2022 Balkan · Albanien · Bosnien-Herzegowina · Griechenland · Kroatien · Montenegro · Nordmazedonien · Slowenien

8 Wochen Balkan 2022

Wir sind wieder zuhause – 8 Wochen sind vorbei. Die Heimreise heute war schon ziemlich krass. So viele Autos haben wir lange nicht mehr gesehen, geschweige denn im Stau gestanden. Die einzigen Staus in den letzten Wochen waren mal vor einem Grenzübergang. Wir haben insgesamt 8 andere Länder besucht und sind 6.057 km gefahren.

Uns hat die Reise super gut gefallen. Wir sind total froh, dass wir uns im Mai in Kroatien so viel Zeit gelassen haben, als alles noch leer war und wir nicht die Massen erleben mussten. Für uns ist der Frühling und Herbst auf jeden Fall die richtige Reisezeit, auf keinen Fall der Sommer. Hilfreich war auch, dass ich vorher die Karte mit den Sehenswürdigkeiten erstellt habe, denn so die ersten 2-3 Wochen hatte ich die Punkte noch im Kopf, aber alles merken geht nicht. Und diese Karte hat uns immer zu den nächsten Punkten geführt, was echt gut war. Was aber das Tollste war, war die Tatsache, dass wir uns bis auf die letzte Woche nie stressen mussten, wieviel Zeit wir so zur Verfügung haben. Wir hatten immer mal das Gefühl, dass wir wo kürzer oder länger bleiben wollen und haben das dann auch genau so gemacht. Wir haben die komplette Zeit keinen Wecker gestellt und auch kein Fernsehen oder Nachrichten geschaut. Und wir haben all das auch nicht vermisst. Unsere paar Quadratmeter haben uns voll gereicht, natürlich waren wir aber auch sehr viel draußen. Und für alle, die uns vor der Reise gefragt haben, wie wir zu Zeiten des Ukrainekriegs in solche Länder fahren können – wir haben davon dort überhaupt nichts mitbekommen und uns zu keinem Zeitpunkt irgendwie komisch gefühlt. Die Menschen waren alle total nett und freundlich. Auch Corona hat keine Rolle gespielt, denn in den Ländern waren die Inzidenzen sehr niedrig, teilweise unter 10. Und da wir eh nur draußen waren, war es echt auch Urlaub von dem Virus. Nur wenn wir in Supermärkte gegangen sind, haben wir von uns aus die Maske getragen. Meistens waren wir aber die einzigen. Unterwegs haben wir immer wieder Leute getroffen, die uns um die Auszeit beneidet haben. Wir müssen rückblickend sagen, dass wir eigentlich erst die letzten 2 Wochen so richtig abgeschaltet haben und dass es ein Anfang zur Erholung war. Wir sind aber auch beide froh, dass wir jetzt nochmal eine Woche daheim haben. So können wir unsere Familien und Freunde wieder treffen, unsere Autos haben noch die Winterreifen drauf, das Womo will wieder sauber gemacht werden, der Garten wartet, die Kirschen wollen geerntet werden und und und…

Und wie heißt es so schön? Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub!!!

2022 Balkan · Albanien

Albanien – Fazit 2022

Albanien ist ein wunderschönes, abwechslungsreiches Land. Tolle Küsten, wunderschöne Berge und total interessante Ortschaften wechseln sich ab. Wir haben uns total wohl gefühlt, die Leute waren sehr nett und freundlich. Als Reiseland scheint es bei den Individualtouristen eher gefragt zu sein, als bei Pauschaltouristen. Ich hatte ein bisschen das Vorurteil, dass das Land total vermüllt ist. Ja, es gibt auch durchaus Stellen, die voller Müll sind, aber im Großen und Ganzen sind sie sich des Problems bewußt. Zumindest an den Ecken, wo Tourismus statt findet, war alles sauber. Auch die Grundstücke der Leute waren total gepflegt, was ich so auch nicht erwartet hätte. Die Leute leben vor allem auf dem Land noch viel von der Landwirtschaft. Man sieht sehr viele unterschiedlich bepflanzte Felder, die auch noch sehr viel per Hand bearbeitet werden. Die Erträge werden dann am Straßenrand an einfachen Ständen verkauft. Vor allem bei der älteren Bevölkerung merkt man, dass sie nie zur Schule gegangen sind und viele Analphabeten sind. Sie haben keinen Führerschein und fahren Rad. Die Jüngeren dagegen sprechen oft englisch und sind in Jobs, die bei uns meistens Frauen machen, z. B. in der Gastronomie. Frauen dagegen begegnet man kaum in Jobs. Was auf jeden Fall noch verbesserungswürdig ist, sind die Straßen. Aber auch da sind die dran. Für uns war Albanien auf jeden Fall eine Reise wert!!! – Fazit 2022: ⭐⭐⭐⭐⭐

2022 Balkan · Albanien · Kroatien · Montenegro

Drei-Länder-Tag

Heute früh sind wir aus dem tollen Tal wieder zurück zum Skutarisee gefahren. An dessen Ufer ging es dann an die Grenze nach Montenegro.

Unser Fazit zu Albanien findet ihr in einem Extra-Beitrag: Albanien – Fazit 2022.

Zurück in Montenegro ging es entlang des Skutarisees wieder an die Küste, wo wir uns in Tivat den Porto Montenegro angeschaut haben. Hier ist auf altem Industriehafengelände eine richtige schicki micki Gegend entstanden.

Im Hafen liegen riesige Luxusyachten, der Flughafen ist direkt nebenan. Schicke Hotels und die günstigen Läden wie Dior wechseln sich ab. Porto Montenegro möchte gerne ein 2. Monaco werden.

Wir sind weiter gefahren und wollten direkt an der Bucht von Kotor auf einen Campingplatz. Die Zufahrt war leider keine gute Idee, da es super eng war und Gegenverkehr ständig kam. Und so haben wir 2 km vor dem Ziel umgekehrt und sind direkt auf die Fähre gefahren, die die Bucht abkürzt.

Am anderen Ufer angekommen, sind wir direkt zur Grenze nach Kroatien und sind so in das 3. Land des Tages gefahren. Es war echt schon spät und wir richtig platt. Und so haben wir den nächsten Campingplatz ausgesucht, der in Molunat liegt. Wir sind durch Zufall in einer total idyllischen Bucht gelandet. Auf einer Terrasse haben wir ein Radler und etwas zu Essen genossen.

2022 Balkan · Albanien

Weiter in die Berge

Heute früh haben wir wieder mal überlegt,  was wir machen.  Noch einen Tag bleiben oder in die Berge direkt hinter uns fahren.  Hinter uns heißt, in die Richtung des Nationalparks Theth zu fahren.  Bis Ende des letzten Jahres hätten wir uns die Gedanken gar nicht machen brauchen,  da die Straße auf ca.  50 km geschottert war und nur für 4×4 Fahrzeuge empfohlen wurde.  Man fährt über einen engen Pass auf fast 1700m. Seit Ende des letzten Jahres ist die Straße durchgängig geteert und so haben wir beschlossen,  mal in das Tal hinein zu fahren und ggf. umzukehren.  Die Straße war tatsächlich recht neu,  aber halt auch nur einspurig.

Es war nicht viel los,  aber es gab durchaus immer mal wieder Gegenverkehr.  Und so sind wir bis zu dem Bergdorf  Boge vor dem Pass gefahren und haben dort einen kleinen Campingplatz mit traumhaftem Blick in die Berge gefunden.  Hier war kaum was los,  aber es war ja auch noch früh am Tag.  Und das beste war: wir hatten fast etwas Gänsehaut, denn es waren nur 22 Grad. So kühl haben wir es länger nicht gehabt. 

Wir haben beschlossen,  nicht weiter zu fahren, denn vor uns lagen unzählige schmale Serpentinen,  von denen wir im Urlaub gefühlt schon genug gefahren sind. Am späten Nachmittag habe ich Andi gefragt,  ob er Lust hat, noch ein bisschen Rad zu fahren.  Hatte er nicht und hat mich gefragt,   wo ich denn hin will.  Ich habe vorgeschlagen,  noch etwas in das Tal zu radeln,  aber garantiert nicht zum Pass hoch. 

Kleiner Spoiler, wir sind auf 11 Kilometern die 800 Höhenmeter natürlich bis auf den Pass hoch gefahren.

Wer mir das vorher gesagt hätte,  den hätte ich für bescheuert erklärt.  Los ging es total harmlos und mit immer tollen Blicken haben wir uns irgendwie immer höher gearbeitet.  Und dann waren es nur noch 3 Kilometer bis zum Pass und der Ehrgeiz hat uns gepackt.  Und es hat sich echt gelohnt. 

Man konnte auf der anderen Seite ins andere Tal schauen und hat die volle Bergwelt genießen können.  Die Gipfel waren noch schneebedeckt und es war ein traumhaftes Panorama. 

Kein Wunder,  dass wir unterwegs einige Baustellen für Ferienhäuser gesehen haben und die Leute von der geteerten Straße profitieren wollen und werden.  Was momentan noch ein kleiner Geheimtipp ist,  wird es in den nächsten Jahren nicht mehr sein.  Traumhafte Landschaft leicht zugänglich,  das wird Massen anziehen.  Ob das gut für das Tal ist, wird sich heraus stellen.  Bin gespannt,  wann die ersten großen Busse hier lang fahren.  Wir sind froh,  dass wir mit den Rädern und nicht mit dem Camper gefahren sind. 

Was auch krass war,  waren die ganzen kaputten Leitplanken.  Wir haben vermutet, dass sie durch die Schneemassen im Winter kaputt gegangen sind, was uns der Campingplatz Betreiber später bestätigt hat.  Und was noch krasser war, war die Tatsache, dass wir vor Kälte geschlottert haben, als wir wieder unten waren. Man hat echt ordentlich die Höhe und den Gegenwind gemerkt. Wir waren froh, dass wir ein paar Jacken dabei hatten. Wir haben uns bei den letzten Campingplätzen ebenfalls gefragt, warum immer große Tore vor den Plätzen waren, die den Platz abgrenzen. Spätestens seit heute haben wir die Antwort, denn seit wir hier sind, versucht ein Schaf mit lautem Mähen, hier auf den Platz zu kommen. Wir schmeißen uns weg vor Lachen, aber ob Schafe nachts auch schlafen!? Wir hoffen es…

2022 Balkan · Albanien

Weiter zum Skutarisee

Als wir heute früh den tollen Platz verlassen haben, haben wir der Vermieterin noch selbst gemachten Raki und Rotwein aus eigenem Garten und Produktion abgekauft. Die Frau war wirklich sowas von herzlich, echt toll. Dann ging es zurück auf die Piste in Richtung Durres. Die Hafenstadt am Meer haben wir nur durchfahren. Hier herrschte deutlich mehr Trubel. Unterwegs haben wir viel Landwirtschaft wahr genommen, hier hat Industrie die tragende Rolle gespielt. Uns ist in den letzten Tagen immer wieder aufgefallen, dass Leute an ihre Häuser große Plüschtiere hängen. Wir konnten uns zuerst keinen Reim darauf machen. Jetzt haben wir heraus gefunden, dass dies die bösen Blicke abwehren soll. Unser Ziel war für heute ein sehr gut bewerteter Campingplatz am Skutarisee, der von der Stadt Shkodra hier in Albanien seinen Namen hat. Er ist – neben dem Gardasee – der größte See Europas. Vor ca. 2 Wochen waren wir in Montenegro am nördlichen Ende, jetzt wollten wir ihn im Süden besuchen. Und so sind wir durch die Stadt Shkodra in den Norden gefahren.

Direkt am See liegt der Campingplatz, rings herum war nicht wirklich was. Ich habe mich bis wir auf dem Platz waren gefragt, wo er denn sein soll. Und er ist wirklich schön. Auf weiten gepflegten Wiesen gibt es viele schattige Plätzchen, wo wir uns eins ausgesucht haben. Im Restaurant haben wir dann die albanische vegetarische Küche probiert und den Rest des Tages bei der Wärme ausgeruht.

Und dann konnten wir mal wieder einen richtig schönen Sonnenuntergang genießen!!!