren voll,  an den Tankstellen und E-Säulen standen die Autos Schlange.  Die Leute haben am Straßenrand geparkt,  um Bilder in den Reisfeldern zu machen.  Aber trotzdem ging es hier noch voran und es hat sich nicht komplett gestaut. Unser Ziel hieß Hongcun Village, ein historisches Dorf,  in dem viele Szenen für den Film „Tiger & Dragon“ gedreht wurden. Alle wollten über die Brücke laufen,  die in dem Film vorkommt.

In dem Dorf leben noch 1000 Leute,  man muss wieder Eintritt zahlen und in den Häusern sind im Erdgeschoß Shops,  die darauf hoffen,  in dieser Woche richtig guten Umsatz zu machen. 

An einem kleinen Teich im Dorf haben sich die Leute gestapelt.  Es wäre kein Wunder,  wenn nochmal jemand reinfällt.

Hier wurde auch wieder der Tofu verkauft,  der gefühlt schon total verschimmelt ist und hier als stinkender Tofu als Delikatesse gilt.

In einem weiteren Dorf Nanping war gar nichts los.  Wir waren fast die einzigen Besucher. 

Wir haben ein paar alte Häuser besucht,  die ähnlich unserer Unterkunft offene Dächer haben.  Viele Häuser hatten früher auch keine Fenster,  damit man nicht einbrechen konnte.  Die offenen Dächer haben für Licht gesorgt, allerdings regnet und schneit es auch herein. 

In einem Restaurant haben wir etwas gegessen und konnten dort auf das Dach steigen.  Man hatte eine tolle Sicht auf das Dorf.  Dabei sind am Ende der Dächer immer nochmal Mauern zu sehen,  die dafür sorgen sollen,  dass bei einem Brand das Feuer nicht aufs nächste Haus überspringen kann.

Andi hat die Chance genutzt und ist nochmal geflogen.  Morgen geht es in die letzte Stadt Shanghai,  wo er nicht mehr fliegen kann. 

Am Nachmittag sind wir zurück in das Dorf,  in dem unsere Unterkunft liegt.  Und da haben wir richtig erlebt,  was die goldene Woche bedeutet.  Auf einer schmalen Straße haben sich Massen an Autos aneinander vorbei gequetscht.  Die Leute standen in den Reisfeldern und durch den Ort,  in dem es nichts gibt,  haben sich tausende Menschen geschoben.  Wir wollten uns eigentlich noch einen Buchladen anschauen,  haben aber umgedreht,  da wir die Befürchtung hatten,  dass dort alle hin wollen. 

Alvin hat nur den Kopf geschüttelt und meinte,  dass hier nichts ist… Und so sind wir zurück in die Unterkunft gelaufen, wo wir den Rest des Tages gechillt und endlich den hier entstandenen Film „Tiger & Dragon“ geschaut haben. 

2026 China

Grand Canyon in den Yellow Mountains

Heute ist der 1. Oktober, an dem der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 gedacht wird. Die Regierung führte die Goldene Woche im Jahr 1999 ein, um den Inlandstourismus und den Konsum zu stärken. Offiziell gesetzlich frei sind meist nur drei Tage; die restlichen Tage werden durch die Verlegung von Wochenenden ausgeglichen, was sogenannte Nachholarbeitstage (Tiáoxiū) vor oder nach den Feiertagen bedeutet. Hunderte Millionen Menschen sind im Land unterwegs, was zu überfüllten Zügen, ausgebuchten Hotels und großen Menschenmassen an Sehenswürdigkeiten führt. Teils fahren sie aus den Städten in ihre Heimat,  teils machen sie Urlaub an Sehenswürdigkeiten. Da Fabriken, Behörden und Unternehmen in dieser Woche meist komplett geschlossen bleiben, kommt es oft zu Verzögerungen in der internationalen Logistik und Schifffahrt.

Da wir auf dem Berg geschlafen haben,  haben wir bisher nichts davon mitbekommen.  Uns hat heute früh nur der altbekannte Nebel begrüßt.  Eigentlich wollten wir um 9 Uhr aufbrechen,  unser Guide hat aber vorgeschlagen,  noch etwas zu warten.  Er hatte die Hoffnung,  dass es etwas aufklart.  Um 10 Uhr sind wir in die Lobby und haben beschlossen,  es einfach mal zu versuchen und sind über unzählige Stufen bergab gestiegen.  Und genau als wir an den Aussichtspunkten angekommen sind,  hat der Himmel aufgerissen.

Die Berge sahen aus,  als würden sie schweben. Im Tal war immer noch dichter Nebel, der durch die Täler gezogen ist.

Es war eine total mystische Stimmung und die Aussichten haben sich ständig geändert. 

Kurze Zeit später war wieder alles zugezogen.  Auch hier hat ein Weg an der Felswand entlang geführt,  der teilweise abenteuerlich war. Eng,  mit steilen Treppen mal hoch und wieder runter.  So viele Treppen wie in diesem Urlaub sind wir noch nie gelaufen. 

Überall hingen die Pinien in den Felsen und haben sich an den krassesten Ecken festgekrallt.

Auf dem Weg zurück zur Seilbahn sind wir  wieder am Hotel vorbei gekommen,  welches auf 1.600 m Höhe liegt.  Kein Wunder,  dass man bei den vielen Stufen auch mal außer Puste ist. 

In einem anderen Hotel haben wir zu Mittag gegessen.  Es gab ein Buffet,  man stellt seinen Rucksack ab und holt sich etwas.  Keiner macht sich Gedanken darüber,  dass jemand etwas klauen könnte.  Nach dem Essen sind wir zurück zur Seilbahn und wieder bergab gefahren. 

Mit den Bussen ging es zurück ins Tal,  wo wir unsere Koffer wieder bekommen haben.  Unser heutiges Ziel ist ein kleiner Ort in der Nähe,  wo wir die nächsten beiden Nächte „geparkt“ werden.  In der Gegend ist alles ausgebucht und wir schlafen in einem 200 Jahre alten Haus.  Der Empfang war schon mal lustig, da eine riesige Gänseschar durchs Dorf getrieben wurde. 

Unsere Bleibe für die nächsten beiden Nächte ist echt speziell.  Ein wirklich altes Haus,  das 10 Gästezimmer hat. 

Sie sind überschaubar groß mit nem kleinen Bett und man hört einfach alles.  Ich bin froh,  dass wir kein chinesisch verstehen,  denn die Lautstärke der Leute reicht schon.  Wenn man da noch jeder Diskussion folgen könnte – nein danke. Und es gibt auf Reisen immer irgendwann den Moment,  wo man gerne woanders sein will.  Meistens ist es,  wenn der Level der Erlebnisse zu hoch ist und man vergisst,  wo man eigentlich ist.  Ich glaube,  so ein Tag war heute.  Wir haben die letzten Tage jede Nacht woanders geschlafen und wünschen uns gerade etwas Beständigkeit,  aber in anderer Umgebung.  Meistens ist das Gefühl am nächsten Morgen wieder weg.  Außerdem können wir beide gerade keinen Reis mehr sehen.  Das Essen hier ist echt lecker,  aber sich zu verständigen fällt schwer. Meistens klappt es am besten über die Guides. Die Chinesen essen 3x am Tag warm und herzhaft.  Ich glaube,  wir würden gerade alles für ein Brötchen mit Nutella oder einer Scheibe Brot geben.  Wir sind uns aber absolut einig,  dass die nächsten Reisen deutlich langsamer und entschläunigter werden müssen und ein Glas Nutella ins Gepäck kommt.  Aber wir wollten es so. 

2026 China

Mit dem Zug nach Huangshan

Bei schwülen 33 Grad haben wir heute morgen aus der Fantasiewelt wieder ausgecheckt.  Da wir wieder im Süden sind,  ist hier gerade Reisernte angesagt.  An jedem freien Fleckchen in Einfahrten oder am Straßenrand ist der Reis ausgebreitet und wird getrocknet.  Am Bahnhof in Shangrao war es total lustig,  da hier anscheinend echt selten westliche Touristen her kommen. Die Leute haben mich mit meinen blonden Haaren alle total angestarrt, was in den anderen Großstädten nicht der Fall war. Obwohl morgen ja die Golden Week losgeht,  war der Zug relativ leer, zumindest in der     1. Klasse. Diese lag allerdings 16 Wagenlängen hinter der Stelle,  wo wir mit der Rolltreppe hoch gekommen sind. Zugfahren fühlt sich gerade so ein bißchen wie nach Hause kommen an,  was lustig ist,  weil wir es eigentlich nicht mögen.  Aber hier ist er pünktlich,  sauber,  man bekommt in der 1. Klasse jedes Mal etwas zu trinken und einen Snack. Und dabei zahlen wir für alle Bahnfahrten in dem Urlaub insgesamt pro Person 170 Euro mehr als in der 2. Klasse.  In nicht mal einer Stunde sind wir in Huangshan angekommen.  Da unser Guide ja mit uns im Zug saß,  mussten wir ihn nicht erst wieder am Bahnhof suchen.  Huangshan ist eine chinesische Kleinstadt mit gerade mal 200.000 Einwohnern.  Sie ist auf den Tourismus ausgelegt.  Direkt am Bahnhof haben wir gleich mal einen autonom fahrenden Lieferwagen vor uns abbiegen sehen.  Es ist bedenklich, wie normal hier so einige Dinge im Alltag integriert sind,  über die wir uns zuhause tot diskutieren,  ob sie überhaupt funktionieren.  Ich glaube,  die Guides schütteln hier regelmäßig innerlich den Kopf über uns…

80 % der Gegend sind mit Bergen und Wäldern bedeckt.  An den Hängen wird Tee angepflanzt, der zu den Top 10 in China gehört. Den schauen wir uns in dem nächsten Tagen aber noch näher an.  Wir sind an einem Hotel ausgestiegen und haben dort unsere Koffer abgegeben.  Heute morgen haben wir nämlich unsere Rucksäcke für eine Nacht gepackt,  da wir auf dem Berg übernachten werden. 

Nach einem kleinen Mittagessen sind wir zu Bussen gelaufen,  die uns 30 Minuten unzählige Serpentinen bergauf gefahren haben. Unterwegs hat es heftig geregnet.

Dort angekommen,  sind wir zu einer Seilbahnstation gelaufen und wieder mal ging es durch dichten Nebel bergauf.  Oben angekommen,  sollte uns ein Bergpanorama erwarten,  aber die Serie unseres Bergpechs reißt nicht ab.  An einer Stelle an einem Rundweg haben wir einige Zeit gewartet und hatten dann Glück,  dass sich der Nebel für ein paar Minuten gelichtet hat. 

Tatsächlich hat man eine Vorstellung von den schwebenden Yellow Mountains erhalten. 

Mal wieder unzählige Stufen später sind uns lauter Träger entgegen gekommen.  Hier oben am Berg stehen ein paar wenige Hotels und alles wird über die Busse,  die Seilbahn und dann zu Fuß her transportiert.  Selbst die Wäsche muss jeden Tag runter und wieder hoch gebracht werden. 

Wir werden heute Nacht in einem der Hotels übernachten – um einen schönen Sonnenuntergang und dann wieder -aufgang zu sehen.  Sie wird unter- und wieder aufgehen, allerdings wird es aufgrund der Wolken einfach unspektakulär sein.  Schade. 

Heute Nacht um 0 Uhr startet in China die goldene Woche,  in der das ganze Land frei hat – außer den Leuten,  die versuchen,  das entstehende Menschenchaos in Griff zu kriegen.  Um 0 Uhr werden die Mautstationen geöffnet und die Autobahnen kosten keine Maut mehr.  Heute war davon noch so gar nichts zu spüren.  Der Zug,  die Autobahn,  die  Seilbahn und auch das Hotel hier waren bzw. sind fast leer.  Aber wir kennen die Videos von Menschenmassen überall und die meisten Guides,  die wir hatten,  machen ab morgen Urlaub daheim, da sie auf das Chaos keine Lust haben.  Wahrscheinlich sitzt eine Milliarde Chinesen gerade auf gepackten Koffern.  Im Hotel war jedenfalls heute Abend Generalprobe für das Spektakel morgen Abend.  Alle sind ganz aufgeregt durch die Gegend gelaufen, haben in ihre Funkgeräte gesprochen und dann kam ein riesiger langer Drache den Berg hinunter vor das Hotel gelaufen. 

Wir werden morgen und übermorgen ein bisschen abseits der Hauptorte „geparkt“, um dem Chaos zu entgehen.  Daher sind wir extra auch heute schon angereist und es geht am 3.10. erst weiter,  wenn die erste Reisewelle durch ist. 

2026 China

Wangxiang Valley

Um 5:30 Uhr ging es heute morgen zügig zum Flughafen von Peking.  Er ist relativ alt und bis wir am Gate waren,  wurde Andis Gepäck 2x auf links gedreht.  Erst musste er seinen Koffer öffnen und sie haben eine nicht existierende Powerbank gesucht und nicht gefunden.  Dann wurde sein Rucksack auseinander genommen und jede einzelne Tasche geöffnet,  bis sie einen kleinen Imbusschlüssel gefunden und ihm abgenommen haben. Was Mann halt so bei sich trägt.  Er durfte alles wieder einräumen und wir haben uns erstmal nach der Aufregung einen Kaffee geholt.  Es hätte massenhaft Nerven gekostet,  wenn da noch ein Drohnenakku drin gewesen wäre. Der Flieger hat uns nach Shangrao in Richtung Süden gebracht. Dieses Mal haben wir die Alpen überflogen, haben aber auch nichts davon gesehen. Eine Bahnstrecke scheint es hier noch nicht zu geben. 

Im Flugzeug wurden auf Monitoren lauter Benimm-Filme gezeigt und wie es ausgeht,  wenn man auf der Toilette raucht, sich mit nem Economy-Ticket in die Business-Class setzt oder die Stewardess anbaggert. In allen Fällen haben nach der Landung nette Herren der Polizei auf einen gewartet.  Es wurden aber auch Filme von der unglaublichen Landschaft gezeigt,  die man hier in diesem riesigen Land bestaunen kann. 

Am Flughafen hat uns unser neuer Guide Alvin abgeholt und Andi zum Strahlen gebracht,  denn er hatte seine Drohne im Gepäck.  Andi dachte eigentlich,  dass er sie morgen erst bekommt und war schon traurig,  da er heute eigentlich gerne fliegen wollte. Alvin ist aber tatsächlich von unserem morgigen Ziel Huangshan mit dem Zug hierher gekommen und hat die Drohne mitgebracht.

Er wird uns die nächsten Tage in den Yellow Mountains ebenfalls begleiten.  Für uns ging es ca.  1 Stunde in einen Ort,  den wir auch auf Instagram gesehen haben.  Das Lustige ist,  dass ich dort das 2.000 Jahre alte Dorf Furong am Wasserfall entdeckt hatte, wo wir letzte Woche waren. Andi hingegen hat unser heutiges Ziel Wangxiang entdeckt. Der Unterschied ist, dass Furong wirklich alt ist, Wangxiang ist ein neugebautes Touristendorf. Vor ein paar Jahren hat sich die Regierung die Frage gestellt, wie sie die Gegend beleben können. Daraus entstanden ist die Idee, in die Felsmauern Häuser zu bauen und damit Touristen zu locken. Und das hat funktioniert. Unser Guide hat erzählt, dass man ab 1. Oktober ungefähr vier Stunden braucht, um zum Eingang zu kommen. Wir sind an riesengroßen leeren Parkflächen vorbeigekommen, auf denen ab übermorgen kein Platz mehr sein wird.

Das ganze Dorf ist ein großes Resort, in dem wir unser Zimmer bezogen haben. Da es 35 Grad warm war, waren wir froh, dass wir auf unser Zimmer konnten und die langen Hosen gegen kurze Hosen tauschen konnten. Nach einer kleinen Pause haben wir mit Alvin den Ort angeschaut. Und der war der Hammer…

Das Wangxian-Tal ist ein Landschaftsschutzgebiet in der chinesischen Provinz Jiangxi, das am Fuße des Lingshan-Gebirges liegt. Die bekannteste Attraktion sind die traditionellen Holzhäuser im Gan-Stil, die in einer Höhe von rund 100 Metern direkt an senkrechten Klippen erbaut wurden.

Durch diese Kulisse erinnert das Tal an eine Kulisse aus alten chinesischen Märchen oder Animationsfilmen. Dabei ist das ganze erst in 2020 gebaut worden,  sieht aber richtig alt aus. 



Über hängende Holzstege und Brücken können Besucher direkt an den Felswänden entlanggehen, an denen die Häuser mit ihren Lehmwänden und dunklen Ziegeln befestigt sind.

Andi hat 2x die Drohne in die Luft geschickt.  Das Tal hier ist deutlich enger als neulich in Furong,  was das Fliegen und Filmen schwieriger macht.

Wo wir nachmittags noch alleine waren,  hat es sich am Abenf deutlich mit Menschen gefüllt.  Wahrscheinlich ähnlich wie neulich in Furong.  Über die Stege entlang des Wassers kamen immer mehr Leute und haben die Gassen gefüllt.  Wir haben das ganze vom Berg aus beobachtet. 

Nach dem Einbruch der Dunkelheit wird das gesamte Tal aufwendig beleuchtet, was den Gebäuden und Brücken eine mystische Atmosphäre verleiht.

Wir haben außerdem auf etwas kühlere Temperaturen gehofft,  denn bei über 30 Grad und heftiger Luftfeuchtigkeit waren wir patschnass geschwitzt und echt fertig. 

Die Schlucht bietet Wasserfälle, die abends spektakulärer werden als tagsüber, da an aufgestauten Wasserläufen die Schleusen geöffnet werden. Nachdem alle Lichter an waren, sind wir in Richtung Wasser gelaufen,  um uns an den unzähligen Freßbuden etwas zu Essen zu holen.  Da, wo wir nachmittags alleine waren,  waren tausende Menschen.  Unglaublich,  wie sich ein Ort innerhalb weniger Stunden so verändern kann.  So richtig entscheiden konnten wir uns erst nicht,  haben dann aber ein paar leckere Sachen gefunden. 

Es gibt ein paar echt schöne Geschäfte,  in denen lokales Kunsthandwerk angeboten wird und man zusehen kann,  wie es entsteht. Irgendwann hat es aber gereicht und wir sind zurück ins Hotel.