2025 Osteuropa · Rumänien

Weiter in die Berge

Letzte Nacht haben wir ja direkt in der City in einem Hinterhof geschlafen und bei der Wetter App hat er immer angezeigt,  dass wir in Sektor 4 sind.  Hat irgendwie an die Tribute von Panem erinnert… Wir haben es in der Nacht irgendwie geschafft,  das Womo von 42 auf 22 Grad herunter zu kühlen und die Augen zu zu bekommen.  Wenn man überlegt,  dass wir nur genau eine Häuserzeile hinter dem gestrigen Spektakel stehen,  war es doch sehr ruhig.  Am lautesten waren unsere Ventilatoren im Dach, aber ohne die wären wir erstickt… Da wir ja keinen externen Strom hatten,  sondern nur unsere Batterie,  waren wir heute morgen erstaunt,  dass sie trotz Ventilatoren die ganze Nacht noch zur Hälfte voll war.  Nach dem Frühstück haben wir die Stadt verlassen und sind in Richtung der Berge gefahren.  Noch so ein heißen Tag in der Stadt wäre heftig geworden. Da Bukarest die 6.  größte Stadt in Europa ist,  ging es noch einige Kilometer durch die Stadt bevor wir wieder auf die Autobahn gekommen sind. 

Durch weiter flaches Land ging es gen Westen.  An einer Autobahnraststätte sind wir unser Abwasser los geworden und es war heftig,  bei über 30 Grad auszusteigen.  Je näher wir den Bergen gekommen sind,  umso mehr hat sich der Himmel verdunkelt,  aber es wurde auch wieder erträglicher von den Temperaturen. Unser nächstes Ziel ist die Passstraße Transfaragasan.  Da heute aber noch Feiertag ist,  haben wir beschlossen,  auf einem Campingplatz unterhalb der Straße heute mal die Zeit zum Putzen und Chillen zu nutzen. Wir haben kurz vor Ankunft noch getankt und eingekauft.

Als wir angekommen sind,  waren es nur noch 25 Grad und es ging ein angenehmes Lüftchen.  Wir haben Wäsche gewaschen,  dass Womo mal wieder gesäubert und lecker gegrillt.  Und morgen früh starten wir auf die Passstraße.

2025 Osteuropa · Bulgarien · Rumänien

Bukarest

Heute früh haben wir einen kleinen Abstecher nach Bulgarien gemacht. Einmal,  um günstiger zu Tanken und um mal in dem Land gewesen zu sein.  Von Rumänien nach Bulgarien hat sich keiner für uns interessiert.  Wir haben für 1,20 Euro getankt,  waren nochmal kurz am Meer und wollten dann zurück. 

Und da wurden wir angehalten,  unsere Ausweise und Fahrzeugpapiere wurden verlangt und geprüft. Nach wenigen Minuten kam der Beamte zurück,  gab uns unsere Papiere und hat “ Auf Wiedersehen“ auf Deutsch gesagt. 

Für uns ging es auf die Autobahn in Richtung Bukarest. Da heute Sonntag ist,  waren sehr wenige LKWs unterwegs und es ließ sich super fahren.  Die Landschaft war flach und es hätte sich nicht gelohnt,  die langsameren Landstraßen zu fahren. 

In knapp 3 Stunden waren wir in Bukarest und haben direkt das größte Gebäude Europas,  das 2. größte Verwaltungsgebäude der Welt angesteuert,  den Parlamentspalast. Er wurde in 1984 begonnen zu bauen im Auftrag des Diktators Ceaucesco. Für den Bau wurden große Teile der historischen Altstadt abgerissen und tausende Menschen umgesiedelt.  Nach der Revolution wurde der Bau 1997 vollendet und beherbergt heute unter anderem das Parlament und mehrere Museen.

Nicht weit von dem Palast entfernt gibt es einen bewachten Parkplatz,  auf dem man übernachten kann.  Wahrscheinlich auch weil Sonntag war,  war hier nicht viel los und wir haben bei 32 Grad einen Platz halbwegs unter einem Baum gefunden. 

Da sich das Womo trotzdem recht schnell aufgeheizt hat,  sind wir direkt in die angrenzende Altstadt gelaufen und haben dabei jedes schattige Plätzchen gesucht.  Und die Altstadt hier ist speziell.  Alte,  sehr coole Gebäude. 

Unten meistens Restaurants,  oben leider oft leer. Wenn man sich aber überlegt,  dass Ceaucesco erst in 1989 gestürzt wurde und das Land sich erstmal von der Diktatur erholen musste,  ist es kein Wunder, dass es auch einige Jahre dauert,  so eine Stadt wieder aufzubauen. 

Dem Land ging es damals überhaupt nicht gut,  die Wirtschaft war am Ende.  Jahrelang war es Vorschrift, pro Familie  5 Kinder zu zeugen, die dann massenhaft in Kinderheimen gelandet sind,  weil die Familien sie nicht ernähren konnten. Die Einwohnerzahl sollte damals von 19 Mio auf 30 Mio gesteigert werden. Effekt war aber,  dass die Armut und Kriminalität gestiegen ist.

Und wenn man überlegt,  dass das Einkommen hier so gering ist,  ist es wahrscheinlich günstiger,  solche riesigen Häuser leer stehen zu lassen, statt nicht zu wissen,  wie man sie unterhalten soll. 

Wir sind kreuz und quer durch die Altstadt gelaufen,  bis wir uns in ein klimatisiertes Einkaufszentrum begeben haben,  um uns etwas abzukühlen. Vor dem Einkaufszentrum  sind die riesigen Brunnenanlagen, die am Wochenende abends eine Wassershow zeigen.  Und da heute Sonntag ist,  nehmen wir die natürlich später mit.

Die Prachtstraße entlang sind wir dann zu dem riesigen Palast gelaufen.  Je näher wir ihm gekommen sind,  umso weniger war los.  Auf dem Platz vor dem Palast wurde eine Bühne abgebaut.  Wahrscheinlich war dort gestern ein Konzert.

Aufgrund der Hitze haben wir das Gebäude nicht umrundet,  sondern sind in einen Biergarten, haben uns ein schattiges Plätzchen gesucht und etwas gegessen.   

Zurück am Parkplatz waren im Womo 42,8 Grad.  Wir waren froh,  den Ventilator dabei zu haben und haben versucht,  das Womo etwas herunter zu kühlen.  Andi ist noch in ein Geschäft gelaufen,  während ich am Womo geblieben bin.  Dabei kam ein Bettler an den Zaun des Parkplatzes und hat Beeren von einem Busch durch den Zaun  gepflückt und gegessen. Schon erschreckend.

Gegen 21 Uhr sind wir die wenigen Meter zur Prachtstraße gelaufen, um die Wasserspiele zu sehen. Über 1,4 km wurden die in den 1980er Jahren gebauten Brunnen renoviert und bieten jetzt im 6. Jahr im Sommer die Inszenierung. Und wir waren sehr erstaunt,  wie viele Menschen hier waren. Der große Kreisel,  um den heute Mittag noch der Verkehr lief,  war für Autos gesperrt und voller Menschen.

Um 21.30 Uhr hat das Spektakel begonnen und ganz ehrlich: das hier ist locker das Niveau von Singapur.

45 Minuten lang kamen alle möglichen internationalen und rumänischen Hits und das Wasser ist in Choreographie mal in die Höhe geschossen,  mal an die Seite gespritzt.

Wir waren total fasziniert. So etwas hatten wir nicht erwartet…

2025 Osteuropa · Rumänien

Entlang der Schwarzmeerküste gen Süden

Heute früh haben wir etwas schweren Herzens das Paradies verlassen.  Der Platz war komplett voll geworden,  denn auch die Rumänen haben langes Pfingstwochenende. Zum Abschluss hat sich nochmal die kleine Schildkröte gezeigt,  deren Kopf wir die letzten Tagen immer nur gesehen haben. 

Über tolle Straßen ging es durch schöne Landschaft,  links immer die Süßwasserseen, die noch zum Donaudelta gehören.  An einer alten verfallenen Burg haben wir gehalten und den Blick von oben genossen. 

Wir sind wieder einmal durch rosengesäumte Ortschaften gekommen,  so dass Andi beschlossen hat,  dass Rumänien das Land der Rosen ist.  Die Rosenbeete entlang der Straße gehören nicht mal zu den Grundstücken der dahinter wohnenden Leute und trotzdem ist alles bepflanzt und gepflegt.

Im Hintergrund konnte man das schwarze Meer erahnen,  denn es sind riesige Industrieanlagen aufgetaucht. 

Und dann kam ein Abschnitt bei Mamaia,  der uns nur geschockt hat.  Neubautürme ohne Ende, dahinter wahrscheinlich der Strand.  Alles war zugeparkt und vermutlich waren wir hier im „Urlaubsparadies“ der rumänischen Schwarzmeerküste angekommen. 

Eigentlich wollten wir hier irgendwo auf einen Campingplatz,  aber wir waren uns einig,  dass wir hierauf keinen Bock haben. Kurz dahinter haben wir im Stadtverkehr von Konstanza gesteckt und wir haben schnell beschlossen,  in Richtung der bulgarischen Grenze weiter zu fahren in der Hoffnung,  dass es dort ruhiger ist.  Die beiden Münchner waren in Vama Veche auf einem Platz und den haben wir angesteuert.  Dieser liegt zwar nicht direkt am Meer,  dafür ist er groß und es sind keine Hochhäuser um einen herum. Und so sind wir an dem Platz angekommen und sind zu Fuß an den Strand gelaufen. 

Und hier hat man bemerkt, dass langes Wochenende bei traumhaften Wetter ist.  Der Strand war gut gefüllt,  von Beach Bars hat die Musik gedröhnt und es war richtig cool. 

Wir sind den Strand entlang gelaufen und haben auf dem Rückweg einen Smoker vor einem Restaurant stehen sehen.  Nix wie rein und Pulled Pork bestellt. 

Es ist schon krass,  dass wir jetzt am Schwarzen Meer sind,  obwohl es gar nicht schwarz ist… Noch ca. 8 Stunden Fahrt und wir wären in Istanbul, das gerade südlich von uns liegt…… Noch mehr Zeit müsste man haben…

2025 Osteuropa · Rumänien

Bootstour ins Donaudelta

Um 7 Uhr sind wir heute früh auf eine 3stündige Bootstour ins Donaudelta gestartet.  Wir wurden am Campingplatz abgeholt und in den nahe gelegenen Hafen gebracht.  Dort sind wir in ein kleines Boot gestiegen und über unzählige Flussläufe und Seen gefahren.  Mal mit voll Speed, mal sehr gemächlich durch Ortschaften, die nur per Boot zu erreichen sind und mal durch dichtes Schilf,  um Vögel und Nester zu finden. 

Um die Uhrzeit waren wir das einzige Boot,  was einfach nur toll war.  Die Sonne stand noch recht niedrig und hat die Landschaft in ein schönes Licht getaucht.  Und dann haben wir die ersten Pelikane gesehen,  die auf einer Sandbank standen. 

Am Ufer standen unzählige Graureiher und Kormorane. Wir haben den See Isaccel erreicht,  wo eine große Gruppe Pelikane gemeinsam Fische gejagt hat. 

Sie waren dicht an dicht in einer Gruppe und haben gleichzeitig die Schnäbel ins Wasser und die Hintern in die Höhe gestreckt, was wir so noch nie gesehen haben. 

Unser Guide hat das Boot am Rande des Sees ins Schilf gesteuert und wir haben verschiedene Nester gesehen. 

Auf der anderen Seite vom Schilf sind wir in einem Meer von gelben Seerosen heraus gekommen.  Auf den Blättern saßen überall Frösche und Schnecken.  

Der nächste See war  voller weißer Seerosen, die fast noch schöner aussahen,  da sie deutlich größere Blüten hatten.

Durch das Schilf ging es zurück in den ersten See, wo mittlerweile mehr Boote lagen. Die Touren unterscheiden sich wohl immer je nach Wasserstand.  Da es die letzten Wochen so viel geregnet hat,  ist dieser sehr hoch und bietet daher mehr Möglichkeiten.  Außerdem hatten wir heute wohl sehr viel Glück,  dass wir so viele Pelikane gesehen haben.  Auf manchen Touren bzw. an manchen Tagen finden sich wohl gar keine.

Zurück im Hafen standen mal wieder mehrere Schulklassen an Land und haben gewartet, in Boote verladen zu werden und eine Tour zu machen. 

Zurück am Campingplatz haben wir uns aufs Frühstück gefreut und den restlichen Tag gechillt. Vor allem der Pool war eine Wohltat und bei den Temperaturen herrlich erfrischend.

Andi ist noch eine Runde geflogen und zu Abend haben wir mit dem beiden Münchnern gegessen,  mit denen wir heute früh die Tour gemacht haben. 

Und dann kam heute noch die tolle Nachricht,  dass die beiden Bergpässe,  die wir so gerne fahren wollen,  seit heute geöffnet haben.  Daher geht es für uns morgen ans Schwarze Meer und dann über Bukarest weiter in die Berge. 

2025 Osteuropa · Rumänien

Weiter ins Donaudelta

Heute früh haben wir dann doch aus unterschiedlichen Gründen das Auenland verlassen, obwohl wir eigentlich noch einen Tag bleiben wollten.  Aber wir mussten Abwasser los werden,  haben komische Nachbarn bekommen und uns überlegt,  dass es bestimmt bei unserem nächsten Ziel besser ist,  an einem Donnerstag statt Freitag anzureisen. Und so haben wir zusammen gepackt und sind auf der Suche nach einer Ablassstation für unser Dreckwasser über die Holperstrecke zurück gefahren.  An einer Autowaschanlage sind wir dann unser Wasser losgeworden und weiter ging es.  Auf ca.  100 km haben wir kein Kaufland, Penny und Lidl mehr gesehen,  da es nur durch flaches Land ging.  Bei Braila kam dann wieder mehr Zivilisation und in einem Einkaufszentrum haben wir etwas zu Mittag gegessen.  Weiter ging es und die Strecke hat durch riesige Felder geführt.  Plötzlich hat uns das Navi mal wieder auf eine noch nicht geöffnete Autobahn führen wollen und wir haben wieder mal nach ner Alternativroute geschaut.  Vor uns ist eine riesige nagelneue Brücke aufgetaucht, die wohl demnächst Maut kosten soll und über die wir die Donau überquert haben. 

Vor genau 2 Wochen haben wir bei Bratislava an der Donau übernachtet und heute queren wir sie wieder. 

Die Felder wurden immer größer,  der Verkehr immer weniger und wir wurden uns bewusst,  dass wir nicht weit von der ukrainischen Grenze weg sind.  Schon irgendwie ein komisches Gefühl. 

Zweimal wurde uns in den letzten Tagen ein Campingplatz im Donaudelta empfohlen und den sind wir angefahren.  Und hier hat es sich als gut ausgewiesen,  dass wir heute schon gekommen sind.  Sie hatten noch genau einen Platz für 2 Tage frei und den haben wir genommen. 

Wir haben ein schattiges Plätzchen gefunden und gleich für morgen früh eine Bootstour gebucht.  

Direkt am Platz ist ein Steg,  von dem aus man schon das Tierreich erahnen kann.  Auf jeden Fall wird uns heute Nacht ein Froschkonzert geboten. Die Generalprobe haben wir jedenfalls schon erlebt.