2026 China

Pandas und blutende Ohren in Chengdu

Unser Morgen bestand heute aus einem Frühstückssaal, in dem gefühlte 200 Amerikaner um zwei Kaffeemaschinen herum standen, den ganzen Saal belegt und das Buffet leer gefuttert hatten.  Wir haben nach längerem Suchen einen Platz zum Sitzen gefunden, sind aber nach nem trockenen Croissant wieder aufs Zimmer geflüchtet und haben dort noch etwas gegessen.  Soweit zu dem super Frühstück,  das hier angeboten wird…

Um 8 Uhr sind wir zu unserem heutigen Highlight gestartet: den hier lebenden Riesenpandas. Wir haben uns so auf den Besuch gefreut und total gehofft,  dass wir sie auch aktiv und nicht nur schlafend sehen. Wir waren recht früh und es war noch nicht viel los.  Und wir hatten riesiges Glück.  Da es heute nicht so warm war und es geregnet hatte,  waren sie total aktiv. Gleich am Eingang saßen zwei,  die vor sich hingemampft haben. 

Sie ernähren sich von Bambus und man kann hören,  wie saftig er noch ist,  wenn sie reinbeißen. Ein Gehege weiter war eine Mutter mit 3 Jungen.  Und die sind herumgetollt und geklettert. Total süß. 

Wir haben als drauf gewartet,  dass einer tollpatschig von einem Gerüst runter fällt,  das ist aber nicht passiert.

In einem anderen Gehege sind zwei Jungtiere in die Bäume geklettert und haben sich zum Schlafen abgelegt. 

In einem anderen Bereich des Parks waren rote Pandas zu sehen,  die mindestens genauso süß waren…

Sie haben erst geschlafen, wurden dann gefüttert und somit aktiv. 

Außerdem lebt hier auch eine spezielle Affenart, die blaue Gesichter haben. Sie heißen Goldstumpfnasen und sind eine gefährdete Art. Ein männliches Exemplar hat sich besonders für die Kamera positioniert.

Kurz danach war der Kindergarten der Riesenpandas und drei kleine Geschwister haben miteinander auf einem Gerüst gebalgt.

Man konnte bei den ganzen Wollknäueln manchmal gar nicht erkennen,  welche Wolle zu wem gehört.  Zum Schluß saß noch ein großes Weibchen an der Seite und hat genüßlich am Bambus geknabbert. 

Gegen Mittag haben wir uns von den tollen Tieren getrennt und sind in die Stadt zum Essen gefahren.  Hier wurde wieder bestellt,  was für 5 Leute mehr gereicht hätte.  Irgendwie finden wir es richtig schade,  dass es von allem immer so riesige Portionen gibt,  die dann weggeschmissen werden.  Das Essen ist meistens echt lecker,  aber die Portionen einfach viel zu groß. Hier war die Besonderheit der Sichuan Pfeffer, mit dem die Gerichte gewürzt werden,  zusätzlich zum Chili.  Wir haben nur den Pfeffer gegessen und der hatte schon Power genug…

Weiter ging es zu einem Erlebnis,  das leider unsere Ohren zum Bluten gebracht hat,  was schade war,  denn eigentlich war es sehr interessant.  Wir sind zu einem kleinen unscheinbaren Gebäude gelaufen und haben uns in einem kleinen Theater wiedergefunden. Auf Bambusstülen wurden wir zwischen lauter alten Leuten in die 2. Reihe gesetzt und kaum saßen wir,  ging es auch schon los. 

Die Schauspieler kamen auf die Bühne und haben in den schrillsten Tönen eine Geschichte erzählt,  die wir leider nicht verstanden haben.  Es war wohl vergleichbar mit einer Oper,  denn die Chinesen haben den Text auch nicht verstanden.  Die Kostüme waren echt cool,  aber die Tonlagen nicht zum Aushalten.

Nach 30 Minuten sind wir mehr oder weniger geflüchtet,  da sich unser Kopf angefühlt hat,  als würde man mit Nadeln einstechen. Man konnte sich einfach nicht daran gewöhnen. 

Nächster Stopp war im People’s Park, wo wir in einem Teehaus eine Pause gemacht haben. 

Yolanda hat uns noch etwas über den Park erzählt,  worüber ich schon mal einen Bericht gesehen hatte und was ich nicht glauben konnte.  Also hat sie es uns gezeigt, denn hier gibt es eine Partnerbörse. Auf blauen Plakaten werben die Männer, auf rosa Plakaten die Frauen um eine Partnerschaft. 

Sie stellen sich vor,  wie alt und gross sie sind,  was sie beruflich machen,  welches Einkommen und welchen Besitz sie haben.  Ob sie gesund und versichert sind und was die Eltern  beruflich machen.  Auf Kästchen wird angekreuzt, ob man geschieden ist und schon Kinder hat.  Und man glaubt nicht,  was da los war.  So etwas hätte ich nie erwartet.  Manche Eltern saßen sogar mit Plakaten mit Bildern von ihren 30jährigen Söhnen da, um sie an die Frau zu bringen.  Unglaublich!!!

Interessant ist aber auch,  dass Chengdu die höchste Scheidungsrate in China hat.  Scheint also ein nicht allzu erfolgreiches Medium zu sein… Mit dem Auto ging es zurück zum Hotel,  wo noch eine spannende Aktion auf Andi gewartet hat.  Wir kommen die nächsten Tage nach Peking und dort ist es komplett verboten,  eine Drohne im Gepäck zu haben.  Also hat er heute die Drohne verpackt und an das Büro unseres Reiseveranstalters im Ort nach Peking versendet.  Wir hoffen absolut,  dass dies funktioniert.  Er hat die Drohne selber inkl. der Akkus und Steuerung ins Paket gemacht,  da er es bei Ankunft am Bahnhof sonst abgenommen bekommt.  Ich habe vorsichtshalber nochmal ein Bild von allem gemacht… Nach weit über einer Stunde kam Andi fix und fertig zurück.  Ohne Drohne,  aber mit einem Akku in der Hand,  der nicht mitversendet werden durfte.  Es war wohl ein längerer Akt,  bei dem Tutu wieder total hilfreich im Hintergrund,  Yolanda vor Ort zur Seite stand. Ohne die beiden hätten wir keine Chance gehabt.  Wir sind gespannt,  ob wir in ein paar Tagen die Drohne wieder sehen.  Und ob wir den Akku einfach mitnehmen oder hier lassen,  müssen wir noch überlegen…

2026 China

Mit dem Zug in die Pandastadt Chengdu

Als wir heute früh die Vorhänge geöffnet haben,  konnte man die Stadt unter uns kaum erkennen.  Es hat geregnet und alles war in Wolken gehüllt. Die Spitze vom Hochhaus nebenan war nicht zu erkennen.  Wir sind gemütlich frühstücken gegangen, denn unser Fahrer wollte uns um 11:30 Uhr abholen.  Dabei haben wir uns in einen eigentlich schon vollen Fahrstuhl dazu gequetscht, um in den 48. Stock zu kommen.  Da wir heute später waren, war in dem Frühstücksraum kaum noch etwas los.  7 Angestellte haben darauf gewartet,  etwas zu tun zu bekommen.  Es ist Wahnsinn,  wie viele Leute hier jeweils arbeiten.  Kein Vergleich zu uns,  wo ein Kellner für zig Tische zuständig ist.  Wir sind etwas früher losgezogen als nötig,  da wir nicht wussten,  wie lange wir am Fahrstuhl warten müssen.  Das ging erstaunlich schnell und so hatte ich noch Zeit,  ein Bild zu machen von etwas,  das für die Stadt typisch ist und bisher noch nicht vor unserer Linse gelandet ist.  Und das war die Basis für die Hot Pots, die man hier überall kaufen konnte. 

Durch den Regen ging es an den Bahnhof.  Dabei haben wir mitbekommen,  dass wir vorgestern am größten Bahnhof Chinas angekommen sind.  Abfahren tun wir von einem Kleineren.  Dafür sind wir wieder auf den engen steilen Straßen unterwegs gewesen.  Dies ist eine Stadt,  wo wir definitiv froh sind,  auf der Rückbank zu sitzen! Ca.  40 Minuten ging es zum Bahnhof und dabei nur durch Hochhäuser.  So kann man die echte Dimension dieser Stadt überhaupt erstmal greifen.  Am Bahnhof angekommen,  wurden wieder unsere Pässe und unser Gepäck gecheckt und erstmalig mussten wir auf der Powerbank das CCC Zeichen nachweisen,  das hier Vorschrift ist.  Andi sei Dank hatte das unsere neue Powerbank. Die Züge auf der Anzeige waren für das deutsche Auge sehr ungewöhnlich,  da sie alle pünktlich waren.

Da wir noch Zeit hatten und wieder Mittagszeit war,  haben wir wieder McDonald’s aufgesucht.  Irgendwie fahren wir immer mittags Zug und haben an den Tagen kein Essen dabei.  Und da es an den Bahnhöfen sonst sehr interessante Dinge zu essen gibt,  ist uns mit McDonald’s eine Fahrt in der ersten Klasse und nicht auf dem Klo sicher… Die Fahrt für die 300 km hat knapp eine Stunde gedauert und an der ersten Haltestelle sind wir schon in Chengdu angekommen.  Wieder Passkontrolle und dahinter unser neuer hibbeliger Guide namens Jolanda. Sie hatte Andi schon vorher per WeChat kontaktiert und hat auf der Fahrt ins Hotel ohne Punkt und Komma geredet. Sie ist der 4. Guide auf dieser Reise,  alle waren bisher total nett,  aber auch sehr unterschiedlich.  Wir sind uns einig,  dass diese Reise davon lebt, die unterschiedlichsten Menschen kennen zu lernen,  aber auch nicht 30 Tage mit ihnen unterwegs zu sein.  Außerdem ist es sehr cool,  alle paar Tage Willkommensgeschenke zu erhalten:-).

Chengdu hat 25 Mio. Einwohner und 8 Mio. Autos. Abgeholt wurden wir mit einem VW Passat, der innen mal ziemlich anders aussah als bei uns. Hier ist es wieder flach,  weshalb uns das Navigieren wieder leichter fallen sollte.  Chengdu hat 4 große Bahnhöfe und 2 internationale Flughäfen.  Dimensionen,  die in Deutschland nicht greifbar sind.  Im Hotel angekommen,  haben wir uns kurz ausgeruht  und sind dann in die Shoppingmall nebenan gegangen.  Andi hat einen Pulli bei Jack & Jones gefunden und das war echt ein lustiges Einkaufserlebnis. Die beiden Angestellten waren gleich gekleidet und sind mit ihrem Übersetzer herum gelaufen.  Sie haben uns Wasser angeboten und waren super freundlich. In den Umkleiden standen Schlappen, damit man nicht auf dem Boden stehen muss. 

Sie haben Andi auf Rabatte hingewiesen,  so dass er beim Einkauf ordentlich gespart hat.  Nach der Zahlung haben sie die Tüte um die Kasse herum gebracht und sie Andi übergeben,  nicht einfach hingelegt.  In der Mall war eine ganze Etage für Kinder.  Bereiche,  wo sie spielen können,  Bereiche,  wo Eltern lernen sie zu wickeln und mit Schwimmbecken. Total irre.

Ein Zug ist die ganze Zeit auf der Etage im Kreis gefahren und die Kids konnten mitfahren. 

Auch VW hatte ein Geschäft gemietet und ein Modell vorgestellt,  das es bei uns nicht gibt und das wir auf der Straße auch noch nicht gesehen haben.

In einem Supermarkt wurde es wieder interessant.  In der Meeresfrüchteabteilung konnte man selber sein Essen fischen. 

Zurück im Hotel hat in der Lobby ein Roboter eine kleine Tanzvorführung gezeigt. Irgendwie alles total verrückt…

Leider haben wir nicht einen einzigen Hinweis darauf gesehen,  dass wir in der Panda-Stadt schlechthin sind.  Morgen früh um 8 Uhr starten wir unsere Tour und sehen hoffentlich ganz viele…

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Chongqing Tag 2

Heute früh war die Challenge schlechthin,  mit dem Fahrstuhl aus dem 44. in den 48. Stock zum Frühstücken und dann wieder in den 44. Stock zu kommen.  Nachdem wir 10 Minuten auf den Aufzug gewartet haben,  haben wir gefragt,  wo das Treppenhaus ist.  Wir wurden durch die Küche geführt und haben uns in einem stockdunklen Treppenhaus wiedergefunden.  Mit Taschenlampen sind wir dann 4 Etagen runter gelaufen,  nur um dann vor einer verschlossenen Tür zu stehen.  Also wieder hoch.  Im 45. Stock war die Tür offen,  so dass wir wieder in den Gastbereich gekommen sind.  Dann hieß es wieder 10 Minuten warten,  um von der 45. in die 44. zu kommen.  Wir haben Ann erstmal Bescheid gegeben,  dass wir später kommen… Nach einer weiteren ewigen Wartezeit sind wir dann im Erdgeschoss angekommen und haben unsere heutige Tour gestartet. 

Als erstes ging es zu einem Markt,  auf dem geschäftiges Treiben war.  Ein Teil des Marktes war unter freiem Himmel, ein anderer Teil in einem mehrstöckigen Gebäude. 

Hier gab es alles: von Fröschen über Schildkröten bis hin zu Gemüsesorten, die wir noch nie gesehen haben.  Echt interessant… Der Fahrer hat uns eingesammelt und zum Arhat-Tempel gebracht.  Von außen sah er nicht sonderlich groß aus. 

Wir haben beschlossen,  rein zu gehen und das hat sich gelohnt. Der Tempel ist über 1.000 Jahre alt.

Er war echt groß und sehr beeindruckend.  Hinter den geschwungenen Dächern kamen die Wolkenkratzer zum Vorschein und die einzelnen Häuser und Räume waren voller Kunst. 

Mit dem Auto ging es zu dem imposanten Gebäude Raffles City, das 2019 eröffnet wurde. Die 8 Wolkenkratzer sind oberirdisch miteinander verbunden,  unterirdisch befinden sich 5 Etagen Shoppingcenter. Es erinnert an das Marina Bay Sands in Singapur und wurde vom gleichen Architekten entworfen. Man kann Wohnungen erwerben zu einem m2 Preis von 2.600 Euro, für uns also ein Schnäppchen.

Außerhalb befinden sich einige Aussichtsplattformen, denn das Gebäude steht auf der Spitze der Halbinsel, wo der Jialing-Fluss in den Yangtze fließt.

Auf vielen Stufen kann man durch ein großes Eingangstor in Richtung Wasser hinunter laufen.  Und wohin man schaut,  riesige Wolkenkratzer,  in denen Menschen übereinander gestapelt werden.

Die nächsten Meter wurden wir wieder ins Auto geladen und an einem bekannten Ort namens Honyadong wieder rausgeworfen.  Hier ist jeden Abend die Hölle los,  wenn die Lichter angehen.  Im Hellen ist der erst 2006 gebaute Bereich nicht wirklich spannend. 

Wir sind heute so viele  Fahrstühle wie noch nie gefahren. Und dabei sind die Ebenen so verrückt.  Auch hier sind wir in Level 2 nach oben auf Level 8 und dann noch ne Rolltreppe hoch,  um auf der Straße wieder rauszukommen. Obwohl wir unten ja ebenerdig rein gegangen sind.  Wenn man nicht weiß,  wo man die Fahrstühle findet und wo man wieder aussteigen muss,  verirrt man sich komplett.

Unser nächstes Erlebnis hieß Hot Pot Essen und das in einem der unzähligen ehemaligen Luftschutzbunker. Sie sind in der ganzen Stadt verteilt und haben zeitweise Schutz für 600.000 Menschen im 2. Weltkrieg gegen die Bombardierung Japans geboten.  Vor einigen Jahren wurden sie ins tägliche Leben überführt und so waren wir genau in so einem Bunker essen. 

Hot Pot heißt aber auch scharf und so hat es uns die Luft verschlagen, als wir den Bunker betreten haben.  Der Bunker war riesig und wir haben uns ein abgelegenes Plätzchen gesucht,  wo wir wieder atmen konnten. 

In den Tischen sind Mulden für die Pots. Man bestellt sich die Zutaten,  die man gerne essen möchte und kocht sie dann. Echt ein Erlebnis.

Allerdings hatten wir uns die nicht scharfe Variante aus Tomate und Pilzen bestellt.   

Nach dem Essen sind wir in einen Bereich gelaufen,  wo bis vor einiger Zeit noch Leute gewohnt haben.  Sie wurden in moderne Appartements umgesiedelt und heute sind überall Shops und die Touristen laufen durch die Straßen. 

Auch hier ging es wie gestern wieder diverse Treppen hoch und runter und man konnte über die Dächer auf Aussichtspunkte gehen. An den Wegen gab es wieder die unterschiedlichsten Dinge zu bestaunen. 

In einer Gasse wurde anscheinend ein Straßenfest aufgebaut und ein riesiges Bierzapfkarussell stand in der Mitte.  Oben liefen wie an der Börse die Bierpreise durch.  Echt lustig.

Wir waren mit der Führung durch und sind noch ein bisschen shoppen gegangen. Dabei hatten wir das Erlebnis,  dass es bei den Geschäften auf der Straße total chaotisch und basic zugeht.  Um unser Hotel herum sind aber mindestens 3 riesige Shoppingmalls, in denen alles total clean ist und wo man die großen globalen Marken findet.  Und dann geht man auf die Straße und das Chaos hat einen wieder.  Wie zwei Welten durch eine Tür getrennt. Wir haben im Hotel nach knapp 15.000 Schritten eine Pause eingelegt und irgendwie wurde aus der Pause das Ende des Tages,  weil es doch ganz schön viele Eindrücke sind,  die zu verarbeiten sind.  Und den ganzen Tag durch die Stadt laufen sind wir sowieso nicht gewöhnt…

2026 China

Chongqing

Nach einer kurzen Nacht ging es heute um 7 Uhr zurück nach Zhangjiajie.  Von dort fuhr um 9.55 Uhr der Zug nach Chongqing,  der Mega-City, auf die wir sehr gespannt waren.  Erstmal führte die Strecke aber über die wieder leere Autobahn. Die ganzen Busse und LKWs hier haben auf der Rückseite zusätzlich zum Nummernschild ihr Kennzeichen fett aufgedruckt.  Dies ist für die Überwachungskameras besser lesbar,  verhindert aber auch,  dass mal schnell Kennzeichen gewechselt werden,  um die teure Maut zu umgehen.  Dies war in der Vergangenheit wohl nicht selten der Fall. Viel zu früh waren wir am Bahnhof und haben endlich einen Kaffee bekommen.  Dann hieß es 1,5 Stunden warten.  Auch hier durfte man erst wieder ca.  15 Minuten vor Abfahrt des chinesischen Zuges an den Bahnsteig.  Die Leute haben in der Wartehalle gewartet,  bis ihr Zug geboardet wurde.  Wir müssen immer durch die Station,  wo Personal steht, während die Einheimischen durch automatische Schranken gehen können.  An der Anzeige ist jeder Zug mit einer Farbe gekennzeichnet.  In unserem Fall heute grau.  Da wir im Waggon 5 sitzen,  müssen wir am Bahnsteig also bei der grauen Markierung mit einer 5 drauf warten.  Und dann hält der richtige Wagen direkt vor einem.  Schon gut gemacht.  Die knapp 2 stündige Fahrt haben wir wieder genutzt,  um unserem bisherigen Filmmaterial Herr zu werden.  Dabei sind wir mit 300 kmh sehr viel in Tunneln unterwegs gewesen und hatten nur einen Stopp. 

Pünktlich um 12.07 Uhr sind wir in Chongqing angekommen und wurden von einem neuen Guide und Fahrer in Empfang genommen.  Dabei hatten wir erstmals eine Frau namens Ann als Guide.  Mit dem Auto ging es durch ewig lange Tunnel in Richtung Stadt.  Dabei hat der Fahrer mit der chinesischen Navi-App AMap navigiert und da haben wir verstanden,  warum hier keiner google maps braucht.  Das Navi hat angezeigt,  wie lange die Ampelschaltung vor einem noch rot oder grün ist.  Selbst im unterirdischen Parkhaus hat es die Etagen und Wege erkannt. Chongqing ist eine Stadt im Südwesten Chinas, die am Zusammenfluss von Jangtsekiang und Jialing-Fluss liegt. Das gesamte Verwaltungsgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 82.403 km² und ist somit fast so groß wie Österreich.  Es beheimatet über 32 Millionen Menschen und ist die größte Stadt der Welt nach administrativen Stadtgrenzen. Aufgrund ihrer Lage in einer ausgeprägten Berglandschaft ist die Metropole für ihre vertikale Architektur bekannt. Da sich Verkehrswege und Gebäude über steile Berghänge erstrecken und traditionelle Vorstellungen von Stockwerken auflösen, wird sie oft als 8D- oder Cyberpunk-Stadt bezeichnet. Navigations-Apps stoßen hier aufgrund der extremen Höhenunterschiede oft an ihre Grenzen.

Unser erster Stopp war am Ufer der Yangtse. Von hier aus hatte man einen coolen Blick auf die Stadt. 

Mit der Cable Car ging es über den Fluss auf die andere Seite. Bevor die mittlerweile 40 Brücken gebaut wurden,  war sie ein wichtiges Fortbewegungsmittel für die Einheimischen.  Mittlerweile fahren fast nur noch Touristen mit. 

An der Station wurden wir wieder vom Fahrer eingeladen und in unser Hotel gebracht.  Im 48. Stock befand sich der Empfang vom Hotel, unser Zimmer im 44. Stock.  Der Blick war überwältigend.

Wir haben uns kurz dünnere Klamotten angezogen und sind zu unserer Stadtführung losgezogen. Dabei sind wir zur ehemaligen Stadtmauer gefahren worden,  von wo aus es zu Fuß weiter ging. 

Uns hat eine Stadt erwartet,  die wir nicht erwartet haben.  Enge Straßen, Bäume, die sich an der Mauer festgeklammert haben und lauter kleine Geschäfte.

Im ehemaligen französischen Viertel stand früher eine Kirche, die heute zerfallen ist.  In den ehemaligen Gemäuern sind kleine Kaffees entstanden und der Raum wird weiter genutzt. 

In der ehemaligen alten Grundschule sind kleine Shops,  die selbstgemachte Dinge verkaufen,  entstanden.  Total schön. 

Über unzählige Treppen und Brücken sind wir von einer Dachterrasse zur nächsten gelaufen und hatten traumhafte Blicke auf die Skyline. Hier wären wir alleine nie hingekommen. 

In einem kleinen Kaffee in einem Innenhof haben wir eine Pause gemacht.

Einige tolle Gassen später hat uns der Fahrer wieder eingeladen und uns durch den Stadtverkehr zur berühmten Liziba Station gebracht.  Hier war die Hölle los,  angeblich war es heute aber ruhig.  Die Bahn kam und ist in den Gebäudekomplex eingefahren.  Das Haus hat 19 Stockwerke und die Stockwerke 6-8 gehören der Bahn.  Wir haben erfolglos versucht,  das Bild zu machen,  wo die Bahn einem in den Mund fährt.  Im wahrsten Sinne des Wortes habe ich es nicht geschafft,  genau diesen soweit aufzureißen, dass der Zug hinein gepasst hätte…

Wir sind mit dem Aufzug zur Station hochgefahren und dann mit dem Zug 5 Stationen.  Das irre daran war die Tatsache,  dass wir im 8. Stock in den Zug eingestiegen sind und 5 Stationen weiter unzählige Rolltreppen nach oben nehmen mussten, um aus dem Untergrund raus zu kommen.   Daran hat man erkennen können,  wie bergig die Stadt ist.  Herausgekommen sind wir am nächsten Highlight. Wir sind auf eine Plattform gelaufen,  auf der wir auf dem Dach des 11. Stocks waren. 

Übergänge haben in ein anderes Gebäude geführt und dort in den 22. Stock. Man hat tief in die Straßenschlucht nach unten schauen können und die Autos dort kamen einem winzig vor. 

Und dann haben wir die Plattform auf der anderen Seite verlassen und sind auf der Straße gelandet.  Hier ist man echt aufgeschmissen,  wenn man sich nicht auskennt…  Entlang von unzähligen Freßbuden, an denen die Leute Schlange standen,  sind wir durch die dunkler werdende Stadt gelaufen.  Hier gibt es sehr viele Hot Pot Restaurants und man kann die scharfe Paste überall zum Mitnehmen kaufen.  In großen Gefäßen wird das Essen in den Restaurants gekocht. 

Mitten in der Stadt liegt das Kunstmuseum,  das durch seine Architektur heraus sticht. 

Ziemlich platt von dem langen Tag haben wir uns von Ann verabschiedet und sind etwas Essen gegangen.  Dabei haben wir schon einen Vorgeschmack auf unser nächstes Ziel bekommen: die Pandastadt Chengdu.

Nach 13 Stunden auf den Beinen haben wir beschlossen,  den Tag zu beenden.  Wir haben morgen und übermorgen vormittag noch hier und unsere Füße wollten nicht mehr. 

2026 China

Furong Town

Der Blick heute früh aus dem Fenster war eine Bestätigung für uns,  nicht noch einmal losgezogen zu sein.  Die Berge waren noch krasser mit Wolken verhangen als die letzten Tage und die Leute sind mit Regenschirmen durch die Gegend gelaufen.  Wir haben das Frühstück im Hotel ausfallen lassen (außer ner Tasse Kaffee und nem trockenen Toast gab es für uns auch nichts) und sind zum Osteingang des Parks gelaufen.  Dort hatten wir vorgestern ein Starbucks gesehen.  Hier zeigt sich wirklich,  wie unnütz Google maps ist,  wenn es nicht mit Daten gefüttert wurde. Unser Hotel existiert dort nicht,  genau wie der Fluss direkt vorm Hotel. Zum nächsten Starbucks wird eine Strecke von 1.400 km angezeigt,  obwohl es nur 700 m sind. Wir sind die 700 m gelaufen,  haben dabei den Fluss auf dicken Felsen überquert und im Starbucks gefrühstückt. 

Andi hat währenddessen angefangen,  Google maps mit Informationen zu füttern.  Auf dem Weg zurück zum Hotel haben wir eine Frau am Wasser sitzen und ihre Wäsche waschen sehen.  Ein Bild,  das wir in der letzten Woche schon öfter gesehen haben. 

Da wir vereinbart hatten,  heute erst um 13 Uhr weiter zu fahren,  haben wir die Zeit genutzt,  um schon mal Videos zu schneiden.  Wir haben etwas Angst vor den Mengen an Material,  die in den nächsten Monaten zusammen kommen werden.  Je früher wir sie bearbeiten,  umso einfacher wird es. 

Unser Ziel für heute heißt Furong Town.   Ca.  1,5 Stunden dauerte die Fahrt dorthin.  Dafür haben wir wieder die Autobahn genutzt,  über die wir mit 100 kmh gecruist sind.  Sie war total leer,  ein paar wenige LKWs waren unterwegs,  andere Autos so gut wie gar nicht..

An den Tankstellen haben wir gesehen,  dass ein Liter Benzin ungefähr 1,13 Euro kostet, da kann man neidisch werden.  Auf dem Land ist die Quote der Verbrenner noch deutlich höher als in Guilin.  Aber neue Autos sind hier fast nur Elektroautos.  In Furong angekommen,  haben wir in einem absoluten Luxushotel eingecheckt. Im Eingangsbereich war ein Teezimmer, wo über den Tisch Wasser lief und in einem Wasserfall in einen Behälter fiel.

Wir hatten ein Schlafzimmer,  ein Zimmer mit einer riesigen Badewanne und einem Tisch für eine Teezeremonie, aber das Highlight war die Toilette. 

Die hat die Außentemperatur gemessen und dann den Sitz auf Körpertemperatur hoch geheizt. Ansonsten hatte sie einige lustige weitere Funktionen,  die im krassesten Gegensatz zu den sonstigen Stehklos hier standen.  Eine Fernbedienung lag neben dem Klo…

Wir hatten uns für 18 Uhr mit unserem Guide verabredet, da er meinte,  der Ort wird erst im Dunkeln interessant.  Nicht für uns,  denn wir ticken im Supermarkt hier schon aus.  Und davon war einer direkt neben dem Hotel.   Also nach ner kurzen Pause nix wie in den Supermarkt.  Und das war der erste richtige Supermarkt,  den wir hier gesehen habe.  Interessant war,  was man alles unverpackt kaufen konnte.  Mit Reis hatten wir gerechnet.  Aber dass auch Mehl in allen Varianten unverpackt zur Verfügung steht,  damit hatten wir nicht gerechnet.   

Und unsere Heimat war auf Weinflaschen auch ein bisschen wieder zu finden. 

Wir haben uns ein bisschen abgepackte Waffeln und andere Gebäckteile geholt und haben uns an der Kasse angestellt.  Die Kassierein hat uns auf einem Pappschild auf englisch gezeigt,  dass wir die Teile erst wiegen lassen müssen.  Also bin ich zu der Dame an der Waage,  die alles gewogen, nochmal in Plastik verpackt und mit den Aufklebern beklebt hat.  Ich hatte einen Snack aus getrockneten Erbsen, den ich probieren wollte.  Die waren so leicht,  dass ich 4 Packungen kaufen musste,  weil erst bei der 4. Packung ihre Waage angeschlagen hat.  Das ganze Zeug hat dann mit zusätzlich 2 Dosen Bier und einer Cola 3 Euro gekostet… Um 18 Uhr sind wir dann zum Eingang der historischen Stadt gegangen,  für die man mal wieder Tickets brauchte.  Wieder Ausweise raus und auf die Tickets warten.

Furong bedeutet Lotus. Der Ort hieß früher anders,  nach einem Film namens „der Lotus“, der dort gedreht wurde,  wurde der Ort umbenannt.

Heute bekommt er viel Aufmerksamkeit durch Instagram & Co. Genau darüber sind auch wir darauf aufmerksam geworden.

Der Ort ist über 2.000 Jahre alt und einige Gebäude auch.  Er liegt oberhalb eines Wasserfalls, der sich mitten im Ort ergießt.  Momentan ist Trockenzeit, daher führt er wenig Wasser. 

Man kann hinter dem Wasserfall entlang laufen.  Während der Regenzeit ist der Weg überflutet und gesperrt.  Wir sind viele Stufen bergauf gelaufen und auf die Dachterrasse eines Restaurants gegangen. 

Von hier aus hatte man einen traumhaften Blick auf die Stadt.  Mittlerweile waren die Lichter angegangen und man wusste gar nicht mehr,  wo man hinschauen sollte.  Reizüberflutung pur.  Andi hat die Drohne ausgepackt und sich in die vielen blinkenden Lichter der anderen Drohnen eingereiht. 

Wir haben auf der Terrasse etwas gegessen und die Aussicht genossen.  Es hat uns mit den Kameras aber wieder ins Geschehen gezogen. 

Die Häuser waren so traumhaft schön.  Hier leben noch ein paar alte Leute. 

Ansonsten sind in den Gebäuden Shops,  Restaurants und Hotels untergebracht. 

Überall waren die kostümierten Frauen wieder mit ihren Fotografen unterwegs,  was bei der Kulisse auch echt kein Wunder war. 

Wir konnten uns selber nicht satt sehen.  Das ist so ein typischer Ort,  wo man Instagram dankbar sein kann,  dass er einem gezeigt wurde und der in Wirklichkeit noch toller ist.