2026 Tansania

Fazit Tansania

Tansania ist toll! Wir waren schon in einigen afrikanischen Ländern,  aber der Teil von Tansania,  den wir gesehen haben,  hat uns begeistert.  Aber es ist auch kein Erholungsurlaub.  Gerade der Safaripart hatte es in sich.  Lange Tage,  viele Erlebnisse,  afrikanische Dauermassage auf den vielen ungeteerten Straßen.  Dafür haben wir eine Tierdichte vor allem im Ndutu-Gebiet und in der südlichen Serengeti gesehen,  die wir so noch nie gesehen haben.  In Südafrika und Namibia sind wir jeweils selber gefahren und hatten dadurch auch den Austausch über Funk mit anderen Fahrern  nicht.  Trotzdem haben wir dort nie diese riesigen Herden gesehen.  Allerdings haben wir in diesen Ländern auch nie diese Massen an Safariautos und somit Touristen gesehen.  Der Bereich um Arusha lebt definitiv vom Tourismus.  Mindestens die Hälfte der Fahrzeuge auf den Straßen sind die Safariautos von Toyota.  Alleine unser Anbieter hat 200 Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs.  Es ist faszinierend,  was diese Fahrzeuge alles aushalten.  Diese Massen an Schlaglöchern, die diese Autos meistern, würde keines unserer Autos überleben.   Durch welche Schlammlöcher uns dieses Fahrzeug gefahren bzw wieder raus geholt hat,  war der Hammer.  Und auf schlammigen Untergrund ein anderes Auto noch genau da rauszuholen,  da hätte uns vorher die Fantasie für gefehlt. 

Generell waren wir auch wieder fasziniert vom Straßenverkehr.  Es ist ein immerwährendes Gewusel an unterschiedlichsten Gefährten, die mit allem beladen sind,  was man sich so vorstellen kann.  Geht nicht,  gibt’s nicht. 

Dabei hat jeder sein Tempo.  Wenn jemand langsam ist,  fährt er links und lässt sich überholen.  Es gibt kein Gehupe, jeder sucht seinen Raum,  gibt diesen auch und irgendwie passt es immer.  Wir haben keine bösen Gesten oder Geschimpfe gesehen,  wie es in Deutschland der Fall wäre.  „Hakuna Matata“, was „alles gut“ heißt,  wird auch gelebt.  „Pole Pole“, also „langsam langsam“ würde uns manchmal auch gut tun.  Die einspurige Straße wurde manchmal auch 4 spurig, wenn man nicht noch den Rasenstreifen mit einbezogen hat.  Aber immer freundlich.  Wenn nichts mehr ging,  wurde mal die Scheibe runter gelassen und ein „hey Wipi“- „wie geht’s“ wurde ausgetauscht.  Auch in den Nationalparks hatten alle Fahrer aller Firmen ein Interesse daran,  ihren Gästen ein möglichst gutes Erlebnis zu bieten.  Wenn jemand Tiersichtungen hatte,  wurde dies per Funk an die eigenen Kollegen,  aber auch durch Zeichen und kurze Gespräche an alle anderen Fahrer anderer Firmen weiter gegeben.  Keiner hat versucht,  etwas geheim zu halten, sondern man hat gemeinsam gearbeitet.  Unser absolutes Highlight war die Ballonfahrt über die Serengeti.  Immer wieder ein Erlebnis,  lautlos über die Landschaft zu gleiten und dazu noch Tiere von oben zu sehen. 

Die Unterkünfte haben einfach das bestätigt, was wir von Afrika wussten.  An Stellen,  an denen man es nicht vermutet,  erwartet einen das Paradies.  Sei es ein Zeltlager mitten im nichts in der Serengeti,  wo man über eine Gießkanne heißes Wasser für eine Dusche bekommen hat.  Geschweige denn die unglaublich tollen Lodges, die wir wieder erleben durften.  Wir sind so dankbar,  so etwas erleben und uns auch leisten zu können. 

Und dann das Wichtigste: die Menschen! Uns hat wieder eine Welle der Freundlichkeit überrollt.  Egal,  mit wem wir in Kontakt gekommen sind,  die Leute waren freundlich und hatten immer ein Lächeln für einen übrig.  In den Zeltlagern haben die Angestellten abends immer ein Lied gesungen,  wenn jemand Geburtstag hatte.  Und obwohl sie das schon so oft gemacht haben,  hat es ihnen so Spaß gemacht,  dass sie sich total reingesteigert und es gelebt haben. 

Sansibar zum Schluß hätten wir ehrlicherweise nicht gebraucht.  Zu der Ehrlichkeit gehört aber auch,  dass wir aufgrund der Krankheit nicht wirklich viel von der Insel gesehen haben und ihr vielleicht Unrecht tun.  Uns hat das Klima nicht gut getan und die Leute,  die sonst Strandurlaub in einer riesigen Hotelanlage buchen,  sind wir auch nicht…

2026 Tansania

Zurück nach Hause

Pünktlich um 0 Uhr sind wir in Richtung Flughafen gestartet.  Um die Zeit war auf den Straßen nichts los,  so dass wir bereits nach 45 Minuten dort waren.  Der Check In hat gerade geöffnet und wir konnten unsere Koffer abgeben.  Unsere von zuhause gebuchten und extra bezahlen Plätze waren irgendwie wieder nichts wert,  da es eine ganz andere Maschine war.  Um kurz nach 3 Uhr ist die Maschine gelandet. Um 4.30 Uhr sind wir dann zu dem kurzen Flug zurück zum Kilimanjaro Airport abgehoben.  Dort sind Passagiere aus- und wieder eingestiegen.  Mittlerweile war es draußen hell und wir hundemüde. Der Stop hat deutlich länger gedauert,  als angekündigt. Der Weiterflug nach Istanbul verlief relativ ruhig.  Wir saßen am Notausgang und hatten daher schön Platz zum Schlafen.  Allerdings hat um uns herum alles geniest und geschnupft, was einem ein ungutes Gefühl gegeben hat. Als wir die Türkei erreicht haben,  konnte man von oben dick beschneite Berggipfel bewundern.

In Istanbul hat der Pilot zur Landung angesetzt und musste dann nochmal durchstarten, weshalb wir noch eine Ehrenrunde gedreht haben.  Wir sind dann viel zu spät gelandet und statt fast 3 Stunden hatten wir nur noch eine knappe Stunde zum Umsteigen.  Und das war in dem riesigen Flughafen echt ne Challenge.  Wir mussten natürlich auch von Terminal F ans Terminal B ganz am anderen Ende. Patschnass geschwitzt sind wir dann am Gate angekommen.  Für unseren Flug wurde gerade der letzte Aufruf gemacht und wir haben es geschafft.  Ob es unser Gepäck auch geschafft hat,  werden wir später in Frankfurt erfahren. Der Flug war kurzweilig. Und dann sind wir in die graue Suppe des Deutschen Himmels eingetaucht und der Winter hat uns wieder. Das Gute: auch unser Gepäck hat es geschafft.  Gegen 18.30 Uhr waren wir wieder daheim.

Fazit Tansania folgt morgen.  Für uns folgt erstmal ne Dusche und unser Bettchen…

2026 Tansania

Stonetown

Die Nacht war ruhig, wir wieder dicht und daher haben wir uns mutig auf die gebuchte Tour nach Stonetown begeben.  Der Fahrer hat uns um 8 Uhr am Hotel abgeholt und uns die Stunde auf die Westseite der Insel gefahren.  Das erste Mal haben wir überhaupt etwas hiervon gesehen.  Sansibar ist sehr grün und fruchtbar.  Wohin man schaut werden die unterschiedlichsten Leckereien angebaut. 

Riesige Obstbäume aller Arten stehen überall herum.  Am Straßenrand verkaufen die Leute ihre Ernte.

Viele sind zu Fuß oder mit Fahrrädern unterwegs.  Je näher man zur Stadt kommt,  umso dichter wird die Anzahl der Busse und umso voller werden diese.  Die meisten sind gnadenlos überladen, was bei den Polizeikontrollen nicht gut ankommt.  An den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen, da der Sprit knapp ist.  An anderen war gar nichts los,  die waren wohl schon leer.

Wir konnten,  wie schon am Festland,  die Arbeiten der Schreiner bewundern,  die am Straßenrand ihre riesigen Betten verkauft haben.  Echtholz macht Wind und Wetter halt weniger aus als unsere Billigfuniermöbel. Die wären hin. 

Wir sind wieder am Stadion vorbei gefahren,  das heute ohne Spiel leer war.  Am ehemaligen Sklavenmarkt wurden wir hinaus gelassen und haben unseren Stadtführer getroffen.  Und er hat uns gleich die dunkle Geschichte von Sansibar näher gebracht.  Bis 1909 wurde hier Sklavenhandel betrieben. 

Meist von den Arabern und Portugiesen. In niedrigen Verließen wurden bis zu 60 Menschen eingepfercht ohne Toilette und Frischluft. Die,  die nach 4 Tagen noch gelebt haben, wurden für stark befunden und konnten gut verkauft werden. Männer und Frauen wurden getrennt.  Der Rest hatte „Pech“ gehabt und war weniger Wert,  sofern sie noch gelebt haben. 

Die Engländer, die den Sklavenhandel ausgelöst haben,  haben ihn 250 Jahre später dann auch wieder beendet.  An der Stelle wurde später dann eine Kirche gebaut.

Weiter ging es auf den Markt, aus dem wir auch gleich wieder geflüchtet sind,  denn der Anblick von den vielen Fischen und Innereien einiger Tiere hat sich geruchlich auch nicht besser getan. 

Was uns hingegen total geflasht hat,  war der Obst- und Gemüsemarkt.

Die Avocados waren 3x größer als unsere und von dem Aroma der Früchtewelt durften wir uns die letzten beiden Wochen überzeugen.  Auch die für die Region besondere rote Banane gab es hier.

Weiter ging es in die engen Gassen der Stadt,  wo uns einige schöne Holztüren gezeigt wurden.

Auch hat der Guide uns darauf hingewiesen,  dass seit gestern Ramadan ist.  Die Religionen leben hier friedlich neben- und miteinander. Da wir mit ihm unterwegs sind,  bittet er uns,  nicht in der Öffentlichkeit zu Essen oder Trinken,  da tagsüber gefastet wird und das ein schlechtes Bild auf ihn wirft.  Widerspricht dem Rest, aber es ist wie es ist.  Dass man bei über 30 Grad tagsüber nichts trinken darf,  entspricht nicht unserem Glauben,  denn gesund kann das nicht sein…

Weiter durch die Innenstadt ging es in Richtung Meer.

Die Festung wurde gerade saniert, so dass sie gesperrt war.  Direkt dahinter kam ein toller grüner Park zum Vorschein.  Riesige alte Bäume haben geblüht.

Der Park lag direkt am Meer. Von hier aus starten Bootstouren auf diverse kleinere Inseln. 

Quer durch die Stadt sind wir an eine Stelle gekommen,  wo die ganzen Schulbusse gestartet sind. 

Unser Guide hat erklärt,  dass die Massai nicht zu Sansibar gehören.  Da es aber ein Tansania ist,  können sie leben,  wo sie wollen.  Tatsächlich haben wir heute auch nur ganz wenige Massai gesehen.  Sie gehen anscheinend wirklich in die Touristenviertel, um an Geld zu kommen.

Zurück ging es auf dem gleichen Weg und wir sind völlig durchgesuppt in das herrlich klimatisierte Auto gestiegen.  Die Tour war nach den letzten Tagen ganz schön anstrengend, aber wir sind alle dicht geblieben.  Zurück im Hotel haben wir am Strand eine Kleinigkeit gegessen und letztmalig das Meer genossen. 

Natürlich mussten wir auch nochmal in den Pool springen,  wobei das keinerlei Abkühlung war.

Dann haben wir uns ausgeruht,  denn heute Nacht in 0 Uhr werden wir abgeholt und zum Flughafen gebracht. Um 19 Uhr gab es einen Empfang vom Chef dieser Anlage. Cool war die Gruppe,  die dazu getanzt hat.  Wir haben beim Sitzen schon geschwitzt,  die haben Vollgas gegeben.  Dann wurden alle Manager vorgestellt und immerhin waren von 12 Menschen 5 Frauen dabei.  Hauptsächlich aber bei den Roomservicediensten. Aber immerhin. 

2026 Tansania

Hochzeitstag im Krankenhaus oder in guten wie in schlechten Zeiten…

Das hatten wir uns anders vorgestellt.  Wir haben heute unseren 10. Hochzeitstag und ich habe mal wieder ne ätzende Nacht hinter mir.  18 x bin ich aufs Klo gerannt, so dass die anderen ohne mich zu fragen heute morgen den Doc geholt haben.  Der hat mich kurz untersucht und dann mit ins Krankenhaus genommen,  yeah… Ich hatte erst ein bisschen Schiss in ein Krankenhaus auf Sansibar zu kommen,  aber der Fahrer ist in eine Hotelanlage abgebogen, auf dessen Gelände die Klinik war. 

Dort haben sie Andi und mir Blut abgenommen,  Ultraschall- Untersuchungen gemacht und Stuhlproben genommen. Der Puls lag bei mir bei über 110. Dann wurde ich an einen Tropf mit 500 ml Elektrolyte angeschlossen,  der ca.  4 Stunden durch lief.

In der Hoffnung,  dass inzwischen die anderen Ergebnisse vorliegen,  habe ich mich gefreut,  dass ich endlich wieder gehen kann, aber zu früh gefreut.  Die nächste Infusion wurde angeschlossen, die irgendwelche Bakterien abtöten sollte. 

Im Bett neben mir lag ein Mann aus Ulm.  Seine Frau und er besuchen eine Freundin,  die vor 2 Jahren aus Deutschland ausgewandert ist und mit einem Massai zusammen ist,  dem 3. in den 2 Jahren.  Er hat erzählt,  dass die Massai am Strand bis zu ihrem 28. Lebensjahr von ihren Familien vom Festland hierher geschickt werden,  um von ihren Schwestern gebastelten Schmuck zu verkaufen.  Das Geld schicken sie dann nach Hause zu ihren Familien.  Dies ist wohl mehr,  als sie normalerweise verdienen.  Schon heftig.

Um 17.30 Uhr haben wir die Diagnose Viraler Infekt bekommen,  alles andere wie Malaria & Co. konnte ausgeschlossen werden.  Um 19.20 Uhr waren wir wieder im Hotel.  Der Doc hat dann die Rechnung noch gebracht und wir haben beide 350 Dollar gezahlt.  Den Tag hätte ich mir sparen können.  Mir wäre es heute auch so wieder besser gegangen, wenn ich noch im Bett geblieben wäre…  Aber ich kann es leider nicht mehr ändern…

Einer von den vielen sinnlosen Tagen auf der langen Liste der sinnlosen Tage – Check

2026 Tansania

Sansibar

Heute war endlich das Fieber weg und wir konnten wieder etwas Essen.  Nach dem Frühstück haben wir das erste Mal etwas von der Anlage hier gesehen, die echt schön ist.  In einen Garten gebaut stehen viele 2stöckige Häuser,  in denen je 4 Zimmer sind. 

Es gibt viele überdachte Sitzecken, die Sonnenschutz bieten,  denn es ist echt heftig warm hier.  Vor allem die Luftfeuchtigkeit setzt uns zu. Kurz: es ist nicht das Klima,  in dem wir uns wohl fühlen.  Wir haben uns auf ein paar Liegen am Strand gelegt und der Blick hinunter war ein bisschen wie Kino.  Am Strand standen die Massai und haben die Hotelausgänge beobachtet.  Sobald ein Touri an den Strand gegangen ist,  sind sie losgelaufen und haben die Leute in Gespräche verstrickt und nicht mehr alleine weiterlaufen lassen.  Viele haben sich auch darauf eingelassen,  wann und ob sie ihre Portemonnaies geöffnet haben,  haben wir aber nicht gesehen.  Vermutlich habe ich auch einfach schon zu viele Reportagen darüber gesehen,  dass ich so kritisch eingestellt bin. 

Am späten Vormittag war Ebbe und wir haben uns auch mal an den Strand gewagt.  Als wir die Massai ignoriert haben,  haben sie uns beschimpft,  wir hätten es nicht verdient,  hier zu sein.  Wir sind den Strand entlang der Hotelanlagen gelaufen,  danach kamen Bretterbuden, die mit Schildern „Kaufland“, „Lidl“ und „IKEA“ gekennzeichnet waren.  Dahinter standen die Baukräne und haben weitere Luxushotels gebaut. 

Irgendwie eine Welt,  in der wir nicht zuhause sind.  Wir sind ein bisschen ins Meer hinaus gelaufen,  da Holzpflöcke im Wasser unsere Aufmerksamkeit erregt haben.  Zwischendrin saßen Frauen und haben das Seegras geerntet, das sich bei Ebbe dort gesammelt hat.  Dieses wird wohl für Cremes verwendet. 

Außerdem lagen die für hier typischen Holzboote im Wasser und die Eigentümer haben auf die Flut gewartet,  damit sie wieder näher ans Ufer und die Touris kommen,  um ihre Touren anzubieten. 

Am späten Nachmittag hat sich ein komplett anderes Bild aufgetan.  Die Flut hat alle Leute verdrängt und man konnte nur noch auf dem Hotelgelände laufen. 

Dahinter war ein ganz schmaler Streifen, an dem man den Massai nicht mehr aus dem Weg gehen konnte.  Das haben wir uns nicht angetan und haben es uns am Pool gemütlich gemacht. 

Den Abend haben wir gemütlich ausklingen lassen, denn unsere Begleiter Inge und Axel haben heute Silberhochzeit.  So richtig anstoßen konnten wir aber nicht,  da wir abwechselnd aufs Klo geflitzt sind…  Trotzdem auch hier nochmal: Herzlichen Glückwunsch auf 25 Jahre.