2026 Norwegen

Von Helsingborg nach Helsingør

So ruhig wie letzte Nacht haben wir fast im ganzen Urlaub nicht geschlafen.  Wir standen ganz alleine,  kein aufs Dach trommelnder Regen, kein Sturm,  einfach nur total still.  Und wir sind auch nicht überfallen worden.  Eigentlich wollen wir uns mit solchen Gedanken auch gar nicht belasten.  Die meisten Menschen sind gut und ein gewisses Bauchgefühl gehört auch immer dazu.  Wir haben schon immer dort gestanden,  wo wir uns wohl fühlen und ansonsten sind wir weiter gefahren.  Aber natürlich schreibt das Auswärtige Amt auch nicht ohne Grund solche Warnungen. Auf Raststätten haben wir aber auch noch nie übernachtet,  das hätte für uns nichts mit Urlaub zu tun.

Gestern Abend haben wir noch eine Fähre zurück nach Dänemark gebucht. Dieses Mal geht die Route nicht über die Öresundbrücke.  Die Fähre geht von Helsingborg in Schweden nach Helsingør in Dänemark.  Eine Stunde Zeitpuffer hat dann gerade so ausgereicht, da doch viel Verkehr mit Baustellen und Unfällen war. 

Wir haben die Fähre aber bekommen und bei der kurzen Überfahrt gerade geschafft,  mal an Deck zu gehen.  Ursprünglich war heute der Plan,  nach Kopenhagen zu fahren und die Stadt noch zu besichtigen. 

Allerdings waren wir beide schon platt von der Fahrt,  so dass wir beschlossen haben,  Helsingør anzuschauen.  Was wir nicht bedacht haben war,  dass heute hier Nationalfeiertag ist und die ganze Stadt aus einer großen Veranstaltung bestand.  Die Parkplatzsuche mussten wir irgendwann aufgeben,  da der größte Parkplatz zum Veranstaltungsgelände umfunktioniert wurde.  Also sind wir weiter gefahren.  Am Meer haben wir einen Parkplatz gefunden und uns etwas zu Essen gemacht.  Die hiesigen Restaurants saßen so voll,  dass wir darauf keinen Bock hatten. 

Anschließend ging es noch 2 Stunden durch heftigen Regen nach Maribo auf den Campingplatz,  auf dem wir vor 3 Wochen unsere Tour begonnen haben.  Dieser hatte sich mittlerweile gut gefüllt,  war aber von voll weit entfernt. 

Morgen geht es dann nach Hause.

2026 Norwegen

Zurück nach Schweden

Letzte Nacht hat es mal wieder geschüttet ohne Ende und auf unser Dach getrommelt.  Heute früh war der Spuk Gott sei Dank erstmal vorbei.  Auf der Straße wurden umgestürzte Bäume weggeräumt und für uns ging es weiter.  Ca.  100 km vor Oslo haben wir einen wahren Geschwindigkeitsrausch gekriegt.  Eine 2 spurige Autobahn auf der man 110 kmh fahren durfte.  Das hat Spaß gemacht und man kam auch mal wieder voran.  Vor Oslo wurde der Himmel wieder dunkel.  Als die Straße 3spurig wurde,  haben sich die Schleusen richtig geöffnet.  Man konnte kaum noch etwas erkennen,  was echt grenzwertig war.  Ein goldenes M Zeichen hat uns gerettet und wir haben eine Pause gemacht und etwas gegessen.  Irgendwann hat das Unwetter nachgelassen und wir sind weiter gefahren.  Oslo bei dem Wetter zu besuchen hat für uns keinen Sinn gemacht.  Die Straßen waren heute echt richtig voll. Als wir letztes Mal hier vorbei gekommen sind,  da war Nationalfeiertag und keiner unterwegs. 

Einige Zeit später kam die Grenze nach Schweden und wir haben überlegt,  was wir tun.  Das auswärtige Amt hat aktuell eine Reisewarnung für die vor uns liegende Strecke herausgegeben.  Entlang der E6 soll es zwischen Göteborg und Malmö vermehrt zu Überfällen auf Womos kommen.  Vor allem nachts wird eingebrochen und ausgeraubt,  auch auf Campingplätzen. Also haben wir beschlossen,  nördlich von Göteborg einen Campingplatz etwas abseits der E6 heraus zu suchen und dort zu übernachten.  Dann können wir morgen die kritische Strecke einfach durchfahren.  Dort angekommen,  haben wir unseren Augen nicht getraut.  Hier waren wir auf unserer Schwedentour vor ein paar Jahren schon mal.  Genau auf dem gleichen Platz.  Wir hätten keinen Plan gehabt,  wie das hier hieß und sind trotzdem wieder hier gelandet.  Zufälle gibt es…

Nachdem wir Norwegen verlassen haben,  geht der Blick zurück.  Was für ein großartiges Land. Anders in vieler Hinsicht.  Wenn man überlegt,  wie schnell man durch Deutschland fahren kann und wie langsam man hier voran kommt. Sei es aufgrund der Entfernungen,  der Geschwindigkeitsbegrenzungen,  aber auch der Straßenführung.  Wenn da ein Fjord ist,  fährt man halt einmal drum herum. Wie einsam einfach so viele Leute leben,  die nächsten Nachbarn Kilometer entfernt.  Dafür muss man geboren sein. Dabei sind die Leute total offen und redsam.  Wir sind ein paarmal angesprochen worden und das hat immer gleich Gespräche ergeben.

Unendlich viele Brücken haben wir überquert und beim 100. Tunnel habe ich aufgehört zu zählen. Dabei ist es unterwegs schlicht unmöglich,  Radio zu hören.  Es gibt keine Sender,  die man einfangen kann.  Dafür hat irgendwie jeder Norweger unterwegs Kopfhörer auf und hört online alles mögliche.  Das haben wir dann auch gemacht und hatten in allen abgelegenen Regionen immer bestes Internet. Auch die Preise hier sind echt heftig.  2x Burger mit Getränk kosten schlappe 60 Euro.  Für ein Bier werden teilweise 15 Euro im Restaurant aufgerufen.  Die Campingplätze lagen meistens um die 40 Euro ohne Strom.  Die kleinen Miethütten auf den Campingplätzen haben schnell 150 Euro aufwärts gekostet.  Und die waren sehr einfach.  Die Leute scheinen hier aber auch entsprechend zu verdienen,  sonst würde das System nicht hinhauen.  Denn die Restaurants sitzen voll  und die Leute trinken Bier.  Gefühlt neben jedem 5. Haus stehen riesige Wohnmobile, in denen die Norweger ihr Land selber bereisen. Während in Deutschland die Kastenwagen im Trend liegen,  fahren die Norweger die ganz großen Modelle. Dabei rechnen sich die Kosten für die Maut auch ganz schön. Da wir unter 3,5 Tonnen liegen,  zahlen wir nur die Beiträge für die Autos.  Die großen Mobile kosten teilweise die 3fache Summe. Dass der bezahlt,  der es nutzt,  ist richtig.  Was wiederum auch echt fair ist,  sind die Kosten für die Fähren, die man oft ja nicht vermeiden kann.  Wir haben über Autopass einen Vertrag für ein Bonussystem abgeschlossen und mussten knapp 200 Euro dorthin überweisen. Da wir in Vorkasse getreten sind,  haben wir bei den Fähren nur 50 % des Preises gezahlt.  Die Zahlung erfolgt über das Scannen des Kennzeichens. Nach der Tour haben wir noch knapp 75 Euro Guthaben,  das wir jetzt zurück fordern können.  Dafür,  dass keiner die Beiträge mühsam einfordern muss, Nachlässe zu geben,  ist echt ein Deal. 

2026 Norwegen

Trondheim

Wie schnell sich doch Meinungen ändern können.  Wir hatten ja beschlossen,  Trondheim nicht zu besuchen.  Gestern Abend haben wir ca.  1 Stunde nördlich der Stadt übernachtet und ich habe doch nochmal nach nem Parkplatz gesucht.  Und einen direkt an der Festung gefunden.  Den haben wir dann heute problemlos angesteuert,  nachdem wir durch gefühlte 60 km Baustelle gefahren sind.  Die Zufahrtsstraße war richtig breit und auf dem Platz alles leer, wie cool. Allerdings haben wir dann erstmal mit dem Parkautomaten bzw. der App gekämpft.  Der Automat hat zwar ein Gratisticket für eine Stunde ausgespuckt,  aber das war uns zu kurz.  Die deutsche Apcoa App hat hier nicht funktioniert.  Erst die norwegische Version hat dann geklappt.  900 m bergab standen wir dann schon an der alten Stadtbrücke und sogar die Sonne hat sich gezeigt.

Die Brücke  führt über die Nidelva und von ihr aus sieht man die berühmten Holzhäuser. 

Da wir uns farblich heute irgendwie passend zu den Häusern gekleidet haben,  mussten wir erstmal ein Selfie machen. 

Trondheim ist nach Oslo und Bergen die 3.  größte Stadt Norwegens.  Und wenn man auf der E6 um die Stadt den Verkehr und außerhalb die Industrie und Einkaufsmärkte sieht,  glaubt man das auch.  Im Stadtkern ist es sehr ruhig mit wenig Verkehr.  Trotzdem ist es nicht ausgestorben.  Viele Leute sind zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs.  Es gibt sogar einen Fahrradlift, der aber wegen Bauarbeiten außer Betrieb war. 

Ein paar Meter hinter der Brücke findet sich der Nidarosdom.

Hier waren einige Touristen,  vor allem Amerikaner unterwegs. Der Marktplatz war riesig, allerdings war die bunte Mischung aus Gebäuden so semischön. Einige Gebäude waren aus den 60er Jahren,  während andere in schöner Holzoptik erstrahlten.

Am Wasser entlang sind wir zurück geschlendert.

Als wir bergauf zurück zur Festung gelaufen sind,  hat es angefangen zu regnen.  Wir haben es perfekt abgepasst.

Andi wollte die Parkapp stoppen und bezahlen,  womit das Chaos los ging.  Ich bin weiter gefahren und er hat über eine Stunde probiert,  online das Ticket zu zahlen.  Weder Kreditkarte noch PayPal haben funktioniert.  Letztendlich hat er an den Betreiber geschrieben in der Hoffnung,  dass jetzt keine teure Mahnung kommt…

Weiter gen Süden sind wir dieses mal auf die E3 abgebogen,  die östlich von Lillehammer entlang nach Oslo führt.  Auch hier waren die meiste Zeit 80 kmh Höchstgeschwindigkeit angesagt und wir sind langsam durch die Berge voran gekommen. 

Riesige Wälder haben unseren Weg begleitet.  Je nach Höhe entweder Tannen oder Birken.  In Koppang haben wir die heutige Strecke auf einem Campingplatz mitten im Wald beendet.  Ob wir hier wohl einen Elch sehen???

2026 Norwegen

An den Formofossen vorbei nach Levanger

Leider war der blaue Himmel heute früh verschwunden. Letzte Nacht sah es noch traumhaft aus. 

Wir sind zurück auf die E6 und gen Süden gefahren.  Gestern Abend haben wir lange überlegt,  ob unser nächstes Ziel Trondheim heißt.  Allerdings gibt es in der Stadt kaum Parkplätze.  Es gibt zwei Stellplätze, die allerdings direkt an den Bahngleisen liegen und an sich schon sehr laut sind.  Seit einigen Tagen liest man zudem noch,  dass abends ab 22.00 Uhr Gleisbauarbeiten statt finden und an Schlaf nicht zu denken ist.  Daher haben wir beschlossen,  dass wir keine Stadt besuchen wollen,  die es ihren Besuchern so schwer macht…

Wir mussten durch einen 9 km langen Tunnel,  in dem Arbeiten an der Belüftung stattgefunden haben.  Nach einer Wartezeit von 15 Minuten hat uns ein Leitfahrzeug mit 20 kmh durch den Tunnel geführt.  Was ein Job,  den ganzen Tag in der Geschwindigkeit Autokolonnen durch nen Tunnel zu geleiten…. Kurz danach war die Straße wieder gesperrt und alle Fahrzeuge aus beiden Richtungen mussten sich durch diese Unterführung quetschen.  Für die dicken LKWs echt eine Herausforderung.

Eine braune Ausschilderung auf Sehenswürdigkeiten hat auf die Formofossen hingewiesen und da unser norwegisch gerade so weit reicht,  dass das Wasserfall heißt,  sind wir abgebogen. Und wir wurden nicht enttäuscht.  Tosende Wassermassen sind ins Tal gerauscht. 

Ein kleiner Pfad hat ans Ufer und eine Treppe sogar noch auf Felsen geführt,  so dass man es noch besser erkennen konnte. 

Und das schöne: keine Touristenmassen. Ein anderes Pärchen hat noch gepicknickt und das wars. 

Die Route hat an einen See geführt,  an dem wir vor einigen Tagen schon mal übernachtet haben. Es war windstill und die Berge und der Himmel haben sich wieder im Wasser gespiegelt.

Direkt am Ufer war eine Minitankstelle, an der wir für umgerechnet 1,66 Euro getankt haben. Die anderen Tankstellen rufen teilweise über 2 Euro auf,  daher ein echtes Schnäppchen.

Außerdem waren auch Schnelllader für die vielen E-Autos,  die es hier gibt.  Über den Begriff „Hurtiglader“ mussten wir herzhaft lachen. 

In Levanger sind wir auf den Campingplatz,  der jetzt kein Highlight war.  Aber in der Nähe gab es Geschäfte,  so dass wir zu Fuß noch einkaufen konnten.  Unter anderem brauchten wir neues Brot. Gefühlt gibt es in ganz Norwegen in jedem Supermarkt die gleichen Brote,  Teilchen und Brötchen. 

Alle haben die gleichen Zuckerstreifen in den ganzen Supermärkten, egal welcher Marke. Nichts anderes.  Tiefgekühlt kann man sie dann auch gleich kaufen.  Da waren die teuren Zimtschnecken auf den Lofoten echt etwas besonderes. 

2026 Norwegen

Über den Nordland Nationalpark und Polarkreis

Heute sind wir auf der E6 weiter gen Süden gefahren.  Wobei wir nicht wirklich voran gekommen sind. 

Die Gegend wäre auch mal wieder als Panoramastraße durchgegangen.  Wir haben ständig gestoppt und Andi ist mehrfach Drohne geflogen. 

Die Berge haben alle geglänzt, da die Sonne den Schnee geschmolzen hat und dieser über die Felsen gelaufen ist und in der Sonne geschimmert hat. Überall waren kleine Seen mit Sandstränden.

Dieses Land ist einfach so wunderschön.  Es gab noch nicht eine Strecke,  wo wir dachten,  dass es langweilig ist.  Allerdings ist man hier auch echt lange unterwegs.  Wenn man immer 80 kmh fahren könnte,  wäre es toll. 

Es gibt einige Baustellen,  an denen man immer mal schnell 10-15 Minuten warten muss. An einer Stelle sind vom Berg Felsen auf die Fahrbahn  gefallen,  so dass die Straße immer mal für ne halbe Stunde gesperrt war.  Auch die Fähren sind toll,  kosten aber Zeit.  Wer hier schnell voran kommen will,  ist fehl am Platz. Es bringt einem aber auch bei,  dass nicht immer alles so geht wie man das selber will. 

Am Parkzentrum vom Nordland Nationalpark haben wir eine Mittagspause gemacht,  bevor es auf die Strecke ging,  die wir letzte Woche so schnell durchfahren haben,  da wir zur Fähre auf die Lofoten wollten. 

Über viele Kilometer steigt die Straße in Richtung Polarkreis an. Wo vor 10 Tagen noch alles voller Schnee war,  war jetzt fast gar nichts mehr.  Dafür war der Fluss,  der parallel zur Straße verläuft,  sehr gut gefüllt.  An ein paar Stellen konnte man halten und an den Fluss laufen. 

Auch ein paar Hängebrücken haben über das Wasser geführt.

Normalerweise macht mir so etwas gar nichts aus,  aber die waren schon krass.  

Man durfte nicht nach unten schauen,  da wirklich das reißende Wasser unter einem durch gerauscht ist. Ich habe erstmal alle Taschen zugemacht,  da ich schon den Autoschlüssel im Wasser gesehen habe. 

Da hier der Schnee ganz frisch weg war,  waren die Bäume alle noch kahl. Der Boden war total nass und morastig.

Weiter ging es wieder am Polarkreis vorbei und dann Kilometerlang bergab.

Die schneebedeckten Berge haben uns begleitet,  bis wir den Ort Mo I Rana erreicht haben. 

Ein paar Kilometer weiter sind wir dann auf einen kleinen Campingplatz,  der direkt am Fjord liegt. Es waren unglaubliche 20 Grad,  so warm wie im gesamten Urlaub noch nicht. 

Wir haben es uns gemütlich gemacht und die Sonne genossen.