2026 Norwegen

Flakstadøa

Im Sommer verliert man hier oben völlig das Zeitgefühl. Wahrscheinlich genauso wie im Winter.  Aktuell geht die Sonne halt einfach nicht unter.  Um 0 Uhr steht sie immer noch über dem Horizont und steigt einfach wieder, statt ins Meer zu plumpsen. Da sie einige Tage nicht geschienen hat,  war es gestern Abend umso schöner,  sie genießen zu können.  Aber man ist halt auch nicht wirklich müde geworden,  weil dunkel ist nicht.  

Heute früh hat es wieder geregnet, weshalb wir uns wieder Zeit gelassen haben.  Um 11 Uhr mussten wir den Platz verlassen. Und genau da kam die Sonne raus.  Am Strand hier steht so ein typisch rotes Häuschen.  Gestern Abend war die Sonne auf der falschen Seite und heute früh wurde es perfekt angestrahlt, was ein tolles Motiv ergeben hat. 

Aufgrund des tollen Wetters sind wir unserer Route weiter gefolgt.  Auf Google maps hat Andi als Vorbereitung die Punkte markiert,  die wir unbedingt gesehen haben wollen. 

Dabei sind wir von der Hauptroute abgebogen und in Richtung Nusfjord gefahren.  Dabei fährt man auf der Straße auf eine sehr markante Felswand zu. 

Andi ist plötzlich ins Womo und hat unseren Wasserbehälter geholt.  Damit hat er eine Pfütze aufgefüllt,  um ein cooles Bild mit Spiegelung machen zu können. 

In Nusfjord angekommen muss man pro Nase 150 NOK Eintritt in das Dorf zahlen.  Es ist wie eine Art Museum aufgebaut.

Von den tollen Motiven abgesehen ist dies auch sehr interessant.  In einem Haus hängt ein Skelett von einem Wal. Dabei wurde die Geschichte Norwegens bezüglich des Walfangs erzählt.  Von der fast vollständigen Ausrottung mancher Arten bis zu den heutigen Vorschriften.  Und da Wal auf so mancher Speisekarte hier auftaucht,  kann man von Verboten nicht sprechen. 

Wir haben uns eine ganze Zeit im Dorf aufgehalten,  bevor wir zurück zum Womo gegangen sind. 

Zurück auf der Hauptroute haben wir am Morpheus Beach eine kleine Pause gemacht.

Als wir den Parkplatz verlassen wollten,  war plötzlich so heftiger Verkehr aus einer Richtung,  als ob eine Fähre angekommen wäre.

Ein paar Kilometer weiter hatten wir die Antwort. Anscheinend wird hier unter dem Wasser gerade ein Tunnel repariert oder gebaut. Man konnte immer 30 Minuten in die eine Richtung und dann die nächsten 30 Minuten in die andere Richtung einspurig durch den Tunnel fahren.  Wir hatten Glück und haben die richtigen 30 Minuten erwischt. In dem Tunnel war es total nass und hat von der Decke geregnet. Da wir unter Wasser waren,  ein sehr merkwürdiges Gefühl.  In Leknes, dem nächsten Ort, haben wir seit langem mal wieder Ad Blue tanken können. Auf einer Küstenstraße haben wir abseits der Massen dann einen schönen nächsten Campingplatz gefunden. 

2026 Norwegen

Die südlichen Lofoten

Letzte Nacht war nichts für schwache Nerven.  Es hat geschüttet,  was vom Himmel kommen konnte.  Dazu Sturm mit Böen um die 70 kmh. Es hat gepfiffen und gewackelt ohne Ende.    Ich hatte Ohrenstöpsel in den Ohren und der Regen war trotzdem super laut auf dem Dach.  Die diesjährige Dichtigkeitsprüfung hat unser Womo jedenfalls hinter sich und bestanden.  Wir hatten auf 6 Uhr den Wecker gestellt,  da da endlich die Sonne rauskommen sollte.  Es hat immer noch geschüttet. Wir haben den Wecker anschließend stündlich verlängert, um 9 Uhr sind wir dann aufgestanden – es hat immer noch geregnet.  Danke an den Wetterbericht.  Der ist hier echt mal wieder nix wert… Nach dem Frühstück haben wir beschlossen,  dass da nur die Zimtschnecken helfen können und sind nochmal nach Å gefahren. Auf den Straßen war vom starken Regen überall Schotter und Geröll. Der Parkplatz in Å war wieder gut gefüllt,  die Zimtschnecken wieder fast ausverkauft. 

Aber: als wir aus der Bäckerei kamen,  haben wir seit drei Tagen die Sonne wieder gesehen. 

Wir sind die Stellen abgelaufen,  die wir vorgestern im Regen erkundet haben und alles sieht bei Sonne einfach so viel schöner und freundlicher aus.

Leider brachte aber nach wie vor einfach jede Wolke Regen mit sich. Wir haben uns vor der nächsten Wolke ins Womo geflüchtet und gewartet,  bis es wieder etwas aufklart. Trotz des starken Windes hat Andi die Drohne gestartet. Es ist faszinierend,  mit welchen Verhältnissen sie klar kommt und geniale Aufnahmen macht.  Allerdings hat es wieder angefangen zu regnen und wenn die Linse nass ist,  können die Aufnahmen auch nichts werden…

Nach der  leckeren Zimtschnecke sind wir weiter gefahren.  Es bringt ja auch nichts,  immer ewig auf die nächste Wolkenlücke zu warten. 

In Reine haben wir dann aber doch wieder den nächsten Regenschauer ausgesessen. Wir sind so froh,  dass wir das Womo und nicht nur ein Auto haben.  So kann man echt entspannter die Zeit vertrödeln, was aber trotzdem anstrengend ist. 

Unter einer Brücke ist ein Regenbogen entstanden, was wir so auch noch nie gesehen haben. 

Als der Regen kurz aufgehört hat, hat Andi spektakuläre Aufnahmen machen können. 

Den Versuch,  Reine noch per Fuß zu erkunden,  haben wir aufgegeben,  da es wieder geschüttet hat. 

Wir sind zu der Stelle,  wo wir letzte Nacht geschlafen haben und prompt kam die Sonne raus und hat einen tollen Regenbogen gezaubert. 

Über die Brücke ging es nach Hamnoy.

Von der Brücke aus sieht man ein sehr bekanntes Bild von den Lofoten.

Wir haben beschlossen,  weiter zu fahren und nicht noch eine Nacht hier zu verbringen.  Und das hat sich gelohnt.  Die Landschaft hat sich verändert, die Berge waren nicht mehr ganz so steil,  dafür wurde das Wasser an manchen Ecken türkis. 

Unser Platz für heute Nacht liegt an einem traumhaften Strand in Ramberg.  Wenn es nicht so kalt wäre,  könnte man glauben,  wir sind in der Karibik.

Vor allem genießen wir hier,  dass nichts los ist.  Wir stehen hier mit 2 anderen Campern am so einem Strand,  einfach nur toll.

2026 Norwegen

Regentage auf den Lofoten

Heute morgen war gegenüber gestern etwas mehr vom Berg hinter uns zu sehen.  Es hat immer noch etwas getröpfelt, aber nicht mehr so schlimm.  Wir haben unseren Platz gegen Mittag verlassen und sind schlappe 8 km weiter in Richtung Hamnoy gefahren.  Dort hat ein Stellplatz neu eröffnet an einer Stelle,  wo früher die typischen Trockengestelle für den Fisch standen.  Mit Womos lässt sich anscheinend mehr Geld verdienen als mit Stinkefisch. Ab morgen früh um 4 Uhr ist gemäß Wetterbericht Sonne gemeldet und da wollen wir schon an tollen Stellen sein. Unterwegs sind wir an einem Supermarkt vorbei gekommen,  der aber noch geschlossen war.  Da heute Pfingstsonntag ist, hat er zwar auf,  öffnet aber erst am Mittag.  Es hat den ganzen Tag vor sich hin geschauert und den ersten Versuch,  zum Supermarkt zu laufen,  haben wir am Nachmittag abgebrochen. Der Regen wurde uns durch den Wind ins Gesicht gepeitscht. Schön geht anders.

Gegen 16 Uhr den Versuch haben wir dann durchgezogen und die Bewegung hat trotz des ekligen Wetters gut getan. Und der Versuch hat die Hoffnung bestärkt,  dass sich morgen endlich die Sonne wieder zeigt.  Das Wasser hier scheint an manchen Stellen selbst bei dem Wetter schon türkis. Wie muss es dann nur bei Sonne leuchten?

Wir finden,  dass zwei komplette Regentage zum Ausruhen reichen und wir jetzt mal wieder die Sonne verdient haben!

2026 Norwegen

Å

Der heutige Tag stand unter dem Motto Ausruhen bei Dauerregen. Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir den Campingplatz um eine weitere Nacht verlängert und sind auf die Mission des Tages gestartet: Zimtschnecken im 5 km entfernten Å für einen abartigen Preis zu bekommen.  Eigentlich wären wir gerne mit dem Rad dorthin gefahren,  aber bei dem Wetter: nein danke.  Also sind wir mit dem Womo die kurze Strecke gefahren und haben uns dabei das erste Mal auf dieser Reise mit anderen Touristen konfrontiert gesehen.  2 Reisebusse standen auf dem Parkplatz und Führer mit bunten Fähnchen haben jeweils um die 50 Leute durch das kleine Örtchen geführt.

Wir sind auch ein bisschen durch die Gegend gelaufen und haben dabei die Pfahlbauten am Hafen bewundert. 

Bei schönem Wetter bestimmt ein Traum. Da es aber immer heftiger geschüttet hat,  sind wir zu der berühmten Bäckerei im Ort und haben fast die letzten Zimtschnecken des Tages erstanden. 

Das Schild,  das kurz hinter uns aufgebaut wurde, stand schon parat.

Und das um 13 Uhr mittags.  Eine Zimtschnecke hat schlappe 6 Euro gekostet,  dafür haben sie aber auch echt gut geschmeckt.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz kamen uns mehrere große Gruppen entgegen,  mittlerweile standen 5 Busse auf dem kleinen Parkplatz… Da es alles einheimische Busse waren,  liegt die Vermutung nahe,  dass mal wieder irgendwo ein Schiff liegt und die Leute durch die Gegend gekarrt werden. 

Zurück auf dem Campingplatz haben wir den Rest des Tages einfach nur gechillt.

2026 Norwegen

Über den Arktischen Kreis auf die Lofoten

Gestern war es den ganzen Tag total windstill. Um 23 Uhr war es, als hätte jemand einen Knopf gedrückt. Richtig heftiger Sturm hat uns durchgeschaukelt. Wir haben auf der Fahrt die Region mit Patagonien verglichen und der plötzliche Sturm hat echt dazu gepasst. Andi ist nochmal raus,  da der Himmel total cool aussah.

Dabei ist er ans Wasser gelaufen und hat die typisch norwegischen Stockfische gefunden,  die stinkend vor sich hin getrocknet sind.

Eine Stunde später war der Spuk vorbei,  wieder totale Windstille und plötzlich alles voller Wolken.  Da es hier nie ganz dunkel wird,  kann man das mitten in der Nacht sehen.  Wir haben gestern beschlossen,  heute nach Bodø zur Fähre zur fahren. Die nächsten Tage soll das Wetter bescheiden werden,  vor allem soll es aber stürmisch werden.  Und da wir keinen Bock haben,  seekrank zu werden,  wollen wir die Ruhe vor dem Sturm wenn möglich nutzen. Die Fähren um 12 und um 16 Uhr sind zwar online ausgebucht,  dort werden aber immer nur 50 % der Tickets zur Verfügung gestellt.  Wir wollen versuchen,  die 16 Uhr Fähre zu bekommen,  die in knapp 3,5 Stunden nach Meskenes auf den Lofoten übersetzt.  Dafür liegt aber noch einiges an Strecke vor uns. Wir sind um 8 Uhr gestartet und durchs teilweise winterliche Norwegen gefahren.  Manche Seen sind gerade dabei,  langsam aufzutauen.

Nach einigen vielen kurvigen Kilometern sind wir wieder auf die E6 gestoßen,  der wir weiter gen Norden gefolgt sind. Auf knapp 692 m Höhe  haben wir dann den arktischen Kreis erreicht. 

Schneebedeckte Berge um uns wurden von der Sonne angeleuchtet, herrlich. 

Andi hat sofort die Drohne gestartet und hat uns von oben verfolgt und dabei gefilmt.

Eine ganze Zeit sind wir wie auf einer Hochebene gefahren. 

Die Schneeschmelze hat die Flüsse ordentlich ansteigen lassen. 

Dann ging es wieder bergab und die Bäume wurden wieder grün.  Wir haben eine kurze Tankpause gemacht und sind gegen 15 Uhr in Bodø angekommen.  Man musste sich einreihen in „reserviert“ und „ohne Reservierung“. Also sind wir in die 2. Reihe ohne Reservierung und haben gehofft,  mitzukommen. Wir waren mal wieder auf der Webcam zu sehen. 

Ich hatte bei Google maps gesehen,  dass direkt am Terminal ein Thai Imbiss ist.  Dort habe ich uns etwas zu Essen geholt, während Andi im Womo gewartet hat.  Als ich mit Essen zurück kam,  wurde die Fähre bereits beladen. 

Und wir sind tatsächlich mitgekommen.  Unser Essen haben wir dann auf der Fähre gegessen. 

Bei Sonnenschein haben wir pünktlich um 16 Uhr Bodø verlassen. Die See war wie gehofft sehr ruhig. Von unterwegs haben wir direkt in Moskenes einen Campingplatz gebucht,  sodass wir von der Fähre nur die Straße überqueren müssen und da sind. Und das war dann auch eine gute Entscheidung.  Wir sind ganz am Anfang von der Fähre gefahren und in der langen Schlange auf den Lofoten dann einen Platz zu finden,  wäre blöd gewesen.  Zumal es pünktlich zu unserer Ankunft angefangen hat zu regnen. 

So soll das Wetter die nächsten Tage auch erstmal bleiben. Zeit für uns,  auch mal einen Gang runter zu schalten und etwas zu Chillen nach den vielen Eindrücken. Wir haben unser Ziel erreicht und freuen uns in den nächsten Tagen dann trotzdem über etwas Sonne.