Um 11 Uhr sind wir heute von Chhon, unserem Tuktuk Fahrer, der uns auch schon die ersten beiden Tage gefahren hat, abgeholt worden. Vorbei an den Tempeln, die wir vorgestern besucht haben, ging es durch das Nordtor, vor dem wir mit ihm ein Bild gemacht haben. Nachdem es gestern geregnet hat, hatten wir heute traumhaftes Wetter.

Der erste Tempel heute war der Preah Khan (Heiliges Schwert).

Er ist eine der größten und faszinierendsten Tempelanlagen im Angkor Archaeological Park. Die weitläufige, flache Anlage wurde 1191 von König Jayavarman VII. zu Ehren seines Vaters errichtet und liegt nordöstlich von Angkor Thom.

Ähnlich wie der berühmte Ta Prohm ist Preah Khan teilweise der Natur überlassen worden, bietet jedoch durch seine enorme Größe ein deutlich ruhigeres und mystischeres Erlebnis abseits der großen Touristenströme. Wir haben hier 1,5 Stunden verbracht und hätten noch länger bleiben können.

Im zentralen Allerheiligsten steht ein erhaltener Stupa. Wenn man sich im richtigen Winkel positioniert, fällt ein Sonnenstrahl durch eine Öffnung in der Decke genau auf die Spitze des Stupas, sodass es aussieht, als würde dort eine Kerze brennen. Leider haben wir dies nicht hinbekommen.

Die Halle der Tänzerinnen ist ein wunderschöner zeremonieller Hof, dessen Wände über und über mit kunstvollen Reliefs tanzender Apsaras (himmlischer Nymphen) verziert sind.

Unsere nächste Station, der nördliche Baray, im Deutschen auch als Nördliches Wasserreservoir bekannt, ist ein künstlich angelegtes Staubecken.

Dieses Becken wurde im späten 12. Jahrhundert unter dem Khmer-König Jayavarman VII. errichtet. Es wird auch als Baray von Preah Khan bezeichnet, da es sich direkt östlich des Tempels Preah Khan befindet. Das Reservoir erstreckt sich über eine Fläche von fast drei Quadratkilometern und besaß ursprünglich eine Kapazität von annähernd neun Millionen Kubikmetern Wasser.

Das bemerkenswerteste Merkmal des Nördlichen Baray ist die künstliche Insel in seiner exakten Mitte.

Auf dieser Insel steht der Tempel Neak Pean, eine einzigartige religiöse Anlage, die inmitten eines zentralen Beckens liegt, das von kleineren Pools umgeben ist. Anders als die anderen Tempel kann man diesen nicht betreten.

Die gesamte Struktur des Tempels und des Baray diente nicht nur der praktischen Wasserregulierung der antiken Stadt, sondern trug auch eine tiefe symbolische Bedeutung. Der Komplex stellte eine irdische Nachbildung des mythologischen, heilenden Himalaya-Sees Anavatapta dar. Nach einer langen Phase des Austrocknens wurden ab dem Jahr 2007 Restaurierungsarbeiten durchgeführt, um das historische Staubecken wieder mit Wasser zu füllen.

Der Ta Som Tempel war unser nächstes Ziel. Dieser ist ein charmantes, kompakteres buddhistisches Heiligtum aus dem späten 12. Jahrhundert.

Erbaut von König Jayavarman VII. und seinem Vater Dharanindravarman II. gewidmet, besticht die Anlage im klassischen Bayon-Stil durch ihre geheimnisvollen Gesichtertürme und eine entspannte, deutlich ruhigere Atmosphäre als bei den bekannteren Nachbartempeln. Außer uns waren noch 4 weitere Leute da.

Die Tuktuk Fahrten zwischen den Tempeln waren immer eine richtige Erholung, da wir durch den Fahrtwind immer wieder ein bisschen getrocknet sind. Der Östliche Mebon, der nur eine kurze Fahrt entfernt liegt, ist ein faszinierender hinduistischer Tempelkomplex aus dem 10. Jahrhundert.

Er wurde im Jahr 953 n. Chr. unter König Rajendravarman II. zu Ehren seiner Eltern erbaut und dem Gott Shiva geweiht. Einst erhob sich das prächtige Bauwerk auf einer künstlichen Insel inmitten des heute vollständig ausgetrockneten, riesigen östlichen Baray-Reservoirs und war in seiner Blütezeit ausschließlich per Boot erreichbar. Uns haben hier vor allem die riesigen Elefantenstatuen fasziniert.

Zurück am Parkplatz haben wir über das tägliche Leben einfach nur wieder gestaunt. Zwei Tuktuks sind an uns vorbei gefahren. Das eine war bis oben voller Matratzen und das andere hatte massive Betten geladen. Die Fahrer waren Händler, die in die angrenzenden Dörfer fahren und dort ihre Ware verkaufen. Nix Ikea in Kisten verpackt… Tatsächlich schlafen hier echt viele Menschen in ihren Shops in Hängematten, nicht in Betten. Abends wird die Ware an die Seite geräumt und die Hängematte aufgehängt.

Beim Pre Rup Tempel wollten wir eigentlich den Sonnenuntergang schauen, haben uns aber umentschieden. Besucht haben wir ihn trotzdem. Der Pre Rup ist ein monumentaler hinduistischer Tempelberg.

Er wurde im Jahr 961 oder 962 n. Chr. unter der Herrschaft von König Rajendravarman II. als dessen offizieller Staatstempel geweiht und dem Gott Shiva gewidmet. Als klassische Tempelpyramide repräsentiert die Architektur den heiligen Berg Meru, das Zentrum des Universums in der hinduistischen Mythologie.

Pre Rup gilt als das herausragendste und größte Backsteinmonument der Angkor-Ära. Die Anlage besticht durch ein harmonisches Zusammenspiel verschiedener Materialien, das sich deutlich von den rein grauen Sandsteintempeln späterer Jahrhunderte abhebt.

Gegen 16 Uhr sind wir zu unserem letzten Punkt für heute gefahren. Ca. 15 Minuten sind wir bergauf auf genau die einzige Erhebung hier in der Gegend gelaufen, auf der der Phnom Bakheng Tempel liegt. Hier gibt es wohl oft Beschränkungen, da zu viele Leute zum Sonnenuntergang schauen her kommen. Daher sollte man früh da sein. Andi hat sich gleich eine Stelle gesichert, von der aus er einen Blick auf Angkor Wat hatte.

Der Sonnenuntergang hat sich leider wieder sehr bedeckt gehalten, allerdings konnten wir vorher noch einen tollen Regenbogen sehen.

Viele Leute sind daher frühzeitig wieder vom Berg hinunter gelaufen. Trotz des fehlenden eigentlichen Untergangs hatte man trotzdem einen tollen Blick.

Im Dunklen sind wir wieder bergab gelaufen und haben auf der Heimfahrt unser Bier getrunken, was wir am Tempel nicht trinken durften. Durch die lebendige Innenstadt von Siem Reap sind wir nach unserer letzten Tour gut im Hotel wieder angekommen und haben uns von Chhon verabschiedet.



















































