Heute Nacht haben wir so richtig tief geschlafen, das Hotel hat zwischen den Hosterias, die liebevoll gemacht, aber auch recht einfach sind, mal ganz gut getan. Das Frühstück war ein Traum!

Heute geht es weiter gen Süden, dort wird es wieder einsamer werden. Interessant ist hier seit Tagen der Wetterbericht. Es wird eigentlich immer für den ganzen Tag Regen vorher gesagt, so schlimm ist es aber Gott sei Dank gar nicht. Um die Berge hängen die Wolken zwar fest und wenn man höher kommt nieselt es auch daraus, es kommen aber immer auch mal Wolkenlücken mit Sonne durch. Da es aber auch gefühlt nur alle 300 km einen Ort gibt, für den es auch überhaupt einen Wetterbericht gibt, ist er eh für die Füße… Dass wir gestern den hängenden Gletscher gesehen haben, war wohl totales Glück, da er sich ganz oft in Wolken und Nebel versteckt.

Nach Coyhaique setzt sich die traumhafte Landschaft von gestern fort. Weite Täler, schneebedeckte Kuppen und Wasserfälle säumen den Weg. Allerdings macht uns der Wind immer mehr zu schaffen. Die Drohne geht kaum noch in die Luft und wenn man nur aus dem Auto steigt, fliegt man schon weg. Weiter südlich verschwinden die höheren Berge nach und nach und weite Ebenen öffnen sich.
Wir haben heute übrigens festgestellt, wie Butter entsteht: die Kühe fressen einfach die massigen Butterblumen hier und raus kommt: Butter. Deshalb ist sie auch so gelb….😂

Irgendwann ging es rechts ab in ein Tal und plötzlich standen wir wieder vor riesigen Bergen und traumhaftem neuen Panorama. Ich durfte heute keinen Meter Auto fahren, denn Andi ist ca. alle 2 km stehen geblieben und seine Kamera ist heiß gelaufen. Er hatte Angst, dass wenn ich fahre, ich nicht ständig stoppe, wenn er nach einer Vollbremsung verlangt… könnte er Recht haben!

Mehr als die Hälfte der Strecke war heute Schotterstrasse, was nach einiger Zeit echt anstrengend wurde. Dafür war wieder wenig los auf den Straßen. Wenn man sich überlegt, dass wir uns hier auf der Hauptroute nach Süden befinden, der Routa 7 und das mal mit der A7 in Deutschland vergleichen, merkt man, wie voll es in Deutschland ist!

Gegen Abend sind wir am größten See von Chile, dem Lago General Carrera angekommen. Ein Teil von dem See liegt schon in Argentinien. Wir sind nach Puerto Rio Tranquilo in das Hostel El Puesto, was total schön ist. Hier bleiben wir zwei Nächte, wo wir uns richtig drüber freuen. In einer kleinen Pizzeria haben wir einen lustigen Abend mit einem englischen Pärchen verbracht.

Wir hatten heute mit dem Wetter totales Glück. Bis 17 Uhr hat die Sonne geschienen, danach kamen einige wenige Schauer und wir haben tolle Regenbögen gesehen.
