Heute wollen wir eine der beiden hohen Passstraßen in Rumänien fahren. Wir hatten ja die ganze Zeit gebibbert, ob wir sie überhaupt fahren können, da sie mehrere Monate im Jahr aufgrund des Schnees gesperrt ist und offiziell erst im Juli öffnet. Und vor 2 Wochen lag dort auch noch Schnee. Aber vor ein paar Tagen, am 6.6. hat sie geöffnet. Die Navis sagen einem zwar, dass sie noch zu ist, aber die offiziellen Seiten und Webcams zeigen etwas anderes. Und den Weg werden wir auch ohne Navi finden. Da heute der Dienstag nach Pfingsten ist, hoffen wir, dass nicht so viel los ist wie letztes Wochenende. Wir werden den Pass von Süden her befahren und hier hat sich heute morgen ein bedeckter Himmel gezeigt. Die Webcams haben von oben aber Sonne gezeigt und da die Straße auch den Beinamen „Straße durch die Wolken“ heißt, kann man wohl froh sein, wenn nicht alles komplett dicht ist. Seit längerem haben wir heute mal wieder lange Jeans angezogen, denn dort oben wird es bestimmt frisch werden. Und so sind wir gestartet, auch im Hinterkopf ein klein wenig die Hoffnung, vielleicht einen Bären zu sehen und nicht nur die Hinweisschilder.

Und wir waren sowas von Baff. Beim ersten Bären waren wir so überrascht, dass ich prompt vergessen habe, zu bremsen. Insgesamt haben wir bis zum Pass 7 Bären gesehen, die allesamt am Straßenrand darauf gewartet haben, dass sie etwas zu Fressen bekommen.

Ein recht junger Bär hat mit einem der Pöller gespielt, von denen wir immer dachten, dass sie recht fest sind. Er hat das Teil herum gedrückt, als sei es weiches Gummi und dabei deutlich gezeigt, dass er kein Kuscheltier ist.

Die Straße ist immer weiter angestiegen und wir haben die Baumgrenze hinter uns gelassen. Leider hat sich der erhoffte Sonnenschein nicht gezeigt. Dafür hat die Straße gezeigt, warum sie ihren Namen mit den Wolken trägt.

Wir haben in einer Parkbucht gehalten und da wir Hunger hatten, habe ich eine Portion Nudeln gekocht. Das ist einfach das coole am Womo. Man hat immer alles dabei und es ist egal, wo man gerade steht. Tatsächlich ist das beim Kochen das einzig wichtige, dass man gerade steht, sonst rutscht der Topf vom Herd…

Vorbei an Wasserfällen ging es bis auf den Pass, den man durch einen Tunnel überquert.

Direkt dahinter gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz am Balea See. Da es wolkig war, sind wir noch ein Stück weiter gefahren und sind bei dem Panorama herausgekommen, das wir immer auf der Webcam gesehen haben. An der Straße war eine kostenlose Parkbucht und plötzlich waren wir mitten im Bild der Webcam.

Und hier sind wir erstmal stehen geblieben. Andi hat mehrere TimeLapse-Aufnahmen gemacht, da man von hier echt einen tollen Blick hatte und die rote Gondel auch immer durch das Bild gefahren ist.

Am späten Nachmittag sind wir zum Balea See gelaufen, der im einen Moment voller Wolken und im nächsten Moment in der schönsten Sonne lag. Dass wir gestern noch bei 30 Grad geschwitzt haben, war nicht vorstellbar. Gerade kamen wir uns vor wie in Norwegen und nicht in Rumänien.

Wir haben ein paar Palatschinken gegessen und darauf gewartet, dass der Himmel richtig aufklart, was kurz danach auch der Fall war.

Wir sind zurück zum Womo. Mittlerweile war so wenig auf der Straße los, dass wir auf der anderen Seite des Passes runter gefahren sind und Andi uns mit der Drohne verfolgt hat.

Wir sind bis etwas oberhalb der Talstation der Seilbahn gefahren. Andi konnte mit der Drohne noch zu einem Wasserfall fliegen, der sonst nur von der Seilbahn aus zu sehen ist.

Anschließend sind wir umgedreht und sind zurück auf unseren vorherigen Platz gefahren.

Wir haben beschlossen, heute Nacht hier auf dem Berg zu schlafen und morgen die Strecke wieder zurück in Richtung der Transalpina, der nächsten und noch etwas höheren Passstraße zu fahren. Wir sind total glücklich, dass wir das Erlebnis haben durften. Die Straße hat an die Trollstigen in Norwegen erinnert, die aber nur 850 m hoch ist. Wir sind hier über 2000m hoch.
