2025 Osteuropa · Ungarn

Budapest

Die letzte Nacht auf dem vollen Campingplatz war echt ungewohnt.  So viele andere Camper haben wir auf keinem Platz in Rumänien gesehen.  Der Platz hier hat 40 Stellplätze und ist voller unterschiedlicher Nationalitäten. In Rumänien waren Rumänen mit Wohnwagen oder gemieteten Wohnmobilen und Deutsche mit Wohnmobilen unterwegs.  Sehr selten hat man mal einen Österreicher oder Schweizer getroffen.  Und die Plätze waren viel kleiner.  Meistens 10-15 Stellplätze,  auf denen oft noch sehr viel Platz war – herrlich.  Aber: wir sind hier mitten in der Stadt und Budapest hat nun mal einen anderen Bekanntheitsgrad als diverse rumänische Städte,  die auch wunderschön sind. Einerseits wünscht man den Besitzern der Campingplätze,  dass Rumänien bekannter wird und sie mehr Einnahmen generieren. Andererseits geht damit vielleicht der Charme der Einsamkeit und des noch nicht angekommenen Massentourismus verloren.  Wir sind froh,  dieses tolle Land abseits des Massentourismus kennengelernt zu haben.  Ein ausführliches Fazit kommt noch.

Aufgrund der Temperaturen hatten wir keinen Bock,  den ganzen Tag zu Fuß durch die Stadt zu laufen.  Daher haben wir die Räder raus geholt und sind über die Donau in die Altstadt am Berg gefahren.  Es war unglaublich,  wie viel hier los war. 

Ich glaube,  wir waren die einzigen,  die einen Fahrradhelm auf bzw dabei hatten und nicht für das perfekte Foto gestylt waren. Die Influencer haben darauf gewartet,  dass perfekte Foto machen zu können. Mehrere Busse standen unterhalb des Berges und die Touri-Gruppen sind hier oben ihren Reiseführern hinterher gelaufen. 

Mit unseren Rädern haben wir die Straßen hier oben abgefahren und sind dann aus dem Touristentrubel bergab geflüchtet. 

Über eine der Donaubrücken haben wir als nächstes Ziel die Margaret-Insel angesteuert,  eine Art Erholungsgebiet der Stadt.  Gleich am Anfang ist ein großer Brunnen,  in dem wir uns in 2012, als ich mit ein paar Mädels hier waren,  erfrischt  haben.  Der Brunnen wurde mittlerweile umgebaut und stündlich finden Fontänenshows zu unterschiedlichen Liedern statt.  Nicht zu vergleichen mit Bukarest,  trotzdem ganz nett. 

Vorbei am Budapest Schriftzug haben wir mit den Rädern die Insel erkundet,  die doch recht groß ist.  Hier gibt es Wald,  tolle Parkanlagen,  einen Rosengarten und verschiedene Restaurants.  Wir haben im Schatten eine Pause eingelegt und etwas gegessen. 

Anschließend sind wir weiter geradelt und haben viele Leute im Park Yoga machen oder Fußball spielen sehen.  Das Freibad war bei den Temperaturen über 30 Grad rappelvoll.

Über die Brücke ging es zurück in die Stadt und an ein paar Sehenswürdigkeiten vorbei.  Wir waren mittlerweile so voll mit Eindrücken, dass wir das alles kaum noch verarbeiten konnten. 

Die ganzen Reisegruppen haben gnadenlos ihr Programm abgezogen und sich mit Regenschirmen gegen die Sonne geschützt. 

Mittlerweile war es 17 Uhr und wir haben uns mit dem Fahrradnavi zurück navigieren lassen.  Dabei sind wir durch ganz tolle Straßen gekommen.  Man hat sich nicht wie in einer Großstadt gefühlt, da es echt ruhig war.  Und der ganze Weg wurde durch tolle Gebäude gesäumt,  die bewohnt waren und nicht leer standen wie es in Bukarest viel der Fall war. 

Der Abend bestand dann wieder aus Brainstorming,  wo wir die letzten Tage  unseres Urlaubs verbringen…

2025 Osteuropa · Ungarn

Auf Wiedersehen Rumänien

Gestern Abend haben wir Brainstorming gemacht,  wie unsere Reise weiter gehen soll.  Die Hauptziele in Rumänien haben wir gesehen.  Es ständen im Norden noch ein paar Kirchen an.  Deshalb aber 5-6 Stunden dorthin zu reisen,  macht für uns keinen Sinn.  Außerdem hatten wir uns vorgenommen,  nicht wieder auf der Heimfahrt 3 Tage am Stück nur zu fahren.  Und würden wir gerne nochmal irgendwo ein paar Tage am Stück bleiben,  da wir ja fast täglich den Platz gewechselt haben in den letzten 3 Wochen. Und so haben wir beschlossen, heute schweren Herzens das Land zu verlassen. 

Eigentlich hatten wir ursprünglich vor,  durch die Slowakei zurück zu fahren und dort noch einige Ziele anzusteuern.  Durch unsere Tage anfangs am Plattensee macht es für uns aber keinen Sinn,  durch das Land durch zu heizen.  Das wird wohl nochmal ein anderer Urlaub.  Wir haben daher einen Campingplatz in Budapest angefragt,  wohin es von hier aus ca 6 Stunden sind. Und so sind wir heute früh in Richtung Ungarn gestartet. Unser Navi wollte uns in mittlerweile gewohnter Manier mal wieder auf eine noch nicht eröffnete Autobahn führen und der Endeffekt war,  dass wir dadurch in der 2. größten Stadt Rumäniens in einem Stau gelandet sind…

In Oradea haben wir noch unser Leergut weg gebracht und unser restliches Geld im Supermarkt und an der Tankstelle ausgegeben und dann ging es über die Grenze.  In Ungarn muss man auch Maut zahlen und wir dachten,  wir holen uns eine Vignette an der Grenze.  Aber plötzlich waren wir in Ungarn auf einer nagelneuen Autobahn und da waren keine Stände,  die uns eine Vignette verkauft hätten.  Also haben wir am Standstreifen gehalten und uns online schnell eine Vignette gekauft.  Und ca 100 m weiter haben uns die Kameras erfasst und wir hätten eine Strafe bekommen.  Glück gehabt.

Die ersten Kilometer in Ungarn waren wir fast alleine auf der Autobahn.  Je mehr wir aber ins Land gekommen sind,  umso mehr hat der Verkehr zugenommen.  Und dann hat uns Andi mal wieder eiskalt durch den Großstadtverkehr von Budapest gelotst.  Unglaublich,  wie entspannt er dabei ist,  während ich am Beifahrersitz vor Aufregung sterbe. Bei knapp unter 30 Grad haben wir unseren Stellplatz mitten in der Stadt bezogen und uns erstmal ein bisschen ausgeruht.  Gott sei Dank ging ein angenehmer Wind,  so dass es noch auszuhalten war.  Nicht zu vergleichen mit dem aufgeheizten Beton letzte Woche in Bukarest. 

Am frühen Abend sind wir zur Donau gelaufen und entlang des Ufers in Richtung Innenstadt. 

Am Ufer standen überall Menschen in der Schlange und wir haben vermutet,  dass sie eine Bootstour machen wollen.  Wir haben überlegt, die Tour auf morgen zu verschieben,  bis wir einen Anleger ohne Schlange und mit Abfahrt 5 Minuten später gesehen haben.  Wir haben gezahlt,  sind auf ein recht leeres Schiff gekommen und haben die Tour auf der Donau total genossen.

Für einen ersten Überblick war das perfekt.  Ich war vor vielen Jahren schon mal hier und die Erinnerungen kamen wieder. 

Nach der Tour waren wir noch etwas essen und sind dann mit einem Bolt nach einem langen Tag zurück zum Campingplatz. 

2025 Osteuropa · Rumänien · Ungarn

Durch Ungarn nach Rumänien

Die Uferstraße hat uns heute früh endlose Kilometer entlang des Plattensees bis ans Ostufer gebracht.  Dann ging es auf Landstraßen nach Südosten in Richtung Rumänien.  Die Autobahn wäre zeitlich zwar schneller gewesen,  aber auch 70 km weiter und wir hätten eine Vignette für die eine Strecke gebraucht.  Außerdem fanden wir es mal interessant,  durch das Land und die Ortschaften zu fahren. 

Und nicht nur in der Urlaubsregion Plattensee hat das Land einen total gepflegten Eindruck gemacht. Neubauten hat man hier keine mehr gesehen,  aber auch keine direkte Armut. Dafür wieder überall Radwege,  die auch gut genutzt wurden.

Riesige Felder haben unseren Weg durch das flache Land gesäumt. In den Ortschaften saßen oft Störche auf den Straßenlampen und haben den Verkehr um sich herum beobachtet. 

Wohnmobile haben wir nach dem Plattensee keine mehr gesehen.  Die Straßen haben sich zwischen nagelneu und Hubbelpiste abgewechselt. Eine Strecke war so heftig,  dass unsere Polster von den Sitzen geflogen sind.

Irgendwann sind wir an die Grenze gekommen,  haben unsere Ausweise und die Versicherungskarte für das Womo bereit gelegt und kein Mensch wollte es sehen.  Die Grenzstationen waren da und wir sind durch gefahren.  Menschen haben wir keine gesehen.  Ganz schön unspektakulär und in den Reiseführern anders beschrieben. 

Direkt hinter der Grenze sind wir in Richtung Autobahn abgebogen,  denn für Rumänien haben wir eine 30 Tages Vignette für 5,30 Euro gekauft und nach den vielen Stunden auf der Straße wollten wir nur noch ankommen.  Allerdings haben wir uns erstmal wie an der Nordsee gefühlt,  denn flaches Grasland mit Kühen,  Schafen und Wasserläufen hat uns empfangen. 

Die Autobahn war dann nagelneu und total leer und wir sind bis nach Arag gefahren.  Dort haben wir für umgerechnet 1,40 Euro getankt und Bargeld am Automaten geholt.  Ca 15 km hinter der Stadt haben wir dann den ersten Campingplatz nach der Grenze angesteuert und sind an einem kleinen Baggersee gelandet. 

Der Rumäne hat uns mit einem Schnaps begrüßt,  wir haben natürlich gleich ne Flasche gekauft und haben den Rest des Abends am See gechillt.  Mir dem Grenzübertritt haben wir auch eine Zeitumstellung und es ist schon eine Stunde später,  dafür auch wieder länger heller.  Auf dem Platz ist noch ein anderes deutsches Womo und 3 deutsche Motorradfahrer.

2025 Osteuropa · Ungarn

Burg Szigliget

Und wieder sind heute unsere Räder zum Einsatz gekommen.  Heute wollten wir zur Burg Szigliget, an der wir vorgestern vorbei gekommen sind.  Kaum sind wir losgefahren,  konnten wir uns schon an einer Bushaltestelle unterstellen,  da sich eine dicke Wolke abgeregnet hat.  Gott sei Dank war das Spektakel nach 10 Minuten vorbei und weiter ging es.  Durch die Weinberge ging es vorbei an kleinen Häusern und durch kleine Orte. 

Die Landschaft ist hier total grün und überall sind so kleine Berge,  die vulkanischen Ursprungs sind.  Wir haben auf wieder traumhaften Radwegen zwei solcher Berge umrundet und konnten dann aus der Ferne die Burg erkennen.  Mit den Rädern sind wir nicht bis oben gekommen und so haben wir die bei einem Restaurant zurück gelassen,  in dem wir uns vor dem Aufstieg noch ein Stück Kuchen gegönnt haben.

Dann ging es bergauf und wir konnten schon etwas von der tollen Aussicht auf die Umgebung erahnen.

Die Burg wird auch für Theaterstücke genutzt und in den Hang sind Tribünen eingebaut.  Die ältesten Teile der Burg stammen aus dem Jahr 1260.

Von oben hatte man einen herrlichen Blick auf die Umgebung und da die Sonne mittlerweile wieder da war,  war es herrlich. 

Der Plattensee hat richtig schön geleuchtet, man konnte in der Ferne einige Segler sehen und es war einfach nur schön. 

So sehr der Plattensee am Anfang eine Art Notlösung wegen des schlechten Wetters  in Rumänien war,  umso besser gefällt es uns hier. 

Auf dem Rückweg sind wir eine andere Strecke gefahren,  die durch gemütliche Wohnsiedlungen und unzählige Weinberge geführt hat.  Und dann sind wir an der Stelle raus gekommen,  wo wir gestern waren und ich konnte nicht so schnell gucken,  wie Andi in die Fressgasse abgebogen ist. 

Hier hatten heute,  am Montag, nur 3 Läden auf. Der Rest hatte zu.  Also haben wir einen der Läden angesteuert,  denn was muss man natürlich auch gegessen haben,  wenn man in Ungarn war: Kesselgulasch. 

Zurück auf dem Campingplatz stand für uns fest,  dass es morgen weiter geht.  Der Platz hat sich in den letzten Tagen gefüllt,  aber auch nur in unserem Bereich.  Das heißt,  dass von 200 Plätzen ca 12 Stück belegt sind…

2025 Osteuropa · Ungarn

Ein Tag am Plattensee

Schnuckelige 26 Grad im Womo haben uns heute früh geweckt.  Wir hatten über Nacht bei 6 Grad Außentemperatur die Heizung an, die Fenster zu und heute morgen hat die Sonne ab 5 Uhr Heizung gespielt. Sauna pur…

Die erste Tasse Kaffee des Tages gab es dann auf einer Schaukel am Seeufer.

Gegen Nachmittag hatten die Räder ihren ersten Einsatz und wir wollten in den Ort radeln,  um nach einem Stück Kuchen zu schauen.  Leider hatte alles zu.  Also sind wir dem Radweg in den nächsten Ort Badacsony  gefolgt.  Wir sind total fasziniert von den vielen Radwegen hier.  Neben jeder Straße führen gut ausgebaute Radwege entlang,  die auch gut genutzt werden – auch außerhalb der Urlaubsregion. In den Ortschaften hier sind viele Neubauten, alles ist super gepflegt.  In Badacsony sind wir von einem großen gastronomischen Angebot überrascht worden.  Von hier aus fahren einige Fähren und es gibt ein Strandbad. Dementsprechend viel ist hier los. 

Ich musste aufs Klo und hatte gleich das Problem  des fehlenden ungarischen Bargelds. Also haben wir am Automaten etwas abgehoben,  ich hatte dann 4 5000er Scheine in der Hand und brauchte fürs Klo 2x200er Münzen.  Ich habe in einem Laden gefragt,  ob sie wechseln können und bin auf deutsch zu einer Münzwechselstube gebracht worden,  die den ganzen Tag nur Kleingeld fürs Klo gewechselt haben… Das restliche Geld musste dann natürlich auch umgesetzt werden und da die  letzten Tage ein paar Kindheitserinnerungen an Urlaub am Plattensee hoch gekommen sind,  haben wir ein paar Palatschinken bestellt.  Und sie haben genauso süß und lecker geschmeckt wie früher.

Entlang der vielen Gastronomie sind wir nach der Stärkung zum Wasser geschlendert. Eine toll angelegte Parkanlage hat bis zum Fährterminal geführt. 

Von hier aus fahren Schiffe ans Südufer des Sees und gefühlt wurden sie heute,  an einem Sonntag,  von den Einheimischen auch gut genutzt. 

Nebenan lagen in einem Yachthafen tolle Segelboote. 

Der Plattensee ist der größte Binnensee Mitteleuropas und hat eine Länge von 79 km – also ein tolles Segelrevier.

Über den Radweg,  der oberhalb des Sees geführt hat,  sind wir gemütlich zurück geradelt und haben den restlichen Tag gechillt.