2026 Thailand und Kambodscha

Die große Runde

Um 11 Uhr sind wir heute von Chhon, unserem Tuktuk Fahrer, der uns auch schon die ersten beiden Tage gefahren hat,  abgeholt worden.  Vorbei an den Tempeln,  die wir vorgestern besucht haben,  ging es durch das Nordtor, vor dem wir mit ihm ein Bild gemacht haben. Nachdem es gestern geregnet hat, hatten wir heute traumhaftes Wetter.

Der erste Tempel heute war der Preah Khan (Heiliges Schwert).

Er ist eine der größten und faszinierendsten Tempelanlagen im Angkor Archaeological Park. Die weitläufige, flache Anlage wurde 1191 von König Jayavarman VII. zu Ehren seines Vaters errichtet und liegt nordöstlich von Angkor Thom.

Ähnlich wie der berühmte Ta Prohm ist Preah Khan teilweise der Natur überlassen worden, bietet jedoch durch seine enorme Größe ein deutlich ruhigeres und mystischeres Erlebnis abseits der großen Touristenströme. Wir haben hier 1,5 Stunden verbracht und hätten noch länger bleiben können.

Im zentralen Allerheiligsten steht ein erhaltener Stupa. Wenn man sich im richtigen Winkel positioniert, fällt ein Sonnenstrahl durch eine Öffnung in der Decke genau auf die Spitze des Stupas, sodass es aussieht, als würde dort eine Kerze brennen. Leider haben wir dies nicht hinbekommen. 

Die Halle der Tänzerinnen ist ein wunderschöner zeremonieller Hof, dessen Wände über und über mit kunstvollen Reliefs tanzender Apsaras (himmlischer Nymphen) verziert sind.

Unsere nächste Station,  der nördliche Baray, im Deutschen auch als Nördliches Wasserreservoir bekannt, ist ein künstlich angelegtes Staubecken.

Dieses Becken wurde im späten 12. Jahrhundert unter dem Khmer-König Jayavarman VII. errichtet. Es wird auch als Baray von Preah Khan bezeichnet, da es sich direkt östlich des Tempels Preah Khan befindet. Das Reservoir erstreckt sich über eine Fläche von fast drei Quadratkilometern und besaß ursprünglich eine Kapazität von annähernd neun Millionen Kubikmetern Wasser.


Das bemerkenswerteste Merkmal des Nördlichen Baray ist die künstliche Insel in seiner exakten Mitte.

Auf dieser Insel steht der Tempel Neak Pean, eine einzigartige religiöse Anlage, die inmitten eines zentralen Beckens liegt, das von kleineren Pools umgeben ist. Anders als die anderen Tempel kann man diesen nicht betreten.

Die gesamte Struktur des Tempels und des Baray diente nicht nur der praktischen Wasserregulierung der antiken Stadt, sondern trug auch eine tiefe symbolische Bedeutung. Der Komplex stellte eine irdische Nachbildung des mythologischen, heilenden Himalaya-Sees Anavatapta dar. Nach einer langen Phase des Austrocknens wurden ab dem Jahr 2007 Restaurierungsarbeiten durchgeführt, um das historische Staubecken wieder mit Wasser zu füllen.

Der Ta Som Tempel war unser nächstes Ziel. Dieser ist ein charmantes, kompakteres buddhistisches Heiligtum aus dem späten 12. Jahrhundert.

Erbaut von König Jayavarman VII. und seinem Vater Dharanindravarman II. gewidmet, besticht die Anlage im klassischen Bayon-Stil durch ihre geheimnisvollen Gesichtertürme und eine entspannte, deutlich ruhigere Atmosphäre als bei den bekannteren Nachbartempeln. Außer uns waren noch 4 weitere Leute da.

Die Tuktuk Fahrten zwischen den Tempeln waren immer eine richtige Erholung,  da wir durch den Fahrtwind immer wieder ein bisschen getrocknet sind.  Der Östliche Mebon, der nur eine kurze Fahrt entfernt liegt, ist ein faszinierender hinduistischer Tempelkomplex aus dem 10. Jahrhundert.

Er wurde im Jahr 953 n. Chr. unter König Rajendravarman II. zu Ehren seiner Eltern erbaut und dem Gott Shiva geweiht. Einst erhob sich das prächtige Bauwerk auf einer künstlichen Insel inmitten des heute vollständig ausgetrockneten, riesigen östlichen Baray-Reservoirs und war in seiner Blütezeit ausschließlich per Boot erreichbar. Uns haben hier vor allem die riesigen Elefantenstatuen fasziniert. 

Zurück am Parkplatz haben wir über das tägliche Leben einfach nur wieder gestaunt.  Zwei Tuktuks sind an uns vorbei gefahren.  Das eine war bis oben voller Matratzen und das andere hatte massive Betten geladen. Die Fahrer waren Händler,  die in die angrenzenden Dörfer fahren und dort ihre Ware verkaufen.  Nix Ikea in Kisten verpackt… Tatsächlich schlafen hier echt viele Menschen in ihren Shops in Hängematten, nicht in Betten.  Abends wird die Ware an die Seite geräumt und die Hängematte aufgehängt. 

Beim Pre Rup Tempel wollten wir eigentlich den Sonnenuntergang schauen, haben uns aber umentschieden. Besucht haben wir ihn trotzdem.  Der Pre Rup ist ein monumentaler hinduistischer Tempelberg.

Er wurde im Jahr 961 oder 962 n. Chr. unter der Herrschaft von König Rajendravarman II. als dessen offizieller Staatstempel geweiht und dem Gott Shiva gewidmet. Als klassische Tempelpyramide repräsentiert die Architektur den heiligen Berg Meru, das Zentrum des Universums in der hinduistischen Mythologie.

Pre Rup gilt als das herausragendste und größte Backsteinmonument der Angkor-Ära. Die Anlage besticht durch ein harmonisches Zusammenspiel verschiedener Materialien, das sich deutlich von den rein grauen Sandsteintempeln späterer Jahrhunderte abhebt.

Gegen 16 Uhr sind wir zu unserem letzten Punkt für heute gefahren.  Ca.  15 Minuten sind wir bergauf auf genau die einzige Erhebung hier in der Gegend gelaufen, auf der der Phnom Bakheng Tempel liegt.  Hier gibt es wohl oft Beschränkungen,  da zu viele Leute zum Sonnenuntergang schauen her kommen.  Daher sollte man früh da sein.  Andi hat sich gleich eine Stelle gesichert,  von der aus er einen Blick auf Angkor Wat hatte. 

Der Sonnenuntergang hat sich leider wieder sehr bedeckt gehalten, allerdings konnten wir vorher noch einen tollen Regenbogen sehen. 

Viele Leute sind daher frühzeitig wieder vom Berg hinunter gelaufen. Trotz des fehlenden eigentlichen Untergangs hatte man trotzdem einen tollen Blick.

Im Dunklen sind wir wieder bergab gelaufen und haben auf der Heimfahrt unser Bier getrunken,  was wir am Tempel nicht trinken durften.  Durch die lebendige Innenstadt von Siem Reap sind wir nach unserer letzten Tour  gut im Hotel wieder angekommen und haben uns von Chhon verabschiedet. 

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Ein chilliger Tag in Siem Reap

Heute morgen haben wir beschlossen,  mal zu chillen.  Wir wollen ja bewusst langsam reisen und die Tage nicht zu voll packen,  was echt eine Überwindung für mich ist.  Normalerweise tendieren wir dazu,  alles vor Ort mitzunehmen,  was geht. Das haben wir in China getan,  es war toll,  aber das halten wir dauerhaft nicht durch und das wollen wir auch nicht.  Da wir 2 von unseren 3 Tagen Angkor Wat Ticket schon verbraucht haben,  haben wir beschlossen,  morgen eine weitere Tour zu machen.  Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir unsere Kameras und Laptops gepackt und sind an den Pool gegangen.  Allerdings hat uns ein fetter Regenschauer recht schnell wieder vertrieben. 

Da hier alles offen gestaltet,  aber auch einige Bereiche regensicher überdacht sind,  sind wir dorthin umgezogen.  Haben Bilder gesichtet,  überspielt,  die E-Arrivalcard für Thailand ausgefüllt und dafür gesorgt,  dass uns die Fülle der Bilder und Filme nicht ganz schnell wieder überfordern. 

Das Hotel hier ist echt ein Juwel.  Wir haben uns selten so wohl gefühlt.  Die Mitarbeiter sind unglaublich freundlich und sorgen ständig dafür,  dass hier alles perfekt ist.  Sobald der Regen aufhört,  werden die Blüten und Blätter aus dem Pool gefischt,  die Liegen werden wieder abgetrocknet.  Als der Mensch von der Rezeption neulich mitbekommen hat,  dass wir gestern morgen so früh starten wollten,  hat er 10 Minuten später bei uns angerufen und mitgeteilt,  dass er ein Frühstück to go für uns bestellt hat,  was wir um 5 Uhr morgens abholen können.  Hier springt aber auch den ganzen Tag der Inhaber rum und gibt Anweisungen.

Gegen Mittag sind wir in die Stadt gelaufen und haben etwas gegessen.  Wir saßen in einem Restaurant an der Straße und haben etwas vom Leben außerhalb des Restaurants beobachtet.  Tuktuk Fahrer,  die auf Kunden gewartet haben,  leider einige bettelnde Kinder und Frauen,  die am Markt versucht haben,  ihre Ware an den Mann zu bringen.  Unser Fahrer die letzten Tage hat erzählt,  dass er 7 Tage die Woche von 7-21 Uhr arbeitet,  um sein Leben bestreiten zu können.  Dabei ist Arbeiten in unserer Perspektive relativ,  denn viele Stunden davon wartet er auf Kundschaft,  sofern er an dem Tag keinen Auftrag vom Hotel hat.  Gestern hat er uns um 5 Uhr morgens abgeholt.  Als er uns mittags abgesetzt hat,  hat er bis abends noch vor dem Hotel auf eine weitere Fahrt gewartet. 

Was die letzten Tage aufgefallen ist,  ist die Tatsache,  dass es hier auffallend wenige alte Menschen gibt.  Tatsächlich habe ich mal geforscht und die Beobachtung wurde bestätigt.  Die Demografie Kambodschas ist stark verzerrt, weil unter dem Terrorregime der Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 fast zwei Millionen Menschen – rund ein Viertel der damaligen Gesamtbevölkerung – ermordet wurden oder an Entkräftung starben. Da gezielt die ältere Generation, Intellektuelle und die urbane Bevölkerung ausgelöscht wurden, blieb eine extrem junge Bevölkerung zurück. Nur etwa 5 bis 6 Prozent der kambodschanischen Bevölkerung sind heute über 65 Jahre alt. Es gibt daher ein so anderes Bild als Deutschland ab. Bei uns sind ca.  23 % der Menschen älter als 65.

Nach dem Essen haben wir uns noch ein leckeres Eis geholt und sind dann zu einem Einheimischenmarkt gelaufen, auf dem nur kambodschanische Ware verkauft wurde.  Fündig geworden sind wir aber nicht. 

Durch die PUB Street ging es am Fluss entlang weiter. 

Am alten Markt haben wir dann ein Mitbringsel erstanden in Form eines tollen Bildes,  das der Künstler vor Ort gemalt hat. Das Format hat auf dem fairen Markt 12 USD gekostet,  dort war Handeln untersagt.  Hier hat er mit 25 USD angefangen,  wir haben überhaupt nicht über den Preis gesprochen und wollten das Bild eigentlich in einem anderen Format haben.  Als er gemerkt hat,  dass es um den Grundsatz des Kaufs ging,  ist er von sich aus auf 12 USD runter gegangen und wir haben es mitgenommen.  Im Hotel haben wir für morgen noch eine Tempeltour gebucht. 

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Angkor Wat, Bayon und der Tomb Raider Tempel

Vorgestern fanden wir total toll,  wie unglaublich ruhig es in unserem Hotel ist,  obwohl wir mitten in der Stadt sind.  Gestern Abend war anscheinend direkt neben uns ein Karaoke Wettkampf,  bei dem der gewonnen hat,  der am besten schief und laut grölen kann.  Ich war dankbar,  dass ich Ohrstöpsel hatte. Um 4.30 Uhr ging heute morgen unser Wecker,  denn ein Sonnenaufgang in Angkor Wat gehört auf jeden Fall ins Programm. Allerdings waren wir beide schon vorher wach.  Um 5 Uhr hat uns unser Tuktuk-Fahrer von gestern abgeholt und 2 Minuten vorher hat der Himmel so richtig seine Schleusen geöffnet.  Durch die noch dunklen Straßen ging es zum Eingang von Angkor Wat. Da wir die Regenschutzwände runter gelassen hatten,  haben wir von der Außenwelt irgendwie nichts mitbekommen.  Kurz vorm Eingang hat es aufgehört zu regnen und wir konnten tatsächlich auf einen Sonnenaufgang hoffen.  Dafür sind wir an einen Teich gelaufen,  wo schon viele andere Leute gewartet haben.  Um uns herum waren die Gewitterwolken richtig gelb beleuchtet. 

Die Sonne hat ein bißchen auf sich warten lassen,  bis sie zwischen den Tempeltürmen aufgetaucht ist. 

Angkor Wat ist das größte religiöse Denkmal der Welt und erstreckt sich über eine Fläche von rund 162,6 Hektar in der Nähe von Siem Reap. Die monumentale Anlage wurde im frühen 12. Jahrhundert unter dem Khmer-König Suryavarman II. erbaut. Sie diente ursprünglich als hinduistischer Staatstempel, der dem Gott Vishnu gewidmet war und gleichzeitig als Mausoleum des Königs fungierte. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wandelte sich die Anlage schrittweise in ein theravada-buddhistisches Kloster. Als wichtigstes Nationalsymbol ziert die Silhouette der fünf Haupttürme seit 1863 die Nationalflagge Kambodschas.
Die Architektur der Tempelanlage ist ein Abbild des Universums nach hinduistischer Kosmologie. Die fünf markanten zentralen Türme symbolisieren die Gipfel des mythischen Berges Meru, der als Heimat der Götter gilt.


Der gesamte Komplex wird von einem 170 bis 190 Meter breiten Wassergraben umschlossen, der die Meere darstellt, die den Kosmos umgeben.

Nach dem Besuch ging es zurück zum Tuktuk,  wo wir unser vom Hotel mitgebrachtes Frühstück gegessen haben. Unser Fahrer hatte sich im Tuktuk eine Hängematte aufgehängt und hat tief und fest geschlafen, wurde aber von einem anderen Fahrer geweckt. Dann ging es weiter nach Bayon. Vorher haben wir aber noch an einer sehr coolen Brücke gehalten,  deren Geländer aus lauter Figuren bestand.

Der Bayon-Tempel, auch Prasat Bayon genannt, ist neben Angkor Wat eine der bekanntesten Tempelanlagen im Angkor Archaeological Park.

Er wurde im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert unter König Jayavarman VII. als staatlicher Haupttempel im Zentrum der damaligen Hauptstadt Angkor Thom errichtet.

Berühmt ist das Bauwerk vor allem für seine monumentalen, in Stein gemeißelten lächelnden Gesichter, sowie für die detailreichen Reliefs, die historische Schlachten und Alltagsszenen des Khmer-Reiches darstellen.

In diesem Areal liegen mehrere Tempel,  so dass es für uns zu Fuß weiter ging. 

Total verstreut waren überall die Kunstwerke zu bestaunen. 

Die Sonne hat hier richtig gestochen,  obwohl es erst 9 Uhr morgens war.  Durch den frühen Start hatten wir das Gefühl,  schon ewig unterwegs zu sein. 

An einem alten Tor haben wir gehalten und sind den Hügel neben der Straße hoch gelaufen.  Das Tor war wunderschön verziert  und in alle Richtungen haben wieder die lächelnden Gesichter geschaut. 

Der letzte Tempel für heute war der Ta Prohm Tempel, auch bekannt als der Tomb-Raider Tempel.  Er diente 2001 als Drehort für den Lara Croft Film.

Er ist ein bedeutendes buddhistisches Kloster. Im Gegensatz zu anderen Tempeln wurde Ta Prohm weitgehend in dem Zustand belassen, in dem man ihn vorfand.

Gigantische Seidenwollbäume und Würgefeigen wachsen über und durch die alten Mauern, was für eine mystische, fast verwunschene Atmosphäre sorgt. Man kann an jeder Ecke erkennen,  wie die Natur sich alles zurück holt.

Der flache, einstöckige Khmer-Komplex ist von labyrinthartigen Galerien, Mauern und Toren geprägt und irgendwie verliert man schnell die Orientierung. 

Überall lagen dicke,  mit Moos überzogene Felsbrocken herum und man hat sich echt wie mitten in einem Film gefühlt. 

Zurück am Tuktuk hat der Himmel wieder seine Schleusen geöffnet,  was für uns das Signal war,  dass es für heute reicht.  Gegen 12 Uhr waren wir zurück am Hotel,  haben etwas gegessen und Siesta gemacht. Ich bin nachmittags nochmal in die Stadt losgezogen und habe ein bisschen eingekauft,  während Andi seinem schmerzenden Füßen etwas Ruhe gegönnt hat. 

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Die ersten Tempel auf dem Weg nach Kampong Phluk

Mein erster Blick ging heute früh auf den Tracker in Andis Koffer.  Erst stand er noch an der gleichen Stelle wie gestern,  um 6.52 Uhr hat er sich aber plötzlich bewegt.  Um 7.40 Uhr konnte man ihn noch tracken, dann erstmal nicht mehr.  Der Flieger,  mit dem wir gestern gekommen sind,  ist um 7.48 Uhr gestartet und wurde an Gate 101 geboarded, was zu dem Standort gepasst hat und so war die Hoffnung groß,  dass der Koffer an Bord war. 

Um 9.18 Uhr konnten wir den Tracker dann in Siem Reap am Flughafen sehen.  Andi hat an der Rezeption Bescheid gegeben,  dass die dort nochmal anrufen. Die Anschaffung der Tracker hat sich echt gelohnt.  Dass der Koffer weg ist,  ist blöd bei einer Reise.  Aber zu wissen,  dass er am Flughafen in Bangkok ist,  beruhigt irgendwie.  Damals in Chile wussten wir mehrere Tage nicht,  wo sein Koffer abgeblieben ist, ob wir ihn überhaupt wieder kriegen und haben ihn durch puren Zufall in Puerto Montt nach ein paar Tagen gefunden.  Gegen 10 Uhr kam die Nachricht vom Flughafen mit einem Bild,  dass der Koffer auf dem Weg zu uns ist und um 11 Uhr war er dann da.  Der Urlaub kann beginnen!!!

Mit einem Tuktuk sind wir gegen 13 Uhr auf unsere erste Tour gestartet. 

Ca.  40 Minuten ging es durch die Stadt,  bevor wir an einer Station unser online gekauftes 3 Tages Ticket für die Tempel vorzeigen mussten.  Kurz dahinter lag der Preah Ko Tempel. Der Tempel ist der älteste erhaltene Tempelkomplex in der Region. Er wurde 879 n. Chr. erbaut. Die vorderen drei Tempel waren den männlichen Vorfahren des Königs bestimmt,  die hinteren drei Tempel den weiblichen Vorfahren.

Der Bakong-Tempel, den wir danach besucht haben, ist der erste große, vollständig aus Sandstein erbaute Tempelberg des alten Khmer-Reiches.

Eingeweiht im Jahr 881 n. Chr. unter König Indravarman I., bildete er das religiöse Zentrum der damaligen Hauptstadt Hariharalaya (dem heutigen Roluos-Gebiet), etwa 15 Kilometer südöstlich von Siem Reap.

Als architektonischer Vorläufer von Meisterwerken wie dem Angkor Wat symbolisiert seine markante, fünfstufige Pyramidenform den heiligen kosmischen Berg Meru. Bewacht werden die Stufen von markanten steinernen Elefanten- und Löwenstatuen.

Die oberste Tempelläufernkammer wurde später im 12. Jahrhundert im Stil von Angkor Wat umgestaltet.

Um den Tempel haben Frauen mit einer Machete per Hand den Rasen gemäht und das bei 35 Grad.  Wie gerne hätte ich denen einen Möhroboter geschenkt,  aber dann wären sie arbeitslos, was keine Hilfe wäre…

Wir waren total fasziniert von den Tempeln,  allerdings ist uns auch ganz schön die Suppe gelaufen.  Der Fahrtwind vom Tuktuk kam uns daher sehr gelegen.  Beim nächsten Tempel,  dem Lolei Tempel kam dann ein heftiger Regenschauer runter,  so dass wir am Parkplatz die Rollos vom Tuktuk herunter gelassen und gewartet haben,  bis der Schauer durch war. Der Fahrer hat erzählt,  dass es letztes Jahr gar nicht geregnet hat und der See,  zu dem wir noch wollen,  kaum Wasser hatte.  Dafür sei es auch unüblich, dass es heute überhaupt regnet,  denn eigentlich sei jetzt Trockenzeit.

Nach dem Regen sind wir ein paar Kilometer weiter an eine Station gekommen,  wo wir ein Ticket für eine Bootsfahrt gekauft haben.  Für zusammen 44 USD haben wir ein privates Boot mit Fahrer erhalten und sind ins Wasserdorf Kampong Phlug gefahren worden.

Kampong Phluk, was übersetzt „Hafen der Stoßzähne“ bedeutet, ist eine Ansammlung von drei Dörfern, die komplett auf 6 bis 9 Meter hohen Holzstelzen erbaut wurden.

Die Gemeinde liegt etwa 16 Kilometer südöstlich von Siem Reap in der Flussaue des Tonle Sap. Das Wasserdorf beheimatet rund 3.000 bis 3.700 Einwohner, die sich perfekt an das extreme Steigen und Fallen des Wasserspiegels angepasst haben.

Das Erscheinungsbild des Dorfes verändert sich im Laufe des Jahres je nach Wasserstand dramatisch. An der Rezeption vom Hotel haben wir erfahren,  dass die Tour in das Dorf erst seit kurzem wieder im Programm ist,  da es die ganze Zeit zu trocken war und die Boote nicht fahren konnten. 

In der Regenzeit schwillt der Tonle-Sap-See an, so dass das gesamte Gebiet unter Wasser steht. Die Straßen verwandeln sich in Wasserwege, und das Dorf erweckt den Eindruck, direkt auf dem See zu schwimmen.

Die Fortbewegung erfolgt ausschließlich per Boot, um zur Schule, zur Arbeit oder zur Pagode zu gelangen. In dieser Zeit leben die Menschen primär vom Fisch- und Garnelenfang.

In der Trockenzeit, die ca. von November bis April dauert, weicht  das Wasser zurück und  die gewaltigen Stelzenkonstruktionen kommen vollständig zum Vorschein. Die Häuser scheinen hoch über dem trockenen Boden zu schweben. In diesen Monaten nutzen viele Bewohner den fruchtbaren Schlamm für den Reisanbau und die Landwirtschaft.

Kampong Phluk ist von Siem Reaps größtem überschwemmten Mangrovenwald umgeben. Wir haben an einem der Stelzenhäuser gehalten und sind gegen eine zusätzliche Gebühr von je 6 USD in ein kleines Ruderboot umgestiegen. 

Darin haben wir uns durch das dichte, im Wasser stehende Unterholz manövrieren lassen, in dem unter anderem Javaneraffen leben.

Weiter ging es nach dem kleinen Ausflug in den offenen See,  um eigentlich den Sonnenuntergang zu sehen, der sich heute aber hinter den Wolken versteckt hat.

Der Tonle Sap ist der größte Süßwassersee Südostasiens und eines der produktivsten Fischereigebiete der Welt. Das Gewässer besitzt einen weltweit nahezu einzigartigen hydrologischen Zyklus: Während der Monsunzeit von Juni bis Oktober führt der schwellende Mekong so viel Wasser, dass der Tonle-Sap-Fluss seine Fließrichtung umkehrt und die Wassermassen zurück in den See drückt. Dabei kommt es am See zu extremen Größenschwankungen: In der Trockenzeit umfasst die Seeoberfläche rund 2.700 km² bei einer Tiefe von nur 1 bis 3 Metern. Zur Hochwasserspitze schwillt der See auf bis zu 16.000 km² an und erreicht Tiefen von bis zu 14 Metern. Er vervielfacht seine Fläche somit um das Vier- bis Fünffache.

Wegen seiner enormen biologischen Vielfalt – darunter mehr als 150 Fischarten, seltene Wasservögel wie der Riesenibis und bedrohte Reptilien – wurde das Ökosystem 1997 zum UNESCO-Biosphärenreservat ernannt.

Um uns herum hat es angefangen zu blitzen und daher sind wir zurück gefahren.  Im Stockdunklen sind wir an der Anlegestelle wieder ins Tuktuk umgestiegen und ca.  eine Stunde zurück ins Hotel gefahren.  Da wir außer ein paar Chips,  die wir an einem Kiosk gekauft haben,  zuletzt gefrühstückt haben,  hatten wir einen riesigen Hunger.  Also schnell Gesicht und Hände gewaschen und ab ins Restaurant.  Das Essen hier ist echt lecker und wir hatten keinen Bock mehr,  nach einer Alternative zu suchen.  Und für 7 USD ein leckeres Essen ist auch hier machbar. 

Andi hatte das Nationalgericht Beef Lok Lak, das sehr lecker war. 

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Siem Reap

Nach einem recht ruhigen Flug sind wir in Bangkok in den nächsten Flieger umgestiegen.  Der Flughafen dort war echt schön,  wir hatten aber keine große Zeit, da wir nur eine Stunde zum Umsteigen hatten. 

Der Anschlussflug nach Siem Reap hat dann gerade mal 40 Minuten gedauert.  Wir konnten aus der Luft gut erkennen,  dass hier gerade Regensaison war,  denn die Felder waren geflutet und das restliche Land war saftig grün. 

In Siem Reap angekommen,  haben wir unsere ganzen Visumunterlagen raus gekramt, die wir aber gar nicht brauchten.  Super neue Terminals haben auf uns gewartet.  Der Pass wurde gelesen,  Bilder gemacht und die Fingerabdrücke gescannt und schon waren wir eingereist.  Die Mitarbeiter haben von uns Fotos gemacht,  wir waren anscheinend echt die ersten,  die das hier getestet haben.  Am Gepäckband war dann die Freude vorbei,  denn leider ist Andis Koffer in Bangkok hängen geblieben.  Dies haben wir über den Tracker erkennen können,  der im Koffer ist.  Also haben wir eine Verlustmeldung mit einem weiteren deutschen Pärchen gemacht, denen das gleiche passiert ist  und uns eingeredet,  dass er bestimmt bald kommt,  da er ja nur 40 Minuten entfernt steht.  Der bestellte Fahrer hat uns in die ca 45 km entfernte Stadt gebracht.  Der neue Flughafen wurde in 2023 erst eröffnet und extra so weit außerhalb gebaut,  damit die Flugzeuge mit ihren Schwingungen der Tempelanlage Angkor Wat nicht schaden können.  Im Hotel angekommen,  hatten die Mitarbeiter ein Herz für uns,  haben Andis Koffer nochmal hinterher telefoniert und wir konnten schon viel früher ins Zimmer. 

Nach ein paar Stunden Schlaf war der Koffer immer noch nicht da und wir mussten los ziehen,  um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen.  Anschließend gab es im Hotel noch etwas zu essen,  ich wollte den Blog veröffentlichen – und der war auch weg.  Also nochmal alles neu geschrieben… Doofer Urlaubsstart, aber es kann nur besser werden…