2026 Tansania

Hochzeitstag im Krankenhaus oder in guten wie in schlechten Zeiten…

Das hatten wir uns anders vorgestellt.  Wir haben heute unseren 10. Hochzeitstag und ich habe mal wieder ne ätzende Nacht hinter mir.  18 x bin ich aufs Klo gerannt, so dass die anderen ohne mich zu fragen heute morgen den Doc geholt haben.  Der hat mich kurz untersucht und dann mit ins Krankenhaus genommen,  yeah… Ich hatte erst ein bisschen Schiss in ein Krankenhaus auf Sansibar zu kommen,  aber der Fahrer ist in eine Hotelanlage abgebogen, auf dessen Gelände die Klinik war. 

Dort haben sie Andi und mir Blut abgenommen,  Ultraschall- Untersuchungen gemacht und Stuhlproben genommen. Der Puls lag bei mir bei über 110. Dann wurde ich an einen Tropf mit 500 ml Elektrolyte angeschlossen,  der ca.  4 Stunden durch lief.

In der Hoffnung,  dass inzwischen die anderen Ergebnisse vorliegen,  habe ich mich gefreut,  dass ich endlich wieder gehen kann, aber zu früh gefreut.  Die nächste Infusion wurde angeschlossen, die irgendwelche Bakterien abtöten sollte. 

Im Bett neben mir lag ein Mann aus Ulm.  Seine Frau und er besuchen eine Freundin,  die vor 2 Jahren aus Deutschland ausgewandert ist und mit einem Massai zusammen ist,  dem 3. in den 2 Jahren.  Er hat erzählt,  dass die Massai am Strand bis zu ihrem 28. Lebensjahr von ihren Familien vom Festland hierher geschickt werden,  um von ihren Schwestern gebastelten Schmuck zu verkaufen.  Das Geld schicken sie dann nach Hause zu ihren Familien.  Dies ist wohl mehr,  als sie normalerweise verdienen.  Schon heftig.

Um 17.30 Uhr haben wir die Diagnose Viraler Infekt bekommen,  alles andere wie Malaria & Co. konnte ausgeschlossen werden.  Um 19.20 Uhr waren wir wieder im Hotel.  Der Doc hat dann die Rechnung noch gebracht und wir haben beide 350 Dollar gezahlt.  Den Tag hätte ich mir sparen können.  Mir wäre es heute auch so wieder besser gegangen, wenn ich noch im Bett geblieben wäre…  Aber ich kann es leider nicht mehr ändern…

Einer von den vielen sinnlosen Tagen auf der langen Liste der sinnlosen Tage – Check

2026 Tansania

Sansibar

Heute war endlich das Fieber weg und wir konnten wieder etwas Essen.  Nach dem Frühstück haben wir das erste Mal etwas von der Anlage hier gesehen, die echt schön ist.  In einen Garten gebaut stehen viele 2stöckige Häuser,  in denen je 4 Zimmer sind. 

Es gibt viele überdachte Sitzecken, die Sonnenschutz bieten,  denn es ist echt heftig warm hier.  Vor allem die Luftfeuchtigkeit setzt uns zu. Kurz: es ist nicht das Klima,  in dem wir uns wohl fühlen.  Wir haben uns auf ein paar Liegen am Strand gelegt und der Blick hinunter war ein bisschen wie Kino.  Am Strand standen die Massai und haben die Hotelausgänge beobachtet.  Sobald ein Touri an den Strand gegangen ist,  sind sie losgelaufen und haben die Leute in Gespräche verstrickt und nicht mehr alleine weiterlaufen lassen.  Viele haben sich auch darauf eingelassen,  wann und ob sie ihre Portemonnaies geöffnet haben,  haben wir aber nicht gesehen.  Vermutlich habe ich auch einfach schon zu viele Reportagen darüber gesehen,  dass ich so kritisch eingestellt bin. 

Am späten Vormittag war Ebbe und wir haben uns auch mal an den Strand gewagt.  Als wir die Massai ignoriert haben,  haben sie uns beschimpft,  wir hätten es nicht verdient,  hier zu sein.  Wir sind den Strand entlang der Hotelanlagen gelaufen,  danach kamen Bretterbuden, die mit Schildern „Kaufland“, „Lidl“ und „IKEA“ gekennzeichnet waren.  Dahinter standen die Baukräne und haben weitere Luxushotels gebaut. 

Irgendwie eine Welt,  in der wir nicht zuhause sind.  Wir sind ein bisschen ins Meer hinaus gelaufen,  da Holzpflöcke im Wasser unsere Aufmerksamkeit erregt haben.  Zwischendrin saßen Frauen und haben das Seegras geerntet, das sich bei Ebbe dort gesammelt hat.  Dieses wird wohl für Cremes verwendet. 

Außerdem lagen die für hier typischen Holzboote im Wasser und die Eigentümer haben auf die Flut gewartet,  damit sie wieder näher ans Ufer und die Touris kommen,  um ihre Touren anzubieten. 

Am späten Nachmittag hat sich ein komplett anderes Bild aufgetan.  Die Flut hat alle Leute verdrängt und man konnte nur noch auf dem Hotelgelände laufen. 

Dahinter war ein ganz schmaler Streifen, an dem man den Massai nicht mehr aus dem Weg gehen konnte.  Das haben wir uns nicht angetan und haben es uns am Pool gemütlich gemacht. 

Den Abend haben wir gemütlich ausklingen lassen, denn unsere Begleiter Inge und Axel haben heute Silberhochzeit.  So richtig anstoßen konnten wir aber nicht,  da wir abwechselnd aufs Klo geflitzt sind…  Trotzdem auch hier nochmal: Herzlichen Glückwunsch auf 25 Jahre.

2025 Seychellen

Ausruhen auf Sansibar

Nachdem wir gestern echt fertig waren nach dem Tag,  war die Nacht alles andere als lustig.  Andi ist vom Klo nicht mehr runter gekommen,  ich hatte richtig Schüttelfrost und habe den kompletten Tag im Bett verbracht.  Angeschaut haben wir hier noch nicht wirklich etwas.  Daumen drücken,  dass es morgen besser wird….

2026 Tansania

Manyara Nationalpark

Nach einer Nacht,  die wir alle mehr oder weniger auf dem Klo verbracht haben, hieß es heute morgen packen und Abschied nehmen.  Das Frühstück ist recht mager ausgefallen,  da es in den nächsten Nationalpark gehen sollte und dort sind die Toiletten rar.  Daniel hat uns um 8 Uhr abgeholt und los ging es,  zuerst wieder über die neulich total staubige Straße. Da es letzte Nacht geregnet hat,  war es heute nicht mehr staubig und man konnte abseits der Straße die Häuser der Leute erkennen. Nicht weit von der Lodge war schon der Eingang in den Park. Er liegt direkt am See und ist sehr grün.  Er bekommt das Wasser aus dem Ngorongoro Gebiet. Da der See keinen Ablauf hat,  steigt der Wasserstand stetig.  Die toten Bäume im Wasser sind schlichtweg ersoffen,  da der Wasserstand gestiegen ist. Aus dem Grund gibt es auch nicht mehr so viele wilde Tiere.  Die Löwen und Leoparden sind in Gebiete weiter gezogen,  in denen es mehr Nahrung gibt.  Trotzdem haben sich einige Tiere gezeigt,  die wir bisher noch nicht gesehen haben,  vor allem Vögel. 

Wir haben alles aufgesogen,  was wir heute zum letzten Mal sehen werden in diesem Urlaub. 

Sogar für Selfie-Wahn hat es noch gereicht.

Im Park war heftig zu sehen,  wie  Parasitenpflanzen Akazien befallen haben.   Überall waren die Bäume wie eingesponnen. An dem Parasiten hingen apfelähnliche Früchte, die ungenießbar sind. 

Dann sind wir ans Ufer des Lake Manyara gekommen und haben die abgestorbenen Bäume aus nächster Nähe gesehen. 

Der Park ist fest in Affenhand. Überall sitzen und springen Massen an Pavianen und Blauaffen herum.

Die Paviane hatten ganz viele junge Tiere dabei und hielten sich in Gruppen auf.

Gegen 12 Uhr haben wir unsere Lunchboxen am Parkausgang verdrückt und dann ging es ca.  2 Stunden zurück nach Arusha. 

Wir haben uns von Daniel am Flughafen verabschiedet,  unser Gepäck aufgegeben und dann auf unseren Flug nach Sansibar gewartet.  Die Inlandsflüge gehen nicht vom Kilimanjaro Airport östlich der Stadt,  wo wir gelandet sind,  sondern vom Arusha Airport westlich der Stadt.  Von hier aus starten unzählige kleine Maschinen zu den Flughäfen,  die wir in den letzten Tagen mit dem Auto passiert haben. Unsere war die Größte,  die auf dem Platz herum stand.  Um 17 Uhr,  als wir abheben sollten,  ist gar nichts passiert.  Um 17.30 Uhr saßen wir immerhin im Flieger.  Draußen fing es an zu regnen, was unsere Hoffnung,  einen Blick auf den Kilimanjaro zu bekommen,  ziemlich zunichte gemacht hat. 

Der Pilot hat aber gewartet,  bis das Regengebiet durch war und von über den Wolken konnten wir dann doch einen kurzen Blick auf den 5.895 m hohen Berg Afrikas erhaschen.  Gesehen hat man aber nur den Teil über den Wolken. 

Gegen 19 Uhr sind wir gelandet,  mussten das Formular für die extra Krankenversicherung vorzeigen,  ohne die man seit kurzem nicht mehr einreisen darf und mussten dann etwas auf die Koffer warten. Ein Fahrer von unserem Anbieter hat uns abgeholt und wir sind in Richtung Hotel gestartet.  Dabei mussten wir durch Stonetown. Auf Sansibar leben ca 2 Mio Menschen,  der Großteil in der Hauptstadt.  Und genauso voll war es.  Wir sind am Stadion vorbei gefahren,  wo ein Fußballspiel vom Afrikacup statt gefunden hat. Tansania hat gerade 1:0 gegen Tunesien geführt,  worüber sich unser Fahrer sehr gefreut hat.   Entsprechend voll war es. Da es tagsüber hier sehr warm ist, kommen die Leute nach Sonnenuntergang raus und kaufen sich Essen statt zu kochen. Nach ca 1,5 Stunden Fahrt sind wir völlig erledigt im Hotel angekommen.  Mittlerweile war es nach 21 Uhr und bevor wir die Zimmer bezogen haben,  haben wir das Restaurant gestürmt.  Seit der Lunchbox war es schon etwas her… Anschließend konnten wir unsere Zimmer beziehen und endlich die warmen Klamotten ausziehen.  Selten hat die Dusche so gut getan. Das Klima ist hier echt heftig.  Um 23 Uhr sind es noch 25 Grad.  Zum Glück haben wir eine Klimaanlage. 

2026 Tansania

Chillen in der Manyara Best View Lodge

Oh wie war das herrlich,  heute länger schlafen zu können.  Haben wir zwar nicht gemacht,  da wir den Sonnenaufgang über dem Tal sehen wollten, aber allein der Gedanke hat gezählt. 

Die Hauptanstrengung heute bestand darin,  das Essen für die nächste Mahlzeit aussuchen zu dürfen.

Die Lodge ist richtig toll. Eine Anlage direkt in den steilen Hang des ostafrikanischen Grabens gebaut. 300 m unter uns liegt das Tal,  das teilweise bis zu 150 km breit ist.

Riesige Bananenplantagen bewachsen das grüne Tal. Der Graben ist 3500 km lang. Die Seen Ostafrikas sind durch ihn entstanden. Vom Pool aus kann man gut den Manyara See sehen. 

Wir befinden uns immer noch auf 1200 m Höhe. Heute war es wieder recht warm,  dabei ging aber ein schöner Wind und wir haben fast den ganzen Tag am Infinity Pool verbracht und unsere unzähligen Bilder geprüft,  gelöscht und gesichert.

Tagsüber waren wir fast alleine,  nachmittags kamen andere von der Safari zurück und es wurde voller.  Die Anlage ist von einem tollen Garten umgeben,  in dem es an jeder Ecke blüht.

Unser Zimmer liegt direkt unter dem Infinity Pool,  was dafür sorgt,  dass es ganz gut gekühlt wird.  Eine Klimaanlage gibt es zu unserer Überraschung nämlich nicht.

Abends gab es in der Lodge noch eine Tanzvorführung von einer Massai-Gruppe mit einigen akrobatischen Einlagen.