2025 Seychellen

Der Süden von Mahé

Heute früh sind wir mit einem unglaublichen Blick auf die Bucht unter uns wach geworden.  Die Anlage hier besteht aus 10 einzelnen Häusern,  die in den Hang gebaut wurden. 

Wir sind in der untersten Reihe und schauen auf einen kleinen Betrieb,  der Gemüse anbaut. Die Müllabfuhr kam vorbei und hat die an der Straße stehenden Tonnen gelehrt. Dabei wurden diese erst per Hand ausgeräumt und die Mülltüten auf den LKW geworfen.  Danach wurde die Tonne von den Männern auf den LKW gehoben und die Reste wurden ausgekippt. Und das bei 30 Grad.  Respekt!

Ein heißes Thema ist hier nicht überraschend das Thema Wasser.  Seit Ende Juni wird es täglich mehrere Stunden abgestellt,  um den Verbrauch zu regulieren.  Es stimmt einen schon nachdenklich,  dass man hier einen eigenen Pool hat, der ja auch erst vor kurzem genehmigt wurde,  denn die Anlage hier hat dieses Jahr eröffnet. Auf der anderen Seite wird das Wasser einige Stunden am Tag abgestellt.  Die Anlage hier hat einen eigenen Tank,  aus dem sie sich in der Zeit bedient und wenn der leer ist,  dann heißt es warten…

Für uns ging es heute in den Süden der Insel.  Und wir mussten nicht lang fahren,  bevor wir an einer Traumbucht gelandet sind,  der  Baie Lazare.

Weiter ging es gen Süden und schnell sind wir an den Anse Takamaka gekommen.  Der Begriff Takamaka begegnet einem hier überall. Er bezieht sich einerseits auf diese südliche Region hier auf der Insel,  es gibt aber auch Riesenschildkröten,  die so heißen.  Auch Takamaka Rum wird auf der Insel hergestellt, außerdem heißen einige Minishops so. An diesem Strand ist uns vor allem das erste Mal eins der großen Warnschilder begegnet,  die vor der heftigen Strömung und den Wellen warnen.  Und das in allen möglichen Sprachen,  damit es auch jeder rafft.

Rechts führte eine Straße weiter in den Süden.

Hier war gar nichts mehr los und am Anse Bazarca wollte die Drohne unbedingt in die Luft. 

Wir waren komplett alleine an so einem Traumstrand.

Am Anse Intendance haben wir eine Kokosnuss getrunken und dabei die unglaubliche Brandung beobachtete. 

Da sich sich ein kleiner Hunger bemerkbar gemacht hat,  haben wir an einem kleinen Imbiss ein leckeres Curry gegessen und uns Bananenkuchen für nachmittags mitgenommen. 

Durch die Berge ging es am Nachmittag zurück zu unserer Unterkunft,  wo wir uns im Pool erstmal abgekühlt haben.  Zum Sonnenuntergang sind wir zum nahegelegenen Anse Soleil gefahren. Wir hatten Glück und haben einen der wenigen Parkplätze ergattert.  Und warum die Leute hierher kommen,  erklärt sich von selbst…

Die Sonne geht zwischen ein paar vorgelagerten Felsen unter und es gibt durchaus hässlichere Orte auf der Welt… 

2025 Seychellen

Umzug nach Mahé

Heute früh bin ich von einem heftigen Regenschauer geweckt worden.  Die Dächer der Häuser hier sind fast alle aus Metall und der Regen hat fast wie im Wohnmobil aufs Dach getrommelt. 10 Minuten später war der Spuk vorbei und die Sonne kam wieder heraus. Andi hat selig geschlafen und nichts davon mit gekriegt.  Wir können heute bis um 11 Uhr in der Unterkunft bleiben,  um 13 Uhr den Mietwagen abgeben und um 14 Uhr fährt die Fähre.  Daher haben wir uns heute früh Zeit gelassen und sind dann nochmal ganz in den Süden der Insel gefahren,  wo wir bisher noch gar nicht waren. Direkt hinter dem Fährterminal ging die Straße in Serpentinen mal wieder so heftig hoch,  dass wir fast schieben mussten.  Hier war überhaupt kein Verkehr und man kam an menschenleeren Stränden vorbei. 

Andi hat die Chance genutzt und ist Drohne geflogen.  In der Nachbarschaft unserer Unterkunft war ein Heliport, wo immer mal Hubschrauber gestartet sind.  Daher ist er dort nicht geflogen. 

Ein paar Kilometer weiter haben wir von der Straße aus richtig alte Bäume gesehen,  die über den Strand ragten. Keine Ahnung,  wie alt die schon waren.  Der riesige liegende Stamm hat Andi um einiges überragt.

Die Straße führte weiter bis zu dem beschaulichen Inselflughafen, wo gerade gar nichts los war. Um 12.30 Uhr sind wir umgekehrt und über den Berg zurück in Richtung Fähre gefahren.  An einer der beiden Tankstellen auf der Insel wurde das Auto nochmal betankt, bevor wir auf den Parkplatz bei der Fähre gefahren sind.  Dort hat schon ein Herr von der Autovermietung gewartet und das Auto übernommen. 

An einem kleinen Take Away am Hafen haben wir uns etwas zu Essen geholt und mir sind fast die Lippen weggepratzelt, weil es so scharf war.  Gott sei Dank war die Sauce nicht überall, so dass ein paar Bissen auch normal waren. 

Nachdem die Koffer eingecheckt waren,  haben wir bei seychellanischer Schlagermusik im Schatten auf die Fähre gewartet. Diese kam kurze Zeit später,  hat die ganz schön viele Menschen geboardet und los ging es. 

Gott sei Dank hielt sich der Wellengang in Grenzen.  Unterwegs haben wir einige Versorgungsschiffe überholt,  die die ganzen Inseln mit allem,  was man so braucht,  versorgen.  Von Benzin über Lebensmittel bis zu Baumaterialien wird alles von Mahé übers Wasser transportiert. Und auch dort landet es erst mal aus der ganzen Welt,  wie die unzähligen Container im Hafen von Victoria verraten.  Nach dem Verlassen der Fähre ging das totale Chaos los.  Alle Passagiere haben sich an die kleine Luke gequetscht,  an der die Koffer ausgegeben wurden – und das waren viele.  Es war ein Gedränge und Geschiebe und selbst wenn man seinen Koffer entdeckt hatte,  hieß das noch lange nicht,  dass man ihn auch erreicht hat. 

Irgendwann hatten wir uns durch gedrängt,  die Koffer in der Hand,  da ging die erneute Suche nach einem Menschen mit Andis Namen auf einer Tafel los.  Dies war aber deutlich leichter und es dauerte nicht lange,  da standen wir mitten im Getümmel auf  einem Parkplatz,  wo eng an eng kleine Mietwagen geparkt waren.  Einer davon war unserer,  6500 km auf der Uhr und einige Schrammen im Lack.  Mittlerweile war es später nachmittag und das Navi hat zu unserer Unterkunft 58 Minuten angezeigt,  durch die Berge 46 Minuten.  Also sind wir direkt über die Berge gefahren und haben schnell festgestellt,  dass der Wagen etwas mehr PS hat,  als der letzte.  Auf der anderen Seite der Insel wurde es deutlich ruhiger vom Verkehr. Traumhafte, menschenleere Strände haben uns empfangen und ein paar Minuten später waren wir an unserer Unterkunft.  Wir sind super nett empfangen worden. Unsere neue Unterkunft ist der Hammer.  Am Berg gelegen,  mit tollem Blick über die Bucht. Und dann musste ich ne Runde heulen,  denn Andi hat in Anbetracht meines 50. Geburtstags übermorgen einen riesigen Strauß mit roten Rosen und toller 50er Deko organisiert.  Der Geburtstag kommt zwar erst,  aber so kann ich mich länger daran erfreuen. 

Wir haben im Laden um die Ecke ein paar Lebensmittel gekauft und dann ging es ab in unseren Pool,  was sooo gut getan hat. 

Um uns herum sind die Flughunde gekreist und wir haben den Tag gemütlich ausklingen lassen.  

2025 Seychellen

Anse Boudin

Die letzten Tage waren doch ganz schön anstrengend.  Also eigentlich gar nicht,  denn sie waren super schön.  Aber das Klima lässt einen doch nicht so die Unternehmungen machen,  wie wir es sonst gewohnt sind.  Wir merken beide die Sonne ganz schön,  selbst wenn wir ständig den Schatten suchen.  Kein Wunder,  dass die Leute hier ein gechillteres Tempo haben als wir.  Generell erleben wir die Leute hier als super freundlich und überhaupt nicht aufdringlich.  So erklärt einem der Kokosnussverkäufer am Strand,  wer er ist,  nervt dann aber nicht, sondern wünscht einem einen schönen Tag und ist auch wieder weg.  Wenn man die Leute so sieht,  könnte man sich auch wie auf Jamaika fühlen.  Viele Männer haben lange Rastazöpfe, Reggaemusik ist die meist gespielte Musik. 

Wir haben heute auch gechillt, waren an unserem Hausstrand und haben einfach mal gar nichts gemacht.  Die Aufregung des Tages war,  dass eine ausgebüchste Kuh hier quer über das Gelände gelaufen ist und der Gärtner versucht hat,  sie zu verscheuchen.  Vom Balkon aus ein echt lustiges Schauspiel.

Gut,  dass hier ein Supermarkt um die Ecke ist,  denn sonst ist hier in dem Teil der Insel gar nichts.  Der Markt ist mini,  läuft aber unglaublich gut.  Wir haben ihn täglich besucht und uns über ihn mit dem Nötigsten versorgt.  Heute heißt es, Reste essen und trinken,  denn morgen nachmittag setzen wir um 14 Uhr mit der Fähre auf die Hauptinsel Mahé über. 

2025 Seychellen

La Digue

Gestern Abend haben wir Fährtickets für heute auf die Nachbarinsel La Digue gebucht.  Um 9 Uhr mit der ersten Fähre  geht es hin und um 17 Uhr mit der letzten Fähre wieder zurück.  Das erste Mal im Urlaub haben wir daher heute morgen einen Wecker gestellt und sind in Richtung Hafen gefahren, wo wir unser Auto abgestellt haben. Hier kann man kostenlos parken und der Platz war auch schon gut gefüllt.  La Digue soll noch entspannter sein als Praslin,  was sich schon dadurch zeigt,  dass man mit Fahrrädern auf der Insel herum fährt.  Auf die Idee würde ich auf Praslin nicht kommen. Am Hafen angekommen,  mussten wir unsere Onlinetickets gegen handgeschriebene Tickets tauschen,  ist also doch nicht so fortschrittlich wie gedacht hier.

Mit der Fähre ging es kurze 15 Minuten auf die Nachbarinsel. Dort wurden wir von einigen Herren empfangen,  die uns geschäftstüchtig, aber nicht aufdringlich Fahrräder vermieten wollten.  Wir hatten aber schon einen speziellen Verleih ausgeguckt mit guten Bewertungen.  Dort sind wir hin gelaufen und innerhalb von wenigen Minuten hatten wir ein paar Räder.

Los ging es in Richtung Süden zur L’Union Estate. Dort zahlt man 150 SCR Eintritt und radelt über ein Gelände, an dessen Ende der berühmte Anse Source d’Argent liegt, einer der meist fotografierten Strände der Welt.  Vorher kommt man aber an einem riesigen Felsen vorbei,  um den herum ein Gehege für die Riesenschildkröten gebaut ist. 

Diese faszinierenden Tiere können bis zu 250 Kilo schwer und unglaubliche 200 Jahre alt werden.  Sie haben also schon sehr viel gesehen.  In dem Gehege haben sie eifrig an ihren Blättern gekaut und den Schatten gesucht,  was wir durchaus verstehen können.

Andi hatte am Eingang gefragt,  ob er hier Drohne fliegen darf und die Antwort war,  auf keinem Fall über dem Grundstück,  aber vom Strand aus könne er starten. 

Das hat er sich natürlich nicht 2x sagen lassen und so ging die Drohne das erste Mal im Urlaub in die Luft und er hat traumhafte Aufnahmen gemacht.

An dem Strand waren wir fast ganz alleine,  besser ging es nicht. 

Und es war einfach nur wunderschön. 

Entlang einer Vanilleplantage ging es zu einem großen Fahrradparkplatz, wo auch wir unsere Räder zurück gelassen haben.  Um ein paar Kurven herum kamen die berühmten Postkartenfelsen von La Digue zum Vorschein. 

Da gerade Ebbe war,  konnte man vom Wasser aus die Felsen bestaunen.  Wir waren schon ordentlich durchgesuppt, allerdings sah das Meer durch die Ebbe gerade nicht so einladend aus. 

Also haben wir an einer Strandbar einen frischen Saft getrunken und sind zurück zu den Rädern.  Ich hatte gelesen,  dass es hier einen super guten Kokos Käsekuchen geben soll und so sind wir einen steilen Berg hinauf und wieder hinab geradelt,  bis wir vor dem geschlossenen Café standen.  Ach Manno. Also haben wir uns an einem Supermarkt ein Eis geholt und sind in den Norden der Insel geradelt.  Am Anse Severe soll man gut schnorcheln können,  allerdings war die Ebbe so stark,  dass man gar nicht ins Wasser konnte. 

Dafür lag an der Seite eine Riesenschildkröte herum,  die nicht in einem Gehege gehalten wurde.  Leider sah sie ziemlich mitgenommen aus.  Teilweise war ihr Panzer kaputt, an einigen Stellen war sie auch voller Farbe… Um die Nordspitze herum hat uns türkisblaues Meer begrüßt,  allerdings auch ein paar Regenspritzer.

Also sind wir einfach ins Wasser gehüpft und haben uns etwas abgekühlt.  Die Brandung war hier aber so heftig,  dass an Schwimmen oder Schnorcheln nicht zu denken war.  Man musste aufpassen,  dass man nicht mit gerissen wurde. So geschwitzt wie wir waren,   wissen wir jetzt auch,  wie das Salz ins Meer kommt…

Nach einiger Zeit waren wir etwas abgekühlt und es ging uns besser.  Da wir den ganzen Tag noch nichts gegessen hatten,  sind wir zurück in das Örtchen La Passe und wollten uns bei einer Bäckerei etwas holen.  Die war aber fast schon komplett ausverkauft,  so dass wir die letzten Teilchen erwischt haben.  An der Seite lag noch eine Schildkröte, die deutlich gesünder aussah.

Es war 15.40 Uhr und irgendwie hat uns die Sonne gereicht.  Wir haben die Räder zurück gebracht und sind mit der 16 Uhr Fähre zurück nach Praslin gefahren.  In einem Restaurant haben wir etwas gegessen und dann am Strand direkt am Ufer tatsächlich noch 4 Rochen gesehen.  Ich weiß noch nicht,  ob ich hier noch so viel schwimmen möchte…

2025 Seychellen

Nationalpark Vallee de Mai

Da sich unsere Haut wegen der vielen Sonne gestern etwas beschwert hat,  ist heute die Entscheidung leicht gefallen,  in den Wald zu gehen.  Unser Ziel ist der Nationalpark und UNESCO Weltkulturerbe Vallee de Mai.

Dieser wurde so genannt,  da das Grundstück von dem Gründer des Parks im Mai in den 1930er Jahren erworben wurde. 1966 übernahm die Regierung das Grundstück,  seit 1979 ist der Wald Nationalpark.  Drei Wanderwege führen durch das Gebiet, über die man die einzigartige Palme Coco de Mer bestaunen kann. 

Diese Palmenart gibt es nur hier und auf der Nachbarinsel. Einige unreife Nüsse wurden früher an den Stränden von Indien und Indonesien angeschwemmt und da noch nie jemand so etwas gesehen hatte,  wurden sie teuer gehandelt.

Man dachte erst,  dass sie im Meer in der Nähe der Malediven wachsen,  daher der Name Coco de Mer. Die Seychellen waren zu dem Zeitpunkt noch gar nicht entdeckt. Am Eingang des Parks liegen schon ein paar Exemplare,  viel imposanter sind aber die riesigen Nüsse,  die überall über einem in den Bäumen hängen.

Dabei ist jede Nuss einzigartig. Man hat schon Respekt,  durch den Wald und unter diesen riesigen Wurfgeschossen herzulaufen. Die Palmen entwickeln frühestens nach 15 Jahren einen Stamm. Erst nach der ersten Blüte ist erkennbar,  ob es sich um eine männliche oder weibliche Pflanze handelt. Meistens werden sie nach 20-30 Jahren erwachsen. Die männlichen Bäume bilden sehr viele Pollen,  die eine wichtige Nahrungsquelle für andere Waldbewohner ist. Die Bäume werden bis zu 25 m hoch, die Nüsse benötigen 6-7 Jahre,  bis sie voll ausgebildet sind und können bis zu 45 Kilo schwer werden.  Die Bäume können 300 Jahre alt werden.

Die jungen Pflanzen haben Stacheln,  um sich vor den Riesenschildkröten zu schützen.  Wenn sie groß und stark genug sind,  verlieren sie die Stacheln.

Wir sind zuerst den nördlichen Weg durch den Park gelaufen und haben das riesige Blätterdach über uns bewundert. 

Aber auch die kleinen Lebewesen waren wieder einmal faszinierend,  wobei die hier gar nicht so klein waren.  Wir haben große Schnecken und riesige Spinnen gesehen. 

Gott sei Dank hat sich keine der Schlangen gezeigt,  die auf den Bäumen leben.  Aber wahrscheinlich war alles um uns herum voll damit. Mitten im Wald standen auch riesige Jackfruchtbäume mit ihren großen Früchten.

Tatsächlich war irgendwann Andis Akku von der Kamera leer und wir sind gemütlich zum Ausgang gelaufen. 

Wir waren trotz des Waldes komplett durchgeschwitzt und hatten Hunger.  An einem Take away haben wir uns etwas zu Essen geholt und sind zurück zur Unterkunft gefahren. 

Dabei war unser Mietwagen mal wieder bergauf so langsam,  dass uns sogar ein Bus überholt hat.  Das Teil hat echt kaum PS und fragt sich bestimmt jeden Tag,  warum es auf so eine bergige Insel verkauft wurde.  Mietwagen sind hier wohl allgemein ein Thema.  Es war schon nicht so leicht,  einen aus Deutschland zu mieten und eine Bedienung meinte,  sie hätten viel zu wenige auf der Insel. Auf der einen Seite blöd, auf der anderen Seite ist die Insel aber auch klein,  die Straßen sind sehr eng und kurvig und wirklich viele Parkplätze gibt es auch nicht.  Ob da mehr Fahrzeuge hilfreich wären… Die Einheimischen fahren sehr viel mit dem Bus und die heizen wie die Wilden.  Nicht selten kommt es daher auch zu Unfällen.